Indien : Fünf Dorfbewohner gestehen Vergewaltigung von Schweizerin

Fünf Männer haben die Gruppenvergewaltigung einer Schweizerin und den Angriff auf ihren Ehemann zugegeben. Nach einem sechsten Verdächtigen wird gefahndet.

Nach der Gruppenvergewaltigung einer Schweizer Touristin in Indien haben nach Polizeiangaben fünf Dorfbewohner ihre Beteiligung an der Tat gestanden. "Wir haben fünf Männer festgenommen, und sie haben die Gruppenvergewaltigung und den Angriff auf den Ehemann zugegeben", sagte ein Polizeisprecher. Nach einem sechsten Verdächtigen werde gesucht.

Die etwa 40 Jahre alte Frau war nach Angaben der Ermittler im zentralindischen Bundesstaat Madhya Pradesh von mehreren Männern vergewaltigt worden. Die Täter hatten den Ehemann gefesselt und ihn gezwungen, die Tat mit anzusehen. Sie raubten dem Paar zudem 10.000 Rupien (142 Euro) und ein Handy. Die beiden Schweizer waren mit ihren Fahrrädern auf dem Weg nach Agra, wo sich das berühmte Taj Mahal befindet.

Die Täter hätten beobachtet, wie das Paar ein Zelt aufstellte und die "Gelegenheit erkannt, die Frau anzugreifen und zu vergewaltigen", sagte der Polizeisprecher. Das Touristenpaar sei bereits nach Neu Delhi abgereist, sagte ein anderer Polizeisprecher in Madhya Pradesh. "Es war nicht erforderlich, dass sie länger hier im Krankenhaus bleibt."

Im vergangenen Dezember hatte die Gruppenvergewaltigung einer Studentin in Neu Delhi weltweit für Empörung und in Indien zu Massenprotesten geführt. Die junge Frau war von sechs Männern in einem Bus vergewaltigt worden. Sie schlugen das Opfer mit Eisenstangen und warfen es aus dem Fahrzeug. Die Studentin erlag ihren schweren Verletzungen. Der mutmaßliche Haupttäter wurde vor einer Woche erhängt in seiner Zelle aufgefunden.

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Kommentare

183 Kommentare Seite 1 von 8 Kommentieren

Naja,

es geht ja wie gesagt um Abschreckung, und nicht um Bestrafung - ob am Ende ein Unschuldiger Verdächtiger hingerichtet, oder eine unschuldige Frau ermordet wird ist mEn das gleiche Ergebnis - und wenn es abschreckt, sorgt es am Ende für weniger Tote - um etwas anderes geht es doch nicht...

Abgesehen davon, dass solche Strafen ja nicht zwingend verhängt werden müssen um abzuschrecken - aber dazu sollte die Möglichkeit bestehen.

Erstaunliche inside-kenntnisse

"Würden Sie ohne Weiteres als Vergewaltiger 5 Jahre ins Gefängnis gehen - wo man Vergewaltiger gar nicht gern hat..."

Woher wissen sie wie das in Indien ist?

Die Strafe markiert den Grad des Verbrechens - wenn sich das in X mal Steuerhinterziehung ausdrücken lässt, ist die Ernstheit eben nicht so klar zu sehen. Ausserdem - wenn es um Abschreckung geht: Wenn der Verbrecher einfach in den Knast verschwindet, hat man ihn doch spätestens nach einem Jahr vergessen - und da glaube ich beschränkt sich das Nachempfinden auch auf dieses eine Jahr...Bei einer Hinrichtung sieht das anders aus - das Bild brennt sich ein...

Vergewaltigungen sind meist Affekthandlungen.

Sexualstraftaten geschehen meist aus einem Affekt heraus, aus der gewaltsamen Realisierung der sexuellen Bedürfnisse des jeweiligen Täters.

Nein, das ist keine Entschuldigung. Aber Pädophile entscheiden sich auch nicht für ihre Neigung, sie haben selbige einfach, weswegen ich für sexuelle abwegig veranlagte Männer Kastrationen legalisieren würde.

Vergewaltigungen sind meist keine Affekthandlungen

"Vergewaltigungen sind meist Affekthandlungen.

Sexualstraftaten geschehen meist aus einem Affekt heraus, aus der gewaltsamen Realisierung der sexuellen Bedürfnisse des jeweiligen Täters."

Falsch.

Vergewaltigungen sind meist geplant und das dominierende Motiv ist die Machtausübung, Abreagieren von Ärger, Kompensation von Minderwertigkeitsgefühlen.

Was "Pädophilie" angeht: Ein großer Teil der Vergewaltigungen und sexuellen Nötigungen von Kindern wird von Männern (und Frauen) begangen, deren Sexualität nicht spezifisch auf Kinder ausgerichtet ist.

Zivilisatorisches Niveau

wenn die Bevölkerung stellenweise ein "zivilisatorisches Niveau" hat, dass es erlaubt zu sechst eine Frau zu vergewaltigen, sie mit Eisenstangen zu schlagen, ihr diese in die Eingeweide zu stossen, und sie wie Dreck aus einem fahrenden Fahrzeug zu werfen - muss ich mich daran anpassen, beziehungsweise muss wohl leider damit rechnen, dass der erhobene Zeigefinger nicht ganz ausreicht!

Ob der Effekt ein anderer ist, wenn sie soetwas im kleinen Kreis sehen, können sie ja auf Youtube nachprüfen - ich kann nur von mir sprechen, aber ab dem Punkt, wo ich aus versehen über ein Video stolpere, bei dem jemand bleibende Schäden davonträgt geht mir das immens nach, und beschäftigt mich teilweise über Tage...

Verstehen Sie mich absichtlich falsch?

1. Spreche ich hier nicht von einem "erhobene[n] Zeigefinger", sondern von mehrjährigen Haftstraften.

2. Soll sich die Justiz jetzt auf genau das zivilisatorische Niveau begeben, das Sie mit Recht kritisieren?

3. Sind Ihre Erfahrungen Massstab für alle anderen Menschen?

Übrigens hat Indien eine lange Traditionen grausamer öffentlicher Hinrichtungen [http://en.wikipedia.org/w..., die aber nichts bewirkt zu haben scheint.

Das ist mir durchaus bekannt,

und erübrigt die leidige Frage, wer es denn dann tut.

Der erhobene Zeigefinger war ein Symbol für eine viel zu niedrig angesetzte Strafe - da gehe ich mal davon aus, dass sie derjenige sind, der dies nicht verstehen wollte.

zu 3) Natürlich...ihre sehr emotionale Argumentationsweise lässt darauf schliessen, dass wir alle aus Erfahrungen und Gefühlen heraus denken und folgern - wie sollte es auch anders sein?

Hier:

Im ersten Abschnitt, über Abschreckung (und um was anderes ging es ja nicht):

"Abschrecken könnte die Todesstrafe ohnehin nur bei im voraus geplanten Verbrechen. Hier kann am ehesten unterstellt werden, dass der Täter vor seiner Tat die möglichen strafrechtlichen Konsequenzen seines Handelns reflektiert. Die weitaus meisten Morde werden jedoch unter großer emotionaler Anspannung, unüberlegt und unbeherrscht, nicht selten unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen, begangen. "

Da steht explizit dass es bei Morden nichts nutzt - kein Wort über Auswirkungen auf andere Verbrechen.

Grausames Gefängnis

"Ich verstehe nicht ganz, warum 5 Jahre in einem (i.d.F. auch noch indischen) Gefängnis eine Preis sein sollte, den eine nennenswerte Anzahl von Männern für eine Vergewaltigung zu zahlen bereit wäre."

Was könnte es nur sein, dass ein Gefängnis weniger abschreckend macht als hier....in einem Land, in dem Millionen zu arm sind ihre eigene Ernährung zu sichern, und vermutlich ausser ihrem Leben nichts zu verlieren haben...

Das lässt sich klären.

Es müsste sich doch ermitteln lassen, ob in Indien Menschen „freiwillig“ ins Gefängnis gehen, um ihre Situation zu verbessern. Dann würde lebenslange Inhaftierung weiterer Bevölkerungskreise (1) Vergewaltiger von der Strasse schaffen und (2) das Hungerproblem verringern.

Ferner scheinen Gesetze für höhere Kasten in Indien de facto leider nicht in vollem Umfang zu gelten. Könnte das ein Grund für solche Straftaten sein?

Nicht angenehmer...

" umso weniger abschreckend ist, umso weniger weit es unter meinem Lebensstandart ist"

... aber wie ich sagte schlicht weniger abschreckend.

Ich sehe nicht den Grund sondern eine Lösung im Strafwesen. Das Problem hingegen sehe ich in der Geringschätzung von Frauen, der ich mit größtmöglicher Ächtung dieses Verbrechens nachhelfen würde - sprich die Unversehrtheit der Frau mehr Wert zumessen wie dem Leben des Mannes...

Juristisch ist das doch immer so

soweit ich weis können sie auch in Dtld. jemanden für 2 Morde nicht länger einsperren als für einen. Es gibt nur eine Höchststrafe - und mit der Todesstrafe definiert sich das doch sehr eindeutig.

"Aber die Unversehrtheit der Frau höher zu bewerten als das Leben des Mannes bedeutet, Männer für wertlos zu halten."

So sollte es nicht klingen - was ich an dieser Stelle meinte entspricht wohl eher dem Leben des Täters anstatt "Leben des Mannes"

Das Strafmaß wurde doch...

"...Der Ruf nach höheren Strafmaßen ist aus meiner Sicht berechtigt. Zwischen dem, was es aktuell in Indien an Strafen gibt und einer Hinrichtung, liegen jedoch noch Welten, die ausgelotet werden sollten...."

... erst vor kurzem angehoben: nach neuer Rechtslage können die Täter mit bis zu 20 Jahren rechnen (falls die Geschädigte stirbt oder ins Koma fällt, gibts gar das Todesurteil). Das ist deutlich höher als bei uns.

Sie sagten mir selbst,

dass man in deutschen Gefängnissen ebenfalls arbeiten müsse, und wenn ich diesen Punkt aufgreife vergleichen sie mich mit den Sovjets und Nazis - sehr freundlich.

In Indien gibt es gravierende Probleme, wie den Hunger und die veraltete gesellschaftliche Ordnung - und die werden nunmal sicher nicht gelöst, in dem man Vergewaltiger einsperrt und durchfüttert, während nebenan die Kinder verhungern - Verbrecher arbeiten zu lassen um dem Staat irgendwas zu helfen ist dann doch das Mindeste. Und das hat mit Vernichtung durch Arbeit erstmal nichts zu tun.

Und ja, bei einem überbevölkerten Staat stellt sich dieses Dilemma nunmal - da ist es sicher angenehmer, und wird auch sicher global weniger kritisiert werden einfach wegzuschaun wenn Erwachsene wie Kinder verhungern und gleichzeitig Straftäter human zu behandeln. Moralisch besser, oder sinnvoll für das Land ist es deswegen noch lange nicht. Staatsregierungen müssen derartiges entscheiden und nicht einfach die Augen verschliessen: wenn ich die theoretische Wahl habe zwischen 1000 Verbrechern und 1000 Kindern muss die Entscheidung gefällt werden - das die Frage niemand direkt stellt tut nichts zur Sache. Bei 4000 Hungertoten am Tag im Verhältnis ~300-400 Tote am Tag in Dtld. wäre auch bei uns absoluter Notstand und ebenfalls extreme Maßnahmen der Regierung zu erwarten!

Für Verbrecher heisst das ab auf die Felder oder Ende der Nahrungsversorgung - das hat mit einem KZ nichts zu tun, sondern vielmehr mit nationalem Notstand!

Antwort

Vom Fall Kachelmann kann man wohl kaum auf den Zustand unseres Rechtssystems schließen. Mag sein, dass das Thema in den Medien heiß diskutiert wird, aber fakt ist, dass nur ein geringer Prozentsatz der Vergewaltiger tatsächlich angezeigt wird, und von ihnen wiederum nur ein geringer Prozentsatz (ich glaube es waren irgendwo zwischen 7 und 20 Prozent, wenn ich mich recht erinnere) tatsächlich verurteilt werden.

Und wenn kein Urteil erfolgt, muss das Opfer befürchten, wegen Übler Nachrede angeklagt zu werden >_<
Ich weiß, dass es für den Ruf eines fälschlich beschuldigten Mannes fatal sein kann, wenn er einer Vergewaltigung bezichtigt wird. Andererseits, wo kommen wir denn da hin, wenn jeder Verlierer eines Prozesses der Üblen Nachrede beschuldigt wird! Wenn der Ankläger automatisch zum Angeklagten werden kann, alleine weil er wagte, vor Gericht zu gehen? (aber das ist ein heikles Thema)

Problematisch ist auch, dass Vergewaltigungen meist im Familien- und Bekanntenkreis geschehen, und dann Ängste eine große Rolle spielen oder Aussagen wie "Was, der soll dich vergewaltigt haben? Das kann ich mir nicht vorstellen, ist doch so ein toller Typ!"

Bei der Ablehnung einer Rückkehr in Mittelalterliche Justiz-vorstellungen muss ich Ihnen allerdings Recht geben, da bin auch ich dagegen.

Ich fand einfach, dass man das aus dem gegebenen Kommentar so eindeutig nicht herauslesen konnte ... aber gut.

Das existiert z.Zt. in Nordkorea.

Nur leider ändern die Gefängnisfarmen und die Billigproduktion in Nordkorea wenig am Hunger in diesem Land, was vielleicht an der meist geringen Produktivität von Staatsbetrieben liegt. In dem Fall wären indische Staatsbetriebe, wenn sie auch nur annähernd so funktionieren würden wie anscheinend die indischen Behörden, wohl kaum lohnend.

Der Unterschied besteht auch darin, dass Zwangsarbeiter in Deutschland, Häftlinge und früher Zivis, nicht "bis sie arbeitsunfähig sind da innen" festgehalten werden bzw. wurden.

Soweit ich weis

sind die Nordkoreanischen Arbeitslager in Russland Teil von so einem Abkommen - ich gehe nicht davon aus, dass man es da tun würde wenn es kontraproduktiv wäre.

"Der Unterschied besteht auch darin, dass Zwangsarbeiter in Deutschland, Häftlinge und früher Zivis, nicht "bis sie arbeitsunfähig sind da innen" festgehalten werden bzw. wurden."

Wie lange würden sie denn jemanden arbeiten lassen der Lebenslang verurteilt ist wenn nicht bis zur Arbeitsunfähigkeit? Bis er daran stirbt?

Wie weit soll Abschreckung gehen?

Ein Staat, der sich anmaßt, über einen in seiner Obhut befindlichen Menschen die Todesstrafe auszusprechen, ist nicht besser als der Mensch dem dieses widerfahren soll, falls er denn einen Menschen gewaltsam ums Leben gebracht hat. Und dieser Staat kann auch die Schwere des Vergehens für die Todesstrafe ändern. Jeder der falsch parkt kann dann auch bald betroffen sein. Es gibt genügend solcher Leute, die das befürworten würden und denken dabei auch an wirksame Abschreckung.

Prinzipiell

hat der Staat ja kein interesse einen Parksünder hinzurichten - da ist ihre Angst doch eher unbegründet. Interesse sollte er dann haben, wenn es für die Gemeinschaft eine Verbesserung bewirkt. Wenn man den Nutzen im Abschreckungseffekt sieht, wäre es also nur da sinnvoll, wovon man Leute unbedingt abhalten will, und auch keinen Nutzen mehr in dem jeweiligen Täter sieht. Also werden sie die Todesstrafe niemals weiter unten finden, als bei Dingen, die auch heute eine lange Haftstrafe erfordern - oder bei Dingen, die ohne Hinrichtungen zu starken Problemen in der Öffentlichkeit führen.

Es kann dann natürlich dazu kommen, dass wenn man ein Ausbluten des Staatswesens durch Korruption oder Steuerhinterziehung befürchtet dort in bestimmten Fällen auch so gehandelt wird, um durch Abschreckung den Staat aufrecht zu erhalten. Allerdings gilt auch hier wieder die Frage wie die Öffentlichkeit reagiert - wenn sie ein Handwerkerlein zum Tode verurteilen, das ein bisschen bei der Steuer gemogelt hat, so wie die Hälfte der Bevölkerung - würden sie sich als Regierung sicher nichtmehr lange halten wollen.

Sicherlich gebe es da Bauernopfer und unschuldig verurteilte, aber wenn ich mir allein unser Land ansehe, und wie leichtfertig unsere Regierung in Afghanistan hunderte Tote verantworten kann, bleibt mir unnachvollziehbar, warum das zu diesem viel direkteren gesellschaftlichen Wohl auf einmal ein derartiger Tabubruch sein soll...

In Europa werden jeden Tag indische Frauen vergewaltigt

Lieber Sinac,

den Indern vorschreiben zu wollen, welche Strafen sie fuer welche Straftaten anwenden, ist kulturchavinistisch.

Indien ist eine moderne Demokratie und die dort lebenden Menschen koennen selber denken. Sie folgen dabei ihren eigenen Traditionen, und brauchen unseren Rat nicht.

Im Uebrigen bin ich froh, dass die Inder den Mut finden, Gewalt gegen Frauen strenger zu ahnden als bisher. Wenn umgekehrt die Europaeer nachziehen wuerden, dann waere das bewundernswert. Denn ich bin mir sicher, dass in Europa jeden Tag mehr indische Frauen, gegen ihren Willen in die Zwangsprostitution verschleppt, vergewaltigt werden, als umgekehrt.

Und ganz Deutschland verschliesst davor noch immer beide Augen.

3 Anmerkungen

1. Warum ist für Sie Haft grundsätzlich auf Lebenszeit? Genau das ist ein - selten durchbrochenes - nordkoreanisches Prinzip.

2. Häftlinge in deutschen Gefängnissen arbeiten bis zur Entlassung (bei Lebenslänglichen durchschnittlich nach 18 Jahren) oder bis sie 65 werden. "Bis zur Arbeisunfähigkeit" klingt tatsächlich stark nach Workuta oder Dachau.

3. Die Todesraten im nordkoreanischen Gulag liegen m.W. bei 20-25% pro Jahr. Wenn Sie die Leute derart verheizen möchten....

Das ist jetzt schon das zweite Mal,

dass mir dieser Artikel verlinkt wird - er bezieht sich im Punkt Abschreckung rein auf die Todesstrafe für Mord.

Natürlich erkenne ich das Problem - aber wir reden nicht von Dtld. sondern von einem überbevölkerten Staat mit einer großen Zahl Hungerleidender. Die Moralische Entscheidung wer eher geopfert wird fällt der indische Staat mit jeder Mahlzeit die ein Verbrecher im Knast serviert bekommt - was das ganze nicht so leicht zu beurteilen macht wie hier. Und wie gesagt sogar hier kann man der Regierung zumuten die Verantwortung für unschuldige Tote zu tragen, es ist also nicht eine völlig absurde Fragestellung, sondern eine nüchterne, zugegeben sehr pragmatische Überlegung.

Sie versuchen schon mit allen

Mitteln mich unglaubwürdig zu machen - langsam wird es unverschämt.

Sie haben mich bzw. meine Ansicht bisher mit Nazis, mit den Sovjets und jetzt mit Nordkorea (und wieder den Nazis) gleichgestellt. Auch werden sie nicht müde mir das Wort im Mund herumzudrehen und mich gezielt miszuverstehen. Wenn sie keine Argumente haben, oder nicht in der Lage sind meine Auszuhebeln ohne dies zu tun beende ich die Diskussion an dieser Stelle.

Der Unterschied liegt darin,

ob sie sagen, das widerspricht dem Rechtsstaat, oder ob sie sagen das entspricht den Nazi-vorgehensweisen. Todesstrafe gibt es auf in den USA, und Zwangsarbeit auch zur Kaiserzeit - das sind aber keine Lager wo man Millionen Unschuldige einsperrt, sondern ein Gefängnis in dem gearbeitet wird (glaube sowas hies Zuchthaus).
Ich muss ihnen ehrlich sagen, wenn ich wie bei einem hungerleidenden Land wie Indien mehr Menschen ein Überleben sichern kann, wenn ich auf den Rechtsstaat verzichte, wäre mir das - auch als Bewohner des Staates - weitaus lieber.

Beweisen Sie bitte das Nullsummenspiel.

Ihrer Argumentation folgend steht der indische Staat vor der Wahl, Kriminelle oder verhungernde Kinder zu versorgen. Beweisen Sie mir doch bitte, dass sich Gefängnisverpflegung ohne weiteres Hungernden zur Verfügung gestellt werden kann. Der Ruf indischer Behörden hinsichtlich Effizienz geht nicht in diese Richtung...

Aus diesem Grund glaube ich auch nicht, dass Gefängisfarmen oder Gefängnisbetriebe grosse Gewinne erwirtschaften würden, zumindest nicht über die Bankkonten der jeweiligen Lagerleitung hinaus.

Bitte nochmals nachlesen.

In Kommentar 130 sprachen Sie noch von nordkoreanischen Arbeitslagern in Russland als Vorbild. Ferner gehen Sie in Kommentar 116 mit der Formulierung „ökonomisch Sinnvoll diese Leute bis sie arbeitsunfähig sind da innen zu behalten“ von grundsätzlichen lebenslangen Inhaftierungen aus, nicht von zeitlich begrenzten Haftstrafen. Auch der in Kommentar 121 aufgestellte Grundsatz „ab auf die Felder oder Ende der Nahrungsversorgung“ ist original stalinistisch.

Nicht ich stelle Sie also in diese Ecke; Sie selbst tun es, Genosse 可为.

Beweisen sie doch das Gegenteil !?

Es gibt nur einen vergleichbaren Staat zu Indien was Probleme bei Überbevölkerung, Wirtschaftsleistung, Fläche und Bevölkerungsgröße etc. angeht, und der grenzt im Nordosten an - der funktioniert um längen besser, und setzt eigentlich die Maßstäbe für Indien, denen es nicht im geringsten hinterherkommt. Und dort wird mit viel härteren Bandagen gekämpft, auch was Straftäter angeht...

Aber um ihrer Logik zu folgen - können sie mir die effiziente Umsetzung von Haftstrafen statt Todesstrafen für Vergewaltiger beweisen? Von den sechs die die Studentin im Bus vergewaltigt haben hat ja einer nichtmal bis zum Urteil überlebt.

Unterschlagen sie jetzt schon den Zusammenhang mit ihrer eigenen

Argumentation?
#130 war eine Antwort auf ihren Kommentar, in dem sie von Nordkorea angefangen haben.

„ökonomisch Sinnvoll diese Leute bis sie arbeitsunfähig sind da innen zu behalten“

Warum bedeutet das lebenslange inhaftierung? Das heisst lediglich das niemand über seine Belastungsgrenze hinaus dort arbeiten soll - sie haben ihr Bild schon im Kopf und drehen mir jedes Wort dem entsprechend im Mund herum, anstatt vernünftig zu debattieren...

Nullsummenspiele sind in der Gesellschaft eher die Ausnahme.

Insofern steht der Behauptende unter Beweiszwang. Glauben Sie also wirklich, die Hungernden Indiens liessen sich aus Gefängnisküchen verpflegen?

Wollen Sie ferner behaupten, das LaoGai-System habe China gross gemacht? Beweisen Sie das. Europäische Länder haben sich mit weniger barbarischen Rechtssystemen als den von Ihnen geforderten auch entwickelt. Ja, im Kaisserreich gab es Zuchthäuse (bis Anfang 1970er Jahre), aber selbst deren Insassen wurden nur zeitlich begrenzt dort festgehalten und nicht "bis sie arbeitsunfähig sind". Und selbst im Kaiserreich wurden niemals die Massenexekutionen von Gefängnisinsassen erwogen. Todesurteile gab es nur bei besonders grausamen Morden (Serienmörder usw.), und die Vollstreckung war nicht öffentlich. Alles in allem weniger human als heute, aber humaner als Sie.

Dass einer der Vergewaltiger tot ist, sollte Sie doch ungeheuer freuen. Aber vielleicht sollte man Straftätern die Wahl lassen, ob sie anstatt einer Haftstrafe nicht lieber gleich erschossen werden wollen; was halten Sie davon?

Bitte um Klarheit

"bis sie arbeitsunfähig sind" ist nicht gleichbedeutend mit "bis zur Ende der verhängten Strafe". An anderer Stelle (Nr. 130) schreiben Sie "Wie lange würden sie denn jemanden arbeiten lassen der Lebenslang verurteilt ist wenn nicht bis zur Arbeitsunfähigkeit?", obwohl niemand vorher von lebenslanger Haft sprach. Also darf angenommen werden, dass in Ihrem "drei-komponenten Strafsystem. Geldstrafe - Zwangsarbeit - Todesstrafe" Zwangsarbeit grundsätzlich lebenslang bzw. bis zur Arbeitsunfähigkeit dauert. Könnte auch von L. Berija sein.