Kriminalität Mit Bürgerwehren gegen Mexikos Drogenhändler
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Die erste Miliz gründete sich nach der Entführung eines Bürgermeisters

 

Die Bewohner in der Gegend seien jahrelang von einer Gang mit dem Namen Los Pelones (die Glatzköpfigen) terrorisiert worden, schreibt die Zeitung. Die Gruppe habe ihren Hauptsitz in Ayutla gehabt. Die Kriminellen seien immer dreister geworden. Sie hätten erst mit Drogen gehandelt, später auch Schutzgeld von Markthändlern und Bauern erpresst und zunehmend mit Menschenraub ihr Geld verdient.

Als der Bürgermeister eines Dorfes Anfang des Jahres entführt worden sei, habe sich Widerstand formiert, berichtete die US-Zeitung. Ein paar Bewohner hätten sich mit Jagdgewehren und Macheten bewaffnet, ihnen sei es gelungen, das Opfer aus den Händen der Kriminellen zu befreien. Dieser Erfolg hätte die Bauern beeindruckt, viele schlossen sich daraufhin zusammen.

Die so formierte Bürgerwehr habe eines Nachts in Ayutla nach den Gang-Mitgliedern gesucht. Sie hätten zahlreiche Häuser durchkämmt und viele Menschen festgesetzt, die sie verdächtigten, Erpresser, Kidnapper oder Drogendealer zu sein. Das sei der Beginn der Miliz-Herrschaft in Ayutla gewesen.

Willkür der Bürgerwehr

Das Wall Street Journal berichtet auch von Willkür, die von den maskierten Männern ausgehe. So sei etwa ein unschuldiger Mann wochenlang gefangen gehalten worden. Der Reporter der Zeitung sei von Bewohnern gehindert worden, eine Straße zu passieren. Der Grund: Die Milizionäre hätten das Gerücht verbreitet, der Journalist würde staatliche Offizielle transportieren.

Zudem sei an einer Straßensperre ein Mann erschossen worden. Die Miliz behaupte, es sei ein Gangster gewesen, der an dem Checkpoint das Feuer eröffnet hätte. Recherchen des Wall Street Journals hätten ergeben, dass das Opfer ein Taxifahrer gewesen sei, gegen den laut staatlichen Akten nichts vorgelegen habe.

 
Leser-Kommentare
  1. ... bitte großartig kommentieren? Der Staat hat versagt und die Menschen greifen zur bewaffneten Selbsthilfe. Was ist schlimmer?

    Zum kennen wir Euroäper solche Zustände nicht.

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    • Plupps
    • 02.02.2013 um 19:17 Uhr

    Der Staat gründet seine Rechte und sein Gewaltmomopol auf grundlegende Versprechen. Etwa auf das des Schutzes der Grundrechte der Bürger. Wenn er das systematisch nicht leisten kann, mag er sich noch Staat nennen, er ist es aber nicht mehr. Insofern ist die gemeinschaftliche Selbstorganisation nur konsequent und richtig.

    Aber natürlch sehr, sehr traurig

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  2. gut verstehen. Staatliche Ordnung ist nicht präsent, um den Gesetzesbrechern das Handwerk zu legen. Sollen sie sich nun in ihr "Schicksal" ergeben oder selbst handeln?

    Letzteres stellt dem Staat zwar ein Armutszeugnis aus, aber andererseits muss man sich auch nicht alles gefallen lassen. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Verhältnisse in Mexiko bald soweit stabilisieren, dass Bürgerwehren überflüssig werden.

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    • 15thMD
    • 02.02.2013 um 20:18 Uhr

    Der mexikanische Staat hat versagt und die Drogenpolitik der USA ist schon lange gescheitert und richtet Mexiko zu Grunde.
    Wenn ein Land so lange von der Drogenmafia regiert wird, dann sind Bügerwehren nur die einzige Schlussfolgerung. In Mexiko herrscht völliges Chaos und das schon seit langem. Drogenbosse wurden beabsichtigt oder unbeabsichtigt so mächtig gemacht, dass sich der Staat nicht mehr zu helfen weiß.

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  3. Das beste, was die Mexikaner machen können. Sie haben so ein schönes, geschichtsträchtiges Land und können auf eine Kultur der Dichter und Denker zurückblicken angesichts der Azteken und Mayas (sofern ich nicht was durcheinanderhaue), dass sie das Schicksal ihres wunderschönen Landes nicht in die Hände solch mediokerer Killerbestien geben dürfen.

    Zivilisierte Menschen stehen aufrecht und kämpfen für die Freiheit und Rechtschaffenheit ihres geliebten Landes.

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    Wenn es tatsächlich einfache Menschen sind, die die Schnauze voll haben von dem ganzen Sumpf - ok.

    Aber viel wahrscheinlicher ist es, dass es doch nur einfache Kriminelle oder niedrige Mitglieder irgendeiner Gang sind.

    Zur Zeit mag es durchaus noch so sein, dass die Milizen ehrbare Ziele haben und sich nur gegen Kriminelle wehren wollen - mit allen unschönen Konsequenzen, wie der Verurteilung Unschuldiger etc. Aber mehr noch, die Erfahrung aus anderen Ländern zeigt leider, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis es zum Machtmissbrauch kommt. Dann wollen die Milizen ihre neu erworbene Macht eben nicht nur zum Schutz der Bevölkerung einsetzen, sondern am runden Tisch um Macht und Geld mitspielen...

    Der Staat müsste umgehend die bestehenden Milizen friedlich auflösen und sich endlich um deren Probleme kümmern, sonst gibt es in Mexiko bald eine 3. Kriegspartei.

    Wenn es tatsächlich einfache Menschen sind, die die Schnauze voll haben von dem ganzen Sumpf - ok.

    Aber viel wahrscheinlicher ist es, dass es doch nur einfache Kriminelle oder niedrige Mitglieder irgendeiner Gang sind.

    Zur Zeit mag es durchaus noch so sein, dass die Milizen ehrbare Ziele haben und sich nur gegen Kriminelle wehren wollen - mit allen unschönen Konsequenzen, wie der Verurteilung Unschuldiger etc. Aber mehr noch, die Erfahrung aus anderen Ländern zeigt leider, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis es zum Machtmissbrauch kommt. Dann wollen die Milizen ihre neu erworbene Macht eben nicht nur zum Schutz der Bevölkerung einsetzen, sondern am runden Tisch um Macht und Geld mitspielen...

    Der Staat müsste umgehend die bestehenden Milizen friedlich auflösen und sich endlich um deren Probleme kümmern, sonst gibt es in Mexiko bald eine 3. Kriegspartei.

  4. Wenn es tatsächlich einfache Menschen sind, die die Schnauze voll haben von dem ganzen Sumpf - ok.

    Aber viel wahrscheinlicher ist es, dass es doch nur einfache Kriminelle oder niedrige Mitglieder irgendeiner Gang sind.

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    • J3ntz
    • 02.02.2013 um 21:17 Uhr

    Das hört sich für mich wie eine "nette Umschreibung" für Anarchie oder Revolution an... FARC/Kolumbien lässt grüssen - auch wenn es in den südlichen Bundesstaaten wohl schon seit mehr als 10 Jahren derartige Tendenzen gibt. Auf jeden Fall ist es ein Armutszeugnis für die Mexikanische Bundesregierung. Und Deutschland heizt das ganze noch an, in dem gewisse Firmen auch noch Waffen liefern, um die Situation zu "befrieden". Wir sollten uns schämen....

    5 Leser-Empfehlungen
  5. Wir müssen alle Drogen legalisieren.

    Mit Legalisieren meine ich selbstverständlich nicht den Verkauf in Supermärkten, sondern die kontrollierte Abgabe der im BtmG gelisteten Substanzen in dafür vorgesehenen Fachgeschäften.

    Wenn Sie sich tiefer mit dem Thema beschäftigen werden Sie sehen, dass wir keine andere Wahl haben.

    4 Leser-Empfehlungen
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    Entfernt, da unsachlich. Danke, die Redaktion7se

    Wer Drogen legalisieren will muß im Gegenzug dem Drogensüchtigem auch jegliche gemeinschaftliche Unterstützung streichen.

    • Cephei
    • 03.02.2013 um 14:58 Uhr

    Die Drogen zu legalisieren löst das Problem auch nicht, denn die Kartelle verdienen inzwischen über 50% ihres Geldes durch andere kriminelle Tätigkeiten wie Schutzgelderpressung, Menschenhandel, etc. und sickern mehr und mehr auch in die Privatwirtschaft ein.
    Außerdem sitzt der Hauptabnehmer der Drogen in den USA, die bestimmt nicht an eine Legalisierung denken. Dort decken sich die Kartelle auch mit Waffen ein, mit denen sie dann das staatliche Gewaltmonopol in Frage stellen.

    Entfernt, da unsachlich. Danke, die Redaktion7se

    Wer Drogen legalisieren will muß im Gegenzug dem Drogensüchtigem auch jegliche gemeinschaftliche Unterstützung streichen.

    • Cephei
    • 03.02.2013 um 14:58 Uhr

    Die Drogen zu legalisieren löst das Problem auch nicht, denn die Kartelle verdienen inzwischen über 50% ihres Geldes durch andere kriminelle Tätigkeiten wie Schutzgelderpressung, Menschenhandel, etc. und sickern mehr und mehr auch in die Privatwirtschaft ein.
    Außerdem sitzt der Hauptabnehmer der Drogen in den USA, die bestimmt nicht an eine Legalisierung denken. Dort decken sich die Kartelle auch mit Waffen ein, mit denen sie dann das staatliche Gewaltmonopol in Frage stellen.

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