ZivilprozessMichael Jacksons Mutter wirft Konzertagentur Geldgier vor

Die Familie des verstorbenen Popstars beschuldigt den Tourveranstalter: Er habe Jackson um jeden Preis auf die Bühne bringen wollen – trotz dessen schlechter Gesundheit.

Knapp vier Jahre nach dem Tod von Michael Jackson hat der Prozess gegen dessen Konzertveranstalter AEG Live begonnen. Jacksons Mutter Katherine wirft der AEG vor, Gesundheit und Sicherheit des Sängers aus Geldgier vernachlässigt zu haben. Der Veranstalter habe "rücksichtslos" nach eigenem Profit gestrebt, sagte der Anwalt der Familie Jackson, Brian Panish.

AEG hatte die für den Sommer 2009 geplanten Comeback-Konzerte von Michael Jackson organisiert. Wenige Wochen vor dem Tourauftakt starb Jackson an einer Überdosis des Narkosemittels Propofol, das er zum Einschlafen benutzte. Sein Arzt wurde im Herbst 2011 wegen fahrlässiger Tötung zur Höchststrafe von vier Jahren Haft verurteilt.

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In seinem Eröffnungsplädoyer stellte Panish Jackson als tablettensüchtigen Künstler dar, der an Ängsten litt. Vor allem unter dem Druck eines "harten Zeitplans" hätte sich sein Zustand verschlimmert, zitiert ihn die Los Angeles Times

Der Sänger sei bei seinen letzten Proben körperlich am Ende gewesen. Der Veranstalter habe seinen labilen Zustand gekannt,  ihn aber nicht geschont. Jacksons Arzt, Conrad Murray, sei unter Druck gesetzt worden, seinen Patienten um jeden Preis fit zu machen.   

"Jackson hat alle in die Irre geführt"

Die Verteidigung der AEG wies die Vorwürfe zurück. Ihr Anwalt sagte, es habe keine warnenden Hinweise auf Jacksons angeschlagenen Zustand gegeben. "Die Wahrheit ist, dass Jackson jeden in die Irre geführt hat", sagte er. Er zeigte vor Gericht Aufnahmen von Proben, die zwei Tage vor dem Tod des Sängers stattfanden, um zu illustrieren, dass dieser augenscheinlich in guter körperlicher Verfassung gewesen sei.

Berichten zufolge fordert Katherine Jackson stellvertretend für Michael Jacksons Kinder Prince, Paris und Blanket von AEG Schadenersatz in Höhe von mehreren Milliarden Dollar. Der Rechtsstreit könnte sich bis zu vier Monate hinziehen. Auf der Zeugenliste stehen unter anderem Jacksons Exfrau Lisa Marie Presley, Prince und Diana Ross. Zudem sollen Ärzte, frühere Mitarbeiter des Popstars und Manager aus der Plattenindustrie aussagen.

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Leserkommentare
  1. Na ja, irgendwie drängt sich mir da ein anderes Bild auf :

    Michael Jackson musste diese Tour, mit über 50 Konzerten durchziehen, weil er pleite war ! Selbst Youngster, die halb so alt sind/waren, könnten das nicht durchziehen, aber ihm blieb nichts anderes übrig !
    Tatsache ist, daß die Familie Jackson noch einmal richtig absahnen will, bevor das Label "Michael Jackson" für immer verblasst !

    5 Leserempfehlungen
    • snoek
    • 30. April 2013 9:17 Uhr
    2. .....

    „Mutter wirft Konzertagentur Geldgier vor?“

    Glashaus, Steine? Sie tut ja so als wäre die Konzertreihe ganz ohne Zutun und über den Kopf ihres Sohnes hinweg geplant worden. Dafür war Michael Jackson viel zu sehr Kontroll-Freak. Sie versucht nun noch alles, was geht aus der Sache rauszuholen. Aber bei der Aussicht auf Milliarden Dollar Mehreinnahmen vergisst man schon mal seine Integrität. Es ist im Land der hochgelobten Selbstverantwortung ja längst üblich andere der eigenen Fehlentscheidungen wegen zu belangen, um größtmögliche finanzielle Vorteile daraus zu schlagen.

    3 Leserempfehlungen
  2. Die Geldgier der Familie von Michael Jackson (ausgenommen seiner Kinder) ist kaum auszuhalten.
    Ich erinnere auch daran, dass sein Vater - dessen "Erziehungsmethoden" sehr fragwürdig waren - kurz nach seinem Tod einen Ausflug zum Münchner Oktoberfest unternommen hat. Was hat die Mutter gemacht - hat sie nicht auch gesehen dass der Sohn fertig war?

    Jetzt nochmal richtig Kasse machen und medialen Druck erzeugen, den letzten Cent rausholen aus dem verstorbenen Sohn.
    Wi-der-lich.

    3 Leserempfehlungen
  3. Die Wutz sagt zum Ferkel das Schwein ist ne Sau.

    • mick08
    • 30. April 2013 10:14 Uhr

    Es ist sicher sehr überzeugend anderen Gier zu unterstellen und selbst mehrere Milliarden Dollar zu fordern?

    Peinlich.

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    • TDU
    • 30. April 2013 14:43 Uhr
    6. […]

    Wegen eines Doppelpostings entfernt. Danke, die Redaktion/jp

    • TDU
    • 30. April 2013 14:43 Uhr

    Der arme Michael. Jetz wird er auch noch als Wrack dargestellt, was auf die hohe See gewzungen wurde. Diese ganze Mischpoke, die sich Familie nennt, kann man doch in der Pfeife rauchen.

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  4. ... und das schon als kleines Kind, so ist es Michael Jackson ergangen. Die Familie, die Plattenlabels, die Konzertveranstalter, sie alle aus ihm Profit geschlagen und irgendwann haben sie sich dann "gewundert", dass das nicht gut gegangen ist - jetzt schieben sie sich gegenseitig die Schuld zu. Eigentlich ist es eher ein Wunder, dass er das überhaupt so lange überlebt hat.
    Und immer noch träumen genug Leute davon, ein Superstar zu sein, oder das eigene Kind dazu zu machen... welch ein Alptraum!

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, ff
  • Schlagworte Michael Jackson | AEG | Conrad Murray | Gericht | Herbst | Künstler
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