Sexismus-DebatteWir Sandwich-Männer
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Umsturz der Rollenbilder

Als junger Student kam ich dann in eine ganz andere Welt. Es war die Zeit der ersten Frauenbewegung. Die alten Rollenbilder wurden plötzlich radikal infrage gestellt. Alles, was bis dahin als normal galt zwischen Männer und Frauen und was ich selber noch gelernt hatte, ohne es wirklich zu teilen, galt nun plötzlich nicht mehr. Frauen wollten nun "mindestens" oder "nur noch" die Hälfte von allem: der Studien- und Arbeitsplätze, der Hausarbeit, der Macht. Wir sollten an sie abgeben: Macht, Geld, Jobchancen.

Vorbei die alte, angebliche Herrlichkeit der Männer! Unser Leben wurde mühsam, tastend. Was durften wir Jungs jetzt noch? Wozu durfte "mann" sich offen bekennen, ohne nicht gleich gegeißelt zu werden? Jede Äußerungen galt es zu bedenken und auf versteckte chauvinistische Vokabeln zu achten. Es war eine sehr anstrengende, auf andere Weise verklemmte Zeit, weil wir, Männer wie Frauen, unsere neuen Rollen erst lernen mussten.

Heute wirkt das wie eine längst vergangene Epoche. Junge, aufgeschlossene Frauen würden kaum noch verstehen, was sich ihre Geschlechtsgenossinnen vor 30, 40 Jahren so hart erkämpfen mussten. Und sie begreifen kaum, weshalb es manchen Männern bis heute so schwer fällt, von den alten Rollenverhältnissen zu lassen.

Kampf um gesellschaftliche Macht

Dabei ist die Antwort recht einfach: Mann zu sein verspricht noch immer privilegierten Zugang zu den Chancen und zur Macht in der Gesellschaft. Wer aber die Macht hat, bestimmt die Regeln oder meint, sie bestimmen zu können. Selbst wenn Chauvitum auf andere, vor allem Frauen, heute meist nur noch wie eine Karikatur wirkt.

Andere Männer, die keineswegs so verbohrt sind, kämpfen unter den Bedingungen eines verschärften Wettbewerbs um Jobs und gesellschaftlichen Aufstieg um ihre Position. Und sind nicht bereit, ohne Not darauf zu verzichten – auch nicht zugunsten von Frauen. Selbst wenn sie zu Hause liebevolle, vorbildliche Männer und Väter sind.

Die Sexismus-Debatte bleibt deshalb zum Teil an der Oberfläche. Denn in Wahrheit geht es nicht darum, wo ein Flirt endet und der sexuelle Übergriff beginnt. Sondern es geht um Gewalt, um reale Machtverhältnisse zwischen Männer und Frauen.

Bröckelnde Chauvi-Front

Wir Sandwich-Männer hocken irgendwo zwischen den Barrikaden. Natürlich würden wir eher den Frauen zu Hilfe eilen. Denn wir sehen uns ja selbst eigentlich als emanzipierte Männer. Aber manchmal juckt es uns doch, die Chauvi-Front ein wenig zu stützen. Denn im Tiefsten unseres Wesen möchten wir, trotz allem, wenigstens gelegentlich "richtige Männer" sein und keine "Softis" –  wenn uns die Frauen denn ließen und uns deshalb nicht gleich die Zuneigung entzögen...

Gewonnen haben die Frauen daher wohl erst, wenn die "alten" Männertypen ausgestorben sind und wir Sandwich-Männer uns irgendwann für eine, ihre Seite entschieden haben. Für uns Männer heißt das, auf altvertraute Verhaltensweisen endgültig zu verzichten und noch mehr Macht abzugeben. Einvernehmlich wird das nicht gehen. Wie immer, wenn gesellschaftliche Verhältnisse neu austariert werden.
 

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Leserkommentare
  1. 1. [...]

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit sachlichen Argumenten an der Diskussion. Danke, die Redaktion/jp

    43 Leserempfehlungen
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    Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion/au

    • gorgo
    • 01. Februar 2013 18:01 Uhr

    " Gute Story - mann (auch frau) braucht bloß eine Seite weiter zu denken:

    Was hätte der Fuchs denn wohl gemacht, wenn ihm die Hennen nicht auf den Pelz gerückt wären?

    Erst ein paar von den blöden Viecher vernascht, dann laut gegen die Feministinnen gehetzt, die arme Füchse bedrängen...

    Blöd, was?

    Bitte geben Sie Ihre Twitternummer bekannt, sie haben eklatant gegen den Tierschutz verstoßen! Ich werde eine Fuchsgewerkschaft gründen und eine Hühnerpartei. Schon mal warm anziehen!

    • vommond
    • 01. Februar 2013 20:05 Uhr

    Keine Ahnung, was der Chefkoch geraucht hat, als er das geschrieben hat aber ich denke die Schlussfolgerung aus der Geschichte kann nur sein:

    Lasst die paar hysterischen unter den Hühnern gackern und toben, denen kann man es eh nicht recht machen.

    Was wollte der Fuchs im Hühnerstall? Gute-Nacht-Sagen oder ein paar saftige Hühner fressen? Rein empirisch kann mensch davon ausgehen, daß er es auf Frischfleisch abgesehen hatte.
    Verständlicherweise beginnen die potentiellen Opfer Lärm zu machen. Sie kreisen ihn ein, sie hacken auf ihn ein. Ist auch völlig logisch, wenn da irgendjemand rumschleicht, der sie umbringen will.

    Interessanterweise hat "voelligbaff" das nicht verstanden und meint, daß es sich um eine überzogene Reaktion handele.
    Besonders pikant finde ich, daß Frauen als kopflose Hühner dargestellt werden, d.h. daß ihre Reaktion überzogen sei. Nun, wenn es ums Überleben geht und darum geht es, wenn der Fuchs im Hühnerstall ist, sollte das nicht als Dumme-Hühner-Gehabe abgetan werden.
    Daß der Beitrag um 21:25 Uhr 25 positive Bewertungen hat, gibt mir doch zu denken.
    Eigentlich handelt es sich um einen klassisch-sexistischen Kommentar, der schenkelklopfend bejaht wird.
    Es hat sich immer noch nichts geändert.

    die eine Analogie aufzeigen will, wo keine angebracht ist. Und bitte lassen Sie doch die nicht sehr subtile Anspielung auf öffentliche Personen.

    wer war das nochmal, der gesagt hat: eine kluge Frau hat hunderte von Feinden - alle dummen Männer? Er hatte ja so recht.

    ... in denen dem Fuchs pauschal gleich mal alle möglichen bösen Absichten unterstellt werden.

    Vielleicht wollte das arme Tier nicht allein sein, sich unterhalten, suchte im Stall Schutz vor der Kälte? Dummes Viech, sich dafür unter (Standard-)Federvieh zu begeben!

    Denn das muss zur Konfrontation führen, weil er wegen seines Fuchs-Seins sofort abqualifiziert und angegriffen wird.

    Die verschiedenen Ebenen und versteckten Verhaltensratschläge mal aussen vor gelassen, konstatiere ich, dass ich die aktuelle Debatte als hysterisch und künstlich aufgebauscht empfinde.

    Wenn jemand nicht zwischen dem Verhalten einzelner und dem erwarteten Verhalten von mit bestimmten Merkmalen gekennzeichneten Gruppen zu unterscheiden, vorverurteilt und diskriminiert er.

    Solchen Leuten auch noch mit vielen Worten ihren geistigen Unterbau anzuheizen, führt zu allem möglichen, nur keiner friedlichen, tragfähigen Lösung.

    Also viel Spaß noch beim aufgeregten Herumgegackere. Ich habe keine Lust meine Zeit mit der Bewertung von Ressentiments und den daraus abgeleiteten Weisheiten zu verschwenden.

    In diesem Sinne
    Kai Hamann

    • dacapo
    • 02. Februar 2013 17:05 Uhr

    Was soll uns diese Geschichte sagen?

  2. 2. Achja

    "Denn im Tiefsten unseres Wesen möchten wir, trotz allem, wenigstens gelegentlich "richtige Männer" sein und keine "Softis" – wenn uns die Frauen denn ließen und uns deshalb nicht gleich die Zuneigung entzögen..."

    ...und wenn sie das wirklich wollen würden.
    Man munkelt – also ich hab davon gehört – dass es tatsächlich Frauen gibt, die auf sowas wie "Machos" stehen. Ist vermutlich nur ein Gerücht. Heutzutage sind wir ja alle emanzipiert und so...

    21 Leserempfehlungen
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    • Hoplon
    • 01. Februar 2013 17:58 Uhr

    Wie auch dieser Artikel schafft es die Debatte nicht zwischen Sexismus und Partnerwahl bzw. Macho-Flirtgebahren zu unterscheiden. Sexismus ist es dann wenn der Chef seiner Angestellten intim ins Ohr flüstert oder sie oft berührt und eben diese sich aus Angst um ihren Job nicht wehren kann.
    Genauso ist es Sexismus wenn Frauen grundsätzlich bei Beförderungen übergangen oder überhaupt nich eingestellt, oder sie einfach von Männern in bestimmte Rollenbilder gedrängt werden. Moderne Frauen wollen Chancengleichheit, Selbstbestimmtheit und Unabhängigkeit. Das ist wie oft behaupt auch kein krasser Widerspruch zu den Wünschen nach einem selbstbewußten, unabhängigen und verlässlichen Partner. Sie suchen Sicherheit im potentiellen Partner. Es mag sein das viele darin den Playboy sehen oder nicht sleten materiellen Besitz, die meisten wollen aber eher den Mac Guyver Typ. Den Überlebenskünstler, der mit Rückschlägen zurecht kommt, sich von sowas wie Emmanzipation nicht verängstigen lässt und schon gar nicht Bestätigung bei Frauen oder anderen Männern sucht.

    Könnte man(n) bitte zwischen Sexismus und Kriterien der Partnerwahl differenzieren?

    • gorgo
    • 01. Februar 2013 18:14 Uhr

    Wie wäre es, wenn Sie als Mann Mal nicht darauf hören würden, was über "die" Frauen so "gemunkelt" wird, sondern davon ausgehen, dass nicht alle Frauen eins sind und deshalb diejenige, die Sie interessiert, einfach fragen, was sie denn möchte?

    echte kerle macht es aber nunmal aus, dass ihre oberste lebenmaxime nicht die unterwürfige und ständige gier nach zuneigung ist-da liegt schon der erste denkfehler :)

  3. 3. [...]

    Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion/au

    7 Leserempfehlungen
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    • EmilyC
    • 01. Februar 2013 17:57 Uhr

    Heult doch.

    "Denn im Tiefsten unseres Wesen möchten wir, trotz allem, wenigstens gelegentlich "richtige Männer" sein und keine "Softis" – wenn uns die Frauen denn ließen und uns deshalb nicht gleich die Zuneigung entzögen..."
    Wisst ihr lieben "Sandwichmänner", was fast alle Frauen im Tiefsten ihres Wesens sein möchten? Ganz normale Menschen. Und als solche wahrgenommen und behandelt werden. Wie alle anderen Menschen auch.

    25 Leserempfehlungen
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    ..die Männer auch. Nur kann man sich das wohl nur vergeblich wünschen.

    Mensch sein, ja das ist klar. Aber, was ist ein Mensch eigentlich? Ich vermute, dass einen Menschen auch das Folgende auszeichnet: ein Geschlecht. Oder sollten wir jetzt anfangen zu unterscheiden zwischen Mann, Frau und Mensch? Ich meine, nicht jede Utopie macht automatisch Sinn, nur weil sie sich gut anhört.

  4. was der Beitrag mir wirklich sagen wollte/sollte. Schon zweimal gelesen, bin eigentlich nicht so schwer von Begriff, aber mir erschließt sich wirklich nicht, was der Autor beklagt oder ob er unter etwas leidet. Fast kommt es mir vor, als habe er vor dem Keyboard gesessen und wollte die Leserschaft an seinen Jugenderinnerungen teilhaben lassen.

    Ehrlich, ich habe schon Beiträge gelesen, bei denen man nicht nach der Aussage suchen muss. Lieber Autor, tun Sie mir einen Gefallen? Bitte geben sie das, was Sie aussagen wollten, ganz konzentriert in 3 Sätzen wieder. Und noch eine Bitte: Was ist der "Sandwich-Mann"?

    9 Leserempfehlungen
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    • ezoo
    • 02. Februar 2013 8:24 Uhr

    keine Ahnung, was der Beitrag sagen wollte/sollte. Ich glaub, man kann ihn sich einfach sparen.

    • Hoplon
    • 01. Februar 2013 17:58 Uhr

    Wie auch dieser Artikel schafft es die Debatte nicht zwischen Sexismus und Partnerwahl bzw. Macho-Flirtgebahren zu unterscheiden. Sexismus ist es dann wenn der Chef seiner Angestellten intim ins Ohr flüstert oder sie oft berührt und eben diese sich aus Angst um ihren Job nicht wehren kann.
    Genauso ist es Sexismus wenn Frauen grundsätzlich bei Beförderungen übergangen oder überhaupt nich eingestellt, oder sie einfach von Männern in bestimmte Rollenbilder gedrängt werden. Moderne Frauen wollen Chancengleichheit, Selbstbestimmtheit und Unabhängigkeit. Das ist wie oft behaupt auch kein krasser Widerspruch zu den Wünschen nach einem selbstbewußten, unabhängigen und verlässlichen Partner. Sie suchen Sicherheit im potentiellen Partner. Es mag sein das viele darin den Playboy sehen oder nicht sleten materiellen Besitz, die meisten wollen aber eher den Mac Guyver Typ. Den Überlebenskünstler, der mit Rückschlägen zurecht kommt, sich von sowas wie Emmanzipation nicht verängstigen lässt und schon gar nicht Bestätigung bei Frauen oder anderen Männern sucht.

    Könnte man(n) bitte zwischen Sexismus und Kriterien der Partnerwahl differenzieren?

    21 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Achja"
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    Sie haben sicherlich Recht, das Phänomen Sexismus hat erstmal nichts mit Partnerwahl zu tun.

    Allerdings scheint es den Eindruck zu geben, dass einige/viele Frauen sich doch eher zu "Machos" hingezogen fühlen. Wenn es wahr ist, wird es sicherlich aus seine Abstufungen haben, ich kann mir kaum vorstellen, dass eine signifikante Zahl Frauen auf üble Chauvinisten steht.

    Mal angenommen, dass diese Aussage wahr ist, dann hat die Sexismusdebatte schon etwas damit zu tun. In den Medien wird dargestellt, dass "die Frauen" emanzipiert sind und einen gendersensiblen Partner haben wollen.
    Dies wäre ja ein krasser Widerspruch. Und dann würde auch kein Fortschritt bei der Bekämpfung des Sexismus erzielt, weil es einfach von Vorteil wäre, Sexist zu sein, was die Fortpflanzung betrifft.

    So gesehen haben die Dinge schon etwas miteinander zu tun. Man kann eben nicht den sensiblen Hausmann wollen und den Macho verlangen.

    Die Frage ist allerdings, ob es belastbare Daten dazu gibt.

    hat mit Sexismus überhaupt nichts zu tun.
    So etwas fällt schon unter Sexuelle Nötigung.

    Übrigens unterliegen sehr viele dem gleichen Irrtum wie sie. Vielleicht mit ein Grund warum so heftig diskutiert wird.

    Wie sollte man denn auch einen Konsens finden, wenn ganz unterschiedlichen Dinge vorausgesetzt werden.

    Ach ja, diese Beschreibung finde ich ganz gut.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Sexismus

  5. ...schwieriges und durchaus nachzuvollziehendes Dilemma für die deutsche Männerwelt da draussen. Es gibt wohl kaum eine Generation, die zwischen zwei sich so extrem aufhebenden Gegensätzen bewegt, wie die Ihre. Das Ergebnis ist jedoch eine Art "Neutrum", die keiner Frau so richig gefallen dürfte. Ich stehe auf Machos, definitiv. Wenn einer mir kommt, ich fülle mein Dirndl gut aus, dann antworte ich eben mit selbigem Ton zurück (Lederhose ausfüllen, oder dergleichen) und werde mich sicherlich nicht in die Opferrolle gedrängt fühlen (und dies auch noch in eine überzogene Debatte führen). Nein, Ihr lieben Männer da draussen, entspannt Euch und traut Euch nur, mit dem entsprechenden Respekt, das war´s aber auch schon.

    9 Leserempfehlungen
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    • gorgo
    • 01. Februar 2013 18:22 Uhr

    "Ich stehe auf Machos, definitiv. Wenn einer mir kommt, ich fülle mein Dirndl gut aus, dann antworte ich eben mit selbigem Ton zurück (Lederhose ausfüllen, oder dergleichen) und werde mich sicherlich nicht in die Opferrolle gedrängt fühlen (und dies auch noch in eine überzogene Debatte führen). Nein, Ihr lieben Männer da draussen, entspannt Euch und traut Euch nur, mit dem entsprechenden Respekt, das war´s aber auch schon."

    Weiß nicht, was Sie unter "Machos" verstehen - ich verstehe darunter Leute, die Ihre Macht ausnutzen und sich Schwächeren abgreifen, um in Ihrem Überlegenheitsgefühl bestätigt zu werden - oft im wörtlichen Sinne.

    Respektlosigkeit ist nach meinem Verständnis das Merkmal des Machos - und mit "Machas", die ihnen im Gegenzugan an die Lederhose gehen, haben solche Typen es meiner Erfahrung nicht so sehr...

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