Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft hat zwei Polizisten wegen ihrer Verantwortung für den Wasserwerfer-Einsatz gegen Stuttgart-21-Demonstranten im Herbst 2010 angeklagt. Den 40 und 47 Jahre alten Männern wird fahrlässige Körperverletzung im Amt vorgeworfen, teilte die Behörde mit.

Als Einsatzleiter sollen die beiden Polizisten am sogenannten Schwarzen Donnerstag ihre Sorgfaltspflicht verletzt haben, indem sie nicht eingriffen, als die Wasserwerfer immer wieder eingesetzt wurden. Mindestens neun Demonstranten wurden dadurch am Kopf erheblich verletzt.

Gegen vier weitere der zwölf Beschuldigten sei ein Strafbefehl beantragt worden, gegen die restlichen sechs wurde das Verfahren eingestellt, teilte die Staatsanwaltschaft weiter mit.

Zehntausende Menschen hatten im Herbst 2010 gegen den Umbau des alten Kopfbahnhofes in Stuttgart zu einem unterirdischen Tiefbahnhof protestiert. Als im Schlossgarten der Stadt Bäume entfernt werden sollte, kam es zu den schwersten Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei, die Tränengas und Wasserwerfer einsetzte. Dutzende Menschen wurden dabei verletzt, unter anderem der Rentner Dietrich Wagner, dessen Augenverletzung als Foto zum Symbol der Proteste wurde. Wagner wurde so schwer verletzt, dass er auf einem Auge blind bleiben wird.