AmtseinführungFranziskus predigt Sanftmut

Papst Franziskus hat in seiner Antrittspredigt dazu aufgerufen, sich für die Armen und Schwachen einzusetzen. 200.000 Pilger feierten den Beginn seines Pontifikats.

Papst Franziskus bei seiner Antrittspredigt in Rom

Papst Franziskus bei seiner Antrittspredigt in Rom  |  © Tony Gentile/Reuters

Papst Franziskus hat in der Predigt zu seiner Amtseinführung gesagt, es sei auch seine Aufgabe, "mit Liebe und Zärtlichkeit die gesamte Menschheit anzunehmen, besonders die Ärmsten, die Schwächsten und die Geringsten." Gleichzeitig rief er zur Bewahrung der Schöpfung und Achtung vor jedem Geschöpf Gottes und der Umwelt auf.

"Lassen wir nicht zu, dass Zeichen der Zerstörung und des Todes den Weg dieser unserer Welt begleiten", sagte Franziskus vor den Pilgern auf dem Petersplatz. Leider gebe es in jeder Epoche Menschen wie Herodes, "die Pläne des Todes schmieden, das Gesicht des Menschen zerstören und entstellen." Hass, Neid und Hochmut verunreinigten aber das Leben.

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Vor der Predigt erhielt Franziskus den Fischerring und das Pallium, eine Stola aus Lammwolle. Kardinalsdekan Angelo Sodano überreichte ihm den vergoldeten Silberring. Den Wollschal bekam er von dem Protodiakon Jean-Louis Tauran umgelegt. Mit diesem Ritus beginnt offiziell das Pontifikat des 266. Papstes.

200.000 Pilger feierten auf dem Petersplatz

Vor der Feier fuhr der 76-Jährige mit einem offenen Papamobil durch die Menschenmenge auf dem Petersplatz in Rom. Die Zeremonie begann mit einem Gebet am Petrus-Grab unter dem Papstaltar im Petersdom. Begleitet wurde der Papst von mehreren Würdenträgern.

Aus der argentinischen Heimat des Papstes reiste Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner an, aus den USA kam Vizepräsident Joe Biden. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel nahm an der Feier teil. Insgesamt kamen nach Angaben des Vatikans mehr als 130 Delegationen und 200.000 Pilger. Die Sicherheitsmaßnahmen wurden erheblich verstärkt.

Erstmals seit fast 1.000 Jahren reiste auch der orthodoxe Patriarch von Konstantinopel zu den Feierlichkeiten an. Die Entscheidung zur Teilnahme stehe im Zusammenhang mit den großen Fortschritten in den Beziehungen der Kirchen in der letzten Zeit. Die Eigenständigkeit der orthodoxen Kirchen geht auf die große Kirchenspaltung (Schisma) aus dem Jahr 1054 zurück.

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Leserkommentare
  1. "Der Mensch ist gut, nur die Leute sind schlecht" hat der seelige Karl Valentin mal gesagt.
    Franziskus hatte ja darum gebeten, nicht anzureisen, sondern das Geld lieber den Armen zu spenden. Aber so ein Event können sich die Leute halt nicht entgehen lassen...
    Er hat noch viel zu tun, der neue Papst.

    3 Leserempfehlungen
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    Wenn er schon darum bittet, das Geld den Armen zu spenden, statt einzureisen, kann er auch seine prächtigen Gewänder und die pompöse Kirchenausstattung dazu verwenden, eben jenen zu helfen und - ganz back to the roots-mäßig - in einfacher Kutte von einem Berg predigen. Wäre doch mal was für jemanden, der solche Aufrufe tatsächlich ernst meint, meinen Sie nicht? (:

    ... nur die Leit san a Gsindl."

    ist von Johann Nestroy.

  2. " Bartholomäus I. sei auf dem Weg nach Rom, sagte ein Sprecher des Patriarchen. Die Entscheidung zur Teilnahme stehe im Zusammenhang mit den großen Fortschritten in den Beziehungen der Kirchen in der letzten Zeit."

    Offenbar war das Pontifikat Benedikts des XVI. doch nicht so ergebnis- und bedeutungslos, wie es viele Dauerkritiker sehen wollen.

    14 Leserempfehlungen
  3. nach seinem Ebenbild. Die Menschen schufen Gott nach ihrem Ebenbild.
    Und mit einem Mal wird vieles von alldem was uns als göttliche Botschaft aufgeschwatzt wird klar und verständlich, als Grundlage eines ganz profanen, irdischen Machtapparates.

    20 Leserempfehlungen
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    manche der Menschen haben offensichtlich keine Ahnung von Geschichte.

    von der Frohen Botschaft des Christlichen Evangeliums
    Sie erquicken, und Sie nie mehr zurückfallen lassen
    in die Trübsal Ihrer MainstreamDenke...,

    einen Frohen Tag und weitere Glückseligkeiten Ihnen!

    • postit
    • 19. März 2013 10:59 Uhr

    die Festrede für die humanistische Union ist nebenan ;-)

    Schönen Tag noch
    postit

    Auf einer Erde, so wie sie ist, minus Menschen, die Gott nach ihrem Ebenbild _hätten schaffen können_, was wäre dann wohl? Wer hätte sich dann _Gedanken_ über Göttliches oder Unerklärliches gemacht? Das ist eine ebenso theoretische Frage wie die nach der Existenz Gottes und somit von gleicher Berechtigung. Und gewiss keine "Mainstreamdenke" à la waggonspeed. So weit denken die meisten nämlich gar nicht, schon gar nicht die, die die Idee von Gott für sich gepachtet und eine Kirche daraus gemacht haben.

    Ein barmherziger Gott, dem Bedürfnis der Menschen entsprungen, ist besser und wahrer und schöner als unbarmherzige Gottlosigkeit.

    • P_S
    • 19. März 2013 13:45 Uhr

    denn seit Leibniz und Newton ist bekannt, es gibt einen Gott.

    Sie können die Definition aus der Infinitisimalrechnung ableiten, bzw. reicht es aus die Naturwissenschaften zu betrachten, es werden zwar immer mehr Geheimnisse aufgedeckt, aber mit jeder klärung entstehen etliche neue Fragen. D.h. wir werden immer mehr wissen aber nie alles! Dies kann nur einer!

    Gott egal welcher Glaubensrichtung gab es immer!

    Man kann folglich sagen, dass der Mensch seine Eigenschaften auf Gott übertrug, aber nicht der Mensch schuf Gott! Und mit dem Übertragen der Eigenschaften des idealen Menschenbiles nach dem jeder Mensch streben sollte, ist auch ein Appart der Bildung und der Erläuterung notwendig, denn gerade Menschen wie Sie zeigen es, dass ihnen die Achtung vor dem nächsten Menschen fehlt, denn sonst hätten sie ihren Kommentar nicht abgegeben.

  4. 4. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf unsachliche Polemik. Danke, die Redaktion/jk

    15 Leserempfehlungen
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    Der Kommentar, auf den Sie kritisch Bezug nehmen, wurde mittlerweile entfernt. Danke, die Redaktion/jk

    • gorgo
    • 19. März 2013 13:25 Uhr

    Der Kommentar, auf den Sie Bezug nehmen, wurde mittlerweile entfernt. Danke, die Redaktion/jk

    Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/mo.

  5. ... beginnt offiziell das Pontifikat des 266. Papsts."

    Viel Glück!

    5 Leserempfehlungen
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    Die Besetzung des Stuhls mit einem Jesuiten ist ein Fanal an die Evangelikalen und an den Islam. Der Klerus schaltet um in den Kampfmodus. Keine Frage.

    ... @ la borsa:

    Mit Verlaub, das, was Sie da schreiben ist doch Blödsinn! Nach den ersten Eindrücken, die man von Franziskus bekommen konnte weist doch nichts daraufhin, dass er "Soldat" ist oder dass er den "Kampfmodus" des Vatikan einschalten will! Wobei, wenn er vorhat, (frei nach Paulo Coelho) ein Krieger des Lichts zu werden, kann er von mir aus Krieg führen! ;)

    Alle nur Opium fürs Volk und die "größte Schau" der Welt! Nicht mehr und nicht weniger. Für mich absolut irrelevant und Verschwendung dieser ganze Verein im Vatikan. Wasser predigen und selbst Wein trinken! Auch dieser Papst wird sich nicht ohne wenn und aber auf die Seite der Schwachen stellen, sondern nur schön darüber reden.

  6. manche der Menschen haben offensichtlich keine Ahnung von Geschichte.

    3 Leserempfehlungen
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    Immer, wenn solcherart Themen diskutiert werden, wird früher oder später auf "die Geschichte" verwiesen, ohne näher darauf einzugehen, implizierend, daß doch jeder genau wissen müßte, welchen Teil der Geschichte man nun meint.

    Das ist unfair und nicht zielführend. Daher bitte ich Sie, etwas näher zu erläutern, worauf sie genau anspielen.

  7. von der Frohen Botschaft des Christlichen Evangeliums
    Sie erquicken, und Sie nie mehr zurückfallen lassen
    in die Trübsal Ihrer MainstreamDenke...,

    einen Frohen Tag und weitere Glückseligkeiten Ihnen!

    2 Leserempfehlungen
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    wenn sich Christen mal fragen sollten, warum ihnen nicht-Christen mitunter feindlich gesonnen sind, ein kleiner Tip:

    Ein Hauptaspekt ist diese überaus durchschaubare und vor Lüge und Heuchelei triefende "Holier than thou"-Attitüde.

    P.S.: Jesus hat wohl eher nicht an den heiligen Geist geglaubt...

  8. 8. [...]

    Der Kommentar, auf den Sie kritisch Bezug nehmen, wurde mittlerweile entfernt. Danke, die Redaktion/jk

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "[...]"
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    Entfernt. Kein Themenbezug. Danke, die Redaktion/jp

    Ich hatte den Kommentar gar nicht kritisiert.

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  • Quelle dpa, fz
  • Schlagworte Angela Merkel | Epoche | Joe Biden | Papst | Petersdom | Ritus
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