PapstwahlBenedikt XVI. ermöglicht früheres Konklave

Der Vatikan will sicherstellen, dass es bis Ostern einen neuen Papst gibt. Mit der Regeländerung durch Benedikt kann das Konklave schon vor dem 15. März beginnen.

Kardinäle in der Sixtinischen Kapelle vor dem letzten Konklave im Jahr 2005

Kardinäle in der Sixtinischen Kapelle vor dem letzten Konklave im Jahr 2005  |  © Arturo Mari/AFP/Getty Images

Das Konklave zur Wahl des neuen Papstes kann früher beginnen. Benedikt XVI. erließ dafür ein entsprechendes Dekret. "Ich gebe dem Kardinalskollegium die Möglichkeit, den Beginn des Konklaves vorzuziehen, wenn alle Kardinäle anwesend sind."

Benedikt XVI. will das Papstamt am Donnerstagabend niederlegen. Nach den bisherigen Regeln hätte das Konklave frühestens am 15. März beginnen dürfen. Mit einer Vorverlegung will der Vatikan offenkundig sicherstellen, dass bis zu den Osterfeierlichkeiten ein neues Kirchenoberhaupt bestimmt ist.

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Das Kardinalskollegium könne den Beginn der Papst-Wahl vorziehen, sofern alle Kardinäle in Rom anwesend seien, teilte der Vatikan mit, ohne einen möglichen Termin zu nennen. Es sei wahrscheinlich, dass das Kardinalskollegium in den ersten Märztagen eine formale Entscheidung dazu treffe.

Die wahlberechtigten Kardinäle, die nicht älter als 80 Jahre sein dürfen, werden zum Konklave in geheimer Sitzung in der Sixtinischen Kapelle zusammenkommen. Für die Wahl des neuen Oberhaupts der katholischen Kirche ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit erforderlich.

Letzter Auftritt von Benedikt XVI. am Mittwoch

Benedikt XVI. ist der erste Papst der Neuzeit, der sein Amt freiwillig aufgibt. Als Grund hatte er seine nachlassenden Kräfte genannt. Am Mittwoch tritt Benedikt mit einer Generalaudienz zum letzten Mal öffentlich als Papst auf.

Ein bisheriger Kardinal wird nicht an dem Konklave teilnehmen: Keith O'Brien, ranghöchster Würdenträger der Katholischen Kirche in Großbritannien, trat nach Belästigungsvorwürfen zurück. Er habe das Amt des Erzbischofs von St. Andrews und Edinburgh niedergelegt, teilte das Erzbistum mit. Mehrere Priester hatten ihm "unangemessenes Verhalten" vorgeworfen.

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Leserkommentare
    • TDU
    • 25. Februar 2013 16:55 Uhr

    "Mit einer Vorverlegung will der Vatikan offenkundig sicherstellen, dass bis zu den Osterfeierlichkeiten ein neues Kirchenoberhaupt bestimmt ist."

    Richtig. Schon Ohne Urbi et Orbi würde vielen Menschen was fehlen. Denn auch der Segen im TV ist wirksam erteilt. Und denen vor Ort sowieso. Ostern ohne Papst wäre wie? Ein Vergleich ist gar nicht so einfach. Also mal England ohne Queen? ne. König oder Königín? Das passt einigermassen.

  1. wieder mal, welchen hohen Intellekt er wirklich hat. All diese Berufskritiker des Papstes und der katholischen Kirche sollten doch gelegentlich innehalten. Ich ziehe wieder den Hut vor diesem Mann.

    Als Naturwissenschaftler halte ich eigentlich eher wenig von all diesen Religionen, und in der ganzen Kulturgeschichte des Homo sapien sah/sehe ich durchaus keinen Bedarf für diese. Aber dennoch frage ich mich: Was "wiegt" mehr:

    Einerseits:
    - Dass ganze Leid, dass Religion den Menschen immer zugeführt hat.
    - Und, oft die Tötung von Menschen des eigenen Spezies.

    Andererseits:
    - Vielleicht gab auch manche psychische Hilfen für die Mitmenschen.
    - Etwa all die grossartigen Zeugnisse der menschlichen Kulturleistungen, diese Menschen oft nur wegen ihrer Religion es geschafft haben.

    Aber war es dann wirklich wert, nur einen einzigen Menschen zu töten, wegen vielleicht einer "falschen" Religion oder wenn jemand schlicht Atheist ist?

    Eine Gleichung mal aufgemacht:
    Ein Ermordeter durch irgendwelche regiliösen Fanatikern verübt= Kompensiert dies wirklich z.B. einen Kölner Dom, den Petersdom? Ich meine nicht.

    Das Ergebnis der ganzen Gleichung werden wir Normalsterbliche vermutlich niemals wirklich erfahren können.

    Ich bleibe heute eher ratlos zurück.

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    @ Arvicola
    Wenn ich Ihnen da etwas helfen darf? Ich glaube, dass diejenigen, die im Namen der Religionen den Tot gefunden, oder auch jedes andere Leid erfahren haben, nicht durch die Religion sondern durch die Menschen dieses erfahren mussten.
    Auf der anderen Seite werden Kultur und Bauwerke, sowie die "psychische Hilfe" durchaus direkt von der Religion geprägt oder von ihr bewirkt.
    Natürlich ist jedes einzelne Leid zuviel, ob man dies aber mit all den "grossartigen Zeugnisse der menschlichen Kulturleistungen" vergleichen kann, möchte ich zumindest in Zweifel ziehen...

  2. @ Arvicola
    Wenn ich Ihnen da etwas helfen darf? Ich glaube, dass diejenigen, die im Namen der Religionen den Tot gefunden, oder auch jedes andere Leid erfahren haben, nicht durch die Religion sondern durch die Menschen dieses erfahren mussten.
    Auf der anderen Seite werden Kultur und Bauwerke, sowie die "psychische Hilfe" durchaus direkt von der Religion geprägt oder von ihr bewirkt.
    Natürlich ist jedes einzelne Leid zuviel, ob man dies aber mit all den "grossartigen Zeugnisse der menschlichen Kulturleistungen" vergleichen kann, möchte ich zumindest in Zweifel ziehen...

    Antwort auf "Benedikt zeigt"

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, rav
  • Schlagworte Katholische Kirche | Konklave | Papst | Vatikan | Wahl | Großbritannien
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