NSU-ProzessLandtagspresse will türkischen Medien Plätze anbieten

Vier bayerische Medien verzichten auf drei ihrer Plätze bei dem NSU-Prozess. Sie appellieren an andere zugelassene Journalisten, türkischen Medien den Vortritt zu lassen.

Presseplätze im Münchner Oberlandesgericht

Presseplätze im Münchner Oberlandesgericht  |  © Michael Dalder/Reuters

Im Streit über die Vergabe der Presseplätze im NSU-Prozess ergreifen deutsche Medien jetzt Eigeninitiative. Angesichts der Haltung des Münchner Oberlandesgerichts (OLG) will die bayerische Landtagspresse nun für einen Zugang türkischer Medien zum Prozess sorgen.

Die Medien Augsburger Allgemeine, Main-Post, Nordbayerischer Kurier und Radio Arabella schließen sich zu einem Pool zusammen. In den ersten drei Prozesstagen lassen sie drei ihrer vier Plätze frei und wollen dadurch erreichen, dass drei türkische Medienvertreter von den Plätzen profitieren. In einem Rundschreiben appellierte die Landtagspresse an alle zugelassenen Journalisten, die keinen reservierten Platz haben und sich in die Warteschlange um freiwerdende Plätze einreihen wollen, drei türkische Kollegen nach vorn zu lassen.

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Das OLG steht massiv in der Kritik, weil die türkischen Medien beim Rennen um feste Presseplätze leer ausgegangen sind. Nach der Sicherheitsverfügung des Gerichts gehen freiwerdende Presseplätze "an weitere wartende akkreditierte Medienvertreter in der Reihenfolge ihrer Ankunft vor dem Sitzungssaal".

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, nf
  • Schlagworte Medien | Gericht | NSU-Prozess | Radio | Prozess
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