FranziskusArgentinier feiern ihren Papst

Überraschung und Jubel in Argentinien. Im Heimatland des Papstes steht die Gesellschaft seit Jahrzehnten in einem spannungsreichen Verhältnis zur Katholischen Kirche.

Feiernde Papst-Anhänger in Buenos Aires

Feiernde Papst-Anhänger in Buenos Aires  |  © Lalo Yasky/Getty Images

Die Wahl des Argentiniers Jorge Mario Bergoglio zum neuen Papst lässt viele Argentinier jubeln. In Buenos Aires strömten mehrere hundert Menschen vor der Kathedrale im Zentrum der Stadt zusammen. Auf der Plaza de Mayo waren Rufe zu hören: "Argentinien hat einen Papst, lasst uns feiern!"

Die wenigsten hatten damit gerechnet, dass der neue Papst Argentinier sein würde. Die Kirche hatte in der argentinischen Gesellschaft einst einen hohen Stellenwert. In den vergangenen Jahrzehnten schwächte sich dies ab. Die Gründe liegen darin, dass die Kirche die Militärdiktatur offen unterstützt hatte. Dies hatte vor allem bei der Stadtbevölkerung zu einer Abkehr von der Religion geführt.

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Mit den Regierungen von Néstor und Cristina Kirchner hatte die Kirche wiederholt Konflikte auszutragen. So verlegten die Kirchners den traditionellen Gottesdienst zum Nationalfeiertag in der Kathedrale der argentinischen Hauptstadt in verschiedene Provinzhauptstädte, in denen sie weniger kritische Worte vom lokalen Bischof erwarten konnten.

Dennoch wünschte Kirchner dem neuen Kirchenoberhaupt eine "fruchtbare Amtszeit". Der neue Papst trage große Verantwortung für "die Gerechtigkeit, die Gleichheit, die Brüderlichkeit und den Frieden der Menschheit", sagte die argentinische Präsidentin.

Weltweit gratulierten dem neuen Papst Politiker und Würdenträger. US-Präsident Barack Obama sagte, er freue sich darauf, mit ihm zusammenzuarbeiten, um Frieden, Sicherheit und die Würde aller "Mitmenschen, unabhängig ihres Glaubens" zu stärken. Die Wahl des ersten Papstes aus Amerika sei zudem ein Zeichen der Vitalität und Stärke Lateinamerikas, sagte Obama.

Auch Angela Merkel, UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und die Spitzenpolitiker aus der EU äußerten Freude über die Entscheidung der Papstwahl. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas lud Franziskus zu einem Besuch in Bethlehem, dem Geburtsort von Jesus Christus, südlich von Jerusalem ein. Zugleich äußerte Abbas die Hoffnung, der neue Papst möge sich für Frieden im Heiligen Land einsetzen.

Einen anderen vorgestellt 

Der Jüdische Weltkongress in New York hofft, die "engen Beziehungen weiterzuführen". Papst Franziskus sei kein Fremder, erklärte Ronald S. Lauder, der Präsident der Organisation. "Er hatte immer ein offenes Ohr für unsere Sorgen."

Bundespräsident Joachim Gauck sagte, der neue Papst trete die Nachfolge Petri in Zeiten großer Herausforderungen an. "Mit Ihnen wird erstmals ein Lateinamerikaner Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche – ein sichtbares Zeichen ihrer weltumspannenden Dimension."

Kardinal Joachim Meisner äußerte sich positiv, aber dennoch überrascht. "Ich hätte mir einen anderen vorgestellt", sagte er. Es sei aber ein gutes Zeichen, dass der neue Papst ganz anders sei, als er gedacht habe.

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Leserkommentare
  1. Kardinal Meisner: "Ich hätte mir einen anderen vorgestellt", sagte er. Es sei aber ein gutes Zeichen, dass der neue Papst ganz anders sei, als er gedacht habe.“

    Auf jeden Fall dürfte es schon mal ein gutes Zeichen sein, wenn der neue Papst ganz anders ist, wie seine Selbstherrlichkeit aus dem Kölner Dom gedacht hat.

    2 Leserempfehlungen
  2. und schon ist die komplette deutsche "humanistische" links-liberale Mainstream Szene beleidigt wie es nur geht!

    Es ist ein Mensch, ein körperlich nicht gerade großer Mann mit 76 Jahren aus Argenitinen und es wird gemotzt.

    [...]

    Es ist ein Bischof von Rom mit einer großen Lebenserfahrung, es wird ein wohl kurzes und knackiges Pontifikat dafür bete ich für seine Gesundheit und wünsche ihn viel Kraft. [...]

    Gekürzt, da unsachlich. Die Redaktion/ls

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    • hermse
    • 14. März 2013 8:38 Uhr

    Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/ls

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    • hermse
    • 14. März 2013 8:38 Uhr
    3. [...]

    Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/ls

    Eine Leserempfehlung
  3. 4. [...]

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  4. 5. [...]

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, Reuters, nf
  • Schlagworte Barack Obama | Mahmud Abbas | Cristina Kirchner | Europäische Union | Ban Ki Moon | Jesus
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