Sexuelle Gewalt : Touristin in Indien springt aus Angst aus Hotelfenster

Die wiederholten Berichte über Vergewaltigungen in Indien haben Folgen: Eine Britin sprang aus Angst aus ihrem Hotelzimmer, das Auswärtige Amt warnt Indien-Reisende.

Eine britische Touristin in Indien ist aus Angst vor einem möglichen sexuellen Übergriff aus ihrem Hotelfenster gesprungen. Die Frau wurde mit Beinverletzungen ins Krankenhaus der Touristenstadt Agra eingeliefert. Die Touristin sei aus dem ersten Stock ihres Hotels gesprungen, als zwei Männer um vier Uhr morgens versucht hätten, in ihr Zimmer einzudringen, teilte die Polizei mit.

Vor dem Zwischenfall soll die junge Frau das Angebot des Hotelbesitzers zurückgewiesen haben, sich von ihm massieren zu lassen. Später sei der Hotelchef in Begleitung eines weiteren Mannes zurückgekehrt und habe versucht, mit einem Ersatzschlüssel die Tür zum Hotelzimmer zu öffnen, sagte ein Polizist. Der Hotelchef sei festgenommen worden, gegen ihn werde wegen Belästigung ermittelt.

Der Vorfall ereignete sich vier Tage nach der Gruppenvergewaltigung einer Schweizer Touristin im zentralen Bundesstaat Madhya Pradesh. Die Frau war in der Nacht zum Samstag vor den Augen ihres gefesselten Ehemannes von mehreren Männern missbraucht worden.

Im Dezember war eine indische Studentin in Neu Delhi an ihren Verletzungen gestorben, nachdem mehrere Männern sie in einem Bus vergewaltigt hatten. Das Verbrechen hatte in Indien eine gesellschaftliche Debatte über die verbreitete sexuelle Gewalt gegen Frauen ausgelöst.  

Auswärtiges Amt warnt Reisende

Das Auswärtige Amt in Berlin ergänzte seine Reisehinweise für Indien. Der Rat, insbesondere Frauen sollten sich in Indien "stets von Vorsicht leiten lassen", wurde durch den Einschub "insbesondere vor dem Hintergrund zuletzt vermehrt berichteter sexueller Übergriffe" erweitert.

Das US-Außenministerium fordert Touristinnen zur Beachtung "strenger Sicherheitsvorkehrungen" auf. Sie sollten – vor allem nachts – nicht allein Taxi fahren. Das Schweizer Außenministerium warnt seit vergangenem Monat vor zunehmender sexueller Gewalt in Indien und rät Touristen, nur in großen Gruppen und mit örtlichen Fremdenführern zu reisen.

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