RechtsextremismusNetzwerk des NSU war größer als angenommen

Insgesamt 129 Mitglieder der rechtsextremen Szene sollen die Terrorgruppe NSU unterstützt haben. Die neue Namenliste wird nun auf unentdeckte V-Leute untersucht.

Fahndungsfotos von Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos

Fahndungsfotos von Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos

Das Netzwerk der rechtsextremen Zwickauer Terrorzelle war Medienberichten zufolge deutlich größer als bisher angenommen. 129 Mitglieder der rechtsextremen Szene gehörten zum engeren und weiteren Umfeld des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU), meldete die Bild am Sonntag. Die Namen stehen auf einer geheimen Liste der Sicherheitsbehörden, die dem NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestags nun zuging. Der Vorsitzende des Untersuchungsausschusses, Sebastian Edathy, bestätigte das dem ARD-Hauptstadtstudio.

Die neue Zahl sei "erschreckend hoch", sagte Edathy der Bild am Sonntag. Nun müsse "schnell geklärt werden, ob es darunter Mitwisser der NSU-Verbrechen und weitere V-Leute gab". Der Ausschuss hat demnach vor einigen Tagen beschlossen, dass die Bundes- und Landesregierungen die neue Namensliste auf bisher unentdeckte V-Leute des Verfassungsschutzes überprüfen sollen.

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Der NSU wird für eine bundesweite Mordserie an neun Geschäftsleuten mit Migrationshintergrund und einer Polizistin verantwortlich gemacht. Der Prozess gegen Beate Zschäpe, die einzige Überlebende des Neonazi-Trios, und vier mutmaßliche Helfer des NSU beginnt am 17. April.

Die vier Helfer gelten neben dem Trio dem Bericht zufolge als harter Kern der Terrorgruppe. Zudem gebe es knapp ein Dutzend weiterer Beschuldigter, gegen die noch ermittelt werde, sowie zahlreiche Helfer, die direkt oder indirekt Kontakt mit den mutmaßlichen Terroristen hatten. Die Unterstützer der Zelle sollen unter anderem Geld, falsche Papiere und Waffen beschafft haben.

 
Leser-Kommentare
  1. dass Frau Zschaepe [...] aus dem Hintergrund die ganze Sache gelenkt und sich nicht selbst die Finger schmutzig gemacht hat. Somit waere sie die antreibende Kraft und Hauptschuldige waehrend ihre Komplizen sich praktischerweise abgelebt haben als es etwas eng wurde.
    Klingt genauso glaubwuerdig wie Ihre Sprueche.

    Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion/au

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    Antwort auf "Es gibt...."
    • zfat99
    • 24.03.2013 um 14:17 Uhr

    ... gehört der gesamte Verfassungsschutz verhaftet!

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  2. Es ist ja durchaus bekannt, dass die bundesdeutschen Geheimdienste sich direkt nach dem Krieg in ihrer Mehrzahl aus (ehemaligen) Faschisten rekrutiert haben. Ich denke man muss kein Prophet sein, was fuer Leute die wiederum in Hinsicht der Gesinnung aus Bewerberpools auswaehlen. Und selbst, wenn dabei ein "Fehler" unterlaeuft, wird sich ein rechtskritischer Mensch entweder freiwillig durch Kuendigung aussortieren oder man setzt diese so unter Druck, dass sie sich anpassen. Man kann Institutionen nicht aus sich selbst heraus reformieren, die einzige Moeglicheit waere die Institution selbst aufzuloesen. Ein gutes Beispiel ist doch auch das Verfassungsgerichtsurteil zu sogenannten Deals. Das Gericht hat festgestellt, dass bei der Mehrzahl der Deals das bestehende Recht gebrochen wurde. Man sollte doch jetzt annehmen, dass Staatsanwaelte sich der Sache annehmen, denn immerhin geht es um massenhafte Rechtsbeugung zu wessen Vor- oder Nachteil auch immer. Aber davon habe ich noch nicht gelesen und werde davon nie lesen. Es wuerde mich noch nicht einmal wundern, wenn sich in der Praxis nichts aendert, weil in DE werden keine Richter vor Gericht gestellt, obwohl im Paragraf 339 StGB was anderes steht.

    3 Leser-Empfehlungen
    Antwort auf "Operation Gladio..."
  3. Ja - alle die fleißig mitgeschreddert haben darf man nicht vergessen mit zu zählen.
    Hut ab vor Hr. Edathy - bitte forschen Sie weiter.

    Die Maßstäbe bei linken Tätern sind völlig andere - die früheren Geldgeber Deutschlands (USA usw) sorgten für bestimmte Feindbilder wie Kommunismus. Nach wie vor in vielen Köpfen insbesondere im Verfassungsschutz wie eine interessante Sendung auf Radio Bayern 2 zeigt: Sendung 'Jazz und Politik', die üblichen Verdächtigen, vom 11.2.2012

    Mein wachsender Eindruck: D ist halb voll von verkappten Nazis, viele gehen deswegen auch zum Staat, habe selbst jemand in einer Ausländerbehörde miterlebt und war einfach nur erschüttert.. genau dort sitzen sie leider wahrscheinlich öfter als man denkt, lasst euch dies von ausländischen Mitbewohnern erzählen...

    und ich ahne Schreckliches: zB nach dem Jurastudium Kontakte zu rechten 'Burschenschaften' und Lieder der Vaterlandsliebe singen / Job beim Staat (zB Verfassgschutz) aufgrund der Kontakte und der vaterlandstreuen Vita

    Bleibt abzuwarten, aus welchem Holz die jetzigen Richter geschnitzt sind...

    MFG

    2 Leser-Empfehlungen
  4. meint Wolf Wetzel in seinem bemerkenswerten Blog "Eyes Wide Shut":

    "In der Geschichte des ›Untergrundes‹ gibt es nicht viele Gruppen, deren Untergrund so transparent war, wie der des NSU. Es war ein Aquarium, in dem die NSU-Mitglieder wie Goldfische gehalten wurden." (http://wolfwetzel.wordpre...)

    Es häufen sich Indizien dafür, daß Teile der Sicherheitsbehörden sehr viel über den NSU wußten, daß der "Untergrund" überhaupt nur durch schützende staatliche Hand ein solcher sein konnte.
    Nur eben wohlgemerkt: Indizien. Zum Vernichten von Beweisstücken und Akten und zum Legen falscher Spuren war ja inzwischen reichlich Zeit.
    (Hinter dem Etikett "Staatsgeheimnis" verbergen sich oft genug Verbrechen.)

    Die auf Zschäpe fokussierte Anklageschrift läßt bisher nicht vermuten, daß die BAW an dieser Stelle aufklären will. Hajo Funke hatte bereits Ende Januar darauf hingewiesen, daß deutlich mehr Menschen aktiv am NSU beteiligt gewesen sein müssen, als angeklagt sind (http://www.welt.de/politi...).

    Wer Entscheidendes vertuschen will, hat in diesem Fall wenigstens zwei Möglichkeiten: Man kapriziert sich auf die "ganz kleine Zelle", die unabhängig agiert habe. Oder man schafft mit einer "Wolke" von Unterstützern wirkungsvolle "Unübersichtlichkeit".

    Betreiben wir Bürger weiter die Aufklärung, welche die Medien uns versagen!

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    Zum Beispiel diese:

    Wie kam es 1998 zu der Amtshilfe des BfV für das LfV Thüringen bei der Suche nach dem NSU ? Aus welchem Grund und warum wurde die Öffentlickeit nicht darüber informiert ?

    Ein Zeuge berichtet kürzlich im Thüringer Untersuchungsausschuss davon,dass das BUNDESAMT für Verfassungsschutz 1998 Amtshilfe leistete.In Form der Entsendung eines Observationstrupp nach Thüringen wurden die Thüringer Schlapphüte 3-4 Wochen im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen Böhnhardt/Mundlos/Zschäpe unterstützt.Derartige Unterstützung der Bundesbehörde gab es damals nur selten. Der Zeuge war seinerzeit übrigens dem Referat 21, “Observation Linksextremismus” zugeteilt und gleichzeitig zuständig für die Quellenüberprüfung bzw. Observation von Quellen im Bereich Rechts.

    Warum sahen die Staatsanwaltschaft Gera und die Bundesanwaltschaft keinen Anlass, ein Verfahren wegen „Bildung einer terroristischen Vereinigung“ einzuleiten, obwohl das Trio ganz offensichtlich unter der Verwendung von TNT Bomben baute und schon vor ihrem “Abtauchen” 1998 im Visier der Behörden war ?

    Warum stellte die Staatsanwaltschaft Gera (Thüringen) das Verfahren gegen den gesuchten Neonazi Uwe Mundlos zwei Jahre zu früh ein und verhinderte damit eine weitere Fahndung ?

    Warum sprach die Polizei erst drei Wochen nach dem Banküberfall von Eisenach davon , sie sei am Tatort (Wohnmobil) sofort beschossen worden ?

    Warum ließ die Polizei den zuvor rechtskräftig Verurteilten Böhnhardt am 26.1.1998 einfach mit dem Auto davon fahren, bevor die zweite Garage durchsucht wurde ?

    Wie kann es sein, dass Beate Zschäpe,die mutmaßlich im Untergrund lebte, am 3.10.08 an einer Demonstration des „Freien Netzes“ im sächsischen Geithain teilnimmt, ohne vor Ort von Polizei oder Verfassungsschutz behelligt zu werden ?

    Warum wurde Andreas T., ein V-Mann Führer, dem eine rechte Gesinnung nachgesagt wird (“Klein-Adolf”), der NS-Devotionalien sammelte, gegen das Waffengesetz verstieß und äußerst widersprüchliche Angaben zu seinem Aufenthalt im Kasseler Internet Cafe machte, ins Regierungspräsidium Kassel versetzt ?

    Zum Beispiel diese:

    Wie kam es 1998 zu der Amtshilfe des BfV für das LfV Thüringen bei der Suche nach dem NSU ? Aus welchem Grund und warum wurde die Öffentlickeit nicht darüber informiert ?

    Ein Zeuge berichtet kürzlich im Thüringer Untersuchungsausschuss davon,dass das BUNDESAMT für Verfassungsschutz 1998 Amtshilfe leistete.In Form der Entsendung eines Observationstrupp nach Thüringen wurden die Thüringer Schlapphüte 3-4 Wochen im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen Böhnhardt/Mundlos/Zschäpe unterstützt.Derartige Unterstützung der Bundesbehörde gab es damals nur selten. Der Zeuge war seinerzeit übrigens dem Referat 21, “Observation Linksextremismus” zugeteilt und gleichzeitig zuständig für die Quellenüberprüfung bzw. Observation von Quellen im Bereich Rechts.

    Warum sahen die Staatsanwaltschaft Gera und die Bundesanwaltschaft keinen Anlass, ein Verfahren wegen „Bildung einer terroristischen Vereinigung“ einzuleiten, obwohl das Trio ganz offensichtlich unter der Verwendung von TNT Bomben baute und schon vor ihrem “Abtauchen” 1998 im Visier der Behörden war ?

    Warum stellte die Staatsanwaltschaft Gera (Thüringen) das Verfahren gegen den gesuchten Neonazi Uwe Mundlos zwei Jahre zu früh ein und verhinderte damit eine weitere Fahndung ?

    Warum sprach die Polizei erst drei Wochen nach dem Banküberfall von Eisenach davon , sie sei am Tatort (Wohnmobil) sofort beschossen worden ?

    Warum ließ die Polizei den zuvor rechtskräftig Verurteilten Böhnhardt am 26.1.1998 einfach mit dem Auto davon fahren, bevor die zweite Garage durchsucht wurde ?

    Wie kann es sein, dass Beate Zschäpe,die mutmaßlich im Untergrund lebte, am 3.10.08 an einer Demonstration des „Freien Netzes“ im sächsischen Geithain teilnimmt, ohne vor Ort von Polizei oder Verfassungsschutz behelligt zu werden ?

    Warum wurde Andreas T., ein V-Mann Führer, dem eine rechte Gesinnung nachgesagt wird (“Klein-Adolf”), der NS-Devotionalien sammelte, gegen das Waffengesetz verstieß und äußerst widersprüchliche Angaben zu seinem Aufenthalt im Kasseler Internet Cafe machte, ins Regierungspräsidium Kassel versetzt ?

  5. Ja die Linksterroristen sind aus Sicht des Staates eben die groesseren Feinde, denn diese stellen ja eine Gefahr fuer Politiker und andere gesellschaftliche "Persoenlichkeiten" da. Und rechte Terroristen vergreifen sich eben an Menschen, die eher auf der Schattenseite der deutschen Gesellschaft leben und die geniessen eben nicht die gleiche Achtung wie die potentiellen Opfern von Linksterroristen. Und wer die geistigen Brandstifter von Rechtsradikalen sind, kann man doch bei der Diskussion um Rumaenen und Bulgaren in DE, sehr schoen an den Verlautbarungen bestimmter Politiker verfolgen. Natuerlich ruft unser Innenminister nicht zum Mord auf, aber unterstellt Einwanderern aus oestlichen Staaten alle denkbaren Boshaftigkeiten und uebertreibt im Zweifel masslos, und ruft damit bei geistig unterbemittelten Mitbuergern quasi das Gefuehl hervor, man befinde sich in einer Art Notstand, dem nur noch mit Gewalt beizukommen ist.

    5 Leser-Empfehlungen
    Antwort auf "129 ?"
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    • gooder
    • 24.03.2013 um 15:54 Uhr

    Meinen sie wirklich, dass es noch sowas wie Linksterroristen gibt? Ich glaube, dass mit dem Ende der 2. RAF-Generation Schluß war.

    Ich bin z.B. auch dafür, dass man Menschen aus Rumänien,Bulgarien oder Mazedonien den Aufenthalt in der Bundesrepublik erleichtern sollte, nur so lassen sich schließlich Vorurteile gegenüber diesen Personen abbauen, da das Zusammenleben mit ihnen völlig unproblematisch ist.

    • gooder
    • 24.03.2013 um 15:54 Uhr

    Meinen sie wirklich, dass es noch sowas wie Linksterroristen gibt? Ich glaube, dass mit dem Ende der 2. RAF-Generation Schluß war.

    Ich bin z.B. auch dafür, dass man Menschen aus Rumänien,Bulgarien oder Mazedonien den Aufenthalt in der Bundesrepublik erleichtern sollte, nur so lassen sich schließlich Vorurteile gegenüber diesen Personen abbauen, da das Zusammenleben mit ihnen völlig unproblematisch ist.

    • gooder
    • 24.03.2013 um 15:54 Uhr

    Meinen sie wirklich, dass es noch sowas wie Linksterroristen gibt? Ich glaube, dass mit dem Ende der 2. RAF-Generation Schluß war.

    Ich bin z.B. auch dafür, dass man Menschen aus Rumänien,Bulgarien oder Mazedonien den Aufenthalt in der Bundesrepublik erleichtern sollte, nur so lassen sich schließlich Vorurteile gegenüber diesen Personen abbauen, da das Zusammenleben mit ihnen völlig unproblematisch ist.

    Antwort auf "Was man bedenken muss "
  6. Zum Beispiel diese:

    Wie kam es 1998 zu der Amtshilfe des BfV für das LfV Thüringen bei der Suche nach dem NSU ? Aus welchem Grund und warum wurde die Öffentlickeit nicht darüber informiert ?

    Ein Zeuge berichtet kürzlich im Thüringer Untersuchungsausschuss davon,dass das BUNDESAMT für Verfassungsschutz 1998 Amtshilfe leistete.In Form der Entsendung eines Observationstrupp nach Thüringen wurden die Thüringer Schlapphüte 3-4 Wochen im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen Böhnhardt/Mundlos/Zschäpe unterstützt.Derartige Unterstützung der Bundesbehörde gab es damals nur selten. Der Zeuge war seinerzeit übrigens dem Referat 21, “Observation Linksextremismus” zugeteilt und gleichzeitig zuständig für die Quellenüberprüfung bzw. Observation von Quellen im Bereich Rechts.

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