Sexismus-Debatte Wir Sandwich-Männer
Viele Männer tun sich mit der Sexismus-Debatte schwer – weil sie sich ihrer eigenen Rolle unsicher sind.
© dpa/ngo Wagner

Wo die Welt der Männer noch in Ordnung ist: in der Kneipe
Die Sexismus-Debatte ruft vielfältige Reaktionen auch bei Männern hervor. Alte und junge Chauvinisten verstehen nicht oder wollen nicht verstehen, worüber sich Frauen da eigentlich aufregen. Junge Männer, Vertreter eines neuen Typus des nicht mehr so starken Geschlechts, verstehen wiederum die Debatte oft gar nicht, weil sie es als selbstverständlich erachten, dass sich Frauen und Männer auf Augenhöhe begegnen und dass Männer Frauen nicht doof anmachen dürfen.
Am schwersten tut sich die große Gruppe der Männer dazwischen, zu der auch ich mich zähle: Groß geworden noch mit den alten Rollenklischees, sozialisiert später auch durch die Frauenemanzipation, stehen wir heute irgendwo zwischen den beiden Polen: zwischen männlichem, testosterongeschwängertem Gehabe und Verständnis für die Interessen und Positionen der Frauen.
Kein Wunder, dass sich solche Männer in der Debatte kaum zu Wort melden. Denn viele von uns sind sich ihrer eigenen Rolle nicht sicher. Gegenüber selbstbewussten, emanzipierten Frauen gebärden wir uns verständnisvoll, sanft und für die Gleichberechtigung aufgeschlossen. Wir beteiligen uns am Haushalt und der Kindererziehung, achten darauf, dass der Kellner auch der Frau Wein zu Probieren einschenkt, fragen, wer diesmal die Rechnung im Restaurant oder den Einkauf bezahlt, und helfen der Frau aus dem Mantel – wenn sie es will.
Damenwahl und Rittertum
Wir erleben allerdings auch nicht selten, dass manche Frauen genau diese Gesten schon als Ausdruck chauvinistischen Gehabes auffassen. Kurzum: Das Leben für uns Sandwich-Männer ist nicht immer leicht, weil die Erwartungen an uns so widersprüchlich sind und sie sich innerhalb einer Generation so stark gewandelt haben.
Als ich 16 war, Anfang der 1970er Jahre, lehrte man uns in der Tanzschule noch, dass der Junge dem Mädchen aus dem und in den Mantel zu helfen habe, dass er "ritterlich" sein müsse, immer voran in ein Lokal gehe, und dass wir die Mädchen zum Tanz aufzufordern hätten. Nur ganz selten gab es Damenwahl. Dann durften die Mädchen ihre Tanzpartner aussuchen, und wehe, einer von uns Jungs wurde dabei nicht erwählt oder bekam nur ein "Mauerblümchen" ab. Der war bei den anderen Jungs unten durch.
Ich ging auf ein reines Jungen-Gymnasium. Die Mädchen waren zwei Straßen entfernt in einem Lyzeum, für uns kaum erreichbar. Vor Klassenpartys schickten wir Delegationen dorthin, um sie einzuladen. Kurz gesagt: Das Verhältnis zwischen Mädchen und Jungen war damals noch äußerst verklemmt. Beide Geschlechter lebten in unterschiedlichen Welten, mit jeweils unterschiedlichen Werten und Normen und anderen Verhaltensregeln.
Zu Hause herrschte das klassische Rollenverhältnis: Der Vater "ernährte" die Familie und spielte den Patriarchen, den er aus seiner eigenen Familie noch kannte, ohne es selber wirklich zu sein. Die Mutter kümmerte sich als Hausfrau um die Kinder und den Haushalt und wagte kaum zu widersprechen, wenn ihr Mann, unser Vater, alles zu bestimmen versuchte.
- Datum 01.02.2013 - 16:33 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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hat mit Sexismus überhaupt nichts zu tun.
So etwas fällt schon unter Sexuelle Nötigung.
Übrigens unterliegen sehr viele dem gleichen Irrtum wie sie. Vielleicht mit ein Grund warum so heftig diskutiert wird.
Wie sollte man denn auch einen Konsens finden, wenn ganz unterschiedlichen Dinge vorausgesetzt werden.
Ach ja, diese Beschreibung finde ich ganz gut.
http://de.wikipedia.org/w...
Wie Sie ja auch der von Ihnen angegebenen Wiki-Definition entnehmen können, bedeutet Sexismus, dass Menschen grundsätzlich nach dem Geschlecht verschiedene soziale Rollen, Rechte, Pflichten zugewiesen werden (wobei in der Regel auch ein Machtgefälle besteht). Sexismus ist nicht der Fachbegriff für dumme Anmache. Diese ist, genauso wie sexuelle Nötigung, eine Ausdrucksform des Sexismus.
Das was sie hier beschreiben hat mit Sexismus überhaupt nichts zu tun. So etwas fällt schon unter Sexuelle Nötigung.
Übrigens unterliegen sehr viele dem gleichen Irrtum wie sie. Vielleicht mit ein Grund warum so heftig diskutiert wird.
----------------------
Sexuelle Nötigung ist in erster Linie Gewalt. Gewalt in sexualisierter Form.
Allerdings ist der gesellschaftliche Umgang mit dieser Form von Gewalt von sexistischer Haltung geprägt.
Wenn weiblichen Opfern von sexueller Gewalt gesagt wird, dass sie sich nicht genug gewehrt hätte, und der Mann es daher nicht hätte merken können, dass sie nicht wollte.
Wenn weiblichen Opfern von sexueller Gewalt gesagt wird, dass Frauen Opfer-Abo hätten und sich gerne zu Opfern stilisieren wollten und dafür auch lügen würden.
Diese Haltung ist sogar im Gesetz verankert, so dass man dann auch sagen kann "ich bin nicht sexitsisch, das ist nur Rechtsstaat".
Wie Sie ja auch der von Ihnen angegebenen Wiki-Definition entnehmen können, bedeutet Sexismus, dass Menschen grundsätzlich nach dem Geschlecht verschiedene soziale Rollen, Rechte, Pflichten zugewiesen werden (wobei in der Regel auch ein Machtgefälle besteht). Sexismus ist nicht der Fachbegriff für dumme Anmache. Diese ist, genauso wie sexuelle Nötigung, eine Ausdrucksform des Sexismus.
Das was sie hier beschreiben hat mit Sexismus überhaupt nichts zu tun. So etwas fällt schon unter Sexuelle Nötigung.
Übrigens unterliegen sehr viele dem gleichen Irrtum wie sie. Vielleicht mit ein Grund warum so heftig diskutiert wird.
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Sexuelle Nötigung ist in erster Linie Gewalt. Gewalt in sexualisierter Form.
Allerdings ist der gesellschaftliche Umgang mit dieser Form von Gewalt von sexistischer Haltung geprägt.
Wenn weiblichen Opfern von sexueller Gewalt gesagt wird, dass sie sich nicht genug gewehrt hätte, und der Mann es daher nicht hätte merken können, dass sie nicht wollte.
Wenn weiblichen Opfern von sexueller Gewalt gesagt wird, dass Frauen Opfer-Abo hätten und sich gerne zu Opfern stilisieren wollten und dafür auch lügen würden.
Diese Haltung ist sogar im Gesetz verankert, so dass man dann auch sagen kann "ich bin nicht sexitsisch, das ist nur Rechtsstaat".
Wo liegt der Widerspruch, den ich bei Ihnen heraushöre?
Oder täusche ich mich?
Zitat: "Andere Männer, die keineswegs so verbohrt sind, kämpfen unter den Bedingungen eines verschärften Wettbewerbs um Jobs und gesellschaftlichen Aufstieg um ihre Position. Und sind nicht bereit, ohne Not darauf zu verzichten – auch nicht zugunsten von Frauen. Selbst wenn sie zu Hause liebevolle, vorbildliche Männer und Väter sind."
Sorry, es ist ja auch in erster Linie ein individueller Kampf. Es geht um "meine" Position und nicht die "der Männer" oder "der Frauen". Und im Wettbewerb ist es gleich, ob ich diesen gegen einen Mann oder eine Frau zu bestehen habe.
In Zeiten der ökonomische Unsicherheit ist es fatal aus Gender-Gründen "nett" zu sein. Da geht es um die eigene Haut. Was würde die Frau des liebevollen Vaters sagen, wenn er im Zweifel arbeitslos wird weil er einer Frau den Vortritt lassen wollte?
"Der Lilith-Komplex".
a) Sind alle Maschinenbauingenieure weltweit unterwegs? b)Inwiefern wäre es den jungen Frauen nicht möglich, weltweit tätig zu sein, wenn sie eine entsprechende Stelle haben möchten? Wenn Ihnen noch keine international agierenden Managerinnen, Consultants etc. begegnet sind, sind Sie vielleicht in anderen Hotels untergebracht.
»Mann zu sein verspricht noch immer privilegierten Zugang zu den Chancen und zur Macht in der Gesellschaft. Wer aber die Macht hat, bestimmt die Regeln oder meint, sie bestimmen zu können.«
Ich begrüße, dass dieser Artikel nichts beschönigt. Für Männer geht es darum, Privilegien abzugeben. Und das wird eben nicht »einvernehmlich« (wie auch?) oder kampflos geschehen.
Ja, »es geht um Gewalt, um reale Machtverhältnisse zwischen Männer und Frauen«.
Aber die Einteilung der Männergenerationen in alte Schule, »Sandwichmänner« und ganz junge, aufgeklärte Exemplare kann ich nicht nachvollziehen.
Auch bei den ganz jungen ist die unhinterfragte Übernahme des male privilegue samt Androzentrismus selbstverständlich. Und für den Gewissenskonflikt der geplagten Sandwichmänner kann ich mich auch kein bißchen erwärmen. Für die mag es hart sein, für Frauen und Mädchen ist es härter. Denn: Wäre das Leben ein Rollenspiel, »Straight White Male« is the lowest difficulty setting there is.
http://whatever.scalzi.co...
"Und für den Gewissenskonflikt der geplagten Sandwichmänner kann ich mich auch kein bißchen erwärmen."
Ich auch nicht, aber ich finde, der Autor beschreibt die Gefühlslage vieler Männer seiner Generation recht gut.
Inklusive des finalen Stolperns über den Gegensatz von "Softie" und "richtiger Mann".
"Für die mag es hart sein, für Frauen und Mädchen ist es härter."
Mit Selbstmitleid kommen Sie auch nicht weiter. Genausowenig wie die "Sandwichmänner".
"Ja, »es geht um Gewalt, um reale Machtverhältnisse zwischen Männer und Frauen«."
In der hier immer wieder angeführten Konstellation Chef-Untergebene oder ähnlichen Verhältnissen geht es nicht in erster Linie darum, dass Männer Macht über Frauen haben, sondern darum, dass Mächtige Gewalt über weniger Mächtige ausüben können. Der männliche Untergebene kann genau wie der weibliche gedemütigt oder gemobbt werden, natürlich auch der männliche Untergebene von seiner Chefin, wie es unlängst meinem Sohn passiert ist.
Die realen Machtverhältnisse in unserer Gesellschaft sind immer noch andere. Es ist einfach Unfug zu behaupten, dass "die Männer" Macht über "die Frauen" haben. Diese Debatte verschleiert faktisch die wahren Zustände.
"Und für den Gewissenskonflikt der geplagten Sandwichmänner kann ich mich auch kein bißchen erwärmen."
Ich auch nicht, aber ich finde, der Autor beschreibt die Gefühlslage vieler Männer seiner Generation recht gut.
Inklusive des finalen Stolperns über den Gegensatz von "Softie" und "richtiger Mann".
"Für die mag es hart sein, für Frauen und Mädchen ist es härter."
Mit Selbstmitleid kommen Sie auch nicht weiter. Genausowenig wie die "Sandwichmänner".
"Ja, »es geht um Gewalt, um reale Machtverhältnisse zwischen Männer und Frauen«."
In der hier immer wieder angeführten Konstellation Chef-Untergebene oder ähnlichen Verhältnissen geht es nicht in erster Linie darum, dass Männer Macht über Frauen haben, sondern darum, dass Mächtige Gewalt über weniger Mächtige ausüben können. Der männliche Untergebene kann genau wie der weibliche gedemütigt oder gemobbt werden, natürlich auch der männliche Untergebene von seiner Chefin, wie es unlängst meinem Sohn passiert ist.
Die realen Machtverhältnisse in unserer Gesellschaft sind immer noch andere. Es ist einfach Unfug zu behaupten, dass "die Männer" Macht über "die Frauen" haben. Diese Debatte verschleiert faktisch die wahren Zustände.
Welche geschlechtsspezifischen Rollenklischees werden seit Jahrzehnten durch die Werbung verbreitet? Wie ist das Frauenbild in Blättern wie Bild und Stern? Wie wirkt das auf Kinder, die emanzipatorisch erzogen werden? Wie wirkt sich die Erziehung der Jungen und Mädchen überwiegend durch Frauen aus? Besteht eine Korrelation zwischen Gewaltphantasien und der ausgelebten Gewalt von Jungens? Welcher Gewaltformen bedienen sich Mädchen und Frauen im Unterschied zu Männern? Ist weibliche Gewalt überhaupt Gewalt und ist Gewalt eine männliche Eigenschaft? Wie wirken sich die frei verfügbaren Pornos auf Mädchen und Jungen und das jeweilige Rollenbild des anderen Geschlechts aus? Könnte es sein, dass sich hier viel mehr Paradoxien (inter- und intra-Rollenkonflikte)ergeben, als das für die Geborenen der 60er Jahre gilt? Und die Shell-Studien geben die Antwort. These: Den Sandwich-Mann gibt es nicht, aber Persönlichkeiten, deren Identität nicht so gefestigt sind, um unter dem Druck der totalen Verunsicherung durch die gesellschaftlichen Paradoxien nicht zum Fragezeichen zu mutieren. Nächste These: Es geht bei der "Sexismus-Debatte" nur um soziale Machtspielchen, Rituale. Wer sich zuerst beeindrucken lässt und Wirkung zeigt, hat verloren. In Wirklichkeit herrscht knallharter Wettbewerb, das hat der "Ritter" aber nicht kapiert, weil sein Visier den Blick einengte.
Wie Sie ja auch der von Ihnen angegebenen Wiki-Definition entnehmen können, bedeutet Sexismus, dass Menschen grundsätzlich nach dem Geschlecht verschiedene soziale Rollen, Rechte, Pflichten zugewiesen werden (wobei in der Regel auch ein Machtgefälle besteht). Sexismus ist nicht der Fachbegriff für dumme Anmache. Diese ist, genauso wie sexuelle Nötigung, eine Ausdrucksform des Sexismus.
Nach der Wikipedia-Definition sind als Kriterium unterschiedliche Rechte und Pflichten geschlechtsbezogen zuzuordnen.
Dumme Anmache geht im Grunde von einem falschen Menschenbild aus, annehmend, dass das Gegenüber das toll findet.
Die Angemachten haben im Grunde die gleichen Rechte zu kontern.
Anders ist es in einem Machtverhältnis, in dem diese Rechte real eingeschränkt werden.
Übrigens, das gilt genauso im homosexuellen Kontext unabhängig vom Geschlecht.
Sollte die genannte Stereotypisierung als Merkmal mit herangezogen werden, so sind die Teile der Debatte, die den Geschlechtern "typische Verhaltensweisen" unterstellt, qua Definition ebenfalls sexistisch.
Mir scheint der Begriff in letzter Zeit etwas auszuufern.
Ein wenig Trennschärfe täte der Debatte gut und macht es möglich den Kern zu finden.
fand ich so gut, weil sie aufzeigt, das auch hier über die Definition des Sexismus gestritten wird.
Im übrigen könnte ich ihrer Definition zustimmen, gäbe es keine Menschen die schon einen Witz als Sexismus darstellen., denn das würde eine relativ harmlose Sache zur Untat erklären oder eine schlimme Sache verharmlosen.
Passt einfach nicht zusammen.
Nach der Wikipedia-Definition sind als Kriterium unterschiedliche Rechte und Pflichten geschlechtsbezogen zuzuordnen.
Dumme Anmache geht im Grunde von einem falschen Menschenbild aus, annehmend, dass das Gegenüber das toll findet.
Die Angemachten haben im Grunde die gleichen Rechte zu kontern.
Anders ist es in einem Machtverhältnis, in dem diese Rechte real eingeschränkt werden.
Übrigens, das gilt genauso im homosexuellen Kontext unabhängig vom Geschlecht.
Sollte die genannte Stereotypisierung als Merkmal mit herangezogen werden, so sind die Teile der Debatte, die den Geschlechtern "typische Verhaltensweisen" unterstellt, qua Definition ebenfalls sexistisch.
Mir scheint der Begriff in letzter Zeit etwas auszuufern.
Ein wenig Trennschärfe täte der Debatte gut und macht es möglich den Kern zu finden.
fand ich so gut, weil sie aufzeigt, das auch hier über die Definition des Sexismus gestritten wird.
Im übrigen könnte ich ihrer Definition zustimmen, gäbe es keine Menschen die schon einen Witz als Sexismus darstellen., denn das würde eine relativ harmlose Sache zur Untat erklären oder eine schlimme Sache verharmlosen.
Passt einfach nicht zusammen.
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