Staatsanwaltschaft StuttgartBrand in Backnang geht auf laxen Umgang mit Feuer zurück

Die Staatsanwaltschaft schließt einen technischen Defekt als Ursache des Hausbrandes von Backnang mit acht Toten aus. Sie gibt die Schuld eher den Bewohnern selbst.

Die Brandkatastrophe im schwäbischen Städtchen Backnang mit acht Toten ist nach neuen Erkenntnissen wohl versehentlich von den Hausbewohnern selbst ausgelöst worden. Ein zunächst vermuteter technischer Defekt könne ausgeschlossen werden, sagte der Leiter der Stuttgarter Staatsanwaltschaft, Siegfried Mahler. Als Brandursache komme vielmehr unvorsichtiger Umgang mit Feuer infrage. Das hätten auch Sachverständige des Forensischen Instituts Zürich bestätigt.

Bei dem Feuer im März waren eine aus der Türkei stammende 40-jährige Frau und sieben ihrer Kinder ums Leben gekommen. Die Großmutter und zwei weitere Menschen überlebten. Unter anderem hatte die Polizei einen Holzofen in der Wohnung sowie elektrische Leitungen als mögliche Brandursache in Betracht gezogen. Die Opfer waren zur Bestattung in die Türkei überführt und dort erneut obduziert worden.

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In der Familie sei viel geraucht worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Das Feuer sei im Bereich der Schlafcouch der Großmutter ausgebrochen. Die Frau äußere sich gegenüber den Ermittlern nicht zum Hergang des Brandes.

In dem Fall eines Kölner Hausbrandes mit zwei Toten ist die Ursache weiter nicht abschließend geklärt. Nach vorläufiger Einschätzung eines Sachverständigen brach das Feuer allerdings nicht wegen einer defekten Elektrik aus, wie die Kölner Staatsanwaltschaft mitteilte. Auch Hinweise auf eine Brandlegung mit Brandbeschleunigern seien nicht festgestellt worden. Es könne nicht aufgeklärt werden, ob der Brand fahrlässig – etwa durch nicht gelöschte Zigarettenglut – oder vorsätzlich durch offenes Feuer gelegt wurde.

Kolat spricht von "Verniedlichung" des Rassismus

Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat, hatte verlangt, in solchen Fällen zunächst grundsätzlich von einem rechtsradikalen Hintergrund auszugehen. "Wir sollten es machen wie in England. Dort geht man automatisch von einem rassistischen Anschlag aus, um dann zu schauen, ob doch etwas anderes dahintersteckt", sagte Kolat im Kölner Stadt-Anzeiger. "Bei uns ist es umgekehrt. Bei uns wird erst mal verniedlicht."

Kolat kritisierte Bundeskanzlerin Angela Merkel: "Ich habe ihr vorgeschlagen: Lassen Sie uns gemeinsam nach Backnang gehen, wo eine türkischstämmige Frau und ihre sieben Kinder umkamen, und dort mit den Familien sprechen. Sie hat das abgelehnt. Es wäre aus menschlicher Perspektive ein gutes Zeichen gewesen, auch wenn es gar kein rassistischer Anschlag war. Das muss von höchster Stelle kommen. Die Politik hat das immer noch nicht verstanden."

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Leserkommentare
  1. Entfernt, bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/se

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  2. Vielleicht sollte man noch einmal die Großmuttter befragen, falls das Feuer tatsächlich in der Wohnung ausgebrochen ist.

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    ... da die Großmutter wegen eines ärztlichen Attests angeblich nicht befragt werden kann. Das schreibt jedenfalls die Berliner Zeitung:
    http://www.berliner-zeitu...

    Denn hier haben wir es mit Körperverkletzung mit Todesfolge bis hin zum Todschlag in acht Fällen zu tun.

    Denn das könnte durchaus strafrechtliche Knsequenzen haben, von der Versicherung, etc.mal ganz abgesehen.

  3. so eine Frechheit !

    Hr. Kolat unterstellt also, dass prinzipiell jeder Brand in einer türkischen Wohnung von Deutschen gelegt wurde.

    Das ist natürlich keine rassistische Unterstellung.

    Schlimm genug, dass es bei diesem Brand Tote gab

    Anstatt mäßigend einzuwirken oder die Untersuchungsergebnisse abzuwarten, pflegt er mit seinem Foderungskatalog gewisse Ressentiments die viele Dt den Türken unterstellen.
    (eine gewisse "agressive Opfermentalität")

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    ich meine das mit den Ressentiments. Ich habe in dieser und ähnlichen Fällen noch nie so eine lebhafte Beteiligung und so eine lebhaft dokumentierte Abneigung gegen alles Fremde, im besonderen Türkische, im Internet erlebt.

  4. haben in Deutschland nichts zu suchen.

    Sie scheinen sehr enttäuscht zu sein, dass kein rechtsradikaler Anschlag vorliegt. Bestimmt liegt eine Verschwörung zwecks Vertuschung und "Verniedlichung" rechtsradikaler Anschläge vor. Von daher hätte man sich die Untersuchung eigentlich sparen können.

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    dass es sich um einen rechtsradikalen Anschlag handeln könnte.
    Er geht davon aus, dass die Behörden das rechtsextreme Potential des deutschen Volkes bewußt unterschätzen. Schon die Annahme rechtsextremen Potentials in der dt. Bevölkerung ist sehr fragwürdig.
    Seine Forderung begründet er mit der hohen Wahrscheinlichkeit eines rechtsextremen Anschlags.
    Es ist aber keineswegs empirisch nachgewiesen, dass es eine hohe Wahrscheinlichkeit für rechtsextreme Brandursachen gibt.

  5. ... jetzt jeden Wohnungsbrand besichtigen sollte, dann hätte die sehr viel zu tun. Ein Blick in die heutige - auch jeweils lokale - Presse berichtet über bislang 7 Brände in verschiedenen Bundesländern in der vergangenen Nacht.

    Aber vielleicht liegt Kolat ja mehr an den Fernsehbildern. Da müsste sich mit Trickfilmerei doch etwas machen lassen ...

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  6. den Betroffenen fein raus. Den Vermieter trifft keine Schuld, der marode Häuser an eingewanderte Menschen vermietet, und auch sonst kein Verursacher außer den Betroffenen selbst in Sicht. Hinterläßt schon einen merkwürdigen Beigeschmack, vor allem, weil es sich so ähnlich anhört.

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    Irgendwie scheinen Sie keine Erleichterung zu verspüren, dass es sich NICHT
    um einen rassistischen Brandanschlag handelte.

    • fizmat
    • 04. April 2013 18:31 Uhr

    Über den Vermieter, der nach Ihrer Meinung/Unterstellung "marode Häuser an eingewanderte Menschen vermietet", ist - soweit ich
    weiß- nichts bekannt, außer dass er im Ausland weilt und "unbekannter Nationalität" ist. Also Deutscher scheint er wohl nicht zu
    sein, denn das könnte man ja leicht feststellen und er säße schon
    lange auf der medialen Anklagebank.

    "der marode Häuser an eingewanderte Menschen vermietet"

    Wären Sie zufrieden, wenn er Sie ausschliesslich an Einheimische vermieten würde? Im übrigen, das die Betroffene hier schweigt scheint Ihnen irgendwie auch nicht merkwürdig vorzukommen, man sollte wenigstens theoretisch in Erwägung ziehen, dass es eben durchaus so sein kann, dass da wegen fahrlässigem Umgang durchaus solche Dinge passieren können.

    "Hinterläßt schon einen merkwürdigen Beigeschmack"

    Ihr Kommentar bei mir irgendiwe auch....

    zu Beginn von Ermittlungen wirklich in alle Richtungen zu ermitteln und nicht auf dem "rechten Auge blind" zu sein.

    Allerdings gibt es wohl wesentlich mehr Wohnungsbrände, die auf Fahrlässigkeit zurückzuführen sind als rechtsradikale Brandstiftung.
    Von diesen Unglücksfällen lesen wir nur nicht in den Schlagzeilen, eben weil es - so zynisch wie es sich auch anhört - Alltag für die Feuerwehren ist.

    Insofern finde ich nicht, dass das Ermittlungsergebnis ein Geschmäckle hat.

    Es war wohl ein tragisches Unglück, und - bei aller Tragik - ist es doch auch erleichternd, dass hier keine marodierenden rechten Irren am Werk waren.

  7. ich meine das mit den Ressentiments. Ich habe in dieser und ähnlichen Fällen noch nie so eine lebhafte Beteiligung und so eine lebhaft dokumentierte Abneigung gegen alles Fremde, im besonderen Türkische, im Internet erlebt.

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    Was meinen Sie mit dem Fremden oder dem Türkischen, das hier abgelehnt werden soll? In den Kommentaren zum Artikeln empören sich die Leute darüber, dass Herr Kolat die Deutschen unter Generalverdacht stellen will und eine grundsätzliche Entschuldigungshaltung für ein Verbrechen fordert, das nicht begangen wurde.

    Vorverurteilungen, insbesondere solche mit polemisch-antideutschem Geschmäckle sind in der Tat etwas, worüber man sich zurecht empören kann.

  8. Irgendwie scheinen Sie keine Erleichterung zu verspüren, dass es sich NICHT
    um einen rassistischen Brandanschlag handelte.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, sc
  • Schlagworte Kenan Kolat | Anschlag | Bestattung | Brand | Familie | Rassismus
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