Der kritisierte Kalender aus Zweibrücken

Die Stadt Zweibrücken in Rheinland-Pfalz wird für einen Wandkalender für Jugendliche heftig kritisiert. Der Kalender soll vor Drogenmissbrauch warnen und versucht dies durch Sprüche zu erreichen, die der Verwaltung offenbar als jugendlich-zeitgemäß gelten. Allerdings haben die Mitarbeiter der Stadt dabei auch einen Spruch aufgenommen, der Homosexuelle diffamiert.

Das Magazin Queer berichtet, dass neben Slogans wie "Drogen machen hässlich", "Bist du high, sagst du Bye" oder "Schon mal ins Gras gebissen" auch vor zu viel Alkohol gewarnt wird: "Nüchtern cool, saufen schwul", heißt es an einer Stelle.

Der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD) reagierte empört. "Es ist unfassbar, dass die Stadt Zweibrücken das Wort 'schwul' mit Alkoholmissbrauch gleichsetzt. Dieser Kalender ist mit öffentlichen Geldern geförderte Homophobie", teilte der Verband mit. Der Oberbürgermeister von Zweibrücken wurde aufgefordert, den Kalender sofort zurückzuziehen.

"Die Kritik ist berechtigt, das ist nicht optimal gelaufen", sagte ein Sprecher der Stadt. Der Kalender sei inzwischen zurückgezogen worden. Die Seiten hätten Jugendliche in Jugendsprache gestaltet. Anschließend sei der Spruch wohl "durchgerutscht". Der Internationale Bund (IB), der zusammen mit Zweibrücken den Kalender herausgegeben hat, soll bereits alle Kalender vernichtet haben.