S-21-Proteste : Zwei Polizisten wegen Wasserwerfer-Einsatz angeklagt

Den zwei für den Wasserwerfer-Einsatz verantwortlichen Polizisten wird fahrlässige Körperverletzung vorgeworfen. Sie hätten die Gewalt gegen Demonstranten stoppen können.

Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft hat zwei Polizisten wegen ihrer Verantwortung für den Wasserwerfer-Einsatz gegen Stuttgart-21-Demonstranten im Herbst 2010 angeklagt. Den 40 und 47 Jahre alten Männern wird fahrlässige Körperverletzung im Amt vorgeworfen, teilte die Behörde mit.

Als Einsatzleiter sollen die beiden Polizisten am sogenannten Schwarzen Donnerstag ihre Sorgfaltspflicht verletzt haben, indem sie nicht eingriffen, als die Wasserwerfer immer wieder eingesetzt wurden. Mindestens neun Demonstranten wurden dadurch am Kopf erheblich verletzt.

Gegen vier weitere der zwölf Beschuldigten sei ein Strafbefehl beantragt worden, gegen die restlichen sechs wurde das Verfahren eingestellt, teilte die Staatsanwaltschaft weiter mit.

Zehntausende Menschen hatten im Herbst 2010 gegen den Umbau des alten Kopfbahnhofes in Stuttgart zu einem unterirdischen Tiefbahnhof protestiert. Als im Schlossgarten der Stadt Bäume entfernt werden sollte, kam es zu den schwersten Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei, die Tränengas und Wasserwerfer einsetzte. Dutzende Menschen wurden dabei verletzt, unter anderem der Rentner Dietrich Wagner, dessen Augenverletzung als Foto zum Symbol der Proteste wurde. Wagner wurde so schwer verletzt, dass er auf einem Auge blind bleiben wird.

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Kommentare

21 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Ich habe Angst

[...] In dem Kinder, die herumsitzen, mit Wasserwerfen beschossen werden. In dem Rentern, die herumstehen, das Auge rausgeschossen wird. In dem nicht aggressive Bürger zwar nach Aufforderung nicht das Gelände verlassen, aber als Reaktion nicht z.B. herausgetragen werden, sondern verletzt werden. In dem Politiker und Polizisten es vollkommen normal finden, wenn keine Verhältnismäßigkeit gewahrt wird. In dem Bürger wie Sie das gut finden. So lange, bis sie selber wegen Nichtigkeiten unter die Räder dieser Maschinerie kommen.

Gekürzt, da unsachlich. Die Redaktion/ls

Demokratie

Immer wieder lustig, wenn jemand in einer Sache von Demokratie schreibt, bei der das Volk seines Mitbestimmungsrechts beraubt wurde, in dem man falsche Informationen lanciert hat.

Echte Demokratie wäre gewesen, alle Fakten auf den Tisch und das Volk entscheidet. Danach wäre eine Sitzblockade in der Tat nicht mehr demokratisch.

Aber "davor" ist es zu 100% ein demokratisches Mittel um sich Gehör zu verschaffen.

Übrigens, wäre Jesus gescheitert, wüssten sie heute seinen Namen nicht mehr!

Soso...

...wenn sich also ein paar 7.-Klässler hinsetzen ist das Gewalt? Was ist es denn, wenn man auf diese sitzenden 7.-Klässler mit Wasserwerfern und Pfefferspray losgeht?
Und nur mal nebenbei: Wieviele Demonstranten wurden damals verletzt und wieviele Polizisten? Wer trug und trägt bleibende Schäden davon? Schon mal was von "Verhältnismäßigkeit der Mittel" gehört?