DemonstrationPolizei erwartet Hunderte Gewaltbereite vor NSU-Prozess

München rüstet sich für eine Demo, zu der Linksextreme kommen wollen. Die Organisatoren sprechen von Solidarität mit den NSU-Opfern, die Polizei erwartet Ausschreitungen.

Die Polizei in München rechnet vor Beginn des NSU-Prozesses mit gewalttätigen Protesten an diesem Samstag. Polizeivizepräsident Robert Kopp sagte, es werde "eine größere Anzahl von Angehörigen des linksextremistischen Spektrums" erwartet. Darunter sollen sich mehrere Hundert Personen befinden, die der autonomen beziehungsweise der gewaltbereiten Szene zuzurechnen seien.

Wegen des großen öffentlichen Interesses dürfte die ursprünglich zu der Demonstration angemeldete Teilnehmerzahl von 2.000 Menschen deutlich übertroffen werden, sagte Kopp weiter. Zeitgleich findet am Samstag in München das als Risikospiel eingestufte Bundesligaderby zwischen dem FC Bayern München und dem 1.FC Nürnberg statt. Deshalb will die Polizei mit 2.600 Beamten aus Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz in München präsent sein.

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Das für die Demonstration verantwortliche Bündnis gegen Naziterror und Rassismus wies die Einschätzung der Polizei zu möglichen gewaltbereiten Demonstranten zurück. Diese ignoriere das wochenlange Bemühen der Organisatoren um eine Kooperation, sagte Bündnissprecher Bernd Kaminski. "Genau hier liegt das Problem – der Staat ist blind auf dem rechten Auge und diskreditiert linke und antifaschistische Initiativen."

Das Bündnis erwartet nach eigenen Angaben bis zu 5.000 Demonstranten. "Wir möchten mit der Demonstration eine breite gesellschaftliche Solidarität mit den Angehörigen der Opfer zeigen – etwas, das weder Behörden noch das Gericht bislang auch nur annähernd geschafft haben", sagte Kaminski.

Es gebe ein breites öffentliches Interesse, eine umfassende Aufklärung der "himmelschreienden Ermittlungsfehler" zu den Morden der NSU an neun Menschen mit türkischen und griechischen Wurzeln einzufordern. Das auf inzwischen etwa 200 Organisationen, Gruppen und Einzelunterstützer gewachsene Bündnis plant vom Karlsplatz aus einen Zug durch die Innenstadt. Der NSU-Prozess beginnt nächste Woche am Mittwoch.

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Leserkommentare
  1. wo ist das Geld das Jahre lang im Krampf gegen Rechts verschwunden ist?

    "Genau hier liegt das Problem – der Staat ist blind auf dem rechten Auge und diskreditiert linke und antifaschistische Initiativen."

    Deshalb hat der Staat Millionen in Projekte gesteckt, "angeblich" gab es Hinweise schon vorher und alle Journalisten als auch Organisationen laufen wie Blinde Hühner an Hinweisen vorbei? Unfähig in andere Richtungen Undercover zu ermitteln?

    Die meisten Zeit während die "NSU" angeblich existiert hat war eine ROT-Grüne Regierung an der Macht. Es gab falsche Infos aus der Türkei.

    Linke sind halt auch nur rotlackierte .......

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    <<< Die meisten Zeit während die "NSU" angeblich existiert hat war eine ROT-Grüne Regierung an der Macht. Es gab falsche Infos aus der Türkei.
    Linke sind halt auch nur rotlackierte ....... <<<

    Klar, warum sich auch nur darum bemühen, zu differenzieren, wenn man alles, was irgendwie von der eigenen gottgleichen-Position abweicht in die Ecke von Faschisten stellen kann, denen die Baraberei schon immanent in der Ideologie steckt.
    Sehr praktisch, das erspart sämtliche Diskussion über den Status Quo.

    Ihr Wink zu "ROT"(SPD) wirkt auf mich geradezu grotesk, wo die brav-bürgerliche SPD doch nun die erste Vereinung ist, die sich von allem was links ist und dies nicht nur behauptet, in Windeseile distanziert, vor lauter Angst, das wechselwählende Kleinbürgertum könnte von einer solchen Fraternisierung verschreckt werden.
    Am Ende werden es, wie in Österreich der 1930erJahre die von der "Mitte" verhassten Linksradikalen sein, die als letzte die bestehende Demokratie vor der Dikatur verteidigen werden, weil der Rest der ganzen bürgerlichen Vorzeigedemokraten mal wieder zu Feige war.

  2. mit der Ignorierung des 10. und letzten Opfers Michelle Kiesewetter selber disqualifiziert. In Ihren Augen war sie vermutlich nur ein Bullenschwein und kein Mensch.

    "Es gebe ein breites öffentliches Interesse, eine umfassende Aufklärung der "himmelschreienden Ermittlungsfehler" zu den Morden der NSU an neun Menschen mit türkischen und griechischen Wurzeln einzufordern. "

    9 Leserempfehlungen
  3. Wir werden sehen, als wie ehrlich sich die Worte des Herrn Kaminski erweisen werden.

    Wer friedlich demonstrieren will, soll das in München gerne tun.

    Wer beabsichtigt, Krawall mit oder a la Schwarzer Block zu inszenieren, sollte sich darauf einstellen, daß München nicht Berlin oder Hamburg ist und die Toleranzgrenze gegenüber Gewalttätigkeiten hier ganz nahe bei Null liegt.

    Die Münchner Bürgerschaft jedenfalls wird nicht akzeptieren, daß anläßlich des NSU-Prozesses, um den sich München nie beworben hat, hier von rechter und/oder linker Seite versucht wird, die Stadt in ein Schlachtfeld zu verwandeln.

    4 Leserempfehlungen
  4. Herr Kaminski scheint mir nicht in der Lage zu sein, dieses Thema in einer sachlichen Weise zu betrachten. Kein Wunder, dass sich im Umfeld seiner Demo Radikale und Randalierer einfinden. Den Opfern der Anschläge wird so jedenfalls keine angemessene Anteilnahme zuteil.

    via ZEIT ONLINE plus App

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    also so werden die Jusos heute schon bezeichnet; aber es ist natürlich einfach, die Aussage des Polizeipräsidenten, da kämen jede Menge Linksradikale und Randalierer, einfach zu übernehmen.

  5. Der Staat kann ja froh sein das eine eine sozialistische Querfront so nicht gibt, sondern das sich die verschiedenen Lager gegenseitig bekämpfen.

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    man kann doch nicht die gewaltbereitschaft von ein paar linken krawallmachern als volkszorn bezeichnen.der grund warum der schwarze block brutal sein will ist doch eher egal,hauptsache man macht richtig was kaputt und bekommt presse.gegen etwas demonstrieren und seine meinung öffentlich kundtun kann man auch auf normale art und weise und vor allem ohne gewalt.was unterscheidet bitte die linken chaoten von den rechten chaoten???

  6. <<< Die meisten Zeit während die "NSU" angeblich existiert hat war eine ROT-Grüne Regierung an der Macht. Es gab falsche Infos aus der Türkei.
    Linke sind halt auch nur rotlackierte ....... <<<

    Klar, warum sich auch nur darum bemühen, zu differenzieren, wenn man alles, was irgendwie von der eigenen gottgleichen-Position abweicht in die Ecke von Faschisten stellen kann, denen die Baraberei schon immanent in der Ideologie steckt.
    Sehr praktisch, das erspart sämtliche Diskussion über den Status Quo.

    Ihr Wink zu "ROT"(SPD) wirkt auf mich geradezu grotesk, wo die brav-bürgerliche SPD doch nun die erste Vereinung ist, die sich von allem was links ist und dies nicht nur behauptet, in Windeseile distanziert, vor lauter Angst, das wechselwählende Kleinbürgertum könnte von einer solchen Fraternisierung verschreckt werden.
    Am Ende werden es, wie in Österreich der 1930erJahre die von der "Mitte" verhassten Linksradikalen sein, die als letzte die bestehende Demokratie vor der Dikatur verteidigen werden, weil der Rest der ganzen bürgerlichen Vorzeigedemokraten mal wieder zu Feige war.

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    Antwort auf "Jetzt mal raus...."
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    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Relativierungen und bleiben Sie bei der Diskussion des konkreten Artikelinhalts. Danke, die Redaktion/jp

    „Am Ende werden es, wie in Österreich der 1930erJahre die von der "Mitte" verhassten Linksradikalen sein, die als letzte die bestehende Demokratie vor der Dikatur verteidigen werden, weil der Rest der ganzen bürgerlichen Vorzeigedemokraten mal wieder zu Feige war“

    Gut auf den Punkt gebracht!

    Die rechten Spießbürger warten ja lieber auf den starken Mann, der für sie alles regelt, anstatt auch mal auf die Straße zu gehen.
    Vielleicht rührt daher dieser Frust auf „linke Gutmenschen“ und „Ökofaschisten“, die haben in den letzten Jahrzehnten nämlich ihre Hintern hochbekommen und das Land aktiv verändert.

  7. Sollte es dort zu Gewalttätigkeiten kommen würden die Teilnehmer den Opfern einen Bärendienst erweisen, sie im Prinzip sogar verhöhnen, und vor allem würden sie die NSU innerhalb der rechtsextremen Klientel zu Märtyren und Vorbildern machen

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    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Spekulationen. Danke, die Redaktion/jp

    "...und vor allem würden sie die NSU innerhalb der rechtsextremen Klientel zu Märtyren und Vorbildern machen"

    Das ist sie wohl schon.

    NSU ganz alleine, dazu brauchen die keine Unterstützung.

  8. 8. [...]

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit differenzierten Beiträgen an der Diskussion. Danke, die Redaktion/jp

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, zz
  • Schlagworte Polizei | Demonstration | Bundesliga | Fußball | FC Bayern München | Aufklärung
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