Das Konklave zur Wahl des neuen Papstes kann früher beginnen. Benedikt XVI. erließ dafür ein entsprechendes Dekret. "Ich gebe dem Kardinalskollegium die Möglichkeit, den Beginn des Konklaves vorzuziehen, wenn alle Kardinäle anwesend sind."

Benedikt XVI. will das Papstamt am Donnerstagabend niederlegen. Nach den bisherigen Regeln hätte das Konklave frühestens am 15. März beginnen dürfen. Mit einer Vorverlegung will der Vatikan offenkundig sicherstellen, dass bis zu den Osterfeierlichkeiten ein neues Kirchenoberhaupt bestimmt ist.

Das Kardinalskollegium könne den Beginn der Papst-Wahl vorziehen, sofern alle Kardinäle in Rom anwesend seien, teilte der Vatikan mit, ohne einen möglichen Termin zu nennen. Es sei wahrscheinlich, dass das Kardinalskollegium in den ersten Märztagen eine formale Entscheidung dazu treffe.

Die wahlberechtigten Kardinäle, die nicht älter als 80 Jahre sein dürfen, werden zum Konklave in geheimer Sitzung in der Sixtinischen Kapelle zusammenkommen. Für die Wahl des neuen Oberhaupts der katholischen Kirche ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit erforderlich.

Letzter Auftritt von Benedikt XVI. am Mittwoch

Benedikt XVI. ist der erste Papst der Neuzeit, der sein Amt freiwillig aufgibt. Als Grund hatte er seine nachlassenden Kräfte genannt. Am Mittwoch tritt Benedikt mit einer Generalaudienz zum letzten Mal öffentlich als Papst auf.

Ein bisheriger Kardinal wird nicht an dem Konklave teilnehmen: Keith O'Brien, ranghöchster Würdenträger der Katholischen Kirche in Großbritannien, trat nach Belästigungsvorwürfen zurück. Er habe das Amt des Erzbischofs von St. Andrews und Edinburgh niedergelegt, teilte das Erzbistum mit. Mehrere Priester hatten ihm "unangemessenes Verhalten" vorgeworfen.