Trauernde Angehörige des in Polizeigewahrsam gestorbenen Mosambikaners © Alexander Joe/AFP/Getty Images

Wegen einer brutalen Aktion sind acht Polizisten in Südafrika festgenommen worden. Sie haben am Dienstag einen Mann aus Mosambik an ihren Polizeiwagen gefesselt und bis zum Revier mitgeschleift. Der Mann starb wenige Stunden später. Die Polizisten sollen am Montag wegen mutmaßlichen Mordes vor Gericht gestellt werden, teilte die interne Ermittlungsbehörde der Polizei in Johannesburg mit.

Von dem Vorfall gibt es Videoaufnahmen, die am Donnerstag publik geworden sind. Zu sehen ist, wie der 27-jährige Taxifahrer mit Handschellen an einen Polizeiwagen gebunden und anschließend von dem fahrenden Auto durch die Straßen der Township Daveyton östlich von Johannesburg gezogen wird.

Wenige Stunden später wurde der Mosambikaner tot in seiner Zelle aufgefunden. Der Radiosender EWN berichtete, die Polizisten hätten den Tod des Taxifahrers darauf zurückgeführt, dass er in der Zelle von anderen Inhaftierten angegriffen worden sei. Dem widerspreche aber das Obduktionsergebnis, wonach der Mosambikaner an Kopfverletzungen und inneren Blutungen starb.

Südafrikas Staatschef Jacob Zuma bezeichnete die Tat als "entsetzlich, verstörend und nicht akzeptabel". Der mosambikanische Außenminister Oldemiro Baloi teilte mit, seine Regierung sei zutiefst empört.

Polizei mit schlechtem Ruf

Der Fall dürfte weiter zum schlechten Ruf der südafrikanischen Polizei beitragen. Im August hatten Beamte 34 streikende Minenarbeiter erschossen. Negative Schlagzeilen brachte der Polizei auch der Fall des unter Mordverdacht stehenden Paralympics-Siegers Oscar Pistorius. Der Hauptermittler wurde abgezogen, nachdem bekannt wurde, dass er des versuchten Mordes in sieben Fällen verdächtig ist.

Die Oppositionspolitikerin Mamphela Ramphele sagte, einige Polizeivertreter würden mit unglaublicher Härte vorgehen. Bei der Polizei handele es sich mehr um eine Streitmacht wie unter der Apartheid und weniger um eine Behörde. In der Zeit der Rassentrennung in Südafrika, die bis 1994 dauerte, waren brutale Misshandlungen durch die Polizei an der Tagesordnung.

Laut Amnesty International wurden von April 2011 bis März 2012 den internen Polizeiermittlern zufolge 720 verdächtige Todesfälle in Polizeigewahrsam oder bei Polizeieinsätzen gemeldet.