Verfolgungsjagd : Zweiter Verdächtiger in Boston gefasst

Die Polizei in Boston hat den 19-jährigen Dschochar Z. verletzt festgenommen. Stundenlang und von Haus zu Haus war er von Tausenden Polizisten gesucht worden.
Timothy Alben von der Polizei in Massachusetts berichtet über die Festnahme des mutmaßlichen Attentäters von Boston. © Michael Reynolds/dpa

Der mutmaßliche zweite Bombenleger von Boston ist nach einem Großeinsatz der Polizei festgenommen worden. Der 19-jährige Dschochar Z. wurde am Freitagabend (Ortszeit) auf einem Boot im Bostoner Vorort Watertown gestellt, teilte die Polizei mit. Er hatte auf der Flucht schwere Verletzungen erlitten und wurde in ein Krankenhaus gebracht, sein Zustand sei ernst. Sein Bruder und mutmaßlicher Komplize Tamerlan Z. war zuvor auf der Flucht ums Leben gekommen.

US-Präsident Barack Obama äußerte sich erleichtert. Er lobte die Arbeit der Sicherheitsbehörden und kündigte die lückenlose Aufklärung der Hintergründe des Anschlags auf den Boston-Marathon an.

Nach Polizeiangaben hatte sich der 19-jährige Dschochar in einem Boot im Garten eines Hauses verschanzt, nachdem er offenbar in der Nacht zuvor bei einer Schießerei mit der Polizei verletzt worden war.

Er und sein Bruder sollen am Montag einen Anschlag auf den Bostoner Marathon verübt haben. Im Zielbereich der Laufstrecke waren binnen weniger Sekunden zwei Bomben detoniert, die drei Menschen töteten und etwa 180 weitere verletzten.

Die Suche nach Dschochar Z. hatte sich seit dem späten Donnerstagabend auf die Vorstadt Watertown konzentriert. Nachdem die Polizei das Gebiet stundenlang ohne Ergebnis durchkämmt hatte, wurde die für Boston geltende Ausgangssperre am späten Freitagnachmittag wieder aufgehoben.

In Watertown strömten die Menschen auf die Straßen, jubelten und applaudierten, als die Festnahme bekannt wurde.

Versteck in einem Boot

Die Behörden waren dem 19-Jährigen durch den Hinweis eines Hausbesitzers auf die Spur gekommen. Er inspizierte laut Polizeiangaben am Abend nach Aufhebung einer Ausgangssperre im Zuge der Fahndung sein Boot, das auf seinem Grundstück abgestellt war. Der Mann sah den Angaben zufolge Blutspuren auf der Abdeckplane, hob diese hoch und entdeckte darunter einen blutbedeckten Körper. Er habe dann den Polizeinotruf gewählt.

Die Polizei habe zunächst einen Hubschrauber mit einer Vorrichtung zum Aufspüren von Hitzeausstrahlung eingesetzt und dadurch festgestellt, dass es sich bei der Person im Boot um einen lebendigen Menschen handele, hieß es weiter. Danach seien Spezialeinsatzkräfte an den Ort geschickt worden. Sie hätten versucht, den Verdächtigen anzusprechen, aber er habe nicht reagiert.

Die beiden jungen Männer sind nach bisherigen Erkenntnissen tschetschenischer Herkunft, lebten mit ihrer Familie aber bereits seit 2002 in den USA, wo sie Asyl erhielten. Vater und Mutter äußerten sich am Freitag empört über die Vorwürfe gegen ihre Söhne. Sie seien Opfer der US-Polizei, die ihnen gezielt etwas anhänge, was sie nicht getan hätten, sagen sie im US-Fernsehen.

Mit der Festnahme endete eine mehr als 24-stündige Großfahndung, die Boston zwischenzeitlich in eine Geisterstadt verwandelt hatte. Die Bundespolizei FBI war am Donnerstag mit Fahndungsbildern an die Öffentlichkeit gegangen, auf denen zwei verdächtige junge Männer mit Rucksäcken in der Nähe des Anschlagsorts zu sehen waren.

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3 verschienden Aussagen

Nach Polizeiangaben hatte sich der 19-jährige Dschochar in einem Boot im Garten eines Hauses verschanzt, nachdem er offenbar in der Nacht zuvor bei einer Schießerei mit der Polizei verwundet worden war.

Der Mann sah den Angaben zufolge Blutspuren auf der Abdeckplane, hob diese hoch und entdeckte darunter einen blutbedeckten Körper.

Danach seien dann Spezialeinsatzkräfte an den Ort geschickt worden. Sie hätten versucht, den Verdächtigen anzusprechen, aber er habe nicht reagiert.

Schaun wir mal was da noch so alles kommt.

Interessant, was Sie so alles aus einem Satz herauslesen ...

... wollen.

Wo bitte habe ich eine Verschwörungstheorie angezettelt oder beschrieben?

Ich habe lediglich auf verschiedene Aussagen, die auch bei anderen Onlineangeboten gebracht werden, hingewiesen (Zitate aus dem Text). Wenn Sie zwischen "in einem Boot im Garten eines Hauses verschanzt" "hob diese hoch und entdeckte darunter einen blutbedeckten Körper" (also anscheinend ohne Gegenwehr und nicht verschanzt) erkennen, dann sei es so für Sie.

Selbst meine abschließende Aussage "Schaun wir mal was da noch so alles kommt." beinhaltet keinerlei Wertung oder Verschwörungsandeutung, sondern ist nur eine Aussage dazu, dass wir das wirkliche geschehene erst noch erfahren werden.

Reflex!

Nein, ich erkenne darin noch immer keinen Widerspruch! Und vor allem deshalb, weil zwischen dem "Verschanzen" und dem Auffinden eben ein gewisser Zeitraum lag, in dem eben der Gesuchte aufgrund seiner Verletzungen das Bewusstsein verlor. Außerdem kann man das sich Verstecken unter Waffenbesitz durchaus als Verschanzen bezeichnen, auch wenn es nicht der engeren militärischen Begrifflichkeit entspricht.

Und natürlich leistet ihre seltsame Vermutung, dass hier widersprüchliche Aussagen verbreitet würden den immer gegenwärtigen Verschwörungstheorien vorschub.

Allein, dass sie sich so sehr auf diesen scheinbaren Widerspruch fixierten, lässt darauf schließen. Sie hätten ja einen ganz andern Aspekt des Geschehens kommentieren können, aber nein, es folgte dieser Reflex!

Sie wollen einen Reflex erkennen, ...

... das ist ihr Recht, aber dennoch nicht wahr.

Ich habe versucht, wenn auch verunglückt, Diskrepanzen in der generellen Berichterstattung aufzuzeigen. Bei anderen Presseerzeugnissen hatte man wenigstens noch twitter- oder sonstige Onlinequellen mit verlinkt (zitiert) um eben auf die Widersprüchlichkeiten zu verweisen.

Der zweite mutmaßliche Täter ist gefasst. Das ist gut! Dennoch habe ich bei der ganzen Sache ein mulmiges Gefühl. Nicht ob es sich um den Falschen handelt, sondern ob das alles so angebracht war (im Hinblick auf Journalismus und Selbstdarstellung der Polizeigewalt).

Nochmals: In der Meldung zum Bootsbesitzer heißt es, er kontrollierte sein Boot, hob die Plane und da lag ein blutverschmierter Körper. Was dann geschah erinnerte mich eben an sog. Actionfilme mit kreisenden Black Hawk Militärhubschraubern, Scheinwerfern, Infrarotgeräten und, bis an die Zähne bewaffnete, mit schwerem Gerät ausgerüsteter Armee, Polizisten, FBI und Soldaten. Es wurde ein Spektakel inzeniert und in Reality-TV-Manier begleitet und aufbereitet. Man wurde überall mit Meldungen und Berichten überhäuft, die nur selten wirkliche Informationen enthielten - es wurde die niederste Sensationsgier befriedigt. Den Opfer und Angehörigen wurde mit dieser "Selbstdarstellung" sicher keinen Respekt und Mitgefühl entgegengebracht.

Vielleicht macht dies Sie etwas nachdenklicher:
Serenade eines Bombenattentatsopfers
http://scienceblogs.de/pl...

Es gibt noch viel schlimmere Aussagen

des Vaters und eines Sprechers aus Tschetschenien :"Wir kennen die nicht. Sie haben in den USA studiert. Also haben die USA sie erzogen".

Vielleicht auch eine typische Aussage.

Ich bin froh, dass sie ihn lebend erwischt haben, wenn ich mich recht erinnere gibt es in seinem Fall keine Todesstrafe (ich lehne diese IMMER ab, weil ich sie generell für falsch halte) und man wird aus ihm lernen können. Vielleicht hat er was zu erzählen.