Gewalttat : Mann schießt in Schweizer Holzfabrik um sich

In einem Holzverarbeitungsbetrieb nahe Luzern sind mehrere Menschen getötet worden. Ein langjähriger Mitarbeiter feuerte um sich, danach gab es ein Handgemenge.

In dem Schweizer Unternehmen Kronospan in Menzau (Kanton Luzern) hat ein langjähriger Mitarbeiter auf mehrere Menschen geschossen. Der Täter tötete in der Kantine zwei Personen und sich selbst – möglicherweise infolge einer tätlichen Auseinandersetzung.

Sechs Menschen seien schwer verletzt, einer leicht, wie die Polizei mitteilte. Ein Motiv sei noch nicht bekannt. Die Polizei ermittele im Umfeld des Täters und sichere Spuren, sagte der Chef der örtlichen Kriminalpolizei. Auch wie der Täter genau starb, ist noch unbekannt, ebenso, welche Waffe er benutzte.

Ein Unternehmenssprecher beschrieb den Täter, einen Schweizer, als einen "ruhigen Mann". Er hat demnach mehr als zehn Jahre bei Kronospan gearbeitet.

Nach dem Vorfall hatte die Polizei das Gebiet um den Tatort etwa 25 Kilometer westlich von Luzern abgesperrt. Rettungshubschrauber flogen vier Verletzte in verschiedene Krankenhäuser der Umgebung.

Kronospan-Chef Mauro Capruzzo sagte, alle seien "tief betroffen". Die Mitarbeiter würden betreut. Er sprach Verwandten und Bekannten sein Beileid aus. Freitagnachmittag soll es einen Gedenkgottesdienst geben.

Produktion drosseln

In der Schweiz gibt es in überdurchschnittlich vielen Haushalten Waffen. Erst 2011 hatten die Schweizer mehrheitlich dafür gestimmt, dass Soldaten ihr Gewehr auch weiterhin zu Hause aufbewahren dürfen. Fachleute führen darauf auch die hohe Zahl an Selbsttötungen in dem Land zurück.

Am Morgen hatte die Kronospan AG bekannt gegeben, dass sie trotz guter Auftragslage die Produktion drosseln muss. Grund sei die schlechte Holzernte. Das in Familienbesitz befindliche Unternehmen produziert und veredelt Holzwerkstoffe. Mit mehreren hundert Mitarbeitern ist Kronospan ein wichtiger Arbeitgeber der Gemeinde Menznau und der Region. Zu der Vermutung, wirtschaftliche Probleme des Unternehmens könnten den Täter getrieben haben, hieß es von der Firma, Kronospan habe "seit Monaten keine Kündigung ausgesprochen".

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Kommentare

25 Kommentare Seite 1 von 3 Kommentieren

Sehr geehrter rhadamanthys,

als "Eingebürgerter" darf der Täter nach schweizer Rechtslage doch, wie alle Personen aus der Region Ex-Yugoslavien/Albanien, überhaupt keine Schusswaffe besitzen?

Oder ist dieses Bundesgesetz denn zurückgenommen worden?

Sehr wahrscheinlich also das kein orginär schweizer Ordonannzmaterial hier Tatmittel war, genauso wie der Täter bei 3M in Hilden sich sein Tatmittel aus dem "Heimaturlaub" mitgebracht hatte....

Beste Grüße CM