MordverdachtPistorius kommt auf Kaution frei

Der mordverdächtige südafrikanische Sprinter Oscar Pistorius darf das Gefängnis vorerst verlassen. Die Fluchtgefahr sei gering, entschied der Richter in Pretoria.

Oscar Pistorius im Gerichtssaal in Pretoria

Oscar Pistorius im Gerichtssaal in Pretoria  |  © Alexander Joe/AFP/Getty Images

Der südafrikanische Sprintstar Oscar Pistorius kommt gegen eine Kaution von einer Million Rand (etwa 85.000 Euro) frei. Nach einer mehrtägigen Anhörung entschied der Richter in Pretoria, Pistorius müsse nicht in der Haft bleiben, die Fluchtgefahr sei gering. Damit gab er einem Antrag der Verteidigung statt, die argumentiert hatte, ihr Mandant sei ein weltweit bekannter Sportler und werde überall erkannt.

Die Entscheidung wurde von weiteren Faktoren beeinflusst. Richter Desmond Nair hatte zuvor angeführt, dass auch die überfüllten Gefängnisse seine Entscheidung beeinflussen könnten. Er ging auch auf die bisherigen Ermittlungen ein, als er erwähnte, dass der bisherige Chefermittler der Polizei die in der Wohnung gefundenen Mobiltelefone nicht untersucht hatte. Er ordnete sie stattdessen einfach dem Täter zu.

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Hinzu kommt, dass Pistorius in Südafrika sehr beliebt ist, er verkörperte noch vor wenigen Monaten die Hoffnung der Bevölkerung auf eine Goldmedaille. Aus Sicht von Beobachtern könnte auch das die Entscheidung mit beeinflusst haben.

Mittlerweile wurde die Kaution bezahlt, Pistorius verließ das Gefängnis, wie ein Familienmitglied der Nachrichtenagentur AFP sagte. Begleitet von mehreren Angehörigen rollte Pistorius in einem Auto vom Hof.  

Archivaufnahme der Entscheidung hier:

Der 26-jährige Pistorius wird verdächtigt, seine Freundin, das Fotomodel Reeva Steenkamp, vor einer Woche wissentlich erschossen zu haben. Er selbst hatte gesagt, dies sei aus Versehen passiert; er habe sie für einen Einbrecher gehalten. Die Anschuldigungen der Staatsanwaltschaft wies er zurück.

Pistorius' Anwalt prangerte in der Anhörung angebliche Fehler des Staatsanwalts sowie der Ermittler an. Es gebe keine Beweise für den Mordvorwurf, sagte er. Dem widersprechen die Ermittler: Pistorius habe Steenkamp nach einem Streit geplant und gezielt ermordet.

In dem Prozess hatte die Polizei am Donnerstag einen neuen Chefermittler ernannt, weil der bisher leitende Polizeioffizier Hilton Botha selbst mordverdächtig ist.

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Leserkommentare
  1. wohl auch passiert wäre?

    13 Leserempfehlungen
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    aber ich wage zu behaupten: Nein!

    • krister
    • 22. Februar 2013 19:32 Uhr

    1."Ob das Otto Normalverbraucher
    wohl auch passiert wäre?"

    ;-))

  2. aber ich wage zu behaupten: Nein!

    11 Leserempfehlungen
    • Mika B
    • 22. Februar 2013 15:42 Uhr

    nun fehlt nur noch die Verfolgungsjagd per Hubschrauber live im Fernsehen....

  3. Pistorius hat ja zumindest zugegeben, selbst geschossen zu haben.

    So kann die Verteidigung jetzt wenigstens nicht mehr behaupten, Steenkamp selbst hätte erst durch die WC-Türe geschossen, dann sich in dem WC eingeschlossen und Selbstmord begangen.

    Straffrei kommt Pistorius da wohl nicht heraus, trotz des mit seiner Verteidigung beauftragten Staraufgebotes an Anwälten und Forensikern. Wahrscheinlich läuft das jetzt auf eine Bewährungsstrafe hinaus, unglaublich geradezu.

    4 Leserempfehlungen
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    ... die Kommentatoren, die auch nicht mehr Ahnung haben darüber, was wirklich geschehen ist als jeder andere hier im fernen Deutschland, die aber dennoch so tun, als wüssten sie ganz genau, was sich abgespielt hat und das Pistorius auf jeden Fall ein fieser Killer ist - dies Freude an der Demontage von Idolen ist einfach nur ekelhaft.

    Und um Missverständnissen vorzubeugen: Kann sein, dass er schuldig ist, kann sein, dass es ein Unglücksfall war oder irgendwas dazwischen. Sicher ist nur eines - mit unseren Kenntnissen können wir von hier aus ganz sicher kein sinnvolles Urteil darüber abgeben.

    und dachte es wäre ein Einbrecher, bleibt immer noch der vorsätzliche Mord an diesem. Der war schließlich im Bad und hat ihn nicht bedroht, oder?

    Wenn ja, sollten Sie mit Ihren Kommentaren ein bisschen hinterm Berg halten. Immerhin könnten Sie ja noch als Zeuge gehört werden wollen, und wollen Sie echt auf eine Reise nach Südafrika verzichten, bloß weil Sie für befangen erklärt werden?

  4. ... die Kommentatoren, die auch nicht mehr Ahnung haben darüber, was wirklich geschehen ist als jeder andere hier im fernen Deutschland, die aber dennoch so tun, als wüssten sie ganz genau, was sich abgespielt hat und das Pistorius auf jeden Fall ein fieser Killer ist - dies Freude an der Demontage von Idolen ist einfach nur ekelhaft.

    Und um Missverständnissen vorzubeugen: Kann sein, dass er schuldig ist, kann sein, dass es ein Unglücksfall war oder irgendwas dazwischen. Sicher ist nur eines - mit unseren Kenntnissen können wir von hier aus ganz sicher kein sinnvolles Urteil darüber abgeben.

    14 Leserempfehlungen
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    haben Sie selber ja auch einige.

    Danke.

    Ich finde ihren Vorwurf nicht passend. Wenn Sie sich einmal näher mit der Materie beschäftigen würden, käme ihnen an der einen oder anderen Aussage vielleicht auch einige Zweifel.

    was denken Sie denn, wofür so ein Forum da ist? Sie sollten niemanden den "Mund" verbieten. Das erledigt schon die Zensur der Redaktion für Sie.

    • Mari o
    • 22. Februar 2013 16:06 Uhr

    Es ist zum rasend werden.Der soll doch bitte bis zum Umfallen um sein Leben rennen.bestialisch
    Um unseren Frieden zu finden müssen wir verzeihen lernen.

    Eine Leserempfehlung
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    also ich kann mich trotz unglaublicher Wut gerade noch so darauf besinnen, das Ergebnis der Ermittlungen, die Verhandlung und das gerichtliche Urteil abzuwarten bevor ich explodiere.

  5. und dachte es wäre ein Einbrecher, bleibt immer noch der vorsätzliche Mord an diesem. Der war schließlich im Bad und hat ihn nicht bedroht, oder?

    10 Leserempfehlungen
  6. ... hat er in seiner Fürsorgepflicht denn nicht erst einmal nach seiner Freundin neben sich geschaut? Das macht man doch als erstes, oder? Und warum hat er nicht durch die Tür gerufen - zum Beispiel den Namen seiner Freundin? Ich finde das klingt alles sehr, sehr konstruiert.

    12 Leserempfehlungen
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    "Und warum hat er nicht durch die Tür gerufen - zum Beispiel den Namen seiner Freundin?"

    Das überlässt er wahrscheinlich ihnen, nach einem mutmaßlichen Einbrecher Schatzi, oder Mausi zu rufen...

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  • Quelle ZEIT ONLINE, tst
  • Schlagworte AFP | Ermittlung | Gefängnis | Nachrichtenagentur | Polizei | Richter
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