Der zurückgetretene schottische Kardinal Keith O'Brien hat Fehler in seinem Umgang mit Priestern eingeräumt. In einer schriftlichen Erklärung gab der bislang ranghöchste Vertreter der Katholiken in Großbritannien zu, dass es Zeiten gegeben hat, "in denen mein sexuelles Verhalten unter den Standard gefallen ist, der von mir als Priester, Erzbischof und Kardinal erwartet wurde".

O'Brien bat bei der gesamten Kirche um Vergebung und entschuldigte sich bei allen, die er mit seinem Verhalten verletzt habe. Zudem kündigte er an, dem Kirchenleben komplett den Rücken zu kehren. "Ich werde den Rest meines Lebens zurückgezogen verbringen", schrieb der zurückgetretene Erzbischof von Edinburgh. "Am öffentlichen Leben der katholischen Kirche von Schottland werde ich nicht mehr teilnehmen."

Sein Rücktritt folgte auf Berichte über "unangemessenes Verhalten" des Kardinals im Umgang mit Glaubensbrüdern. Mehrere Priester hatten schwere Vorwürfe erhoben und sich in einem Beschwerdebrief auch an den Vatikan gewandt.

Bei den Vorwürfen handelt es sich um Vorkommnisse vor rund 30 Jahren. O'Brien hatte diese zunächst bestritten und begründet dies nun damit, dass die Kritik zunächst "unspezifisch" und anonym erhoben worden war.

O'Brien hätte als einziger Geistlicher aus Großbritannien an der Wahl des neuen Papstes in Rom teilnehmen sollen. Den Nachfolger von Benedikt XVI., der am vergangenen Donnerstag aus dem Amt geschieden ist, wird er nun nicht mitbestimmen.