Anschlag auf Marathon : London, Sotschi und Berlin überdenken ihre Sicherheitskonzepte

In vielen Städten stehen sportliche Großereignisse an, die meisten haben bereits auf den Bostoner Anschlag reagiert. Sicherheitspläne und Zugangswege werden geprüft.
Bewaffnete Polizisten während der Olympischen Spiele in London 2012 © Jeff J Mitchell/Getty Images

Die Anschläge auf den Boston-Marathon, bei dem am Montag drei Menschen getötet und mehr als hundert verletzt wurden, sorgen auch bei den Organisatoren künftiger Großereignisse für Nervosität. Die Polizei in London kündigte an, das Sicherheitskonzept des Marathons am kommenden Sonntag überprüfen zu wollen. Man habe bereits mit den Organisatoren gesprochen, hieß es.

"Wir sind tieftraurig und geschockt von den Nachrichten aus Boston", sagte der Chef-Organisator des Marathons, Nick Bitel. Es sei ein "sehr trauriger Tag für die Leichtathletik und unsere Freunde vom Marathonlauf". Der Lauf in London werde aber wie geplant stattfinden.

Der Marathon führt quer durch die Londoner Innenstadt an zahlreichen Sehenswürdigkeiten vorbei und zieht jährlich rund eine halbe Million Zuschauer an. In der britischen Hauptstadt wollen 36.000 Läufer an den Start gehen.

Tausende Sportler werden auch 2014 und 2016 in Rio de Janeiro erwartet. In Brasilien finden dann die Fußballweltmeisterschaft und die Olympischen Spiele statt. In einer Mitteilung der Olympia-Organisatoren hieß es, man arbeite "sehr eng mit den Partnern in der Regierung zusammen, um sichere Spiele 2016 veranstalten zu können".  Die Sicherheit habe "oberste Priorität" bei den Spielen. 

Auch die Organisatoren der Leichtathletik-Weltmeisterschaft im August in Moskau wollen die Sicherheitsmaßnahmen verschärfen. "Es wird bereits im Vorfeld zusätzliche Kontrollen der Besucher sowie der Stadien und Hallen geben", sagte der Präsident des Russischen Leichtathletikverbands, Valentin Balachnitschjow. Die Veranstalter würden das Sicherheitssystem des Boston-Marathons untersuchen und Schlüsse daraus ziehen. "Das wird auch für die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi wohl nicht folgenlos bleiben", sagte Balachnitschjow.

"Da werden wir unsere Konsequenzen ziehen", hieß es auch seitens der Veranstalter des Berlin-Marathons, der am 29. September starten soll. "Wir müssen erörtern und die Information bekommen, was jetzt wirklich in Boston passiert ist", sagte Renndirektor Mark Milde. Wenn es zum Schlimmsten komme, sei man vorbereitet. "Allerdings kann man natürlich nicht eine komplette Strecke von 42 Kilometern absichern", sagte Milde.

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Kommentare

6 Kommentare Kommentieren

Zynisch Polemisch??

Offensichtlich wird die zukünftige Gefahr der in Syrien agierenden Islamisten nicht von allen Medien wahrgenommen.

"Al-Qaida plant Ausdehnung nach Europa"

Nach Erkenntnissen westlicher Geheimdienste soll Al-Nusra-Kommandeur Abu Mohammad al-Dschulani schon jetzt planen, seine Operationsbasis von Syrien über die Türkei nach Europa auszudehnen. Er bereitet sich auf den Tag nach dem Sturz Assads vor, um Syrien zu einem Zentrum für dschihadistische Aktivität auch in anderen Ländern zu machen.

Einige von al-Dschulanis Al-Qaida-Zellen operieren schon in anderen Ländern in der Region und er ist nach Erkenntnissen westlicher Sicherheitskreise gerade dabei, weitere Zellen in Europa aufzubauen. Auffällig ist, dass Dschabat al-Nusra europäische Kämpfer bisher nicht für Selbstmordattentate in Syrien einsetzt.

Offenbar sollen diese Kämpfer nicht "verheizt" werden, weil ihre europäischen Pässe in Zukunft noch sehr wichtig für al-Qaida werden. Dann, wenn der Kampf in Syrien vorbei ist und sich das Terror-Netzwerk stärker nach Europa hin orientieren will".

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Ganz anders die Zeit

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