Auktion : Chinesische Schale vom Flohmarkt für Millionen versteigert

Ein New Yorker Ehepaar hat ein echtes Schnäppchen gemacht. Für drei Dollar kaufte es eine gebrauchte Schale. Nun kam heraus: Sie war eine antike Kostbarkeit.

Eine für drei Dollar auf einem Flohmarkt gekaufte Schale ist bei einer Auktion in New York für 2,23 Millionen Dollar (1,7 Millionen Euro) versteigert worden. Die Porzellanschüssel hat einen Durchmesser von gerade einmal zwölf Zentimetern, ist aber ein Jahrtausend alt und stammt aus der Song-Dynastie (960 bis 1279).

Ein Ehepaar hatte die Schale 2007 für drei Dollar in der Nachbarschaft gekauft und ins Wohnzimmer gestellt. Jahrelang hatten sie nicht den leisesten Verdacht, dass es sich um einen Schatz handelt. Aus purer Neugier brachten sie die aus fast weißem Porzellan gearbeitete Schüssel zum Schätzen und wurden selbst blass: 200.000 bis 300.000 Dollar sollte sie wert sein. Tatsächlich wurden es dann noch einmal zehnmal so viel – oder das knapp 767.000-Fache des Flohmarkt-Preises.

Vier Bieter hatten sich immer wieder gegenseitig übertroffen, gekauft hat die Schale letztlich der Londoner Kunsthändler Giuseppe Eskenazi. Sie gilt als Musterbeispiel eines Werkes der Song-Dynastie und ist besonders fein aus dünnem Material gearbeitet. Laut Sotheby's ist nur noch eine zweite Schale ähnlicher Art bekannt. Das fast identisch aussehende Stück hatte 1947 der Sammler Henry J. Oppenheim dem British Museum in London geschenkt.

Immer mal wieder ging ein solcher Traum vom Schnäppchen für Flohmarkt-Besucher in Erfüllung. Erst im vergangenen September wurde der Fall einer Frau bekannt, die ein Bild nur wegen des hübschen Rahmens gekauft hatte. Sieben Dollar zahlte sie für einen Karton mit allerlei Kram und stellte ihn in die Garage. Als sie den Rahmen benutzen und das Bild wegschmeißen wollte, zeigte sie es vorsichtshalber noch einmal einem Experten. Das Bildchen war ein Renoir, der ihr 100.000 Dollar einbrachte.

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Kommentare

17 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Kulturgüterückführungen aus kulturpolitischen Erwägungen

sollten auch in den USA ein Thema sein.

Zumindest aber sollte versucht werden, und zwar vor dem Verkauf, den Weg dieser Schale zurück zu verfolgen.

Ich glaube, sollte jemand in Deutschland einen solchen ´Fund´ machen, dann kann man es nicht so einfach verkaufen, unabhängig davon, ob man es selbst ´legal´ auf einem Flohmarkt erworben hat, das würde polizeilich ganz sicher mehr als geprüft. Oder irre ich mich da ?