Die Anschläge auf den Boston-Marathon, bei dem am Montag drei Menschen getötet und mehr als hundert verletzt wurden, sorgen auch bei den Organisatoren künftiger Großereignisse für Nervosität. Die Polizei in London kündigte an, das Sicherheitskonzept des Marathons am kommenden Sonntag überprüfen zu wollen. Man habe bereits mit den Organisatoren gesprochen, hieß es.

"Wir sind tieftraurig und geschockt von den Nachrichten aus Boston", sagte der Chef-Organisator des Marathons, Nick Bitel. Es sei ein "sehr trauriger Tag für die Leichtathletik und unsere Freunde vom Marathonlauf". Der Lauf in London werde aber wie geplant stattfinden.

Der Marathon führt quer durch die Londoner Innenstadt an zahlreichen Sehenswürdigkeiten vorbei und zieht jährlich rund eine halbe Million Zuschauer an. In der britischen Hauptstadt wollen 36.000 Läufer an den Start gehen.

Tausende Sportler werden auch 2014 und 2016 in Rio de Janeiro erwartet. In Brasilien finden dann die Fußballweltmeisterschaft und die Olympischen Spiele statt. In einer Mitteilung der Olympia-Organisatoren hieß es, man arbeite "sehr eng mit den Partnern in der Regierung zusammen, um sichere Spiele 2016 veranstalten zu können".  Die Sicherheit habe "oberste Priorität" bei den Spielen. 

Auch die Organisatoren der Leichtathletik-Weltmeisterschaft im August in Moskau wollen die Sicherheitsmaßnahmen verschärfen. "Es wird bereits im Vorfeld zusätzliche Kontrollen der Besucher sowie der Stadien und Hallen geben", sagte der Präsident des Russischen Leichtathletikverbands, Valentin Balachnitschjow. Die Veranstalter würden das Sicherheitssystem des Boston-Marathons untersuchen und Schlüsse daraus ziehen. "Das wird auch für die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi wohl nicht folgenlos bleiben", sagte Balachnitschjow.

"Da werden wir unsere Konsequenzen ziehen", hieß es auch seitens der Veranstalter des Berlin-Marathons, der am 29. September starten soll. "Wir müssen erörtern und die Information bekommen, was jetzt wirklich in Boston passiert ist", sagte Renndirektor Mark Milde. Wenn es zum Schlimmsten komme, sei man vorbereitet. "Allerdings kann man natürlich nicht eine komplette Strecke von 42 Kilometern absichern", sagte Milde.