Nach einer Großkundgebung gegen die Homo-Ehe hat die Polizei am Sonntagabend unter Einsatz von Tränengas und Schlagstöcken Hunderte Demonstranten von der Champs-Élysées in Paris vertrieben. Mehrere Reporter berichteten, die Polizei sei mit großer Härte vorgegangen. Einige Demonstranten knieten nieder und schrien: "Demokratie!"

Präsident François Hollande will bis Ende Juni die Gleichstellung der Ehe von Homosexuellen und ein Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare durchsetzen.

Die Polizei sprach von 300.000 Gegnern der Homo-Ehe bei der Demonstration, die Veranstalter dagegen von 1,4 Millionen Teilnehmern. Die Prachtstraße Champs-Élysées im Zentrum der französischen Hauptstadt war für die Demonstration nicht zugelassen.

Veranstalter waren überfordert

Innenminister Manuel Valls sagte, die Demonstration sei "aus dem Ruder gelaufen". Die Veranstalter seien "überfordert" gewesen, weil "extremistische Gruppen" an den Protesten teilnahmen. Mehrere Dutzend Demonstranten seien in Gewahrsam genommen worden. Valls sagte, zur Absicherung der Großkundgebung seien 2.000 Polizisten im Einsatz gewesen.

Am 12. Februar hatte die von den Sozialisten dominierte Nationalversammlung klar für die Einführung der Homo-Ehe samt einem gemeinsamen Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare gestimmt. Das Thema spaltet jedoch die französische Gesellschaft: In den vergangenen Wochen gingen Hunderttausende Demonstranten für oder gegen das Gesetz auf die Straße.