BürgerkriegÜber zwei Millionen syrische Kinder in Not

In Syrien wächst eine verlorene Generation heran, warnt das UN-Kinderhilfswerk. Mehr als zwei Millionen Kinder brauchen Hilfe. Aber das Geld wird immer knapper.

Syrische Kinder in einem Flüchtlingscamp in Jordanien (Archiv)

Syrische Kinder in einem Flüchtlingscamp in Jordanien (Archiv)  |  © Majed Jaber/Reuters

Mehr als zwei Millionen syrische Kinder sind nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks Unicef vom Bürgerkrieg in ihrem Land betroffen und benötigen dringend Hilfe. "Millionen Kinder in Syrien sehen ihre Vergangenheit und ihre Zukunft verschwinden", heißt es in einem Unicef-Bericht. Es entstehe eine "verlorene Generation".

Die Kinder seien schrecklichen Gefahren ausgesetzt, sagte Unicef-Chef Anthony Lake. Viele von ihnen seien zu Waisen geworden, wurden verletzt und lebten in ständiger Angst vor Angriffen. Unzählige Kinder seien traumatisiert, da sie mit angesehen hätten, wie Familienmitglieder getötet worden seien. Sie seien außerdem Opfer von sexueller Gewalt, Folter und willkürlicher Haft und würden als Kindersoldaten rekrutiert.

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Auch die Infrastruktur für die Zukunft der Kinder in Syrien sei betroffen: Jede fünfte Schule ist nach Angaben von Unicef zerstört worden.

Fehlendes Geld erschwert Hilfe

Für die Arbeit des Kinderhilfswerks in Syrien fehlt allerdings Geld. Bis Ende Juni würden 195 Millionen Dollar (etwa 150 Millionen Euro) benötigt. Davon seien bisher aber erst etwa 20 Prozent von der internationalen Gemeinschaft zur Verfügung gestellt worden. Sollte sich das nicht ändern, könnte Unicef möglicherweise schon Ende des Monats gezwungen sein, Hilfsleistungen wie Impfungen, Trinkwasserlieferungen und die Versorgung von Säuglingen zu reduzieren.

Bei dem Bürgerkrieg in Syrien sind in den vergangenen zwei Jahren nach Schätzungen mehr als 70.000 Menschen getötet worden. Wie viele davon Kinder sind, ist nicht bekannt. Mehr als eine Million Menschen haben bereits das Land verlassen, laut Unicef sind die Hälfte von ihnen Kinder.

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Leserkommentare
    • scoty
    • 12. März 2013 12:51 Uhr

    " Bis Ende Juni würden 195 Millionen Dollar (etwa 150 Millionen Euro) benötigt. Davon seien bisher aber erst etwa 20 Prozent von der internationalen Gemeinschaft zur Verfügung gestellt worden. "

    Was ist das für eine Gemeinschaft die auf dem Geld der Not leidenden Kindern sitzt und es nicht freigibt ?

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  1. Sie tun mir unendlich leid, aber wie viele Kinder waren vor dem "Syrischen Frühling" in Not?

    Ein ZON-Zitat:

    "Ein 14-Jähriger schildert in dem Bericht seine Erlebnisse: "Sie nehmen Kinder und stellen sie vor sich. Sie machen sich einen Schutzschild aus Kindern." Allerdings wird in den meisten Schilderungen nicht klar, ob Rebellen oder syrischen Regierungstruppen für die Taten verantwortlich waren."

    Quelle: http://www.zeit.de/politi...

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    "Syrischen Frühling" in Not?"

    Direkt Not gab es nicht vor dem Bürgerkrieg. Aber natürlich wuchsen auch diese Kinder in einem laizistisch orientierten Staat heran, in dem es zwar weitgehende Religionsfreiheit gab, wobei die überwiegende Zahl der Syrer Sunniten sind, die traditionell umso ärmer sie sind, umso lieber einem religiösen Staat zuneigen, in dem der Koran die Maßstäbe von Recht, Ordnung und Beweglichkeit von Wohlstand festlegt.

    Der Standpunkt der Freunde Syriens könnte als Krönung freiheitlicher Gesinnung angesehen werden: Wenn die syrischen Rebellen einen für westliches Verständnis unfreien Gottesstaat wollen, so ist er ihnen zu gewähren. Allerdings will das nur ein Teil.

    Nicht zuletzt, welcher religiös Motivierte hat sich denn je von Vernunftsargumenten beeindrucken lassen? Die Flucht in die Religion ist zumeist schon eine Reaktion auf eine Welt, in der dem Flüchtigen keine vernunftgeleiteten Handlungsmöglichkeiten mehr blieben.

    Ich verstehe, wenn es gerade Deutschen schwer fällt, zu verstehen, dass nicht alle Völker vor ihrem politisch-religiösen Willen gerettet werden müssen. Die Syrer sind aber noch weit davon entfernt, einen ganzen Kontinent in ihren Wahn zu verstricken. Zudem war Assad in den wenigen Jahren seiner Macht nicht gerade US-freundlich und es schadet nichts, wenn nach dem Debakel in Afghanistan klar wird, dass die USA immer noch was bewirken können, wenn auch nur als Strippenzieher und Planer im Dunkeln.

  2. Und Russland liefert weiterhin Waffen an das Regime. Für Waffen hats immer noch gelangt, egal ob ganze Generationen wegbrechen.
    WARUM???

    2 Leserempfehlungen
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    denn damit zu tun, sollen doch erst einmal die Glaubensbürder der Religion des Friedens und der Nächstenliebe aus dem Süden ihre Reichtümer teilen, der Ölpreis steigt und steigt allein Saudi Arabien hat Einnahmen von ca 800 Mio Dollar am Tag, selbst nahc Abzug aller Kosten sollten da schon Beträge im zweistelligen Mio bereich pro Tag kein Problem darstellen.

    Es ist ein innermuslimischer Konflikt zwischen Shias und Sunni der durch die Muslim und die Freunde des Islams in der westlichen Welt in der arabischen Welt auch Dhimmis genannt gelöst werden muss und die auch die Kosten tragen sollten.

    Warum eröffnet die ZEIT keine Spendenaktion, bei der Viezahl Dhimmis im Kommentarbereich sollte da eine schöne Summe zusammen kommen.

  3. denn damit zu tun, sollen doch erst einmal die Glaubensbürder der Religion des Friedens und der Nächstenliebe aus dem Süden ihre Reichtümer teilen, der Ölpreis steigt und steigt allein Saudi Arabien hat Einnahmen von ca 800 Mio Dollar am Tag, selbst nahc Abzug aller Kosten sollten da schon Beträge im zweistelligen Mio bereich pro Tag kein Problem darstellen.

    Es ist ein innermuslimischer Konflikt zwischen Shias und Sunni der durch die Muslim und die Freunde des Islams in der westlichen Welt in der arabischen Welt auch Dhimmis genannt gelöst werden muss und die auch die Kosten tragen sollten.

    Warum eröffnet die ZEIT keine Spendenaktion, bei der Viezahl Dhimmis im Kommentarbereich sollte da eine schöne Summe zusammen kommen.

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Das nötige Kleingeld"
  4. "Syrischen Frühling" in Not?"

    Direkt Not gab es nicht vor dem Bürgerkrieg. Aber natürlich wuchsen auch diese Kinder in einem laizistisch orientierten Staat heran, in dem es zwar weitgehende Religionsfreiheit gab, wobei die überwiegende Zahl der Syrer Sunniten sind, die traditionell umso ärmer sie sind, umso lieber einem religiösen Staat zuneigen, in dem der Koran die Maßstäbe von Recht, Ordnung und Beweglichkeit von Wohlstand festlegt.

    Der Standpunkt der Freunde Syriens könnte als Krönung freiheitlicher Gesinnung angesehen werden: Wenn die syrischen Rebellen einen für westliches Verständnis unfreien Gottesstaat wollen, so ist er ihnen zu gewähren. Allerdings will das nur ein Teil.

    Nicht zuletzt, welcher religiös Motivierte hat sich denn je von Vernunftsargumenten beeindrucken lassen? Die Flucht in die Religion ist zumeist schon eine Reaktion auf eine Welt, in der dem Flüchtigen keine vernunftgeleiteten Handlungsmöglichkeiten mehr blieben.

    Ich verstehe, wenn es gerade Deutschen schwer fällt, zu verstehen, dass nicht alle Völker vor ihrem politisch-religiösen Willen gerettet werden müssen. Die Syrer sind aber noch weit davon entfernt, einen ganzen Kontinent in ihren Wahn zu verstricken. Zudem war Assad in den wenigen Jahren seiner Macht nicht gerade US-freundlich und es schadet nichts, wenn nach dem Debakel in Afghanistan klar wird, dass die USA immer noch was bewirken können, wenn auch nur als Strippenzieher und Planer im Dunkeln.

    • IngeM
    • 12. März 2013 14:16 Uhr

    den armen Moslems helfen.
    Zeigt diese Bilder den Islam-Vertretern hier.
    Aber da bekommt man dann nur die Antwort, es sind ja die anderen Moslems (welche auch immer), wir haben damit nichts zu tun.
    Wenn also die einen Moslems nichts damit zu tun haben, was sollen wir, die wir eine friedliche Welt haben wollen, damit zu tun haben?
    Öffnet die gut gefüllten Getreidespeicher in Saudi-Arabien, damit im Orient kein Hunger herrscht.
    Und tut endlich etwas gegen das Bevölkerungswachstum in moslemischen Ländern, wenn ihr sie nicht ernähren könnt.

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    • IngeM
    • 12. März 2013 14:27 Uhr
    7. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf diskriminierende Beiträge. Danke, die Redaktion/jz

    Eine Leserempfehlung
  5. 8. [...]

    Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/ls

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, nf
  • Schlagworte Unicef | Anthony Lake | Bürgerkrieg | Dollar | Euro | Folter
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