GleichberechtigungEine Quote gegen die Quote

Dass Männer die Arbeitswelt dominieren, ist nicht rational, sondern eine Zwangsmaßnahme zu ihren Gunsten. Aufklärung hilft dagegen nicht, schreibt Unternehmer S. Noller. von Stephan Noller

Wer Psychologie studiert, lernt schnell, wie relativ menschliche Wahrnehmung ist. Alles, was wir für objektive Sinneseindrücke halten, erweist sich als relativ und von Umständen und sozialen Einflüssen geprägt. So können Menschen zum Beispiel schon nach kurzer Zeit mit einer Umkehrbrille, die alle Bilder Kopf stehen lässt, Fahrrad fahren. Das menschliche Wahrnehmungssystem passt sich mit ein wenig Übung an die neuen Gegebenheiten an.

Die Sozialpsychologie befasst sich mit der nächsten Stufe, der Manipulation. Teilweise dramatische Experimente wie das sogenannte Gefängnis-Experiment von Zimbardo konnten immer wieder demonstrieren, wie subtil und wie grundlegend alle Aspekte unseres Tuns beeinflusst werden können. Und natürlich sind wir uns dessen meist nicht bewusst, häufig noch nicht einmal dann, wenn man uns über den Effekt aufgeklärt hat. 

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Eine Konsequenz ist die dringende Empfehlung, nicht zu viel auf Eindrücke von Bewerbungsgesprächen zu geben, da es aufgrund dieser Mechanismen keine faire und sachliche Auswahl von Kandidaten geben kann. Auch die Initiative, Bewerbungen nur noch ohne Foto einzureichen, beruht auf diesen Erkenntnissen. Sie will Vorurteile vermeiden und Menschen, die es sonst schwerer hätten eingeladen zu werden, eine Chance geben.

Stephan Noller
Stephan Noller

Noller, geboren 1970, ist Diplom-Psychologe und beschäftigt sich seit seinem Studium mit dem Verhalten von Menschen im Internet. Er hat beim Umfrageinstitut TNS Emnid ein neues Verfahren zur Messung von Internet-Reichweiten entwickelt und für das Marktforschungsinstitut TNS Infratest ein Targeting-System für die Onlinewerbung. 2006 gründete er das Unternehmen nugg.ad, (dessen Technik auch ZEIT ONLINE auf seinen Seiten einsetzt), das sich mit Predictive Behavioral Targeting beschäftigt, also mit dem Versuch, anhand des Surfverhaltens Rückschlüsse auf Nutzergruppen zu ziehen und vorherzusagen, was sie interessiert. Die Firma gehört inzwischen zur Deutschen Post DHL.

Ähnlich subtil sind die Wirkungen, wenn es um Sprache geht. Wer eine Stelle im Management besetzen will, macht im Zweifel schon in der Wortwahl der Stellenanzeige deutlich, dass er dabei nicht an eine Frau gedacht hat. Denn wer nach einem Manager für das Auslandsgeschäft sucht, mag bereit sein, eine Frau einzustellen. Allein schon, dass dort nicht von einer Managerin die Rede ist, wird Frauen weniger ansprechen und weniger erwünscht erscheinen lassen.

Weil Männer das so wollen

Was das alles mit der Frauenquote zu tun hat? Egal, welche Position man betrachtet, ob Vorstände, Aufsichtsräte, Professoren-Ämter, leitende Verantwortung – selbst am CSU-Stammtisch wird es keinen Zweifel daran geben, dass Frauen dort unterrepräsentiert sind. Wenn es darum geht, in diesem Land Verantwortung zu tragen, Macht auszuüben oder Geld zu verdienen, haben Frauen schlechtere Chancen, weil Männer das so wollen.

Was bleibt, sind ein paar Randbedingungen wie Kinderbetreuung, flexible Arbeitszeiten und so weiter. Bei diesen steckt der Skandal bereits darin, dass man diese Faktoren nur Müttern als hinderlich für die Karriere-Entwicklung anrechnet und nicht in gleicher Weise den Vätern.

Leserkommentare
  1. Ich sehe nicht nur Benachteiligung bei Arbeitsteilung, getrennt nach Geschlecht. Die Interessen beider Geschlechter sind nun mal nicht wirklich gleich verteilt. Unbestritten existieren Dutzende von Branchen, für die sich die Mehrzahl an Frauen schlichtweg nicht interessiert - und die wir dann doch lieber die Männer machen lassen. Dass manche Frauen sich nur die Rosinen-Berufe heraus picken möchten und dort herein und hoch befördert - welchen Ruf haben solche Quotenfrauen denn?

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    Nur weil Sie sich womöglich für bestimmte Branchen und Berufe nicht interessieren, muss dies nicht für die Mehrzahl der Frauen zutreffen.

    Mit Verlaub, das ist der mit Abstand [...] sinnloseste Artikel, den ich auf jemals auf ZEIT.de gelesen habe. [...]

    "Als in den USA die Rassentrennung abgeschafft wurde [...]"

    Setzt Herr Noller hier wirklich Rassentrennung und das Anliegen fairer Berufschancen zwischen Männern und Frauen in eins!? Das ist so unfassbar realitätsfern, dass mir die Worte fehlen. Ich zitiere nachfolgend deshalb nur einen einzigen und in Anbetracht der historisch tatsächlich praktizierten Rassentrennung (zum Beispiel in Südafrika oder den USA) extrem (!) vorsichtigen Hinweis, obwohl man dergleichen hunderte liefern müsste, um der Realitätsblindheit des Autors angemessen zu begegnen.

    "Zur Rassentrennung gehörte in der Regel ein Verbot der Heirat (oder bereits jeglicher sexueller Kontakt, wie etwa in Südafrika) zwischen Mitgliedern der jeweils als unterschiedlich definierten Menschengruppen. Typischerweise gab es auch getrennte öffentliche Einrichtungen für die Mitglieder der verschiedenen Rassen, zum Beispiel öffentliche Verkehrsmittel, Gaststätten, Theater und insbesondere Schulen. Dabei sind die Einrichtungen für die herrschende Gruppe in aller Regel besser ausgestattet als diejenigen für die ausgegrenzten Gruppen."

    Werter Herr Noll, möchten Sie wirklich behaupten, dass sich die deutschen Frauen in einer auch nur ansatzweise vergleichbaren Situation befinden?

    Gekürzt. Bitte formulieren Sie auch Kritik sachlich und respektvoll. Danke, die Redaktion/sam

    Äh, wie jetzt? Und wer ist überhaupt ungleicher? Männer sind ja schon mal auf jeden Fall gleich und haben Rechte, nicht wahr. Ok, nur Frauen sind nicht ganz so gleich und haben deshalb auch nur formal alle Rechte, aber praktisch nicht so ganz? Nee klar, die sind ja auch anders als die Norm, äh, die Männer. Na ja, schon klar.
    Die Gefahr, dass Frauen auf der Welle des alles überrollenden Feminismus (hoho) die Weicheiigkeit deutscher Politiker und Unternehmer (yeah) ausnutzen und sich mit Hilfe der Quote (haha) die Karriere-Rosinen rauspicken, ist angesichts der rasant fortschreitenden Feminisierung (igitt) unserer Gesellschaft wahrhaft groß und bedrohlich. Na ja, man kann ja auch nochmal die Wirklichkeit konsultieren.
    Also, Augen auf beim Realitätscheck – hilft manchmal!

    • loboc
    • 01. Mai 2013 17:25 Uhr

    Als in unserer WG ein Platz frei wurde, suchten wir über ein Inserat nach einer MitbewohnerIn. Wir benützten das Binnen-I, um männliche Bewerber abzuschrecken, da wir nicht ausdrücklich nach einer Frau suchen wollten. Obwohl wir eine reine Männer WG waren, meldeten sich ausschliesslich Frauen. Per Mail erkundigte sich genau ein Mann, ob denn auch Männer willkommen seien.
    Wir wussten aus eigener Erfahrung, dass man sich als Mann mit dem Binnen-I nicht angesprochen fühlt, schliesslich denkt man im Kopf was man liest.
    Und wer per Inserat nach ManagerInnen sucht, bekommt Managerinnen.
    Und nein, ich bin kein StudentIn, kein LeserIn, und auch kein BürgerIn.

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    • EmilyC
    • 01. Mai 2013 19:04 Uhr

    Wenn Sie wirklich nach "einer MitbewohnerIn" gefragt haben, wundert mich das überhaupt nicht. Wie soll die männliche Form davon denn auch heißen? "Eine Mitbewohner"? Wenn Sie nach "einer/einem MitbewohnerIn" gesucht hätten, hätten sich vermutlich mehr Männer gemeldet.

    Wenn Sie die Sinnhaftigkeit von etwas widerlegen möchten, müssen Sie es schon richtig anwenden um seine wahren Wirkungen untersuchen zu können.

    ...ist, dass Sie Ihr Inserat nicht mit dem Text "Mitbewohnerin gesucht" geschaltet haben. Ist erlaubt und bringt mit grösster Sicherheit nur weibliche WG-Bewerber. Sie treten ja als Studi und nicht als Arbeitgeber auf, oder nicht? Oder wurde in Wirklichkeit eine Putzfrau gesucht ;-)?

    Wie wäre es denn mit der weiblichen Form von MItbewohner, "Mitbewohnerin" ;)

    Frauen fühlen sich von dem Binnen-I angesprochen: Ja, welch eine Überraschung! Und genauso fühlen sich Männer von unserer ganz »normalen«, gewöhnlichen Männersprache angesprochen, zumindest mehr und direkter als Frauen, die immer einen logischen Umweg in ihrem Sprachzentrum machen müssen, um sich von der männlichen Form mitgemeint zu fühlen. Die mehr oder weniger subtile Exklusion von Frauen in unserer Gesellschaft durch Sprache will eben keine(r) wahrhaben – und sei sie noch so offensichtlich. Da muss sich niemand wundern, dass Frauen sich generell weniger zutrauen – sie werden ja kaum adressiert bzw. für voll genommen, und wenn, dann nur zähneknirschend »political correct« oder spöttisch mit betont umständlich gegenderter Wortwahl.

  2. der Kommentar über den CDU-Stammtisch zeigt eigentlihc nur wie voreingenommen die Redaktion und die Leser dieser Zeitung sein müssen.Nun ja.
    Heute schreibt Cicero treffend, dass der Quotenwahn manchmal auch spaßige Züge annehmen kann.
    http://www.cicero.de/berl...

    Wer Psychologie studiert lernt übrigens gut, wie er mit Frauen umzugehen hat, weil er ja vornehmlich von Frauen umgeben ist.
    Und die meisten Frauen da schaffen doch auch ohne Quoten beachtliches.
    Stevens meinte doch in der Psychophysik mal, dass zwischen Reizstärke iund Empfidnung ein logarithmischer Zusammenhang besteht.
    Insfoern müsste bald ein Atomkraftwerk der Quotenbefürworter explodieren,, um bei den LEsern überhaupt noch eine Reizwahrnehmung über die Notwendigkeit der Quote zu generiern.
    Sofern der Exponent kleiner 1 ist ;)

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    • m13
    • 01. Mai 2013 17:31 Uhr

    "Die ungerechte Verteilung der Jobs seit Jahrzehnten ist nichts anderes als eine unausgesprochene, subtil eingeführte und vehement verteidigte Zwangsmaßnahme (...)
    Daher brauchen wir eine verpflichtende Quote, die gerechten Zugang von Frauen zu allen Positionen und Gehaltsklassen garantiert."

    Das finde ich auch. Frauen sollten Zugang zu allen Positionen und Gehaltsklassen haben und das funktioniert nur mit einer Quote. Deshalb sollten wir dringend dort anfangen, wo Frauen am meisten unterrepräsentiert sind: Bei der Kanalarbeitern, der Müllabfuhr, dem Straßenbau und auf dem Bau. Es kann nicht sein, dass Frauen dort strukturell so benachteiligt werden, nur weil sie Frauen sind. Das ist Diskriminierung!

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    • Aloski
    • 01. Mai 2013 22:26 Uhr

    Entfernt. Verzichten Sie auf unterstellende und diffamierende Äußerungen. Die Redaktion/mak

    wenn es um Quoten geht? Wer sagt eigentlich, dass Frauen damit Probleme haetten, als Kanalarbeiter oder in der Muellabfuhr zu arbeiten? Zumal ich bei der Muellabfuhr schon oefter Frauen gesehen habe. Nehmen wir an, ich bewerbe mich zusammen mit 20 Maennern auf eine Stelle als Kanalarbeiter? Wie hoch waere wohl die Chance, dass ich den Job bekomme? Und da bin auch auch dafuer, wenn Quote, dann fuer alle und alles. Und natuerlich auch umgekehrt, Maennerquoten fuer die Berufe, in denen Frauen ueberrepraesentiert sind.

    Es geht um Stellungen, in denen gesellschaftliche Richtungen geprägt werden, die also einflussreich sind. Übrigens bin ich nicht der Meinung, dass Frauen da alles besser machen würden (siehe Merkel!) Aber sie sind nun mal die eine Hälfte der Menschheit und deren Interessen haben ebenso zu gelten und Entscheidungen zu lenken wie die männlichen Interessen.
    Und ja, dazu gehören auch Kindergärten und Grundschulen, in denen es ausgesprochen wünschenswert ist, dass die Hälfte der ErzieherInnen eben Männer sind.
    Ja, genau,Wilke, Norwegen leidet unter der Frauenquote?! Lächerlich!
    Und selbst, wenn sich keine großen Veränderungen in der Erfolgsbilanz ergeben, ist das kein Argument gegen die Quote.
    Wie die Wirtschaft mit Freiwilligkeit umgeht, haben wir schon in allen möglichen Bereichen erfahren: Sie tun nichts und verzögern und verzögern.

  3. "Und natürlich sind wir uns dessen meist nicht bewusst, häufig noch nicht einmal dann, wenn man uns über den Effekt aufgeklärt hat."

    Es ist dem Dipl.-Psychologen hoch anzurechnen, dass er diese Wahrheit nicht nur veröffentlicht, sondern direkt mit seiner eigenen Argumentation beweist. Denn anzunehmen, dass Top-Positionen heutzutage aufgrund einer geheimen Männerverschwörung nur an Männer vergeben werden [Kausalität] und beispielsweise aufgrund des Studiums männlich geprägte Netzwerke überhaupt keine Rolle spielen [Korrelation], ist an Selbsttäuschung kaum zu überbieten. Auch die Tatsache, dass Managementpositionen i.d.R. eine jahzehntelange Berufserfahrung zur Voraussetzung haben und es dementsprechend wenige weibliche Kandidaten dafür gibt, kommt ihm nicht in den Sinn.

    Dass er seine Thesen aber noch nicht einmal anhand anderer Behauptungen falsifiziert/verifiziert, ist unentschuldbar. So "beweist" nach seiner Sichtart die Abwesenheit von unter 25jährigen in Aufsichtsräten ja eindeutig, dass junge Menschen diskriminiert werden und dass, obwohl diese Gruppe die überwältigende Mehrheit der Universitätsabsolventen stellt. Auch dass er die geforderte "Elite-Förderung" unzulässig mit den tatsächlichen Benachteiligungen der weiblichen Niedriglöhnerinnen vermischt, ist traurig.

    Ausgerechnet mit einer -dazu noch verfassungsfeindlichen- Quote (vermeintliche) Diskriminierungen abbauen zu wollen, ist aber vollends abstrus: damit zementiert man die Vorurteile nur. Und zwar dauerhaft.

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    Solange die überwiegende Mehrheit der Entscheider (in den Unternehmen) männlich ist, herrschen männerbegünstigende Strukturen, es gibt also defakto eine Männerquote.

    Gleich (be-)fördert eher Gleich, einfach weil die Identifikation einfacher ist. Und das Risiko geringer. Gruppen neigen dazu, Homogenität zu bewahren.
    Eine Entscheidung zugunsten des Nichtgleichen (hier: Frau zur Führungskraft befördern) birgt ein Risiko, da bei Versagen eben dieses Nichtgleiche als Ursache wahrgenommen wird.
    Mit anderen Worten: Versagt ein Mann unter Männern, ist es weil er inkompetent ist (individuelle Zuschreibung). Versagt eine Frau unter Männern, ist es weil sie eine Frau ist (kollektive Zuschreibung).

    Erst wenn eine kritische Masse Frauen unter den Führungskräften ist, wird das Homogenitätskriterium Mann irrelevant.

    Deswegen ist der Vorschlag des Autors, das untere und mittlere Management einzubeziehen, auch so sinnvoll.
    Die Beschränkung auf die DAX-ARs wird nicht viel bewirken.

    Ich fordere auch seit Jahren, dass Politiker, Journalisten und Wissenschaftler (!) bitte nochmals die Propädeutika und universitären Grundkurse zu Logik (formal korrektes Argument, Fehlschlüsse jedweder Art z.B.: genetischer Fehlschluss, argumentum ad hominem, Ursache vs. Wirkung, Korrelation vs Kausalität, Induktionsproblem und Deduktion, Scheinargumente); Grundlagen Statistik und sozialwissenschaftliche Empirie (Erhebungsmethoden, Analysemethoden, Aggregatdaten vs Individualdaten,Simpson-Paradoxon, ökologischer Fehlschluss, besonders Theoriebildung für Sozialwissenschaften, quantitative vs qualitative Analysen, hypothetisch-deduktive Modelle, wenn-dann und desto-Sätze, ); sowie Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens (Quellenangabe, Zitation, íntersubjektive Nachprüfbarkeit und ganz allgemein der Anspruch Wissen zu schaffen!) besuchen. Vielleicht würde es dann mal klick machen und sie würden verstehen: statistische Ungleichverteilung ≠ automatische Benachteiligug oder gar Diskriminierung (vor allem im Sinne Artikel 3 (2) Satz 2 GG!).

    • Mika B
    • 01. Mai 2013 17:41 Uhr

    mag die DDR ein "Unrechtsstaat" gewesen sein , aber in der Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau in der Arbeitswelt war sie damals schon weiter als Deutschland heute, auch ohne Quotengesetze.
    Sogar die Kanzlerin profitiert davon heute noch , denn es war nicht Unüblich das Frauen in der Arbeitswelt Chefs waren oder auch typische Männerberufe ausführten, zumindest in der mittleren Leitungsebene , als in der Bundesrepublik noch die Hausfrau propagiert wurde.
    Ich frage mich warum sie dann heute die Quote Ablehnt als CDU Vorsitzende.
    Es geht also doch auch in Deutschland , auch deutsche Männer können Frauen als Chefs akzeptieren.

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    • _bla_
    • 03. Mai 2013 9:19 Uhr

    Eines muss man ja sagen mag die DDR ein "Unrechtsstaat" gewesen sein , aber in der Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau in der Arbeitswelt war sie damals schon weiter als Deutschland heute, auch ohne Quotengesetze.

    Frauen in Führungspositionen gab es nur auch in DDR fast keine.

    • Suryo
    • 03. Mai 2013 11:35 Uhr

    Ach was.

    Und wer durfte in der DDR kochen, putzen und sich um die Kinder kümmern? War das auch gleich auf Frauen und Männer verteilt?
    Durften Männer einen Haushaltstag machen oder war das selbstverständlich nur für Frauen reserviert?
    Wurden Frauen Ministerinnen oder hohe Funktionärin, auch, wenn sie nicht mit einem entsprechenden Mann verheiratet waren?

    Tatsache ist, daß die angebliche Gleichstellung von Männern und Frauen in der DDR ein Mythos ist. Es mag sein, daß Ostfrauen auch heute selbstverständlicher arbeiten gehen und die Kinderbetreuung besser ist. Das hatte aber leider wenig mit der Einsicht der DDR-Führungsschicht (Männer!) zu tun, daß Frauen und Männer gleichgestellt sind, sondern einfach mit der Notwendigkeit, möglichst viele Arbeitskräfte zur Verfügung zu haben.

    massiven Schwächen in neuerer Geschichte. Frauen wurden aus ideologischen Gründen massiv in die Arbeit gedrängt. Ähnlich wie im 3. Reich wurde eine überproportional große Armee vorgehalten gegen den Klassenfeind. Alleine aus diesem Grund mussten viele Positionen mit Frauen besetzt werden. Des weiteren waren fast alle Studiengänge mit parteitreuen Kindern besetzt, die egal ob männlich oder weiblich, ideologiefest sein mussten. Am wichtigsten war aber, daß man schon im Kleinkindalter die "Lufthoheit" über die Krippen erhalten wollte, um Religion und alle nicht sozialistischen Werte von klein an auszuschließen. Wenn Sie immer noch daran glauben, daß dieses aus Gleichberechtigung geschehen ist, schauen Sie sich mal die Politbüros an. Die paar Frauen in Führungspositionen, waren primär kadertreu, und haben versucht den Plan zu erfüllen, genau wie die Männer. Freies Denken war da nicht angesagt.

    Erschütternd, solche Bildungslücken zu sehen.

  4. Ich kann es langsam echt nicht mehr hören oder lesen. Es gibt in D Quoten und Frauenförderung an allen Orten, es gibt nen Frauenministerium, in Parteiprogrammen gibts fast überall Abschnitte über Frauenförderung und in Medien und Politik gelten Frauen sowie als das bessere Geschlecht. Während Männer-mit-Dreck-bewerfen ja scheinbar zum neuen Lieblingshobby in den deutschen Medien geworden ist.
    Und wenn es bei den Frauen mit der Karriere nicht klappt, dann sind alle Schuld, die Gesellschaft, das System, oder die Männer. Nur die Frauen selbst, die trotz Förderprogrammen dann doch irgendwas studieren, was zwar ihren Interessen entspricht aber womit man nur selten Karriere machen kann, sind natürlich nicht schuld. Und wenn Frauen im Beruf, dann zurückhaltender sind und/oder mehr auf eine gute Work/Life Balance achten und folglich schlechtere Chancen auf Karriere haben hat wer Schuld? Klar Männer, denn die sind ja so böse.
    Frauenquoten und zwar sofort. Lol.
    Nur mal aus Neugier: Gibt es eigentlich in Bereichen wo Männer deutlich unterrepräsentiert sind mittlerweile Quoten? Oder Programme zur Männerförderung? Oder einen Einstellungsstopp für Frauen um Männer zu fördern? Vielleicht mal ne Männerquote von 50% bei den Gleichstellungsbeauftragten?
    Gerade in einigen Bereichen des öffentlichen Dienst, etwa an (Grund-)Schulen sind Männer mittlerweile unterrepräsentiert. Dazu erhalten Jungen bei gleicher Leistung schlechtere Noten als Mädchen. Wo ist das Förderprogramm für Jungen?

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    • daxer
    • 03. Mai 2013 16:04 Uhr

    Nur ein Frauenministerium ist angesichts der Gefährlichkeit des Patriarchats fahrlässiger Leichtsinn. Vorbildlich ist hier z.B. NRW, dort gibt es gleich 2 Frau_Innen-Ministerien:

    1. das "Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport", das im Rahmen einer breit angelegten Väterarbeit die Männer an ihre Pflichten in der Familie erinnert (Frauen dagegen nicht) und die Geschlechtergerechtigkeit fördert, indem es u.a. den FrauenMediaTurm (FMT) von Alice Schwarzer institutionell fördert, ferner das Internationale Frauenfilmfestival Köln / Dortmund (IFFF) und andere künsterlische Aktivitäten von Frauen und natürlich mehr Frauen in kulturellen Führungspositionen (http://www.mfkjks.nrw.de/...)

    2. das "Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter", das gegen die Diskriminierung von Frauen in allen Lebenslagen kämpft und die "rechtliche und tatsächliche Gleichstellung und die Wertschätzung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transsexuellen und Transgender sowie ihren Angehörigen als zentrale Aufgabe" ansieht (http://www.mgepa.nrw.de/e...).

    Übrig bleibt eigentlich nur der heterosexuelle weiße Mann, der von beiden Seiten in die Zange genommen wird.

    Sicherheitshalber sind natürlich beide Ministerinnen und ihre Stellvertreterinnen (passend zur Ministerpräsidentin)
    weiblich.

  5. Der tausendste Beitrag für die Quote auf ZO. Und auch er ist nicht überzeugend.

    [Was nur einen Schluss zulässt: Dass wir längst eine Quote eingeführt haben. Die ungerechte Verteilung der Jobs seit Jahrzehnten ist nichts anderes als eine unausgesprochene, subtil eingeführte und vehement verteidigte Zwangsmaßnahme zugunsten der Männer.]

    Daran ist so ziemlich alles falsch. Eine Zwangsmaßnahme heißt so, weil Zwang angewendet wird. Es gibt keine solche Zwangsmaßnahme zugunsten der Männer. Es wird kein Zwang gegen Unternehmen angewendet, die Frauen einstellen, es wird kein Zwang gegen Frauen angewendet, die Führungspositionen haben wollen und es wird kein Zwang gegen Männer angewendet, die auf Führungspositionen verzichten wollen. Überall dort herrscht Freiwilligkeit. Eine Frauenquote hat aber selbstverständlich nichts mit Freiwilligkeit zu tun. Sie ist deshalb als Zwangsmaßnahme zu bezeichnen.

    Der geringe Anteil von Frauen in Führungspositionen hat nichts mit kruden Verschwörungstheorien über geheime, hinterlistige Männderbünde zu tun, sondern mit alten Rollenbildern, der Berufswahl und der Mutterschaft samt fehlender Kinderbetreuung. Vieles davon ändert sich gerade. Aber es wird dauern, bis sich das in der Zahl der Frauen in Führungspositionen zeigt. Nämlich dann, wenn eine moderne Generation von Frauen, die anders sozialisiert wurde, dort ihren Platz einnimmt.

    Eine Frauenquote ist deshalb nicht nur überflüssig sonder schädlich, wie Norwegen zeigte.

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    • Suryo
    • 03. Mai 2013 11:42 Uhr

    Warum setzen Sie sich nicht mal mit den Argumenten und Fakten des Artikels auseinander? Was sagen Sie zu den erwähnten Studien zur Aufhebung der Rassentrennung?

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Bewerbung | Einstellung | Management | Psychologie | Sprache
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