FrankreichGewaltsame Proteste in Paris gegen Homo-Ehe

Frankreich hat die gleichgeschlechtliche Ehe eingeführt, doch abgehakt ist das Streitthema nicht: Tausende demonstrierten, einige warfen Steine und Feuerwerkskörper.

Wenige Stunden nach der Verabschiedung des Gesetzes zur Legalisierung der Homo-Ehe im französischen Parlament ist es in Paris zu gewalttätigen Protesten gekommen. Gegner der Regelung, die schwulen und lesbischen Paaren auch die Adoption von Kindern erlaubt, bewarfen die Sicherheitskräfte am Dienstagabend mit Feuerwerkskörpern, Flaschen und Steinen. Die Polizei setzte Tränengas ein. Mindestens zwölf Personen wurden festgenommen.

Am Abend hatten zunächst etwa 3.500 Menschen friedlich gegen die Neuregelung protestiert. Kurz vor 22 Uhr forderten die Veranstalter die Demonstranten auf, nach Hause zu gehen. Einige Hundert blieben aber und attackierten die Sicherheitskräfte mit Wurfgeschossen. Dabei wurde ein Polizist am Kopf verletzt. "Die Auseinandersetzungen sind extrem gewalttätig", hieß es aus Polizeikreisen. Erst nach ein Uhr am frühen Mittwochmorgen beruhigte sich die Lage.

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Die Nationalversammlung hatte das Gesetz zur Legalisierung der Homo-Ehe am Dienstag wie erwartet mit deutlicher Mehrheit angenommen. Vertreter der konservativen Opposition reichten sofort Verfassungsklage ein. Das Thema wird in Frankreich seit Monaten äußerst kontrovers diskutiert. Immer wieder kam es zu Demonstrationen für und gegen die rechtliche Gleichstellung homosexueller Paare.

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Leserkommentare
  1. ...weder In Frankreich noch sonstwo. Ich bin in manchen Fragen selbst durchaus konservativ. Aber was geht bitte verloren durch die Homo-Ehe?

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    • kokor
    • 24. April 2013 8:30 Uhr

    ... was gewinnt man durch die Homo-Ehe?

    Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/ls

    ... stellen Sie sich vor, jetzt dürfen Homosexuelle auch heiraten.

    Würde das nicht die Idee der Ehe (als Verbindung zwischen Mann und Frau) stören?

    Würden heutige Ehen daran in die Brüche gehen? Nach dem Motto: "Jetzt, wo auch Homosexuelle heiraten dürfen, hat es keinen Wert mehr die Werte einer Ehe zu befolgen."

    Durch die Homo-Ehe würden alle Werte (Respekt voreinander, Bindung zweier Menschen) verloren gehen.

    Hätten wir die Homo-Ehe würde wahrscheinlich mehr als die Hälfte aller Ehen in die Brüche gehen!

    Genau deswegen demonstrieren die Leute.

    • kokor
    • 24. April 2013 8:30 Uhr

    ... was gewinnt man durch die Homo-Ehe?

    17 Leserempfehlungen
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    Gleiches Recht für alle. Wenn das kein Gewinn für Sie ist, weiß ich auch nicht weiter.

    Hat was mit Menschenrechten zu tun und so. [...]

    Gekürzt, da unsachlich. Die Redaktion/ls

    • Wyrd
    • 24. April 2013 8:43 Uhr

    Was gewinnt man durch die Sklavenbefreiung?
    Was gewinnt man durch Religionsfreiheit?
    Was gewinnt man durch Abschaffung der Rassendiskriminierung?
    Was gewinnt man durch Gleichberechtigung?

    Ja was denn bloß?!

    Was ich einfach niemals verstehen werde, ist, warum sich Leute über etwas ereifern und anderen etwas vorenthalten wollen, was sie selbst überhaupt nicht betrifft.
    Die für mich einzige Erklärung dafür ist ideologischer Fundamentalismus.

    In welchem Jahrhundert leben sie eigentlich? Über was diskutieren wir hier denn eigentlich? Das muss man sich mal in Ruhe auf der Zunge zergehen lassen: Das es tatsächlich Menschen gibt wie sie, die anderen Menschen verbieten wollen zu heiraten! Die anderen Menschen ihre Freiheiten beschneiden wollen! Die anderen Menschen vorschreiben wollen wie sie zu leben haben! Hören sie sich eigentlich selbst reden? Diese Auffassung entbehrt doch jeder Vernunft! Vielleicht fühlen sie sich in China oder im Iran oder in Nordkorea wohler? Wie wärs wenn wir anfangen ihre Freiheiten zu beschneiden?

    Die Aufklärung liegt knapp 200 Jahre zurück. Das es immernoch Menschen gibt wie sie macht mich traurig, wütend. Auf Leute wie sie können wir, kann unsere Gesellschaft, kann Deutschland verzichten. Sie haben hier nichts zu suchen. Bitte wandern sie aus, in den Irak oder sonstwo. Unter Gleichgesinnten können sie dann ihren geistigen Durchfall ausleben!

    bedeuten, dass jeder so leben kann, wie er will, solange er/sie sich an die Gesetze hält.

    Dies sind alles demokratische Werte, die zu erreichen und umzusetzen in jedem Fall lohnt.

    Anstatt mit Frau/Mann und den Kindern einen schönen Tag gemeinsam zu verbringen, geht man lieber auf die Straße, um zu demonstrieren - was einen in keinster Weise betrifft.

    Muss man diese Logik verstehen?

    Wir Heteros gewinnen dadurch nichts, aber den Romantikern unter den Homosexuellen gibt es die Möglichkeit, sich ein bis ans Lebensende währendes Jawort zu geben, und kitschige Hochzeitsfotos zu schießen. Ist doch schön, also ich meine das ernst.

    • sfgrw
    • 25. April 2013 10:53 Uhr

    warum sich Menschen gegen etwas engagieren, das sie in ihrer Lebensqualität weder betrifft, noch irgendwie einschränkt.
    im Grunde genommen geht es sie nämlich nichts an.
    Reflexartig wird wieder der Untergang des Abendlandes beschworen.
    Andersherum geht es mich sehr wohl etwas an, ob sich Gesellschaften weiter demokratisieren und weiterentwickeln.
    Jede erwirkte Freiheit, die mich nicht einschränkt, trägt auch zu meiner persönlichen Weiterentwicklung bei.
    Eigentlich ganz einfach: Wer stehen bleibt wird überholt.
    Das gilt insbesondere für Fundamentalisten, die durch ihre eingeschränkte Flexibilität ihre Angst vor Veränderung und ihren Mangel an Vertrauen in ihre Mitmenschen zum Ausdruck bringen.
    Angst und Misstrauen waren von jeher schlechte Berater.

    ....man kann von den Paaren nicht erwarten, dass sie zwar Verantwortung fureinander uebernehmen sollen (im Alter, bei Arbeitslosigkeit, bei Krankheit....) sie aber bei anderen Dingen im Regen stehen lassen.
    In F gilt das Recht der Gleichheit vor dem Gesetz und genau dafur wurde abgestimmt...
    Ich empfinde das Verhalten der Demonstration hier in Frankreich fur sehr verletzend und es scheint viel mehr der Wunsch zu sein Dampf abzulassen welcher sich ei den vielen anderen hiesigen Problemen aufgestaut hat

  2. Gleiches Recht für alle. Wenn das kein Gewinn für Sie ist, weiß ich auch nicht weiter.

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    • kokor
    • 24. April 2013 8:57 Uhr

    Z.B. für Geschwister das Recht zu heiraten?

    Dieser Vergleich ist so dämlich, dass man ihn nicht einmal kommentieren muss.

  3. Hat was mit Menschenrechten zu tun und so. [...]

    Gekürzt, da unsachlich. Die Redaktion/ls

    12 Leserempfehlungen
    • Wyrd
    • 24. April 2013 8:43 Uhr

    Was gewinnt man durch die Sklavenbefreiung?
    Was gewinnt man durch Religionsfreiheit?
    Was gewinnt man durch Abschaffung der Rassendiskriminierung?
    Was gewinnt man durch Gleichberechtigung?

    Ja was denn bloß?!

    55 Leserempfehlungen
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    • edgar
    • 24. April 2013 8:56 Uhr

    Ihren Kommentar lediglich zu empfehlen war mir dann doch micht genug!

    Ich glaube die Diskussion entgleitet hier ein bisschen.

    Nur weil jemand nicht für oder gegen die Homo-Ehe ist,
    heißt das noch lange nicht dass er gegen gleiche Rechte für alle ist.
    Denn das Argument wäre:
    Eine Ehe ist die Gemeinschaft von Mann + Frau.
    Wer homosexuell ist will niemanden des anderen Geschlechts heiraten.

    Darüber kann man streiten, gibt einem aber noch lange nicht das Recht
    anderen das Verständnis für jegliche Menschenrechte abzustreiten !
    Und genau dies zeigt eben, dass dies kein einfaches gut-böse Thema ist.

    Hier werden Vergleiche gezogen die schon einen Nicht-Befürworter
    der Homo-Ehe auf eine Stufe mit Befürwortern der Sklaverei
    oder der Rassentrenneng auf eine Stufe stellen.

    Sklaven waren total oder fast rechtloses Eigentum.
    Ein Vergleich also der gewaltig hinkt !

    Religionsfreiheit:
    Wer verbietet heute den Homosexuellen die "Ausübung" ihrer Sexualität ?
    Wer zwingt sie heterosexuell zu sein ?
    (Hier oder in Frankreich)

    Rassismus:
    Müssen Homosexuelle im Bus immer hintern sitzen
    oder in Townships leben ?

    dadurch, dass andere "ein Recht mehr" bekommen - sie hat keinerlei Nachteile, warum gibt es diese Proteste?

    Versteh' ich nicht.

    sagt B.Giertz.
    Zitat" Nur weil jemand nicht für oder gegen die Homo-Ehe ist,
    heißt das noch lange nicht dass er gegen gleiche Rechte für alle ist."

    Im Klartext: Gleiches Recht für alle- außer für Homsexuelle

    "Denn das Argument wäre:
    Eine Ehe ist die Gemeinschaft von Mann + Frau."

    Ist es offenbar in vielen Ländern nicht mehr!

    "Wer homosexuell ist will niemanden des anderen Geschlechts heiraten."

    Wenn dem so wäre, dann würde es keine Homosexxellen gäben, die für das Recht auf Ehe kämpfen würden.

    Ich denke nicht die Diskusssion ist entglitten, sondern Ihre Argumentation ist es.

  4. 6. [...]

    Entfernt. Bitte beachten Sie das konkrete Artikelthema. Danke, die Redaktion/ls

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    Entfernt. Der Kommentar, auf den Sie sich beziehen, wurde mittlerweile entfernt. Die Redaktion/ls

    Weil die "falschen" Leute für etwas insgesamt richtiges sind, muss man dagegen sein, auch wenn man eigentlich dafür wäre?
    Kurz: Weil die Alt68er für ein Gesetz sind, was Gleichberechtigung für Menschen unabhängig ihres Geschlechts bringen soll, ist das doch in der Sache nicht falsch, oder?
    Ich werde nie verstehen, warum ich gegen etwas sein soll nur weil bestimmte Leute dafür sind, wenn ich selbst etwas für richtig halte. Man kann durchaus mit den falschen Leuten mal einer Meinung sein. Ein Risiko der Meinungsbildung: Es können auch andere aus völlig andern Gründen auf die gleiche durchaus gute Idee kommen.

    die gewaltsamen Protestler gegen die Homosexuellenehe möchten sich ihre Jugend nicht durch die Alt48er AEMR http://www.humanrights.ch... 'vermaseln' lassen und gehen auf die Straße, um anderen, ihnen gleich an Würde und Rechten geborenen Menschen nicht in Brüderlichkeit begegnen zu müssen.

    Im Grunde ist es sehr traurig, daß für die vollgültige Ehe inklusive Adoptionsrecht et al überhaupt noch ein Extra-Gesetz für Homosexuelle nötig ist.

    Entfernt. Der Kommentar, auf den Sie sich beziehen, wurde mittlerweile entfernt. Die Redaktion/ls

    • edgar
    • 24. April 2013 8:56 Uhr

    Ihren Kommentar lediglich zu empfehlen war mir dann doch micht genug!

    16 Leserempfehlungen
    • Lyaran
    • 24. April 2013 8:56 Uhr

    Ein sehr emotionales Thema. Ich kann die Gegner zwar nicht verstehen aber diese haben durchaus das Recht ihre Position zu verteidigen. Warum das ganze aber, zumindest gefühlt, immer mehr mit gewalttätigen Aktionen begleitet wird stimmt mich nachdenklich. Verlieren die Menschen den Respekt vor demokratischen Entscheidungen? Oder ist es das Gefühl von den Politikern betrogen worden zu sein und eigentlich die Mehrheit hinter sich zu haben?

    2 Leserempfehlungen

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa
  • Schlagworte Gleichstellung | Homo-Ehe | Opposition | Polizei | Protest | Frankreich
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