LebensmittelkontrollePferdefleisch in Lasagne in Deutschland entdeckt

Die Supermarktkette Real hat ein Tiefkühlprodukt zurückgerufen. Fünf weitere deutsche Unternehmen werden noch überprüft.

In Deutschland sind Produkte mit falsch deklariertem Fleisch aufgetaucht. Die Supermarktkette Real rief die "TiP Lasagne Bolognese, 400g, tiefgekühlt" zurück, nachdem in einzelnen Stichproben Anteile von Pferdefleisch gefunden worden waren, wie das Unternehmen mitteilte.

"Diese Maßnahme erfolgt rein vorsorglich, da zu keinem Zeitpunkt ein Hinweis auf ein gesundheitliches Risiko für Verbraucher bestand", hieß es. Das Produkt genüge jedoch nicht den Qualitätsansprüchen des Unternehmens. Bereits am vergangenen Freitag hatte Real als reine Vorsichtsmaßnahme nach einem Hinweis des Herstellers das Produkt aus dem Verkauf genommen.

In Deutschland stehen noch fünf weitere Unternehmen mit meist bundesweitem Filialnetz auf der Prüfliste der Lebensmittelbehörden. Sie haben von Zwischenhändlern demnach Fertigprodukte mit möglicherweise falschen Etiketten bezogen.

Supermärkte nehmen Produkte aus den Regalen

Die Behörden prüfen nun, ob die Ware Pferdefleisch statt des angegebenen Rindfleischs enthielt, wie Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) und ihr Amtskollege Johannes Remmel (Grüne) aus Nordrhein-Westfalen mitteilten. Falsch gekennzeichnete Fertigprodukte seien vermutlich auch nach Nordrhein-Westfalen gelangt. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass weitere Bundesländer betroffen seien, sagte Aigner.

Die Supermarktkette Kaiser's Tengelmann bestätigte, dass sie in allen rund 500 Filialen in den Regionen Berlin, Nordrhein und Oberbayern ihre A&P-Tiefkühl-Lasagne vorsorglich aus dem Verkauf genommen hat. Auch die Genossenschaft Rewe Dortmund, die nach eigenen Angaben regional etwa 540 Märkte beliefert, bestätigte Untersuchungen in ihrem Großhandel. Rewe Dortmund habe vorsorglich eine verdächtige Lasagne aus dem Verkauf genommen, sagte eine Sprecherin.

Anzeige

Das Tiefkühl-Unternehmen Eismann bestätigte dem Westdeutschen Rundfunk, dass Lebensmittelkontrolleure im Haus seien, um Proben zu nehmen. Die Tiefkühl-Firma habe vergangene Woche zwei ihrer Lasagne-Produkte aus dem Sortiment genommen, sagte ein Sprecher. Der größte deutsche Lebensmittelhändler Edeka lässt alle relevanten Eigenmarktprodukte prüfen.

Leserkommentare
  1. Was erwartet der Konsument bei den Lebensmittelpreisen? Billiger ist besser. Was drin ist, ist nicht so wichtig. Zum Glück habe ich den Metzger meines Vertrauens um die Ecke. Fleisch, schon gar nicht Tiefkühlprodukte aus dem Supermarkt kommen mir nicht mehr auf den Tisch. Die höheren Preise kompensiere ich locker mit stark verringerten Fleischgenuß. Jeder Skandal bestätigt mich in meiner Meinung. Und nach dem Fleischskandal ist vor dem Fleischskandal. Soviel ist sicher.

    18 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Jajaja, alles auf alle Verbraucher abwaelzen - von wegen man laesst den kriminellen Zwischenhaendlern und/oder Herstellern gar keine andere Wahl. Aber mal abgesehen von dieser Polemik, Sie wissen schon, das z.B. Eismann ein verdammt teurer Anbieter ist...?!? Aber schon klar, die Kaeufer von billig sind schuld!

    Immer dieser "der Verbraucher ist selber schuld"-Bullshit!
    Wenn die Hersteller ein Produkt nicht mit den Zutaten, die sie auf die Packung schreiben, zu dem Preis herstellen können oder wollen, dann sollen sie es lassen. Ganz einfach. Alles andere ist Betrug.

    Grundsätzlich muß natürlich klar sein, daß das Insistieren auf irgendwie ausgedrücktem politisch-korrektem "Wohlverhalten" von Unternehmen letztlich an der Sache vorbei geht. Jedes Unternehmen ist nunmal ein kapitalistisches, der Bio-Hof ebenso wie der convinience-Konzern, da kann der eine uns sympathischer sein als der andere, ... aber es sollte klar sein, das es keinen "guten, besseren, richtigen" Konsum gibt, oder eben "guten, besseren, richtigen" Handel in einem System, daß so funktioniert wie es nunmal tut...

    Was ist dran an der Kritik von „Konsumgeilheit” und „Konsumterror” und der Forderung nach bewusstem Konsumverhalten und "verantwortungsvollem" Wirtschaften?

    Dass ein Chicken McNugget in seinem früheren Leben ein Huhn in Massenhaltung war (oder die Lasagne Pferd enthält), liegt nicht an der außerordentlichen Grausamkeit der McDonald’s-Geschäftsführung, sondern daran, dass diese im Wettbewerb mit anderen Fast-Food-Ketten steht. Wer also ein Problem damit hat, dass in dieser Gesellschaft der Großteil der Gebrauchsgüter Schund ist und dass einem dieser Schund auch noch als das Allertollste angepriesen wird, muss den Zweck kritisieren, unter die kapitalistische Produktion abläuft, und die Form der Konkurrenz. >>>weiter http://marx.blogsport.de/texte/sonstiges/kritik-der-konsumkritik/

    "Fair produziert", "bekömmlich produziert" heißt "nicht kapitalistisch" produziert! Alles andere ist Augenwischerei!

    http://www.gegenstandpunkt.com/gs/10/2/gs20102067h1.html

    • olga2
    • 13. Februar 2013 20:12 Uhr

    Pferde bekommen in der Regel ausgewähltes Futter. Schweine fressen alles und wir f.....n die Schweine. Also was soll die Aufregung?

    11 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • 29C3
    • 13. Februar 2013 20:57 Uhr

    Gerade hieß es in den Nachrichten, die EU wolle die Gefährdung durch Verzehr vom Pferdefleisch untersuchen.
    <a>
    Da frage ich mich, warum eine jede Stadt in diesem Land mindestens eine Metzgerei vorweisen kann, in der traditionell das Pferdefleisch zu Pferdewurst verarbeitet wird.
    <a>
    Und Sie haben absolut recht, Pferdefutter ist harmlos gegenüber dem Fraß für die Schweine.

    Erstens hat der Verbraucher das Recht, zu wissen, was er da isst.

    Und zweitens gibt es auch Allergien gegen bestimmte Stoffe und Lebensmittel.

    Der Sohn einer Bekannten hat eine Allergie gegen Pferdehaare und Pferdefleisch. Als er einmal eine Disco auf dem Lande besuchte, brach er zusammen, bekam keine Luft mehr. Wie sich herausstellte, war die Disco ein umgebauter früherer Pferdestall.

    Falsche Deklarationen auf Lebensmittelprodukten gehen einfach nicht.

    • Balina
    • 14. Februar 2013 4:51 Uhr

    dieser Verbrauchertäuschung nachdenken. Es geht nicht darum, dass Pferdefleisch ungesund ist sondern darum, dass die Verbraucher für dumm verkauft werden. Es ist schließlich hochgradiger Betrug, der da abläuft. Niemand würde so eine "Pferderei" veranstalten, wenn es nicht um Profite und ggf. Subventionsbetrug (es sind unsere Steuergelder) ginge.
    Ich bin der Meinung, dass es den Betrügern allerdings leicht gemacht wird, denn zumindest der deutsche Konsument ist immer weniger bereit, für Lebensmittel einen ANGEMESSENEN Betrag zu zahlen. Fairer Weise muss man allerdings auf die Niedriglöhner hinweisen, die wohl oftmals nicht viel Geld für Lebensmittel ausgeben können. Den Hartz-4-Empfängern sei empfohlen selbst zu kochen. Das ist viel billiger und es fehlt ihnen sicher nicht an der notwendigen Zeit dafür...

  2. inwiefern das falsch deklarierte Pferdefleisch eine gesundheitliche Gefährdung darstellt.

    4 Leserempfehlungen
    • EmilyC
    • 13. Februar 2013 20:20 Uhr

    Dass Lebensmittel falsch deklariert wurden, ist natürlich nicht in Ordnung, aber das Ausmaß der Empörung wundert mich doch etwas.
    Protestieren die Leute wirklich, weil sie es für falsch halten, Pferde zu essen?
    Was soll so ein Rind dazu sagen?
    Wer mit dem Gedanken nicht klarkommt, bestimmte Tiere zu essen, sollte sich wirklich überlegen, ob er nicht Vegetarier sein sollte. Und das sage ich als Fleischesserin.

    15 Leserempfehlungen
  3. die die Produkte vom vom Feld oder Stall des Produzenten über mehrfache Zwischenhändler bis auf den Tisch des Verbrauchers nehmen, und das längst nicht nur innereuropäisch, sondern über die ganze Welt.

    9 Leserempfehlungen
  4. "Pferdefleisch-Fahnder überprüfen mehrere deutsche Lebensmittelketten mit teilweise bundesweiter Verbreitung auf falsch deklarierte Tiefkühlware."

    Das wäre natürlich nicht in Ordnung.

    Andererseits dürfte Pferdefleisch bei Lasagne noch einer der bekömmlichsten Bestandteile sein.

    2 Leserempfehlungen
    • Gerry10
    • 13. Februar 2013 20:26 Uhr

    ...den Menschen die Fertiggerichte kaufen, ist es eh wurscht, solange es nur falsch deklariertes Fleisch ist und sonst ungefährlich.
    Wer keine Fertiggerichte isst, an dem geht das ganze sowieso vorbei.
    Militate Vegetarier/Veganer lachen sich natürlich grundlos eins.
    Ändern wird sich aber nichts, da müßte schon jemand sterben - was hoffentlich nicht passiert.
    Vielleicht kommt ja jemand mit einer Reihe von Pferdefertiggerichten heraus - Markt scheint es ja zu geben und anscheinend gehts dann ja noch billiger.

    3 Leserempfehlungen
  5. Was ist der Skandal?
    Das Pferdefleisch drinne ist? Das es in Rumänien hergestellt wurde? Oder das es falsch deklariert wurde?
    Von Kap Arkona bis Lörrach, von Görlitz bis Kleve isst man Pferd.
    Pferd ist gesünder als fettiges Schwein, und auch auf der Insel war es bis 1900 Gang und Gebe, das der Verlierer von Ascot gegrillt wurde.
    Zum anderen ist Pferdefleisch um einiges teurer als Rind oder Schwein.

    Ein Skandal wäre es in unserem Kulturkreis, wäre da Hund oder Katze drin, aber Pferd? Das gibts überall in Deutschland.

    5 Leserempfehlungen

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Artikel Auf einer Seite lesen
  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, nf
  • Schlagworte Ilse Aigner | CSU | Tonio Borg | Fleisch | Irland | Tesco
Service