In einem offenen Brief verlangen 25 Organisationen von US-Präsident Barack Obama, etwas gegen die Situation in Guantánamo zu tun. In dem Gefangenenlager befinden sich derzeit Dutzende Insassen im Hungerstreik.

Der Hungerstreik sei ein "vorhersehbares Ergebnis" des Umstandes, dass in dem Gefangenenlager auf Kuba "seit mehr als elf Jahren Gefangene ohne Anklage festgehalten" würden, erklärten die Organisationen, zu denen Amnesty International und Human Rights Watch gehören. Die Menschenrechtsorganisationen veranstalteten Proteste in Washington, New York, San Francisco, Los Angeles und Chicago.

Der Hungerstreik unter den 166 Guantánamo-Häftlingen geht in den dritten Monat. Das Pentagon gibt die Zahl der Teilnehmer mit 43 an, nach Angaben der Menschenrechtsorganisationen beteiligen sich mehr als die Hälfte der Insassen. Elf Häftlinge würden inzwischen zwangsernährt.

Das Gefangenenlager auf Kuba gibt es seit 2002. Obama hatte bei seinem Amtseintritt im Januar 2009 versprochen, das Lager zu schließen. Das war eine Kehrtwende in der Anti-Terror-Politik seines Vorgängers George W. Bush. Der Kongress verweigerte aber die finanziellen Mittel für die Schließung und blockierte die Verlegung von Guantánamo-Häftlingen in Gefängnisse in den USA.

Die Menschenrechtsorganisationen forderten nun, die verbliebenen Häftlinge in ihre Heimatländer oder in Drittländer zu bringen, sofern ihnen nicht der Prozess gemacht werde. Insgesamt gab es in Guantánamo 779 Häftlinge, von denen neun in dem Lager starben.