TexasBehörden bestätigen bis zu 15 Tote bei Fabrik-Explosion

Riesige Stichflammen, eingestürzte Gebäude: Bei einer schweren Explosion in einer Düngemittelfabrik gab es Tote und Hunderte Verletzte. Feuerwehrleute werden vermisst.

Nach der Explosion in einer Düngemittelfabrik in West, Texas

Nach der Explosion in einer Düngemittelfabrik in West, Texas  |  © Mike Stone/Reuters

Nach der Explosion einer Düngemittelfabrik im US-Bundesstaat Texas haben die Behörden mehrere Todesopfer bestätigt. Es habe fünf bis 15 Tote gegeben, sagte Polizeisprecher W. Patrick Swanton bei einer Pressekonferenz. Mindestens 160 Menschen wurden verletzt.

Der Chef des lokalen Rettungsdienstes hatte zuvor von etwa 60 Toten gesprochen. "Zwei Notfallhelfer sind tot, das wissen wir, und es könnten auch drei Feuerwehrleute ums Leben gekommen sein", sagte er. Mehrere Feuerwehrleute, die im Einsatz waren, werden vermisst. Zu sechs oder sieben Feuerwehrleuten gebe es keinen Kontakt mehr, hieß es.

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Die Explosion ereignete sich am Mittwochabend (Ortszeit) in der Ortschaft West gut 30 Kilometer nördlich von Waco. CBS zufolge schossen riesige Stichflammen in den Himmel, die Fabrik des Unternehmens West Fertilizer sei total zerstört. Auf Fernsehbildern war eine riesige Rauchwolke über der Ortschaft zu sehen.

"Wie in einem Krisengebiet"

Wie die örtliche Feuerwehr mitteilte, erfolgte die Explosion aus noch unbekannter Ursache. Sie sei so heftig gewesen, dass einige angrenzende Gebäude eingestürzt seien, unter anderem ein Altenheim. Der Bürgermeister von West sprach von bis zu 80 zerstörten Häusern. Vermutlich seien mehrere Menschen von den Trümmern verschüttet worden, sagte ein Sprecher der Sicherheitsbehörden. Von einem Wohnblock mit etwa 50 Wohnungen sei nur noch ein Gerüst stehengeblieben. Andere Gebäude seien in Brand geraten.

"So etwas habe ich noch nie gesehen", sagte der Sheriff der Stadt. "Mit all den Trümmern sieht es aus wie in einem Kriegsgebiet." Noch Stunden nach der Detonation war West in dichten Rauch gehüllt, überall lagen Trümmer, Scherben und Ziegelsteine. Die Explosion sei noch in 75 Kilometer Entfernung zu hören gewesen.

Zweite Explosion befürchtet

Auf einem nahe gelegenen Sportplatz ist nach CNN-Berichten ein Erstversorgungszentrum eingerichtet worden. Krankenwagen und Hubschrauber brächten die Verletzten in umliegende Kliniken. Ein Krankenhaus in Waco teilte mit, es behandele 66 Menschen mit Brand- und Schnittverletzungen sowie Knochenbrüchen. 38 von ihnen seien schwer verletzt. Ein Krankenhausmitarbeiter sagte, man sei aufgefordert worden, sich auf die Versorgung von 100 Verletzten vorzubereiten. Während ihres Einsatzes sollen Feuerwehrleute durch eine zweite Explosion verletzt worden sein.

Vor der Explosion war Berichten zufolge ein Feuer in der Fabrik ausgebrochen. Als ein Düngemitteltank explodierte, seien schon Feuerwehrleute am Unglücksort gewesen. Da sich auf dem Gelände noch ein zweiter Tank befinde, seien die Bewohner von West aufgefordert worden, sich in Sicherheit zu bringen, berichtete CNN. Auch die Hubschrauberpiloten seien angewiesen worden, wegen einer befürchteten zweiten Explosion eine Mindestflughöhe einzuhalten.


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Leserkommentare
  1. 1. [...]

    Entfernt, da unsachlich und spekulativ. Die Redaktion/ls

    Eine Leserempfehlung
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    das ist wohl eher eine Frage der Arbeits- und Betriebssicherheitskultur!

    Hier gab es einmal einen solchen Unfall in Oppau, dort seit dem "Texas-City" Unfall mit Dünger eine ganze Kette solcher Vorfälle.

    Wenn man mit Chemikalien angemssen umgeht, lassen sich solche Vorkommnise auch vermeiden. Wer dagegen rumferkelt, bekommt auch die Quittung!

    Peter

    Entfernt. Der Kommentar, auf den Sie sich beziehen, wurde mittlerweile entfernt. Die Redaktion/ls

    • conure
    • 18. April 2013 10:33 Uhr

    vorsichtig, aber eben doch als eine von mehreren Möglichkeiten.

    Auch Piers Morgan (CNN) fragte heute morgen in seiner Sendung immer
    wieder danach, ob es vielleicht "Sabotage" sei.

    Ebenso in der Presse.
    "With the recent terror attack in Boston, an explosion like this is certainly unsettling. But again, we don't yet know what caused the explosion, so don't jump to any conclusions. It is worth noting that this week is the 20th anniversary of the end of the deadly siege in Waco. This is a developing story, and we'll update you with new information as it flows in." (theatlanticwire)

    Vermutlich haben beide Ereignisse nichts miteinander zu tun,
    ähnlich wie 2001, als wenige Wochen nach 9/11 in Toulouse
    ebenfalls eine Düngermittelfabrik in die Luft flog und
    Spekulationen über einen "Terrorakt" anfachte.

    Die Untersuchungen ergaben dann ein falsches Handling
    mit den hochexplosiven Stoffen.

  2. das ist wohl eher eine Frage der Arbeits- und Betriebssicherheitskultur!

    Hier gab es einmal einen solchen Unfall in Oppau, dort seit dem "Texas-City" Unfall mit Dünger eine ganze Kette solcher Vorfälle.

    Wenn man mit Chemikalien angemssen umgeht, lassen sich solche Vorkommnise auch vermeiden. Wer dagegen rumferkelt, bekommt auch die Quittung!

    Peter

    4 Leserempfehlungen
    Antwort auf "[...]"
  3. .....bzw. seine Vorkomponenten sind halt zum Teil sehr explosiv. Deshalb werden da auch so gern Amateurbomben draus gebastelt. Und in so ner Produktionsstätte liegt das Zeug halt in konzentrierter Form rum.

    Das ist dann aber auch das Einzige, was der Vorfall mit nem Tarroranschlag zu tun hat.

    Es ist tragisch,dass das passiert ist, aber es kommt nunmal ab und zu vor.

    5 Leserempfehlungen
  4. 4. [...]

    Entfernt. Der Kommentar, auf den Sie sich beziehen, wurde mittlerweile entfernt. Die Redaktion/ls

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "[...]"
    • wauzi
    • 18. April 2013 8:24 Uhr

    die beiträge a`la "mein mitgefühl gilt den ...."

    das mitgefühl bricht sich anscheinend nur bei terroranschlägen, bei denen islamistische terroristen als drahtzieher vermutet werden, bahn.

    8 Leserempfehlungen
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    ...das Mitgefühl auch in Grenzen?

    5. "vermisst:
    die beiträge a`la "mein mitgefühl gilt den ...."
    das mitgefühl bricht sich anscheinend nur bei terroranschlägen, bei denen islamistische terroristen als drahtzieher vermutet werden, bahn."

    gewiß nicht,aber es ist einfach zuviel,schon hier in Europa,wenn ich in USA wäre,es ist ja nicht zum Aushalten ..gestern in Cnn die Angehöirgen,Opfer und Überlebenden von Boston gesehen..man kann es kaum aushalten,so leid tut es einem was diese Menschen durchmachen müssen..
    jetzt die Fabrik explodiert,80! Häuser betroffen(da müssen doch Menschen drin gewesen sein) dann ganzes Pflegeheim in Schutt und Asche,die alten Bewohner werden gesucht...als es ist zuviel,das kann man gar nicht in die Reihe bekommen.Mitgefühl unter Schock.

    Ich denke und das zeigen auch sie da sie offensichtlich zwar ihre Kritik nicht aber ihr Mitgefühl zum Ausdruck brachten , das dies angesichts der hohen zahl an Menschen die täglich ihr leben verlieren jeden überfordern würde. Es ist den opfern gegenüber angemessener keine als geheuchelte Anteilnahme vorzutäuschen. Tote von Terroranschlägen machen deshalb so betroffen weil sie von außen an einen herangetragen werden und man ihnen nicht ausweichen kann während die meisten Menschen die täglichen gefahren des Lebens ausblenden. Wie sollte es ihnen sonst möglich sein die dinge zu tun die das leben durchaus gefährden können. So sind Unfälle auch größeren Ausmaßes für viele erschreckend und lösen auch Betroffenheit aus aber eben nicht diesen schock und die rat- oder Hilflosigkeit sowie das Unverständnis das Terroranschläge “noch“ auslösen können. Mitgefühl heißt sich hineinversetzen können.

    Dass sich unser Mitgefuehl zwangslaeufig in Grenzen haelt,ein Mensch ist doch mit soviel leid&Elend da Ueberfordert

    Auch ist es Leicht,zu sagen man fuehlt MIT,aber tatsaechlich kann mans doch gar nicht fuehlen was andere Empfinden

    Und wie Echt ist das Mitgefuehl das bei den verschiedenen Anlaessn z.B.von Politikern geaeussert wird? Sie sages weil es dazu gehoehrt,dann gehts zum naechsten Punkt der Tagesordnung

  5. 6. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Spekulationen. Danke, die Redaktion/ls

  6. Es sind bisher offiziell nicht mehr als 2 Menschen gestorben. Man rechnete mit 60-70 Toten, weil beispielsweise ein Altersheim zerstört wurde. Allerdings wurden alle Menschen, sowohl aus dem Altersheim, als auch aus den umliegenden Gebäuden bereits ins Krankenhaus gebracht. Ob es noch mehr Tote gibt, wurde zumindest bisher nicht bestätigt, also finde ich es einfach von Grund auf falsch, in unseren Medien schon von 60 Toten zu reden, wenn diese überhaupt nicht bestätigt wurden. Das ist falsche Berichterstattung

    3 Leserempfehlungen
  7. ...das Mitgefühl auch in Grenzen?

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "vermisst:"

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, Reuters, ff
  • Schlagworte CNN | Brand | CBS | Fabrik | Gebäude | Texas
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