Papst Franziskus hat in der Predigt zu seiner Amtseinführung gesagt, es sei auch seine Aufgabe, "mit Liebe und Zärtlichkeit die gesamte Menschheit anzunehmen, besonders die Ärmsten, die Schwächsten und die Geringsten." Gleichzeitig rief er zur Bewahrung der Schöpfung und Achtung vor jedem Geschöpf Gottes und der Umwelt auf.

"Lassen wir nicht zu, dass Zeichen der Zerstörung und des Todes den Weg dieser unserer Welt begleiten", sagte Franziskus vor den Pilgern auf dem Petersplatz. Leider gebe es in jeder Epoche Menschen wie Herodes, "die Pläne des Todes schmieden, das Gesicht des Menschen zerstören und entstellen." Hass, Neid und Hochmut verunreinigten aber das Leben.

Vor der Predigt erhielt Franziskus den Fischerring und das Pallium, eine Stola aus Lammwolle. Kardinalsdekan Angelo Sodano überreichte ihm den vergoldeten Silberring. Den Wollschal bekam er von dem Protodiakon Jean-Louis Tauran umgelegt. Mit diesem Ritus beginnt offiziell das Pontifikat des 266. Papstes.

200.000 Pilger feierten auf dem Petersplatz

Vor der Feier fuhr der 76-Jährige mit einem offenen Papamobil durch die Menschenmenge auf dem Petersplatz in Rom. Die Zeremonie begann mit einem Gebet am Petrus-Grab unter dem Papstaltar im Petersdom. Begleitet wurde der Papst von mehreren Würdenträgern.

Aus der argentinischen Heimat des Papstes reiste Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner an, aus den USA kam Vizepräsident Joe Biden. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel nahm an der Feier teil. Insgesamt kamen nach Angaben des Vatikans mehr als 130 Delegationen und 200.000 Pilger. Die Sicherheitsmaßnahmen wurden erheblich verstärkt.

Erstmals seit fast 1.000 Jahren reiste auch der orthodoxe Patriarch von Konstantinopel zu den Feierlichkeiten an. Die Entscheidung zur Teilnahme stehe im Zusammenhang mit den großen Fortschritten in den Beziehungen der Kirchen in der letzten Zeit. Die Eigenständigkeit der orthodoxen Kirchen geht auf die große Kirchenspaltung (Schisma) aus dem Jahr 1054 zurück.