BelästigungsvorwürfeSchottischer Kardinal tritt zurück

Das Oberhaupt der Katholiken in Großbritannien, O'Brien, hat nach Belästigungsvorwürfen sein Amt niedergelegt. An der Wahl des neuen Papstes wird er nicht teilnehmen.

Das Oberhaupt der Katholiken in Großbritannien, Kardinal Keith O'Brien in Edinburgh. (Archivbild)

Das Oberhaupt der Katholiken in Großbritannien, Kardinal Keith O'Brien in Edinburgh. (Archivbild)  |  © David Moir/Reuters

Der ranghöchste Würdenträger der Katholischen Kirche in Großbritannien, Kardinal Keith O'Brien, ist nach Vorwürfen "unangemessenen" Verhaltens gegenüber jungen Priestern zurückgetreten. Er habe das Amt des Erzbischofs von St. Andrews und Edinburgh niedergelegt, teilte das Erzbistum mit. Papst Benedikt XVI. habe das Rücktrittsgesuch bereits am 18. Februar angenommen, hieß es.

O'Brien zählte bislang zu den 117 Kardinälen, die an der Wahl eines neuen Papstes nach der Rücktrittsankündigung Papst Benedikts teilnehmen sollten. Er erklärte nun aber, er werde nicht am Konklave teilnehmen.

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Mehrere Priester haben einem Zeitungsbericht zufolge schwere Vorwürfe gegen O'Brien erhoben. Dieser habe bei diversen nächtlichen Aktivitäten "unangemessenes Verhalten" an den Tag gelegt, berichtete die Sonntagszeitung The Observer über eine angebliche Beschwerde an den Vatikan. Demnach geht es um Vorkommnisse vor 33 Jahren, die drei amtierende und ein ehemaliger Priester gemeldet hätten.

O'Brien hatte zuletzt mit der Forderung nach Aufhebung des Zölibats für Aufsehen gesorgt. Katholische Priester sollten selbst entscheiden dürfen, ob sie heiraten wollen oder nicht. Zuvor war er als scharfer Gegner von Reformen aufgetreten, etwa als erklärter Feind der Homo-Ehe.

Die drei Priester hatten sich mit ihren Vorwürfen Anfang Februar an den vatikanischen Botschafter in Großbritannien, Antonio Mennini, gewandt, der sie nach Rom weiterreichte. Dies geschah offenbar noch bevor Benedikt XVI. am 11. Februar seinen Rücktritt bekannt gab.

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Leserkommentare
  1. Der Fels auf dem die Kirche steht.

    Nichts spricht gegen Schwulsein, nichts spricht gegen schwule Ehe. Aber schwule Homophobe an den Schaltstellen der katholischen Kirche? Das ist schon ein Ding, wenn auch nicht unerwartet. Wer soviel Abwehr leistet... Aber was erzählich da.

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    • TDU
    • 25. Februar 2013 14:16 Uhr

    Woher wissen Sie denn, dass der schwul ist? Abgesehen davon, dass das völlig egal wäre angesichts des Enthaltsamkeitsgebots.

    • TDU
    • 25. Februar 2013 14:05 Uhr

    Das darf wohl nicht wahr sein. Langsam reichts. Ich weiss ja nicht, welcher sexuellen Ausrichtung der angehört. Ist mir aber auch egal. Wenn er sein Gelübde nicht einhalten oder gegen Zölibat ist und keine (n) Freiwillige(n) findet, soll er kaufen wie jeder andere das auch tut, der Geld hat.

    Ist zwar 33 Jahre her, aber wer so schnell zurücktritt, wird wohl wiessen, was er getan hat. Die Frage bleibt, ob "unangemessenes" Verhalten traumatisieren kann bzw. warum die erst jetzt damit kommen.

    Deswegen wird er Papst aber nicht zurückgetreten sein meine ich. Es sei denn, er hätte es selber langsam satt mit seinen Kollegen.

    3 Leserempfehlungen
    • TDU
    • 25. Februar 2013 14:16 Uhr

    Woher wissen Sie denn, dass der schwul ist? Abgesehen davon, dass das völlig egal wäre angesichts des Enthaltsamkeitsgebots.

    Eine Leserempfehlung
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    Ich weiß es nicht wirklich. Ich habe wohl auch nicht gesagt, O'Brien ist schwul. Aber unangemessenes Verhalten gegenüber Priesterseminaristen spricht m. E. Bände. Außerdem ist es immer wieder das gleiche mit der Frage der Homophobie. Mr. O'Brien hat sich in UK erheblich gegen die Gleichstellung der Lebenspartnerschaft mit der Ehe stark gemacht. Das ist homophob. Dass es dabei um die Abwehr eigener Impulse geht ist wohl recht klar. Der gelassene Heterosexuelle lässt Schwule gelassen leben.

    Die Badische Zeitung spricht von "nächtlichen, sexuellen Avancen"....
    Hätte mich bei seinem homophoben Verhalten übrigens auch schwer gewundert, wenn nicht.

    Wie man nun zunehmend sieht, die wahren Konservativen heißen Cameron, oder Beck oder Bruns.

    Die wahren Verräter eines konservativen Gedankengutes sitzen im Vatikan, in den großen Kathedralen, in den Machtzentralen Russlands etc.

  2. Vor 33 Jahren ein "unangemessenes" Verhalten gegenüber jungen Priestern (= Erwachsenen). Manche tun ja grade so, als ob so ein homophiler Ausrutscher vor einem halben Menschenleben mit einem nie verjährenden Massenmord vergleichbar wäre.

    Ist Homosexualität Sünde? Nein? Wer diese Meinung teilt, sollte Homosexuelle auch dann nicht verurteilen, wenn sie irrtümlich und tragischerweise glauben, sich selber verurteilen zu müssen.

    2 Leserempfehlungen
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    In der Katholischen Kirche ist Homosexualität Sünde.

    • TDU
    • 25. Februar 2013 15:28 Uhr

    "als ob so ein homophiler Ausrutscher vor einem halben Menschenleben mit einem nie verjährenden Massenmord vergleichbar wäre."

    Als Katholik ist mir egal, ob es ich um einen homoerotischen oder hereosexuellen Ausrutscher gehandelt hat. Will man Respekt, hat man sich an die Grundsätze zu halten, wegen denen man Respekt einfordert. Er ist Amtsperson. Absolution kann ihm Gott oder ein Priester erteilen.

    Mir reichts langsam, weil der den Ruf meiner Kirche beschädigt. Der irische Bischof ist dabei und jede Menge Priester und Lehrer. Ausserdem kann man leider nicht sicher sein kann, dass es sich um einmalige "Ausrutscher" handelt.

    Und man kommme mir nicht "liegt am Zölibat". Die Fremdgehrate könnte anderenfalls genauso hoch sein, wie in der übrigen Gesellschaft auch. Was gibts dann als Entschuldigungen für Verstösse gegen die 10 Gebote und gemachte Versprechungen? Vermutlich das: Andere machens auch. Sollen sie in die Politk gehen. Da erwartet man mittlerweile nichts anderes.

  3. Ich weiß es nicht wirklich. Ich habe wohl auch nicht gesagt, O'Brien ist schwul. Aber unangemessenes Verhalten gegenüber Priesterseminaristen spricht m. E. Bände. Außerdem ist es immer wieder das gleiche mit der Frage der Homophobie. Mr. O'Brien hat sich in UK erheblich gegen die Gleichstellung der Lebenspartnerschaft mit der Ehe stark gemacht. Das ist homophob. Dass es dabei um die Abwehr eigener Impulse geht ist wohl recht klar. Der gelassene Heterosexuelle lässt Schwule gelassen leben.

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "@ 1 dborrmann"
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    ... folgt aus dem unangemessenem Verhalten (auch) nichts.
    Höchstens, dass einem solche unausgegorenen Charaktere nicht mit Hinweisen auf richtiges ethisches Verhalten über den Weg laufen sollten. Also Aussagen zur Schwulenehe, Abtreibung etc. sollten sich solche halbgaren Typen sich verkneifen.

    Ganz allgmein finde ich, sollte die Kirche sich zu moralischen Fragen nicht mehr äußern. Sie sollten sich beschränken auf die Ausgestaltung ihres Gottesdienstes - meiner Meinung nach :-)

  4. ... folgt aus dem unangemessenem Verhalten (auch) nichts.
    Höchstens, dass einem solche unausgegorenen Charaktere nicht mit Hinweisen auf richtiges ethisches Verhalten über den Weg laufen sollten. Also Aussagen zur Schwulenehe, Abtreibung etc. sollten sich solche halbgaren Typen sich verkneifen.

    Ganz allgmein finde ich, sollte die Kirche sich zu moralischen Fragen nicht mehr äußern. Sie sollten sich beschränken auf die Ausgestaltung ihres Gottesdienstes - meiner Meinung nach :-)

  5. In der Katholischen Kirche ist Homosexualität Sünde.

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    Antwort auf "Mein Gott..."
    • Petro69
    • 25. Februar 2013 15:14 Uhr

    Bitte verzichten Sie auf Polemik. Danke, die Redaktion/mo.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, jam
  • Schlagworte Katholische Kirche | Großbritannien | Papst | Vatikan | Zölibat | Reform
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