Uli Hoeneß, Präsident des FC Bayern München © Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

Wegen des Bekanntwerdens der Steueraffäre von Uli Hoeneß hat eine Rechtsanwaltskanzlei Strafanzeige gegen unbekannte Beamte der Münchner Staatsanwaltschaft gestellt. Weil die Selbstanzeige öffentlich wurde, sehen die Anwälte das Steuergeheimnis verletzt.  

Zunächst hatte es geheißen, Hoeneß selbst habe die Strafanzeige gegen Unbekannt in Auftrag gegeben. Dieses Missverständnis korrigierten die Rechtsanwälte später und teilten mit, die Anzeige sei "allein unsere eigene Initiative". Den Anwälten geht es offenbar um grundsätzliche Kritik an den Strafverfolgungsbehörden.

"Wir beobachten schon seit einiger Zeit mit Sorge, dass in manchen Teilen der Staatsanwaltschaften das Selbstverständnis, die objektivste Behörde der Welt zu sein, von dem Wunsch verdrängt zu werden scheint, parteiische Strafverfolgung nach US-amerikanischem Vorbild zu betreiben", heißt es in der Begründung der Strafanzeige.

Hoeneß hatte öffentlich eingeräumt, dass er sich im Januar wegen Steuerhinterziehung selbst angezeigt hatte. Den Betrug hatte er als schweren Fehler bezeichnet. Die Staatsanwaltschaft München prüft, ob er sich rechtzeitig und vollständig selbst anzeigte, um einer Strafe wegen Steuerhinterziehung zu entgehen. Sollte das nicht der Fall sein, könnte er zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt werden.

Nach unbestätigten Medienberichten ist Hoeneß nur gegen eine Millionen-Kaution auf freiem Fuß, nachdem er Mitte März vorläufig festgenommen worden sei.