SeniorenDas Glück des Alters

Ältere leben besser und zufriedener als früher und sie arbeiten länger. Überraschende Erkenntnisse zum Tag der älteren Generation. von 

Wenn es um alte Menschen geht, werden meist düstere Zustände beschrieben. Von Altersarmut und Vereinsamung ist dann die Rede, von der wachsenden Zahl Pflegebedürftiger und Dementer, von schrecklichen Zuständen in Altenheimen und der Angst vorm Sterben. Alt zu werden, das scheint für viele Betroffene eine Last zu sein, und für Jüngere ein Schreckensszenario.

Es gibt aber auch ein ganz anderes Bild. Zum Tag der älteren Generation an diesem 3. April hat das Allensbacher Institut für Demoskopie im Auftrag des Zukunftsfonds der Generali-Versicherung die erste repräsentative Altenstudie veröffentlicht – ein Gegenstück zur Shell-Jugendstudie, die seit vielen Jahren regelmäßig erscheint. Die Befragung von 4.000 Menschen zwischen 65 und 85 in Deutschland ergab, dass es der Mehrheit von ihnen deutlich besser geht als der Vorgänger-Generationen vor 20 oder 30 Jahren. Die Alten von heute fühlen sich im Durchschnitt zehn Jahre jünger, als es ihrem Lebensalter entspricht. Und sie führen zumeist ein aktives, abwechslungsreiches und selbstbestimmtes Leben, das sie möglichst lange beibehalten möchten.

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"Sehr eindrucksvoll ist das starke Unabhängigkeitsstreben dieser Generation", sagt Renate Köcher, die Leiterin des Allensbach-Instituts, zu den Ergebnissen. Die Erhaltung von Gesundheit und Autonomie sei das zentrale Thema der Älteren. "Man will gesund bleiben, um unabhängig zu bleiben."

Auch materiell geht es der heutigen Rentner-Generation wesentlich besser als früheren Generationen. Im Durchschnitt verfügen die 65- bis 85-Jährigen über ein monatliches Nettohaushaltseinkommen von rund 2.200 Euro. Mehr als jeder zweite wohnt in einer eigenen Immobilie. 63 Prozent bewerten die eigene wirtschaftliche Lage als gut bis sehr gut. Und mehrheitlich blicken die Alten sehr zufrieden auf ihr Leben: Auf einer Skala von null (überhaupt nicht zufrieden) bis zehn (völlig zufrieden) stufen 57 Prozent ihre Leben mit acht und mehr ein.

Aktiv bis ins hohe Alter

Interessant ist ferner, dass selbst von den über 75-Jährigen viele noch aktiv sind und Auto fahren. 45 Prozent aller Befragten geben an, mehrere Stunden pro Woche in Freizeit-, Sport- und Kultureinrichtungen oder im kirchlichen Umfeld engagiert zu sein. Und viele unterstützen ihre Kinder, auch materiell.

Also alles in Butter? Sind die Warnungen vor den Problemen einer älter werdenden Gesellschaft und einem zunehmenden Generationenkonflikt übertrieben? Es kommt wohl auf den Blickwinkel an. "Es ist nicht zu bestreiten, dass der demografische Wandel wachsende Anforderungen an die sozialen Sicherungssysteme stellt", sagt Andreas Kruse, Direktor des Instituts für Gerontologie der Universität Heidelberg, der zum Wissenschaftlichen Beirat der Altersstudie gehört. "Doch ebenso wenig ist zu bestreiten, dass ältere Menschen mit ihren geistigen, emotionalen und zeitlichen, vielfach auch ihren materiellen Ressourcen eine bemerkenswerte Unterstützung der nachfolgenden Generationen leisten können."

Leserkommentare
  1. Dann aber mal das Renteneintrittsalter noch weiter hochsetzen.
    Manchmal beschleicht mich das Gefühl, dass so manche/r Autor/in in einer mir unzugänglichen Parallelwelt sich aufhält. Sicher mag es Menschen geben, die besondere Qualitäten auch im hohen Alter beweisen, aber bitteschön nicht generalisieren. Wer 40 oder 45 Jahre gearbeitet, unter Druck auch geackert hat, der sollte auch Gelegenheit haben, mit einem auskömmlichen Ruhegehalt ab 65 den letzten Lebensabschnitt zu beginnen. Also bitte nicht die Ausnahmeerscheinungen, die es zweifellos gibt, hochstilisieren. Weil, derlei "Erkenntnisse" qualifizieren viele Menschen ab. Danke schön für Ihr Verständnis.

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    • det-c
    • 03. April 2013 16:36 Uhr

    Ist im Artikel ja schon gesagt, die Lebenserwartung steigt 3 Monate pro Jahr, genauso viel muss natürlich das Renteneintrittsalter nach oben gehen. Sonst wäre das ja eine schleichende Rentenerhöhung.

  2. Ist ja wohl klar, das sich die Jahrgänge um 1900 bis 1930 nicht das gleiche Leisten konnten wie die Jahrgänge 1930 bis 1950.

    Während die älteren teilweise 2 Weltkriege mitgemacht haben, durfte die jüngere Generation an dem Wirtschaftswunder in den 60er und 70er Jahren teilhaben. Außerdem ist das die Generation, die mit 60 und zum Teil noch früher in den Ruhestand gehen durfte.

    Wenn man etwas vergleichen will, dann sollte man doch diese Generation mit der kommenden vergleichen. Die, deren Ruhestandsgelder vom Niedriglohnsektor in den Boden gestampft wurden und die, die nach 50 Jahren Arbeit noch immer nicht daheim bleiben dürfen.

    Diese Studie wäre wohl wesentlich interssanter.

    Im übrigen, ein durchschnittliches Nettohaushaltseinkommen von 2200 Euro ist nicht gerade viel, da man beim "Durchschnitt" davon ausgehen muss, das die meisten "wesentlich" weniger habe.

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    • det-c
    • 03. April 2013 16:36 Uhr

    Ist im Artikel ja schon gesagt, die Lebenserwartung steigt 3 Monate pro Jahr, genauso viel muss natürlich das Renteneintrittsalter nach oben gehen. Sonst wäre das ja eine schleichende Rentenerhöhung.

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    Antwort auf "Ja super!"
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    • porph
    • 03. April 2013 16:44 Uhr

    ... wäre ja schön, wenn die Erhöhung der Lebenserwartung auch mit einer Erhöhung der Dauer der produktiven Lebensphase einherginge. Dass es tatsächlich so ist, wage ich zu bezweifeln. Oftmals werden die Menschen "nur" deshalb älter, weil Krankheiten, die früher zum Tod geführt hätten, soweit bekämpft oder abgemildert werden können, dass der Mensch weiterlebt, aber dafür (neue) Altersleiden erdulden muss. Hinder der Arbeitsfähigkeit steht da ein großes Fragezeichen. Es ist fast realistischer, dass der Mensch "negative Arbeitsleistung" erbringt (= durch angewiesene Pflege mehr Arbeitsleistung "verbraucht" als er erbringt).

  3. Mir kommt es vor, als würde die Umfrage in einem Luxus-Senioren-Stift durchgeführt worden sein. Da mögen diese Zahlen Gültigkeit haben.
    Aber Otto-Normal-Rentner der Zukunft dürfen mit der unsäglichen *Lebensleistungsrente* der Frau Von der Leyen am unteren Rand herum krauchen.
    .
    Ein verspäteter April-Scherz?

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    Redaktion

    Die Umfrage ist mit 4000 Befragten sehr repräsentativ, und sie wurde von einem der seriösesten Umfrage-Institute in Deutschland vorgenommen. Vielleicht muss man sich einfach mal von einigen "lieb" gewordenen Klischees über "die" Alten lösen: sicher gibt es nach wie vor viele, denen es mit zunehmenden Alter gesundheitlich und auch geistig nicht gut geht. Daneben gibt es aber nach vielen Untersuchungen eine wachsende Gruppe Betagter, die ihr Leben genießen und noch fit sind, für sich selbst zu sorgen. Und sicher gibt es vor allem Frauen, die von einer sehr bescheidenen Renten leben müssen. Aber insgesamt geht es dieser Rentnergeneration so gut wie keiner vor ihr und wahrscheinlich auch keiner nach ihr - wozu auch der Autor später zählen wird.

    • karoo
    • 04. April 2013 13:11 Uhr

    Ich glaube gerne, dass die jetzige Pensionärsgeneration vor allem, aber auch die Rentner so gut wie nie vorher und nie nachher leben. Sie hatten meistens während der Hauptzeit ihrer Berufstätigkeit 30 Tage Urlaub, 40 Std Woche mit Überstundenausgleich etc., Kündigungsschutz, Gehälter, die ausreichten um eine Familie zu ernähren. Und eben jetzt hohe Pensionen und zumindest höhere Renten als diejenigen, die jetzt oder in Bälde in Rente gehen.

    Leistungsbezogen ist das jedoch eher weniger, denn die zukünftigen Rentner hatten lange Jahre ihrer Erwerbstätigkeit härtere Arbeitsbedingungen, höhere Leistungsanforderungen und haben die Gehaltshalbierung durch den Euro zu Zeiten während der Kindererziehungsphase durchgestanden.

    Diese Leute, leben m.E. schwer auf dem Rücken der jüngeren Generation.

    Pensionen müssen unbedingt schon lange dem Rentenniveau angeglichen werden, Beamte, Abgeordnete u.ä. in der GKV versichert sein. Geht ja wohl nicht, dass sich unsere Staatsvertreter vom uns (dem Staat) bezahlen lassen, von nahezu unkündbaren Jobs profitieren, aber weder in Altersvorsorge noch Krankenversicherung solidarisch sind.

    • porph
    • 03. April 2013 16:44 Uhr

    ... wäre ja schön, wenn die Erhöhung der Lebenserwartung auch mit einer Erhöhung der Dauer der produktiven Lebensphase einherginge. Dass es tatsächlich so ist, wage ich zu bezweifeln. Oftmals werden die Menschen "nur" deshalb älter, weil Krankheiten, die früher zum Tod geführt hätten, soweit bekämpft oder abgemildert werden können, dass der Mensch weiterlebt, aber dafür (neue) Altersleiden erdulden muss. Hinder der Arbeitsfähigkeit steht da ein großes Fragezeichen. Es ist fast realistischer, dass der Mensch "negative Arbeitsleistung" erbringt (= durch angewiesene Pflege mehr Arbeitsleistung "verbraucht" als er erbringt).

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    Antwort auf "3 Monate pro Jahr"
  4. "Wie viele Mäuse kann sich ein schlauer Fuchs auf die hohe Kante legen, um davon wie lange als Rentner zu leben?"

    Wenn wir die ersten und die 20 Jahre als "Auszahlungszeit" nehmen, müssen wir in den dazwischen liegenden 2*20 Jahren auch was einzahlen. In nullter Näherung bedeutet das für die "aktive" ( = Einzahl- ) Phase, dass wir 50% der Monatsgage abdrücken müssten. Solange wir das nicht tun, "leben" wir davon, dass mancher zwar voll einzahlt, aber nicht alles abhebt ( also vorzeitig abnippelt ). Und es müssten umsomehr abnippeln, je mehr zwar abheben, aber vorher wenig oder nix eingezahlt haben. Da wir auch an den ersten 20 Jahren nicht viel ändern können, bleibt uns dann eben nur, die andere Grenze in Richtung finales Ende zu verschieben, also länger einzahlen und kürzer abheben. Oder wir sollten erklären, woher das geld kommen soll.

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    "Wie viele Mäuse kann sich ein schlauer Fuchs auf die hohe Kante legen, um davon wie lange als Rentner zu leben?"
    Wenn wir die ersten und die letzten 20 Jahre als "Auszahlungszeit" nehmen, ...

    Editierfunktion sana in Kommentar sano ... es wäre wünschenswert, wenn es eine Editierfunktion gäbe ...

  5. "Wie viele Mäuse kann sich ein schlauer Fuchs auf die hohe Kante legen, um davon wie lange als Rentner zu leben?"
    Wenn wir die ersten und die letzten 20 Jahre als "Auszahlungszeit" nehmen, ...

    Editierfunktion sana in Kommentar sano ... es wäre wünschenswert, wenn es eine Editierfunktion gäbe ...

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    Antwort auf "Meine Standardfrage:"
  6. Redaktion

    Die Umfrage ist mit 4000 Befragten sehr repräsentativ, und sie wurde von einem der seriösesten Umfrage-Institute in Deutschland vorgenommen. Vielleicht muss man sich einfach mal von einigen "lieb" gewordenen Klischees über "die" Alten lösen: sicher gibt es nach wie vor viele, denen es mit zunehmenden Alter gesundheitlich und auch geistig nicht gut geht. Daneben gibt es aber nach vielen Untersuchungen eine wachsende Gruppe Betagter, die ihr Leben genießen und noch fit sind, für sich selbst zu sorgen. Und sicher gibt es vor allem Frauen, die von einer sehr bescheidenen Renten leben müssen. Aber insgesamt geht es dieser Rentnergeneration so gut wie keiner vor ihr und wahrscheinlich auch keiner nach ihr - wozu auch der Autor später zählen wird.

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    aber wenn die Umfrage von einem Versicherungsunternehmen finanziert wird, darf man davon ausgehen, dass sie ihre dringendsten Fragen beantwortet haben wollen.

    Nichts davon ist repräsentativ, sondern nur auf die Fragen des Unternehmens abgestimmt. Deshalb kommen auch so lausige Ergebnisse wie das Durchschnittliche Nettoeinkommen von 2.200 Euro heraus.

    Jeder der etwas Verstand besitzt, weiß das dies eine dicke Lüge ist, denn wesentlich weniger als die Hälfte kommt in diesen Genuss,

    Seriös wäre es wenn man mit den wirklichen Zahlen argumentiert, aber die sehen ja nicht so gut aus,

    Im Durchschnitt besitzt jeder Deutsche auf seinem Konto mehr als 60.000 €.
    Durch die Staatsverschuldung hat jeder Deutsche (auch mein 5 Monate alter Enkel) mehr als 20.000 € Schulden.

    Statistiken sind etwas für Politiker, die in GROßEN ZAHLEN denken und rechnen. Daß z.B. gut betuchte Menschen ene bessere Gesundheitsvorsorge haben, auch ein längere Lebenserwartung als z.B. Maurer oder Flissbandarbeiter ist wohl bekannt, oder? Wer 40 jahre im Chefsessel saß stirbt vielleicht eher an einem Herzinfakt als seine Arbeiter, aber "im Scnitt " weden Chefs älter als Untergebene. Im Schnitt, wie gesagt.

    Ich mußte beruflich über viele Jahre ca. 15 - 20 regelmäßig Alten- und Pflegeheime besuchen. Die Zahl wächst. Schliesslich werden die Leute immer älter. Kaum jemand kann sich einen Platz in einem Wohnheim kaufen. Dazu fehlt das Geld.

    Und wenn immer mehr Leute im Niedriglohnsektor die kurzfristigen Gewinne mehren müssen, dann werden immer mehr Leute ohne Dach über dem Kopf in einem Sammelheim landen müssen.

    Nein, Durchschnittsrechnen und -DENKEN ist nicht menschlich.
    Wenn in unserem Dorf 50 Bauern Hühner haben, die frei herumlaufen können und einen Bauern mit einer Legebatterie, dann kann man auch rechnen, daß im Durchschnitt in unserem Dorf jedes Huhn einen qm Auslaffläche zur Vefügung hat....

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