AbschiedsredePapst Benedikt plant keine "Rückkehr ins Private"

Papst Benedikt XVI. hat seine letzten Generalaudienz gehalten. Sein Verzicht auf die aktive Ausübung des Dienstes sei keine Rückkehr ins Private, sagte er zum Abschied.

Papst Benedikt auf dem Weg zu seiner letzten Generalaudienz

Papst Benedikt auf dem Weg zu seiner letzten Generalaudienz  |  © Gabriel Bouys/AFP/Getty Images

Papst Benedikt verabschiedet sich aus dem Amt: Unter dem Jubel Zehntausender Pilger und Touristen hat Benedikt XVI.  seine letzte Generalaudienz auf dem Petersplatz gehalten. Die Gläubigen schwenkten Dankesgrüße und Fahnen, während Benedikt mit dem Papamobil durch die Reihen fuhr und grüßte. Das Papamobil hielt mehrmals an, der Papst segnete kleine Kinder, die ihm hochgereicht wurden. "Ich bin wirklich bewegt", sagte der 85-Jährige.

"Die Kirche zu lieben heißt auch, den Mut zu schwierigen Entscheidungen zu haben", sagte Benedikt XVI. den Gläubigen. Er verwies darauf, dass ein Papst "keinerlei Privatleben mehr" habe. Dies strebe er auch nach dem Rücktritt nicht an: "Es gibt keine Rückkehr ins Private.

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Meine Entscheidung, auf die aktive Ausübung des Dienstes zu verzichten, widerruft das nicht." Er kehre nicht zurück in ein Leben der Reisen, Begegnungen, Empfänge und Konferenzen. "Ich verlasse nicht das Kreuz, ich bleibe auf eine neue Weise beim gekreuzigten Herrn", sagte Benedikt XVI.

Er wolle die Kirchenleitung abgeben, um sich dem Gebet und der Meditation zu widmen, sagte Benedikt XVI. und ergänzte mit Blick auf sein Pontifikat, dass dieses von Freude und Licht, aber auch von "nicht einfachen Momenten" geprägt gewesen sei.

Rücktritt sei ungewöhnlich, aber "wichtig"

Er sei sich bewusst, wie "wichtig" und ungewöhnlich sein Rücktritt sei, sagte Benedikt XVI., der als erstes katholisches Kirchenoberhaupt seit dem Mittelalter vor dem Tod auf eigenen Beschluss aus dem Amt scheidet. Er habe sich angesichts seiner "schwindenden Kräfte" jedoch in "Gelassenheit" und "zum Wohl der Kirche" entschieden. "Der Herr hat mich immer geführt und war mir nah", sagte der Papst auf Deutsch und sprach "ein herzliches Vergelt's Gott".

Er dankte den Gläubigen und schloss die ganze Welt in sein Gebet ein. Er vertraue Gott die Kirche in aller Welt an, sagte Benedikt. Der Herr habe ihn auch in schwierigen Zeiten geführt. Benedikt dankte allen, die seinen Rücktritt mit Respekt und Verständnis aufgenommen haben. Er habe diese Entscheidung zum Wohl der Kirche getroffen. Weiter dankte er seinen Mitarbeitern, die für ihn während des fast achtjährigen Pontifikats ein sicherer Halt gewesen seien.

Hunderte Pilger aus Bayern angereist

Zahlreiche Kardinäle aus aller Welt kamen zu der Audienz. Aus Bayern reisten Hunderte Pilger an, auch der bayerische Regierungschef Horst Seehofer (CSU) und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, waren zugegen.

Zollitsch würdigte Benedikt XVI. als "einen der größten Theologen", der die Kirche "entscheidend geprägt" habe. Die Entscheidung, das Papstamt abzugeben, sei ein "respektabler Entschluss, der Anerkennung verdient", sagte er.

Benedikts Pontifikat endet am Donnerstag um 20 Uhr. Er hatte am 11. Februar überraschend seinen Rücktritt angekündigt. Im Vatikan laufen bereits die Vorbereitungen für die Papstwahl: Anfang nächster Woche kommt die Kardinalsversammlung zusammen, um über den Beginn des Konklaves zu entscheiden.

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Leserkommentare
    • hladik
    • 27. Februar 2013 11:39 Uhr

    ... wenn ich Hoffnung haette, dass es jetzt besser wird. Aber da Ratzinger ja mehr als die Haelfte der amtierenden Kardinaele selbst ernannt hat, wird der Nachfolger wohl weiter in Richtung Mittelalter marschieren.

    3 Leserempfehlungen
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    Der nächste Papst wird weiter den Weg der Römisch Katholischen Kirche gehen.

    Und das ist erst einmal gut so.

    Ich bin Katholik und vetrete mein Glaubensbekenntnis.

  1. Der nächste Papst wird weiter den Weg der Römisch Katholischen Kirche gehen.

    Und das ist erst einmal gut so.

    Ich bin Katholik und vetrete mein Glaubensbekenntnis.

    10 Leserempfehlungen
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    • hladik
    • 27. Februar 2013 12:24 Uhr

    Aber auch Agnostiker leiden unter dem schaedlichen Einfluss und der verfehlten Politik der katholischen Kirche.

    Nicht einmal der kann den Sinn des Seins und damit meine ich die Existenz von allem, erklären.
    Da hört das Wissenschftliche des Denkens auf.
    Was übrigbleibt ist dann nur der Glaube.

    • Wescha
    • 27. Februar 2013 15:24 Uhr

    ist nicht der Glaube, sondern der Ansporn weiter zu forschen und zu entdecken, damit auch dieses Rätsel irgendwann gelöst werden wird. Ich respektiere ihren Glauben, aber nicht das, was aus Glaubensgründen getan wird. Wenn man die Antwort auf eine Frage nicht kennt, hat man nicht die Erlaubnis sich eine Antwort zu erfinden, vor allem nicht wenn die Antwort zu Konsequenzen für andere führt.

  2. [...]
    Haben Sie einen schönen, gesunden und langen Ruhestand Herr Ratzinger.

    Gekürzt, da unsachlich. Die Redaktion/ls

    Eine Leserempfehlung
    • hladik
    • 27. Februar 2013 12:24 Uhr

    Aber auch Agnostiker leiden unter dem schaedlichen Einfluss und der verfehlten Politik der katholischen Kirche.

    2 Leserempfehlungen
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    und beten Sie!

  3. und beten Sie!

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    • hladik
    • 27. Februar 2013 13:36 Uhr

    Wenn et Bedde sich lohne däät, wat meinste wohl,
    wat ich dann bedde däät, bedde däät.

    Fuer die Nicht-Koelner:

    http://www.bap.de/start/m...

    • hladik
    • 27. Februar 2013 13:36 Uhr

    Wenn et Bedde sich lohne däät, wat meinste wohl,
    wat ich dann bedde däät, bedde däät.

    Fuer die Nicht-Koelner:

    http://www.bap.de/start/m...

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    Antwort auf "Halten Sie durch"
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    • TDU
    • 27. Februar 2013 14:13 Uhr

    Genau. Gesellschaftkritik und Agnostik verhilft zu Reichtum und Bundesverdienstkreuz. Und man kann auf einmal den Wert der Jahreskaat vum FC schätzen.

    Nichts gegen die frühe Musik von BAP, die ersten hahe ich noch im Original auf "Eigelstein", aber ich denke, Ratzinger hat solche Volten nicht vollzogen.

  4. Nicht einmal der kann den Sinn des Seins und damit meine ich die Existenz von allem, erklären.
    Da hört das Wissenschftliche des Denkens auf.
    Was übrigbleibt ist dann nur der Glaube.

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    Das wäre ja auch schrecklich, wenn er dies könnte. Zum Glück ist der Herr Hawking auch nur ein Mensch - und die machen bekanntlichermaßen Fehler oder Irren sich zuweilen. Mit Glauben hat das weniger zu tun.

    "Nicht einmal der kann den Sinn des Seins und damit meine ich die Existenz von allem, erklären.
    Da hört das Wissenschftliche des Denkens auf.
    Was übrigbleibt ist dann nur der Glaube."

    ... sind Fragen, auf die es keine gesicherten Antworten gibt, und möglicherweise auch nie geben wird.
    Was kann man da tun?
    Man nimmt irgendwelche Antworten, weil man ohne nicht auskommen will.
    Oder man lernt damit umzugehen, daß manche Fragen bleiben.

    Was übrig bleibt ist die Erkenntnis, dass man es nicht weiß.

    "Religion ist, in einem dunklen Raum eine schwarze Katze zu suchen, die es gar nicht gibt, und zu rufen 'Ich hab' sie!'."

    Nur weil man nicht weiß, was der Sinn des Lebens ist oder woher wir kommen, heißt das noch lange nicht, dass es sinnvoll ist sich aus all den abstrusen Theorien dieser Erde eine auszusuchen, und sie dann vehement zu vertreten. Logischer ist das einfache Eingeständnis, es nicht zu wissen.

    "Nicht einmal der kann den Sinn des Seins und damit meine ich die Existenz von allem, erklären.
    Da hört das Wissenschftliche des Denkens auf.
    Was übrigbleibt ist dann nur der Glaube."

    @#7

    Wieso muss denn immer ein Sinn vorausgesetzt werden? Ich denke hier, dass die Existenz der irdischen Menschheit für das "Große und Ganze" irrelevant ist. Nur weil der Mensch vielleicht (evolutionsbedingter Zufall) ein bisschen mehr "Verstand" hat, als die übrigen Teilnehmer des hiesigen Ökosystems, muss er sich doch nicht gleich so wichtig nehmen. Das Universum "funktioniert" auch ohne uns :-)

    Der Unterschied ist, dass Herr Hawking gar nicht erst versucht, einen Sinn für die Existenz zu finden und zu verbreiten. Religion tut dies schon. Ohne Frage eine reine Glaubenssache. Aber wieso sollte ich z.B. einer Weltanschauung glauben, die vor 2000 Jahren aufgeschrieben wurde und deren offizielle Vertreter und Verkünder im Laufe der Jahrhunderte bei so ziemlich allem, was mittlerweile sicher erklärt werden kann, komplett danebenlagen (Beschaffenheit der Erde, des Sonnensystems usw.)?

    Ich respektiere es, wenn jemand glaubt, ganz verstehen kann ich es nicht (gilt übrigens für alle Religionen).

    Ich schrieb vom Sein des gesamten Universums und das keiner den Sinn von allem, erklären kann. Nicht einmal die besten Astrophysiker, oder sonstiger Denker.

    Was am Ende bleibt ist nur der Glaube.

    • TDU
    • 27. Februar 2013 14:13 Uhr

    Genau. Gesellschaftkritik und Agnostik verhilft zu Reichtum und Bundesverdienstkreuz. Und man kann auf einmal den Wert der Jahreskaat vum FC schätzen.

    Nichts gegen die frühe Musik von BAP, die ersten hahe ich noch im Original auf "Eigelstein", aber ich denke, Ratzinger hat solche Volten nicht vollzogen.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, nf
  • Schlagworte CSU | Horst Seehofer | Robert Zollitsch | Papst | Bischofskonferenz | Kirche
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