Anschlag in Boston : Überwachungskamera liefert Hinweis auf Attentäter

Die Ermittler des Anschlages auf den Boston-Marathon haben mittels Videos eine erste Spur. Meldungen über die Festnahme eines Verdächtigen wurden jedoch dementiert.
Eine Polizist aus Boston steht in der Nähe des Anschlagsorts. © Spencer Platt/Getty Images

US-Ermittler haben zwei Tage nach den Bombenanschlägen auf den Boston-Marathon einen Tatverdächtigen. Bilder einer Sicherheitskamera vom Tatort und eines lokalen Bostoner TV-Senders hätten dazu beigetragen, berichteten der TV-Sender CNN und die Zeitung Boston Globe.

Besonders hilfreich sei eine Überwachungskamera eines Kaufhauses gewesen, so CNN. Die Aufnahmen seien vor dem Anschlag gemacht worden. Sie sollen einen Mann zeigen, der eine schwarze Tasche an dem Ort abstellt, wo sich später die zweite der beiden Explosionen ereignete.

CNN hatte auch über eine Festnahme berichtet. Die Polizei in Boston dementierte das. "Trotz anderslautender Berichte hat es keine Festnahme zu dem Marathon-Anschlag gegeben", teilte die Bostoner Polizei über den Onlinedienst Twitter mit.

Bei dem Anschlag auf den Boston-Marathon waren am Montag drei Menschen ums Leben gekommen, mehr als 180 wurden verletzt.

Nach Angaben des FBI wurden für die Explosion selbstgebaute Sprengsätze verwendet, die vermutlich in schwarzen Nylontaschen oder Rucksäcken verstaut gewesen waren. Die Bomben bestanden ersten Ermittlungen zufolge aus Schnellkochtöpfen, Nägeln, Metallkugeln und Schwarzpulver. Am Mittwoch entdeckten Ermittler laut CNN den Deckel eines Kochtopfes auf dem Dach eines Hauses in der Nähe der Ziellinie. 

FBI und Bostoner Polizei hatten Augenzeugen aufgefordert, Fotos oder Videos von dem Anschlag einzureichen. Aufnahmen, die unmittelbar vor und unmittelbar nach den Explosionen gemacht worden seien, seien besonders wichtig, sagte der örtliche Polizeichef Ed Davis. Bis Dienstagmittag (Ortszeit) seien bereits mehr als 2.000 Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen, sagte FBI-Agent Rick DesLauriers.
 

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Kommentare

34 Kommentare Seite 1 von 4 Kommentieren

Also zumindest kann eine Liste erstellt werden,

die Chemikalien enthält, die man zum Bombenbau benötigt. Diese werden dann nur noch gegen Vorlage eines Ausweises verkauft. Vielleicht kann man das noch absenken, indem man sich über die Menge gedanken macht. Aber die totale Sicherheit kann man kaum erreichen. Man muss nur jemandem Geld anbieten, der im Lager eines Konzerns arbeitet und schon hat man das Zeug.

Eieruhren würde ich nun nicht auf den Index packen. Man kann eben auch alles ins Lächerliche ziehen, wenn man vom Problem ablenken will.

Eine Andere Idee äre es, den Chemikalien eine künstliche DNA zu verpassen, die A.) die Herkunft verrät und B.) sich am Täter nachweisen lässt. Und wer die Chemikalein zu ihrem eigentlichen, harmlosen gebrauch kauft, muss sich dann auch keine Gedanken machen- ihm sollte aber klar sein, dass er für das Zeug nun auch verantwortlich ist. Aber ich kennen keinen Erwachsenen Menschen, der mit Verantwortung ein Problem hätte.

Wie kam man denn auf die Identität des Verdächtigten

Ein Gesicht zu erkennen ist das eine, aber wie kommt man denn so schnell auf die Identität? Mysteriös, oder ist das die moderne Biometrie? Wir haben ja auch alle einen Perso mit biometrischen Gesichtsmerkmalen gespeichert, vielleicht gibt es ja ohne unser Wissen eine Datenbank? Sicher, das klingt auch nach VT.
Aber die Frage bleibt.

Du lieber Himmel

Also nochmal in Zivil. Sorry.

Wer schon einmal Erkennungsdienstlich "verarbeitet" wurde, ist per Foto mit sicherheit irgendwo abgelegt. In den USA kommt man wesentlich schneller dort hin, weil man eben auch schneller ins Gefängnis gerät: War es die Rockstar PINK, die bereits einmal als Teeny wegen Ruhestörung festgenommen wurde?

Ich bin nach 911 bei jeder Ein und Ausreise aus den USA fotografiert worden, ferner hat man mir einen Finger gescannt. Ob ich da noch irgendwo in einer Datenbank zu finden bin, ist mir persönlich A.) egal und B.) halte ich es für wenig praktikabel, da das einfach zu viel Speicherplatz belegen würde. MIt allen 1000 weiteren Bildern würde sich die Suche verlängern, man müsste auch doppelte Speicherung verhindern und, und, und. Ich halte das also für wenig realistisch.

Das Alle Erdenbürger in einem PC per Bild gespeichert sind, kann ich mir persönlich nicht vorstellen.

Es wird hier ferner nicht die ganze Polizeiarbeit in der Zeitung veröffentlicht. Wenn man den Täter auf dem ersten Bild nicht erkennen kann, kann man aber anhand seiner Kleidung seinen Weg verfolgen. Und vielleicht ist er dann eine Stunde nach dem Anschlag an einer Busstation umgestiegen, wo sein Gesicht dann besser zu sehen war. Wen es interessiert empfehel ich Bücher von Menschen, die es wissen müssen, weil es ihre tägliche Arbeit ist und im Idealfall keine politischen Ambitionen haben.