RechtsextremismusNetzwerk des NSU war größer als angenommen

Insgesamt 129 Mitglieder der rechtsextremen Szene sollen die Terrorgruppe NSU unterstützt haben. Die neue Namenliste wird nun auf unentdeckte V-Leute untersucht.

Fahndungsfotos von Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos

Fahndungsfotos von Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos  |  © Frank Doebert/Ostthüringer Zeitung/dpa

Das Netzwerk der rechtsextremen Zwickauer Terrorzelle war Medienberichten zufolge deutlich größer als bisher angenommen. 129 Mitglieder der rechtsextremen Szene gehörten zum engeren und weiteren Umfeld des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU), meldete die Bild am Sonntag. Die Namen stehen auf einer geheimen Liste der Sicherheitsbehörden, die dem NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestags nun zuging. Der Vorsitzende des Untersuchungsausschusses, Sebastian Edathy, bestätigte das dem ARD-Hauptstadtstudio.

Die neue Zahl sei "erschreckend hoch", sagte Edathy der Bild am Sonntag. Nun müsse "schnell geklärt werden, ob es darunter Mitwisser der NSU-Verbrechen und weitere V-Leute gab". Der Ausschuss hat demnach vor einigen Tagen beschlossen, dass die Bundes- und Landesregierungen die neue Namensliste auf bisher unentdeckte V-Leute des Verfassungsschutzes überprüfen sollen.

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Der NSU wird für eine bundesweite Mordserie an neun Geschäftsleuten mit Migrationshintergrund und einer Polizistin verantwortlich gemacht. Der Prozess gegen Beate Zschäpe, die einzige Überlebende des Neonazi-Trios, und vier mutmaßliche Helfer des NSU beginnt am 17. April.

Die vier Helfer gelten neben dem Trio dem Bericht zufolge als harter Kern der Terrorgruppe. Zudem gebe es knapp ein Dutzend weiterer Beschuldigter, gegen die noch ermittelt werde, sowie zahlreiche Helfer, die direkt oder indirekt Kontakt mit den mutmaßlichen Terroristen hatten. Die Unterstützer der Zelle sollen unter anderem Geld, falsche Papiere und Waffen beschafft haben.

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Leserkommentare
  1. Das Netzwerk "war" größer? Warum nicht im Präsens? Oder haben sich diese Menschen in Luft aufgelöst?

    "Der Ausschuss hat demnach vor einigen Tagen beschlossen, dass die Bundes- und Landesregierungen die neue Namensliste auf bisher unentdeckte V-Leute des Verfassungsschutzes überprüfen sollen."

    Der Ausschuss beschließt Überprüfungen ? Hat er diese Befugnis?
    Warum ging diese "geheime Liste der Sicherheitsbehörden" erst jetzt an den Ausschuss? Welche Sicherheitsbehörden sind überhaupt gemeint ? Es ist doch unglaublich,dass eine solche Liste erst jetzt auf V-Leute überprüft wird.Apropos V-Leute:ich warte immer noch vergeblich auf eine Erklärung für diese Meldung:

    "Bekanntlich hatte eine „Vertrauensperson“ (VP 562) des Berliner Landeskriminalamtes im Jahr 2002 Informationen über die Terrorgruppe geliefert, die das LKA aber nicht weitergab. Dem Vernehmen nach soll das Berliner Landeskriminalamt die Nichtweitergabe von VP-Informationen an andere Behörden damit begründet haben, dass ein ausländischer Geheimdienst mit der Beendigung der Zusammenarbeit gedroht habe. Diese Anweisung habe generell gegolten, nicht speziell für VP 562.” (Tagesspiegel)

    Ein ausländischer Geheimdienst droht mit Beendigung der Zusammenarbeit falls VP-Informationen generell an andere deutsche Behörden weitergegeben werden ? Bitte ? Eine deutsche Behörde lässt sich von ausländischen Geheimdiensten erpressen und bei der Suche nach Rechtsterroristen behindern ?

    23 Leserempfehlungen
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    • conure
    • 24. März 2013 11:14 Uhr

    von Geheimdiensten (inländisch und ausländisch) in die rechtsextreme
    Szene der BRD gehört von unabhängiger Seite untersucht.

    Was dort an Stimmung gegen Muslime geschürt wird, das ist
    auffällig, zumal es in einer teilweise sehr subtilen Art und
    Weise geschieht.....auf europäischer Ebene, von Organisationen,
    die mittlerweile länderübergreifend agieren

    "English Defence League" mit ihrem Ableger "German Defence League"
    ist so ein Beispiel.

    Die offiziellen Organisatoren äußern sich "staatstragend/demokratisch",
    tolerieren aber aggressive,rassistische Aussagen ihrer Mitglieder,
    sodaß innerhalb der Gruppen eine hochexplosive Atmosphäre von
    Haß, Morddrohungen etc. entsteht.

    Auf facebook leicht nachzulesen.

    Agieren Geheimdienste und deren V-Leute nur "angepaßt", weil
    sie diese rechten Organisationen "infiltrieren" und "überwachen"
    wollen ?
    Oder wird hier auch bewußt "brandstifterisch" gehandelt ?

    Wäre zu überprüfen, vor allem bei ausländischen Diensten.

  2. 2. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf überzogene Polemik und beteiligen Sie sich an der Diskussion mit sachlichen Argumenten. Danke, die Redaktion/au

    5 Leserempfehlungen
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    • seschu
    • 24. März 2013 12:26 Uhr

    Cui bono? frage ich mich eher bei ihrem Beitrag. Noch dazu ist ihr Kommentar nur schwierig zu verstehen wenn Sätze wie dieser hier "passieren":
    "Die gekrönt wird vom Opfer zweiter Klasse (der Polizistin) weil die anderen Waffen ran wollten."
    Wieso ist die Polizistin ein Opfer zweiter Klasse? Was heißt der zweite Teil des Satzes?

    "Klingt wirklich BIZARR und hat weder der NPD noch der extremen Rechten irgendwie geholfen."

    Es hat auch nie jemand behauptet, dass die parteiführung der NPD persönlich den AUftrag dazu gegeben hat.

    "Wer daran glaubt soll daran glauben, viele sehen das sehr kritisch."
    Noch so schöne kodierte Formulierung dafür, dass sie der meinung sind das sei alles eine böse böse Verschwörung. In meinen Augen machen sie sich damit ziemlich lächerlich.

    Der Kommentar, auf den Sie Bezug nehmen, wurde mittlerweile entfernt. Die Redaktion/au

  3. die Ermittlungen gegen den Braunen Sumpf immer wieder ins leere laufen,während Bundesweit ein 15 jähriger nach dem runterladen eines Songs schon in der selben Woche zur Verantwortung gezogen wird.

    weshalb wurde bis Heute,der leitender Ermittler der Soko Bosporus
    der die Presse über jahrelang mit falscher Verdächtigungen und Ermittlungen informiert hat, nie zur Verantwortung gezogen.

    viele von uns haben aus der Vergangenheit nicht gelernt und werden in Zukunft auch nicht begreifen worum es im Leben geht.

    20 Leserempfehlungen
    • gooder
    • 24. März 2013 11:09 Uhr

    Die Anklage gegen Zschäpe steht auf wackligen Beinen,sie wurde anders als Böhnhardt und Mundlos,nicht an den Tatorten gesichtet,oder durch Zeugenaussagen oder andere Indizien belastet.Es gibt Personen, die anders als sie, tatsächlich einen Tatortsbezug haben.Ein Bewegungsprofil der Polizei hat ergeben,dass ein Agent des hessischen Landesamtes für Verfassungsschutz, bei sechs von neun Morden in der Nähe des Tatortes war.Diese Meldung aus der BILD ist mittlerweile aus der Berichterstattung verschwunden. Was ist mit dem Polizeibeamten,der gleichzeitig Zugführer der ermordeten Polizistin Michel Kiesewetter war,und dem Ku-Klux-Klan angehörte und was ist mit dem Kontaktmann Zschäpes im sächsischen Inneministerium der auch aktenkundig ist,oder wie kamen die untergetauchten Zschäpe,Böhnhardt und Mundlos an die "legalen illegalen" Ausweispapiere, Fragen über Fragen.

    10 Leserempfehlungen
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    "verschwunden", weil es eine Falschmeldung war: http://www.sueddeutsche.d...

    über die "legalen illegalen" Papiere. Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe haben einfach die Personalien einiger ihrer Unterstützer angegeben, und hatten deswegen "echte" Personalausweise und Bahncards.

    • conure
    • 24. März 2013 11:14 Uhr

    von Geheimdiensten (inländisch und ausländisch) in die rechtsextreme
    Szene der BRD gehört von unabhängiger Seite untersucht.

    Was dort an Stimmung gegen Muslime geschürt wird, das ist
    auffällig, zumal es in einer teilweise sehr subtilen Art und
    Weise geschieht.....auf europäischer Ebene, von Organisationen,
    die mittlerweile länderübergreifend agieren

    "English Defence League" mit ihrem Ableger "German Defence League"
    ist so ein Beispiel.

    Die offiziellen Organisatoren äußern sich "staatstragend/demokratisch",
    tolerieren aber aggressive,rassistische Aussagen ihrer Mitglieder,
    sodaß innerhalb der Gruppen eine hochexplosive Atmosphäre von
    Haß, Morddrohungen etc. entsteht.

    Auf facebook leicht nachzulesen.

    Agieren Geheimdienste und deren V-Leute nur "angepaßt", weil
    sie diese rechten Organisationen "infiltrieren" und "überwachen"
    wollen ?
    Oder wird hier auch bewußt "brandstifterisch" gehandelt ?

    Wäre zu überprüfen, vor allem bei ausländischen Diensten.

    7 Leserempfehlungen
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    Sie haben anscheinend entweder zuviel geforumt oder zuwenig gelesen, das ist alles schon erklaert worden:

    http://www.danieleganser....

    http://www.danieleganser....

    http://www.ndr.de/fernseh...

    http://www.sueddeutsche.d...

    Bezüglich der BRD ist es besser wenn Sie die Kapitel über ALLE ANDEREN Länder zuerst lesen - und vielleicht können Sie dann das Kapitel über die DDR selbst schreiben ...

    Ihre Angie

  4. das alles klingt genau so unsinnig und unschlüssig wie die story ,das zwei leute jahrelang die polizei narrt ,indem sie mit dem fahrrad zum tatort fährt und wahllos menschen tötet,dazu noch mit immer derselben waffe obwohl sie ja angeblich ein riesiges waffenarsenal hatten.aber kein interesse hat sich wenigstens anonym dazu zu bekennen,zu den morden.die ausserdem in der rechten szene bis zu ihrem seltsamen tod völlig unbekannt waren.na und das seltsame ende-zwei eiskalte killer bekommen nach dem sie ne bank überfallen haben plötzlich doch angst als ein polizeistreife vorbeikommt und bringen sich selbst um und ,jetzt kommts ,zünden dann noch den wohnwagen an.
    in dem sinne völlig unmöglich das die noch verbündet bzw unterstützer hatten.
    und warum ist all die jahre nix bekannt geworden von der nsu wenn so viele dabei waren ,die szene war doch durchsetzt von v-leuten???

    16 Leserempfehlungen
  5. Die Geheimdienste haben früher gerne die rechte Szene benutzt und mit denen zusammengearbeitet, um Terroranschläge zu verübern, um es dem kommunistischen Feind unterzuschieben.

    Wenn man die Geschichte des BKA, BND und einiger anderer Dienste anschaut, wird auf rechtes Gedankengut (und Geschichte) stoßen. Da muss man sich nicht fragen, wie es zu sowas kommt.

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    Es ist ja durchaus bekannt, dass die bundesdeutschen Geheimdienste sich direkt nach dem Krieg in ihrer Mehrzahl aus (ehemaligen) Faschisten rekrutiert haben. Ich denke man muss kein Prophet sein, was fuer Leute die wiederum in Hinsicht der Gesinnung aus Bewerberpools auswaehlen. Und selbst, wenn dabei ein "Fehler" unterlaeuft, wird sich ein rechtskritischer Mensch entweder freiwillig durch Kuendigung aussortieren oder man setzt diese so unter Druck, dass sie sich anpassen. Man kann Institutionen nicht aus sich selbst heraus reformieren, die einzige Moeglicheit waere die Institution selbst aufzuloesen. Ein gutes Beispiel ist doch auch das Verfassungsgerichtsurteil zu sogenannten Deals. Das Gericht hat festgestellt, dass bei der Mehrzahl der Deals das bestehende Recht gebrochen wurde. Man sollte doch jetzt annehmen, dass Staatsanwaelte sich der Sache annehmen, denn immerhin geht es um massenhafte Rechtsbeugung zu wessen Vor- oder Nachteil auch immer. Aber davon habe ich noch nicht gelesen und werde davon nie lesen. Es wuerde mich noch nicht einmal wundern, wenn sich in der Praxis nichts aendert, weil in DE werden keine Richter vor Gericht gestellt, obwohl im Paragraf 339 StGB was anderes steht.

  6. Das haben die Meisten schon von Anfang an gesagt. Nur, daß es nicht nur aus diesen 129 Nasen bestand, sondern dass da eine viel viel größere Organisation dahintersteckt, das darf ja anscheinend noch nicht einmal vermutet werden...

    Kommt, Leute, hört auf, niemand glaubt mehr an diesen Quatsch.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, Reuters, cw
  • Schlagworte Sebastian Edathy | Beate Zschäpe | Geld | NSU | Prozess | Untersuchungsausschuss
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