Rücktritt : Papst bedankt sich für weltweite Unterstützung

Bei einer seiner letzten Audienzen hat sich Benedikt gerührt gezeigt ob des Zuspruchs der Gläubigen. Sie sollen beten "für mich, für die Kirche und den künftigen Papst".
Der Papst bei einer seiner letzten Generalaudienzen im Vatikan © Filippo Monteforte/AFP/Getty Images

Zwei Tage nach seiner Rücktrittsankündigung hat sich Papst Benedikt XVI. bei den Gläubigen für die Gebete und die große Anteilnahme "in diesen für mich schwierigen Tagen" bedankt. "Betet weiterhin für mich, für die Kirche und für den künftigen Papst", sagte das scheidende Kirchenoberhaupt bei der Generalaudienz in Rom.

Benedikt erklärte nochmals die Gründe, die zu seiner Entscheidung geführt hätten, am 28. Februar von seinem Amt an der Spitze der Katholischen Kirche zurückzutreten. Sie sei "in voller Freiheit" zum Wohle der Kirche gefallen, sagte der 85-Jährige. Er sei sich bewusst geworden, dass er das Pontifikat nicht mehr mit der dafür notwendigen Kraft fortführen könne.

Benedikt betrat unter großem Jubel Tausender Gläubiger die Audienzhalle am Petersdom. Als Benedikt die Besucher begrüßte, brandete lauter Beifall auf. Der Papst wandte sich auch an die Pilger aus seiner deutschen Heimat und dankte für ihren Besuch. Seine Ausführungen, die sich auch um den Beginn der Fastenzeit drehten, wurden immer wieder von Applaus unterbrochen.

Generalaudienz in Petersdom verlegt

Bereits Stunden vor der Generalaudienz waren die Gläubigen zum Petersplatz gekommen und hatten die Reihen der etwa 12.000 Menschen fassenden Halle bis zum letzten Platz gefüllt. Am Nachmittag will Benedikt im Petersdom die Aschermittwoch-Liturgie zum Beginn der Fastenzeit feiern. Auch dazu wird ein großer Andrang von Gläubigen, Kardinälen, Bischöfen und Touristen erwartet. Deshalb wurde die Feier eigens von der Kirche Santa Sabina auf dem Aventin-Hügel in den wesentlich größeren Petersdom verlegt.

Am vorletzten Tag seiner Amtszeit wird der Papst dann seine letzte Generalaudienz auf dem Petersplatz abhalten. Andere besondere Veranstaltungen zum Ende seines Pontifikats sind laut Vatikan nicht geplant.

Verlagsangebot

Der Kult ums gesunde Essen

Nahrung soll Energie und Freude bringen. Doch immer mehr Lebensmittel werden zum Problem gemacht: Vom Salz bis zum Fleisch. Warum eigentlich? Jetzt in der neuen ZEIT.

Hier lesen

Kommentare

5 Kommentare Kommentieren

Ich danke dem Papst und dem Christentum!

Ich danke dem ehrwürdigen Papst Benedikt dafür, dass er gesagt hat: Gott ist die Liebe! Als Frau möchte ich dem Papst, seinen Vorgängern und dem katholischen Christentum insgesamt meinen tiefsten Dank dafür aussprechen, dass sie durch zwei Jahrtausende hindurch das Sakrament des Heiligen Abendmahls mit den Gläubigen zelebriert haben und dass Männer und Frauen gemeinsam die Hostie empfangen durften. Danke für diese Kontinuität! Jesus Christus hat mit der Eucharistiefeier ein Sakrament gestiftet, das die Menschen verbindet! Die christliche Ehe wird ausdrücklich als „Gemeinschaft von Tisch und Bett“ definiert! Das gemeinsame Mahl ist im christlichen Kultus gesegnet und enthält nichts Anstößiges. Ja, es ist sogar zu einem Sakrament geworden, ist eine heilige Handlung. In vielen nichtchristlichen Kulturkreisen herrscht dagegen immer noch Geschlechtertrennung! Männer und Frauen dürfen oft nicht gemeinsam essen, gemeinsam beten oder gemeinsam feiern und arbeiten! Das war in Europa im frühen Mittelalter auch so: Männer und Frauen aßen bei Hofe getrennt. Der moderne Westen hingegen, ist schon seit Längerem eine „gemischte“ Gesellschaft geworden. Menschen beiderlei Geschlechts dürfen gemeinsam beten, speisen, feiern und sich unterhalten. Das dürfte ein Resultat des jahrhundertelang praktizierten, christlichen Kultus in Europa sein. Ich danke dem Christentum, dass es diesen verbindenden Kultus so lange aufrechterhalten hat und hoffe, dass es das weiter tun kann!

Und Tschüß

Ja, der Papst hat einen ungewöhnlichen Schritt getan. Das ist ganz wunderbar, ich wünsche ihm alles Gute und gönne ihm ruhigere Zeiten. Langsam reicht es jedoch mit Ihrer Berichterstattung zu diesem Thema. Und - um es gleich vorweg zu nehmen - es interessiert mich auch nicht, welcher Mann nun der nächste sein wird, der sich als "Stellvertreter Gottes" das päpstliche Käppi aufsetzen darf und dieser lebensfernen Sekte vorsteht.