Seit Tagen wurde gerätselt, dann schienen viele Indizien dafür zu sprechen, dass das Konklave zur Wahl des neuen Papstes am Montag beginnen sollte. Nun hat der Vatikan bekannt gegeben, dass die Veranstaltung in der Sixtinischen Kapelle am Dienstag beginnen wird.

Der Heilige Stuhl ist seit dem Rücktritt von Papst Benedikt XVI. Ende Februar nicht mehr besetzt. Der 85-jährige Papst aus Deutschland war aus Altersgründen aus dem Amt geschieden. Er ist nach Coelestin V. im Jahr 1294 in der Kirchengeschichte der zweite Papst, der zu Lebzeiten abtrat.

Inzwischen sind alle 115 wahlberechtigten Kardinäle im Vatikan eingetroffen. Sie stimmen während des Konklaves hinter verschlossenen Türen ab. Gewählt ist, wer zwei Drittel der Stimmen erhält. Es wird solange abgestimmt, bis die Mehrheit steht. Das kann Tage, Wochen oder Monate dauern. Der Vatikan hofft auf eine schnelle Entscheidung, damit das neue Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche schon zum Osterfest im Amt sein kann.

Normalerweise versammeln sich die Kardinäle 15 bis 20 Tage nach dem Tod oder – wie jetzt – nach dem Rücktritt eines Papstes. Benedikt XVI. hat die Regeln diesmal so geändert, dass das Konklave früher beginnen kann.

Normalerweise gibt es am Nachmittag des ersten Konklave-Tages eine Wahl, an allen anderen Tagen werden in der Regel vormittags und nachmittags jeweils zwei Wahlen – also vier Wahlen am Tag – veranstaltet. Nach jedem Wahlgang werden die Stimmzettel verbrannt. Steigt schwarzer Rauch über dem Vatikan auf, ist die Wahl noch nicht entschieden. Steigt hingegen weißer Rauch auf, ist der neue Papst gewählt.