Gasexplosion : Mehr als hundert Bergleute sterben in China und Tibet

Erst ein Bergrutsch, dann eine Gasexposion: Über hundert Menschen starben, als in Tibet und China Bergwerke einstürzten. In den Minen kommt es immer wieder zu Unglücken.

Bei zwei schweren Bergbau-Unglücken in China und Tibet sind vermutlich 111 Arbeiter ums Leben gekommen. 83 Menschen wurden am Freitag durch einen Erdrutsch in einem Abbaugebiet für Polymetalle in Tibet verschüttet. Einsatzkräfte suchten am Samstag unter den meterhohen Erdmassen nach Opfern – die erste Leiche wurde erst 36 Stunden nach dem Unglück geborgen.

Die Erdmassen verschütteten östlich der Hauptstadt Lhasa ein drei Kilometer langes Gebiet. Dorfbewohner berichteten, der Berghang sei am Freitagmorgen gegen sechs Uhr plötzlich ins Tal gerutscht. Er begrub die Arbeiter, zumeist Wanderarbeiter aus den chinesischen Provinzen Yunnan, Guizhou, Sichuan, in ihren Unterkünften. Zwei der Opfer sind Tibeter.

Die Bergungsarbeiten wurden durch Kälte, Schneefall und die Höhenverhältnisse von 4.600 Metern behindert. Risse in den umliegenden Bergen deuteten darauf hin, dass weitere Hänge ins Rutschen kommen könnten.

Viele Unglücke werden vertuscht

Nur fünf Stunden nach dem Unglück in Tibet starben 28 Bergarbeiter bei einer Gasexplosion in einer Kohlegrube im Nordosten Chinas. Von den 41 Bergleuten unter Tage konnten 13 verletzt geborgen werden. Das Unglück ereignete sich im Babao-Kohlebergwerk in der Stadt Baishan.

Die Rettungsarbeiten wurden am Samstag beendet, die Ursache noch untersucht. Das Bergwerk gehört der staatlichen Tonghua Mining Group.

In Chinas Bergbau kommen jedes Jahr mehrere Tausend Arbeiter ums Leben. Die genaue Zahl ist unbekannt, weil viele Unglücke vertuscht werden und nicht in Statistiken auftauchen. Das Land bezieht drei Viertel seiner Energie aus Kohle, der Bedarf an Erzen und anderen Rohstoffen wächst durch die rasante Wirtschaftsentwicklung. Ursache vieler Bergbauunglücke sind die schlechte Ausrüstung und unzureichende Sicherheitsvorkehrungen.

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Kommentare

14 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Damit ist dann auch unklar

ob zum Beispiel München weiterhin Teil Deutschlands sein soll, weil nie darüber abgestimmt wurde ob die Münchner gerne Stadtstaat wären. Und warum wird da nicht abgestimmt? Weil das nur eine unbedeutende Minderheit wünscht, die von kaum jemandem wirklich ernst genommen wird...

Nach ihrer Logik können sie jedem Staat so ziemlich jedes Gebiet absprechen, sie brauchen nur einen einzigen Menschen, der sich selbst zur Vertretung des betroffenen Volkes i.e. den Münchnern erklärt.

Aber jemand wie sie würde vermutlich demnach auch den deutschen Osten zurück fordern, und von "Polen und Ostpreussen" sprechen... da sieht die Geschichte nämlich völkerrechtlich ziemlich identisch aus.

Diese Ansicht können sie auch gerne vertreten, in angeblich seriösen Berichten wie diesen hat derartiges jedoch nichts zu suchen!

Das stimmt so nicht...

dazu gab es 1871 ebenfalls keine Volksabstimmung.
Nach dem Kriterium ob man Wahlen abhalten kann, könnten sie in China ja nichtmal feststellen, ob Peking oder Hebei Völkerrechtlich dazu gehören. Ihre Logik erlaubt es undemokratischen Staaten jedes X-beliebige Gebiet abzusprechen. Aber wie gesagt, ebensowenig wie hier über Unabhängigkeit Münchens oder Bayerns abgestimmt wird, wird drüben abgestimmt - in beiden Fällen hielte ich es für unrealistisch dass es mehr als 10% dafür gäbe, was nichtmal in Bayern zum Volksbegehren reichen würde...

Viele Unglücke werden vertuscht

Dass viele Unglücke werden vertuscht werden, mag so sein. Allerdings ist China kein Einzelbeispiel solcher Vertuschungsaktionen. Über die Art und Weise,wie die chinesischen Sicherheitsorgane reagieren würden, wenn die Minenarbeiter gegen schlechte Arbeitsbedingungen oder schlechte Löhne aufbegehren würden,lässt sich spekulieren. Ob es Tote geben würde wie in Südafrika,als bei Arbeitskampfmaßnahmen in Minen des britisch/südafrikanischen Unternehmens Anglo American Platinum , mehrere Minenarbeiter erschossen wurden, halte ich allerdings für unwahrscheinlich.