Sexuelle GewaltMutmaßliche indische Vergewaltiger plädieren auf nicht schuldig

Die mutmaßlichen Peiniger der indischen Studentin, die nach einer Gruppenvergewaltigung starb, haben vor Gericht auf nicht schuldig plädiert. Die Vorwürfe seien erfunden.

Protest gegen sexuelle Gewalt in Neu-Delhi

Protest gegen sexuelle Gewalt in Neu-Delhi  |  © Sajjad Hussain/AFP/Getty Images

Nach dem Tod einer brutal vergewaltigten Inderin haben fünf Angeklagte auf nicht schuldig plädiert. "Sie unterbreiteten dem Gericht, dass sie unschuldig und die Beschuldigungen der Polizei in dem Fall falsch und erfunden sind", sagte ein Anwalt, der zwei der Beschuldigten verteidigt. Der Richter verlas am Samstag 13 Anklagepunkte gegen die Männer, darunter Mord, Gruppenvergewaltigung, Entführung und die Zerstörung von Beweisen. Unmittelbar nach ihren Statements hätten die Angeklagten den Gerichtssaal verlassen.

Die fünf Männer sowie ein 17-Jähriger, der vor ein Jugendgericht kommt, sollen die junge Frau in einem fahrenden Bus vergewaltigt und mit einer Eisenstange so sehr misshandelt haben, dass sie zwei Wochen später an ihren Verletzungen starb. Danach sollen sie den Bus gesäubert und die Kleidung des Opfers verbrannt haben, wie es im Polizeibericht heißt. Demnach fand die Polizei dennoch auf dem Boden und den Sitzbänken des Busses Blut und Haare des Opfers. Auf Hosen, Schuhen und T-Shirts der fünf Angeklagten wiesen die Ermittler Blutspritzer der 23-Jährigen nach.

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Der vorsitzende Richter habe den Termin für den Prozessauftakt auf Dienstag festgesetzt, sagte ein Anwalt. Die Staatsanwaltschaft werde dann drei Zeugen einführen, die das Opfer und ihren Freund, der ebenfalls in dem Bus geschlagen worden war, nach der Tat am Straßenrand liegen sahen.

Der Fall hatte in Indien eine Diskussion über Gewalt gegen Frauen ausgelöst und zu heftigen Protesten geführt. Es wurden mehrere Schnellgerichte eingerichtet, die sich ausschließlich mit Gewalttaten gegen Frauen befassen sollen. Premierminister Manmohan Singh kündigte an, die Strafen für Vergewaltiger zu verschärfen.

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Leserkommentare
  1. 25. Was ist

    Das für eine Diskussion hier?
    Ich glaube es nicht.
    Hier wird Tatsächlich über Selbstjustiz geschrieben als wäre es ganz was feines, und das auf einer Platform was die Demokratischen Errungenschaften verteidigt.

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  2. Tja, oder sie denken wie ihre Mandaten. Könnte ja auch sein.

  3. Aus dem Artikel kann ich nicht ersehen was die Anwälte schlimmes getan haben sollen als die Presse zu informieren, dass die Angeklagten auf Unschuldig plädiert haben. Wenn man in einem Prozess in dem die Todesstrafe droht auf schuldig plädiert, kann man sich auch gleich die Kugel selbst in den Kopf jagen.

    Außerdem haben Sie nicht verstanden, wozu Rechtsanwälte da sind, was ihre Aufgabe ist und wie sehr vielleicht auch eines Tages Sie von einem Strafverteidiger profitieren könnten. Man weiß nie...

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  4. sind eine Bedrohung für den Rechtsstaat. Aus der Presse können Sie also wesentlich besser die Schuld der Angeklagten beurteilen als die direkt mit dem Fall befassten (und sicher unter Druck stehenden) Richter. Sie machen sich also zum Richter und Henker.

    Man muss die Menschen vor jemandem wie Ihnen schützen!

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  5. Deshalb muss der Klient auch der Strategie zustimmen, weshalb die Möglichkeiten eines Anwaltes auch beschränkt sind. Solange er den Klienten rechtlich über die Konsequenzen seines Handelns aufklärt, ist er nicht zu verurteilen. Sie müssen sogar über Geständnisse der Klienten aus Gesprächen verschwiegen sein.

    Allerdings ist das Ziel nicht immer Freispruch. Es kann besser sein, auf eine geringe Schuld zu plädieren, weil die Beweislage erdrückend ist und die Schuld wahrscheinlich nachgewiesen wird.

    In diesem Fall gibt es nicht nur die Spuren an Kleidung und im Bus. Es gibt die Aussage des Freundes. Und sogar das Opfer selbst hat eine umfangreiche Aussage zu Protokoll gegeben! Zumindest die Täter, welche vom Opfer gebissen wurden, können doch schwer erklären, wie die Polizei diesen Beweis manipuliert haben soll.
    http://timesofindia.india...

    Insoweit ist das plädieren auf „nicht schuldig“ von außen schwer zu verstehen. Zumal bereits das vermeiden der Todesstrafe ein großer Erfolg zu sein scheint. Aber die Entscheidung obliegt nur den am Gerichtsverfahren beteiligten!

    Antwort auf "Anwälte"

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  • Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, dpa, nf
  • Schlagworte Bus | Entführung | Gericht | Manmohan Singh | Mord | Opfer
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