GerichtVergewaltigte Frau bekommt Rekord-Schmerzensgeld

Einer Frau, die entführt und vergewaltigt wurde, stehen laut Gericht 100.000 Euro Schmerzensgeld zu. Das ist die höchste Summe, die ein Vergewaltigungsopfer je erhielt.

Das Wuppertaler Landgericht hat einer jungen Frau ein Schmerzensgeld in Höhe von 100.000 Euro zugesprochen. Die heute 20-jährige Frau war als 16-jährige Schülerin in Solingen von einem Mann entführt, tagelang in seinem Haus gefangen gehalten und mehrfach vergewaltigt worden.

Das Landgericht ging mit der Summe über die Forderung der Frau hinaus. Es ist nach Angaben der Richter das höchste bislang in Deutschland verhängte Schmerzensgeld für ein Vergewaltigungsopfer. Das Gericht hatte zuvor auf die besonders schwerwiegenden Umstände der Tat hingewiesen.

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Bisher hat der Täter 20.000 Euro an sein Opfer gezahlt. Er war 2009 wegen besonders schwerer Vergewaltigung und Entführung zu zwölfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

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Leserkommentare
    • dvier
    • 05. Februar 2013 13:13 Uhr
    25. [...]

    Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/mo.

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    • lxththf
    • 05. Februar 2013 13:24 Uhr

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    • lxththf
    • 05. Februar 2013 13:34 Uhr

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  1. 26. zu 28

    Wie können Sie so etwas sagen? Wieso maßen Sie sich an, zu sagen, eine Vergewaltigung wäre nicht schlimm? Was ist denn schlimm?

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    • lxththf
    • 05. Februar 2013 13:19 Uhr

    dem Opfer aber nichts, macht die Tat nicht ungeschehen und hohe Haftstrafen sind nicht die Regel, sondern eher die Ausnahme.

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    • Mike M.
    • 05. Februar 2013 16:59 Uhr

    Genugtuungswirkung für das Opfer, wenn der Täter eine langjährige Freiheitsstrafe verbüßen muss. Zudem kann es sich für diese Zeit der Verbüßung auch einigermaßen sicher fühlen. Lange Haftstrafen sind bei uns zwar tatsächlich nicht die Regel. Dies liegt aber an unser vergleichsweise geringen Kriminalität in Deutschland. Ladendiebe muss man ja auch nicht in den Knast stecken.

    Für das genannte Delikt wird der Täter sicherlich um die 10 Jahre bekommen haben.

    • clair11
    • 05. Februar 2013 13:23 Uhr

    Vergewaltigungsanzeigen werden häufig eingestellt oder in Körperverletzungs- Beleidigungs- oder Nötigungsverfahren umgewandelt.

    Man kann als Opfer tatsächlich froh sein, wenn der Täter überhaupt irgendwie verurteilt wurde, auch nur zur Bewährungsstrafe - und vor allem wenn man nicht vom engagierten Verteidiger bis zur völligen Retraumatisierung auseinandergenommen wurde.

    Schmerzensgeld hilft dem Opfer schon, und viel mehr als eine härtere Strafe. Es geht nicht darum, dass man mit dem Geld schönes Leben machen kann - sondern es geht drum, dass man aus dem Geld den Lebensunterhalt bezahlen kann in Zeiten, wo man traumabedingt nicht viel verdienen kann, oder dass man Therapien bezahlen kann, was die Kasse oder Versorgungsamt nicht zahlen.

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  2. Um es Vorweg zu sagen: Ich gönne ihr das Geld und möchte Vergewaltigungen auch nicht klein reden, trotzdem würde es mich interessieren ob jemand Statistiken kennt, welche die Folgen von Vergewaltigungen beleuchten. In besagtem Kontext heißt es immer, dass das Leben nach einer Vergewaltigung zerstört sei und das Opfer für den Rest seines Lebens psychisch darunter zu leiden habe. Bei anderen dramatischen Ereginissen (z.B. Kriegseinsätze, Überlebte Amokläufe oder Mordversuche) sind zwar auch drastische Folgen bekannt, aber weit davon entfernt so pauschal als unmittelbare und unabwendbare Folge definiert zu sein.

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    • clair11
    • 05. Februar 2013 13:34 Uhr

    "Um es Vorweg zu sagen: Ich gönne ihr das Geld und möchte Vergewaltigungen auch nicht klein reden"
    ------------

    Entschuldigung, aber was heißt hier: "ich gönne ihr das Geld"?

    Es geht hier nicht um eine staatliche Entschädigungszahlung.

    Sondern um eine Widergutmachungszahlung des Täters an Opfer. Wer eine solche Tat vorsätzlich begeht, der kann dafür auch zahlen.

    ----------
    "Bei anderen dramatischen Ereginissen (z.B. Kriegseinsätze, Überlebte Amokläufe oder Mordversuche) sind zwar auch drastische Folgen bekannt, aber weit davon entfernt so pauschal als unmittelbare und unabwendbare Folge definiert zu sein."
    -----------

    Doch. Das Phänomen "Trauma" ist erst durch Beschäftigung der Probleme der Veteranen gesellschaftfähig geworden. Das Bundeswehrkrankenhaus ist in Deutschland auch ein Vorreiter bei der Forschung um Posttraumatische Belastungsstörung gewesen.

    Früher wurde Trauma eher als hysterische Persönlichkeit der Frau abgetan. Erst durch die Tatsache, dass Soldaten - männlich, robust und vor dem Einsatz gesund - nach Rückkehr aus Krigen ähnliche Symptome zeigten, wurde das Problem ernst genommen.

    • lxththf
    • 05. Februar 2013 13:42 Uhr

    http://opus.kobv.de/ubp/v...
    http://www.gbe-bund.de/gb...

    Es gibt genügend Studien, die sich damit beschäftigen.

    "(...) würde es mich interessieren ob jemand Statistiken kennt, welche die Folgen von Vergewaltigungen beleuchten"

    Es gibt Statistiken, die zeigen, bei welchen Ereignissen wieviel Prozent der Betroffenen eine "posttraumatische Belastungsstörung" (PTSD) entwickeln.

    Vergewaltigung ist das Ereignis mit der höchsten Traumatisierungsrate (50%). Dies bezieht sich auf die psychiatrische Definition von "posttraumatischer Belastungsstörung", umfasst aber Dinge wie z.B. Probleme im sexuellen Bereich als Traumafolge noch nicht. D.h., wenn 50% der Opfer eine "klassische" posttraumatische Belastungsstörung entwickeln, kann es trotzdem noch weitere Traumafolgen geben, die in der Statistik nicht mit berücksichtigt wurden.

    Eine Vergewaltigung wird in vielen Fällen das Opfer mehr schädigen als z.B. eine schwere Körperverletzung, weil die Erfahrung, dass die Körpergrenzen ignoriert wurden und der Körper nicht nur "außen", sondern "innen" geschädigt wurde, noch einmal besonders belastend ist.

    Allgemein führen durch Menschen hervorgerufene Schädigungen öfter zu einer Traumatisierung als Ereignisse wie ein Flugzeug- oder Bahnunglück. (Was logisch ist: Menschen werden danach potentiell als nicht mehr vertrauenswürdig eingestuft.)

    Zu den typischen Schäden zählen Flashbacks (bildliche, akustische oder Körpererinnerungen von der Tat, die genauso intensiv erlebt werden wie während des Verbrechens, oft mehrmals täglich, Alpträume, Panikattacken, Depressionen, chronische Erschöpfung u.a.).

    • lxththf
    • 05. Februar 2013 13:24 Uhr
    30. [...]

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    4 Leserempfehlungen
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  3. 31. [...]

    Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/mo.

    • lxththf
    • 05. Februar 2013 13:34 Uhr
    32. [...]

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, nf
  • Schlagworte Entführung | Euro | Gericht | Landgericht | Opfer | Richter
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