Ali Ağca-Buch Papst-Attentäter nennt Ajatollah Chomeini als Drahtzieher

In seinem Buch behauptet Ali Ağca von Irans Ajatollah Chomeini zu dem Attentat auf den Papst angestiftet worden zu sein. Demnach habe Johannes Paul II. davon gewusst.

Der Iranische Revolutionsführer Ajatollah Ruhollah Chomeini

Der Iranische Revolutionsführer Ajatollah Ruhollah Chomeini  |  © Keystone/GettyImages

Der türkische Papst-Attentäter Mehmet Ali Ağca hat den iranischen Revolutionsführer Ajatollah Ruhollah Chomeini als Drahtzieher des Anschlags von 1981 genannt. Er sei in Teheran "indoktriniert" worden, nachdem er aus einem türkischen Gefängnis ausgebrochen war, schreibt Ali Ağca in seinem Buch, das jetzt in Italien erschien. Es trägt den Titel Mi avevano promesso il paradiso – da bedeutet etwa: Man versprach mir das Paradies.

Bei einem nächtlichen Treffen habe Chomeini ihn persönlich mit der Tötung von Papst Johannes Paul II. beauftragt, schreibt Ali Ağca. "Du musst den Papst im Namen Allahs töten", soll Chomeini demnach gesagt haben. "Du musst das Sprachrohr des Teufels auf Erden töten."

Anzeige

Ali Ağca, ein Ultranationalist aus dem Umfeld der rechtsextremen türkischen "Grauen Wölfe", hatte Papst Johannes Paul II. am 13. Mai 1981 während einer Audienz auf dem Petersplatz in Rom mit mehreren Schüssen lebensgefährlich verletzt. Nach seiner Begnadigung im Jahr 2000 in Italien saß er in der Türkei eine Haftstrafe ab, die er unter anderem für den 1979 verübten Mord an dem türkischen Journalisten Abdi İpekçi bekommen hat. İpekçi war Chef der türkischen Zeitung Milliyet.

Ağca nannte Papst Johannes Paul II. die Auftraggeber

Nach seiner Festnahme 1981 hatte Ali Ağca zunächst erklärt, hinter dem Attentat stünden der Sowjet-Geheimdienst KGB und bulgarische Diplomaten. Ali Ağca wurden psychische Probleme bescheinigt.

In seinem Buch beschreibt er auch sein Treffen mit Johannes Paul II., als dieser ihn 1983 in der Haft in Rom besuchte. Der Papst habe ihn nach den Auftraggebern des Attentats gefragt und versprochen, die Namen niemals preiszugeben. Ali Ağca habe dem Papst mitgeteilt, wer hinter dem Attentat stecke. Nach seinem Geständnis habe der Papst geantwortet: "Wie ich dir vergebe, so vergebe ich auch ihnen."

2010 wurde Ali Ağca aus der Haft entlassen. Schon damals kündigte er an, seine Memoiren zu verfassen. Mehrfach hat er sich selbst als Messias bezeichnet. In seinem Buch erklärt er nun, er habe inzwischen erkannt, dass "Jesus Christus die beste Person war, die auf Erden wandelte".

Vatikan bezeichnet Aussagen des Attentäters als Lügen

Der Vatikan äußerte sich kritisch über das Buch: 32 Jahre nach dem Attentat Ajatollah Chomeini die Schuld zuzuschieben, sei wenig glaubwürdig, sagte Vatikansprecher Federico Lombardi. Was an dem Buch überprüfbar sei, habe sich als falsch herausgestellt.

Lombardi habe mit dem früheren Sekretär von Johannes Paul II., Stanislaw Dziwisz, gesprochen, der bei dem Gespräch mit dem Attentäter dabei war. Dziwisz "verneint entschieden, dass die beiden Männer über Auftraggeber des Angriffs oder über Ajatollah Chomeini geredet haben", sagte Lombardi. Auch Ali Ağcas Behauptung, der Papst habe ihn zum Übertritt zum Christentum eingeladen, sei laut Dziwisz falsch. Lombardi sagte zudem, Ali Ağca habe einen Ghostwriter gehabt.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
    • chavez
    • 02. Februar 2013 0:31 Uhr

    zu tun! Gerade Mal ein Jahr an die Macht gekommen und schon kümmert sich Khomeini um die Ausschaltung seines Konkurrenten Papst. [...]

    Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/au

    Eine Leserempfehlung
    • chavez
    • 02. Februar 2013 0:43 Uhr
    18. [...]

    Doppelposting. Die Redaktion/au

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • FLH80
    • 02. Februar 2013 9:56 Uhr

    Das 4-letter-word lautet nicht F***, sondern "Iran".
    Und verkauft sich doch prima!
    Weil man in (fast) jeder Publikation sein vorgefertigtes Urteil bestätigt finden kann...
    Das ist los!

    • vonDü
    • 02. Februar 2013 5:56 Uhr

    als der durchgeknallte, irre Einzeltäter auf den die Fakten hindeuten.

    Khomeini als Auftraggeber, klingt allerdings noch verrückter als die Russen, die, wegen des Einflusses des Papstes in Polen, noch einen denkbaren Grund gehabt hätten. Wo der bei Khomeini war, ist nicht erkennbar.

    • zfat99
    • 02. Februar 2013 6:15 Uhr

    Der man war und ist krank, er gehört in die forensische Psychiatrie. Mehr ist zu der Sache nicht zu sagen.

  1. Selten so einen Unfug gelesen.
    Man sollte solche Nachrichten , im Zuge der fatalen Entwicklung im nahen Osten , unter 'Iran Kriegspropaganda' einordnen.

    Iran war angeblich auch 'zuständig' für 9/11.

    http://www.nydailynews.co...

    ""A judge Monday awarded 9/11 relatives $6 billion in their suit targeting Al Qaeda and silent partner Iran for complicity in the heinous plot that killed nearly 3,000 people....

    • FLH80
    • 02. Februar 2013 9:53 Uhr

    Was sollen dann die ganzen, neu gebauten Moscheen im (überwiegend christlichen) Äthiopien?
    Wieso sind Armenier im Iran selbst an armenischen Schulen verpflichtet, islamischen Religionsunterricht zu besuchen?
    Was haben die salafistischen/wahhabitischen Aktivitäten in der ganzen nicht-islamsichen Welt denn für einen Sinn, wenn nicht den, den Islam zu verbreiten?
    Auch türkisch-islamische Vereine in Deutschland werben für Mitglieder - auch unter Christen...
    Die Saudis investieren weltweit Milliarden für die Ausbreitung ihrer Sicht des Islam - auch in Form von Waffen gegen schiitische Machthaber wie z.B. Assad.
    Das ist m.E. alles Mission, gewaltlos und auch gewalttätig!
    Wenn Sie als Türkei für alle Muslime sprechen, dann laufen Sie Gefahr, für das, was Sie behaupten - und sicher nicht geprüft haben können - beim Wort genommen zu werden.
    Und dass "die Türken", für die Sie insgesamt und für alle Zeiten sprechen wollen, niemals gewalttätig waren, auch nicht gegen Armenier usw., darf gelinde gesagt auch als unrealistisch bezeichnet werden.

    2 Leserempfehlungen
    • FLH80
    • 02. Februar 2013 9:56 Uhr

    Das 4-letter-word lautet nicht F***, sondern "Iran".
    Und verkauft sich doch prima!
    Weil man in (fast) jeder Publikation sein vorgefertigtes Urteil bestätigt finden kann...
    Das ist los!

    Antwort auf "[...]"
  2. ich muss doch sehr bitten. Das was ich geschrieben habe, war eine natürliche Reaktion von mir, auf das Kommentar von eine gewissen Frau Hohlbein. Mehr auch nicht. Deshalb verstehe ich Sie nicht, warum Sie sich gleich persönlich angegriffen fühlen??? Wie dem auch sei, so wie Sie sich ausgedrückt haben, sind Sie der offizielle Sprecher der Christen weltweit, oder??? Nun zu Ihren Behauptungen, 1.)Das gleiche kann ich ja von den Christen behaupten, die auf teufel komm raus in den islamischen Länder die muslime zum Christentum missionieren.Da wären die Scientologen, die Freikirchen, die Mormonen, die Zeugen Yehovas,...etc. Als diese Christlichen Organisationen, drucken die Bibel in den jeweiligen Landessprachen und verteilen es in den islamischen Länder klangheimlich (mit einem 100 Dollarschein oder Euroschein)unter den Bevölkerung. 2.)So wie es gewaltätige Muslime gibt, gibt es auch gewalttätige Christen. Zum beispiel das Verbrennen unseres heiligen Buches Koran, diffamierung der muslime und unseren Propheten Muhammeds,die Abschlachtung der Bosnier, die NSU morde,...etc und vieles mehr. 3.) Ja es gibt bei uns keine Missionierung, dass was Sie da behaupten ist nicht richtig. Die Muslime gehen nicht in die weite nicht muslimische Welt (wie z.b. Mormonen es tun)um dort die Christen zu missionieren. 4.)Da Sie ja die Armenier genannt haben. Dann will ich Sie daran erinnern, dass es in der Türkei mehr als eine armenische Schule und Kirchen gibt. Es gibt sogar ein

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service