US-OstküsteSchneesturm legt Atomreaktor in Plymouth lahm

In fünf US-Staaten herrscht wegen extremen Winterwetters Ausnahmezustand, Hunderttausende sind ohne Strom. Ein Reaktor in Massachusetts fuhr herunter. Flüge fallen aus.

Ein Sturm ist mit starkem Schneefall und heftigen Windböen über Teile der US-Ostküste hinweggefegt. In mehr als einer halben Million Haushalte fiel Berichten zufolge der Strom aus. In Massachusetts brach die Stromversorgung eines Reaktors in Plymouth zusammen, teilte die zuständige Behörde mit. Daraufhin habe sich der Reaktor automatisch abgeschaltet. Gefahr hätte weder für die Angestellten des Kraftwerks, noch für die Bevölkerung bestanden.

Der Verkehr kam vielerorts zum Erliegen. Auf einem Highway im Bundesstaat New York blieben Hunderte Fahrzeuge im Schnee stecken, viele Autofahrer mussten in der Nacht auf Hilfe warten. Andere Autobahnen und viele Innenstädte waren hingegen menschenleer. Tausende Flüge und Zugverbindungen wurden gestrichen.

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In der Stadt Hamden im Staat Connecticut fielen etwa 66 Zentimeter Schnee. Im New Yorker Central Park lagen 15 Zentimeter, ungewöhnlich viel für diesen Ort.

In den Bundesstaaten Massachusetts, New York, Connecticut, Maine und Rhode Island rief der Katastrophenschutz den Ausnahmezustand aus. 5.000 Nationalgardisten rückten als Helfer an, einige Küstenstädte sollen evakuiert werden. In Boston durften auf Anordnung des Bürgermeisters keine Fahrzeuge mehr auf den Straßen fahren. Auch das öffentliche Nahverkehrssystem stand größtenteils.

500 Dollar Strafe fürs Autofahren

"Wir sind kräftige Neu-Engländer und solche Stürme gewohnt, aber ich möchte die Menschen daran erinnern, ihren Verstand zu benutzen und von den Straßen fernzubleiben", warnte Bürgermeister Thomas Menino. Die große Mehrheit der Fahrer hielt sich daran: Auf den Straßen waren während der Hauptverkehrszeit nur vereinzelt Fahrzeuge zu sehen. Wer zuwiderhandelt, dem drohen bis zu 500 Dollar (etwa 375 Euro) Strafe oder sogar ein Jahr Gefängnis. Auch New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg forderte die Autofahrer auf, sich von den Straßen fernzuhalten.

In der Stadt Poughkeepsie im Bundesstaat New York starb ein Mensch bei einem Unfall: Eine 18 Jahre alte Autofahrerin verlor auf schneebedeckter Straße die Kontrolle und überfuhr einen Fußgänger. Der 74 Jahre alte Mann wurde nach dem Unfall ins Krankenhaus gebracht, starb dort jedoch an seinen Verletzungen.

Mehr als 60 Flughäfen betroffen

In der gesamten Region waren frühzeitig mehr als 5.000 Flüge und alle Zugverbindungen gestrichen worden. Laut FlightAware sind mehr als 60 Flughäfen betroffen. Auch Flüge aus Deutschland an die Ostküste wurden annulliert. Viele Schulen blieben geschlossen. An Tankstellen und Supermärkten bildeten sich lange Schlangen.

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Leserkommentare
    • zfat99
    • 09. Februar 2013 9:30 Uhr

    "In der Stadt Poughkeepsie im Bundesstaat New York starb eine Autofahrerin. Sie verlor auf schneebedeckter Straße die Kontrolle und überfuhr einen Fußgänger. Der 74 Jahre alte Mann wurde nach dem Unfall ins Krankenhaus gebracht, starb dort jedoch an seinen Verletzungen."

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    "Der Sturm forderte bereits ein erstes Todesopfer. Eine 18 Jahre alte Autofahrerin habe auf schneebedeckter Straße in Poughkeepsie im US-Staat New York die Kontrolle über ihren Wagen verloren und einen Fußgänger überfahren, berichtete der TV-Sender CNN in der Nacht zum Samstag. Der 47 Jahre alte Mann sei nach dem Unfall ins Krankenhaus gebracht worden und dort gestorben."
    Ich denke jetzt ist alles klar. Ich frage mich nur, wie einer der beiden Redaktionen einen Zahlendreher reingebracht hat?!

    Redaktion

    Hallo zfat99,

    der Logikfehler ist korrigiert, danke für den Hinweis.

    @Wondervoll: 74 Jahre ist korrekt.

    Gruß aus der Redaktion, C. Wust

  1. Mich hat in Washington erstaunt, daß die Stromversorgung einzelner Häuser über frei an Holzmasten aufgehängten Kabel
    eingerichtet ist. Bei einer Stromspannung von 110 Volt und einer Heiz- und Kühlleistung um 20 KW sind die Kabelstränge von erheblichem Gewicht und schauckeln schon bei normalen Windböen beängstigend hin und her. Der Aufwand, Niederspan-nungsnetze in die Erde zu verlegen ist gering im Verhältnis zu dem Schaden, der bei Stromausfall entsteht.

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    die durch langsfristig gut geplante Sparmaßnahmen optimiert wurde.

    Und bei den Aufräum- und Reparaturarbeiten verdienen diese Firmen ein zweites Mal.

    Vorausgesetzt sie sind nicht in der Evakuierungs- und Rettungsbranche tätig, dann ware dies bereits das dritte Mal gewesen, dass diese [......] am Gewinn beteiligt worden wären.

    • konnat
    • 09. Februar 2013 10:26 Uhr

    Oder ist es nur das Wetter ?
    Helfen Sie mir !

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    • rt
    • 09. Februar 2013 10:55 Uhr

    Grundsätzlich besteht ein kausaler Zusammenhang zwischen stärker werdenden Stürmen - auch Winterstürmen - und dem Klimawandel.
    In wie weit das derzeitige Wetterchaos in den USA mit dem Klimawandel zu tun hat, ist wahrscheinlich schwer zu beurteilen.
    Dass es trotz kontinuierlicher Erderwärmung im Winter frieren kann, ist kein Widerspruch - nur wahrscheinlich nicht mehr so häufig!
    Immerhin reden wir bisher über Größenordnungen < 1 Grad C gegenüber der vorindustriellen Zeit!

  2. Schneechaos gibts auch hier. Aber solch massive Stromausfälle, und zwar nicht kurzfristig... und dabei sind noch nicht einmal alle Betroffenen vom letzten großen Sturm wieder am Netz.

    Wenn das so weiter geht, werden US Handwerksprodukte in spätestens 10 Jahren in Weltläden angeboten. "Und ist dies auch alles in Handarbeit hergestellt worden?" "Ja. Und die Eltern bekommen soviel dafür bezahlt, dass die Kinder zur Schule gehen können, und nicht dabei mitarbeiten brauchen."

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    • Karl63
    • 09. Februar 2013 17:35 Uhr

    die verweisen allzu gerne darauf, wie preisgünstig die Kilowattstunde Strom in den USA an den Endverbraucher abgegeben wird.
    Während wir hier eine (berechtigte!) Debatte um die Energiewende und deren Kosten für "Otto Normalverbraucher" führen, geht es dort darum wie viele Wochen es wohl dauern wird, bis überall dort wo der Strom ausgefallen ist, wieder elektrische Energie verfügbar ist.
    Hoffentlich fordert dieses Extremwetter nicht noch weitere Opfer und es gibt wahrlich angenehmeres als bei solcher Kälte im Dunkeln und ohne funktionierende Heizung da zu stehen.

    Wie war das 2005 im Münsterland?

  3. die durch langsfristig gut geplante Sparmaßnahmen optimiert wurde.

    Und bei den Aufräum- und Reparaturarbeiten verdienen diese Firmen ein zweites Mal.

    Vorausgesetzt sie sind nicht in der Evakuierungs- und Rettungsbranche tätig, dann ware dies bereits das dritte Mal gewesen, dass diese [......] am Gewinn beteiligt worden wären.

    5 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Stromversorgung"
    • rt
    • 09. Februar 2013 10:55 Uhr

    Grundsätzlich besteht ein kausaler Zusammenhang zwischen stärker werdenden Stürmen - auch Winterstürmen - und dem Klimawandel.
    In wie weit das derzeitige Wetterchaos in den USA mit dem Klimawandel zu tun hat, ist wahrscheinlich schwer zu beurteilen.
    Dass es trotz kontinuierlicher Erderwärmung im Winter frieren kann, ist kein Widerspruch - nur wahrscheinlich nicht mehr so häufig!
    Immerhin reden wir bisher über Größenordnungen < 1 Grad C gegenüber der vorindustriellen Zeit!

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    • Peugeot
    • 09. Februar 2013 11:49 Uhr

    ist das so? und warum? Energieinhalt des Systems?

  4. "Der Sturm forderte bereits ein erstes Todesopfer. Eine 18 Jahre alte Autofahrerin habe auf schneebedeckter Straße in Poughkeepsie im US-Staat New York die Kontrolle über ihren Wagen verloren und einen Fußgänger überfahren, berichtete der TV-Sender CNN in der Nacht zum Samstag. Der 47 Jahre alte Mann sei nach dem Unfall ins Krankenhaus gebracht worden und dort gestorben."
    Ich denke jetzt ist alles klar. Ich frage mich nur, wie einer der beiden Redaktionen einen Zahlendreher reingebracht hat?!

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    Antwort auf "Wer starb?"
  5. Ich lese, im Central Park 15 cm (Zentimeterchen!) Schnee. Und in einem Staedtchen 66 cm..! Ach nee! Na, da kann man noch mit Winterschuhen durch laufen.. Ich habe viele solcher Blizzards in Kanada erlebt. Wunderschoen! Man bleibt zu Hause, heizt ein, eine Tasse Kaffe vor sich, und schaut aus dem Fenster wie die weissen Flocken wirbeln.. Eine herrliche Vorstellung im Theater der Natur. Und am naechsten Tag scheint wieder die Sonne. Noch schoener! Lesen Sie mal mein Buch!

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, Reuters, nf
  • Schlagworte Ausnahmezustand | Autobahn | Autofahrer | Dollar | Fahrzeug | Flughafen
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