ÖlkonzernGas für schwere Explosion in Mexiko verantwortlich

Die mexikanische Staatsanwaltschaft hat keine Hinweise auf einen Anschlag beim Ölkonzern Pemex. Die fast 40 Menschen seien durch eine Gasexplosion umgekommen.

Mexikanische Rettungs- und Sicherheitskräfte vor dem Pemex-Sitz in Mexiko-Stadt am vergangenen Donnerstag

Mexikanische Rettungs- und Sicherheitskräfte vor dem Pemex-Sitz in Mexiko-Stadt am vergangenen Donnerstag  |  © Alfredo Estrella/AFP/Getty Images

Die schwere Explosion in einem Bürokomplex des mexikanischen Ölkonzerns Pemex, bei der fast 40 Menschen starben, wurde durch Gas ausgelöst. Hinweise auf Sprengstoff gebe es nicht, sagte Generalstaatsanwalt Jesús Murillo Karam. Zudem zeigten die direkt am Explosionsort gefundenen Leichen die für eine Gasexplosion typischen Verbrennungswunden.

Ende vergangener Woche war spekuliert worden, ob die Explosion Folge eines Anschlags gewesen sein könnte. Der Kontext: Der Erdölkonzern unterhält enge Kontakte zur Drogenmafia, und der neue Präsident Mexikos, Enrique Peña Nieto, der seit gut zwei Monaten im Amt ist, will den Staatsbetrieb reformieren.

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Die Gasansammlung sei bei Wartungsarbeiten im Keller des Hochhausturmes am vergangenen Donnerstag durch einen Funken entzündet worden, sagte Murillo Karam. Die Erkenntnisse stützten sich auf Angaben des Leiters des Wartungsteams, der das Unglück überlebte. Nach ersten Ermittlungen handelte es sich um eine Ansammlung von Methangas. Woher es kam, werde noch untersucht.   

Eine Sprengstoff-Explosion könne auch deshalb ausgeschlossen werden, weil sich kein Explosionskrater gebildet habe, sagte der Generalstaatsanwalt. Nur bei den Leichen der drei Wartungsarbeiter, die sich unmittelbar am Ort der Explosion befanden, seien Verbrennungswunden entdeckt worden.

Fast 40 Tote

Das Wartungsteam arbeitete den Angaben zufolge im Keller ohne Licht. Anscheinend sei der zündende Funke entstanden, als die Arbeiter ein Kabel legen wollten.   

Vier Tage nach der Explosion ist die Zahl der Toten auf 37 gestiegen, nachdem ein weiteres Opfer im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen war. Weitere 120 Menschen wurden verletzt.

Die Explosion hatte am Donnerstag den Nebenturm B2 des 54 Stockwerke hohen Gebäudekomplexes erschüttert. Auf vier Etagen entstanden schwere Schäden. Im Verwaltungssitz des staatlichen Erdölkonzerns arbeiten mehr als 10.000 Menschen.

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    • Quelle ZEIT ONLINE, tis, dpa
    • Schlagworte Anschlag | Ermittlung | Gas | Krankenhaus | Mexiko | Opfer
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