TerrorismusInnenministerium sieht keine gestiegene Terrorgefahr

Die Sicherheitslage in Deutschland hat sich laut Bundesregierung nicht verändert. Frankreich hingegen verschärft die Sicherheitsvorkehrungen nach dem Anschlag in Boston. von Christian Tretbar

Zwei bestürzte Betroffene auf einer Straße in Boston halten sich tröstend im Arm.

Zwei bestürzte Betroffene auf einer Straße in Boston halten sich tröstend im Arm.  |  © Jessica Rinaldi/Reuters

In Deutschland gibt es nach dem Bombenanschlag beim Boston-Marathon keine Anzeichen für eine gestiegene Terrorgefahr. Ein Sprecher des Ministeriums sagte dem Tagesspiegel, eine abstrakte Gefahr gebe es immer, die Sicherheitslage sei unverändert.

Bundeskanzlerin Angela Merkel verurteilte die Anschläge: Nichts rechtfertige einen "so heimtückischen Angriff auf Menschen, die sich zu einer friedlichen Sportveranstaltung zusammengefunden hatten". Sie hoffe, dass der oder die Schuldigen bald zur Rechenschaft gezogen werden können.

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Außenminister Guido Westerwelle zeigte sich "zutiefst schockiert" über den Anschlag mit drei Toten und mehr als hundert Verletzten. Nach derzeitigen Erkenntnissen des Auswärtigen Amts seien keine Deutschen getötet oder verletzt worden.

Schärfere Kontrollen zukünftig in Frankreich

Bundestagsabgeordnete haben via Twitter unter dem Hashtag #bostonmarathon ihre Trauer mit den Opfern zum Ausdruck gebracht. "Dies ist die Stunde der Trauer und Besonnenheit und nicht der Scharfmacher", schreibt der SPD-Bundestagsabgeordnete Gerold Reichenbach.

In Frankreich werden die Sicherheitsvorkehrungen unterdessen verschärft. Innenminister Manuel Valls wies die regionalen Polizeibehörden an, häufiger auf Patrouillen zu gehen. Öffentliche Orte und Einrichtungen sollen besonders bewacht werden. Die Menschen sollten jetzt besonders aufmerksam sein und etwa auf verdächtige Gegenstände achten. Gleichzeitig solle Panik vermieden werden. Präsident François Hollande sicherte den USA "die volle Solidarität Frankreichs" zu.

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Leserkommentare
    • vyras
    • 16. April 2013 13:37 Uhr
    1. Gerede

    "Ein Sprecher des Ministeriums sagte dem Tagesspiegel, eine abstrakte Gefahr gebe es immer, die Sicherheitslage sei unverändert."

    Darauf überhaupt zu kommen, dass eine Explosion in den USA etwas mit der Sicherheitslage hier zu tun haben könnte, das finde ich absurd. Und manchmal habe ich den Eindruck, das es nur solches Gerede von einer "abstrakten Gefahr" ist, das für Unsicherheit sorgt und manche Menschen in einem Gefühl latenter Bedrohung hält.

    "Präsident François Hollande sicherte den USA "die volle Solidarität Frankreichs" zu."

    Dazu fällt mir, angesichts des glücklicherweise überschaubaren Ausmaßes dieses Anschlags, nichts mehr ein.

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    • Lefty
    • 16. April 2013 13:42 Uhr

    heißt:Lieber Vorsicht walten lassen,als den Schaden zu haben.
    Oder: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.

  1. Nichts rechtfertige einen "so heimtückischen Angriff auf Menschen, die sich zu einer friedlichen Sportveranstaltung zusammengefunden hatten".

    Wie paradox das heute in Afghanistan 30 Menschen bei einer Hochzeit durch eine Drohne getötet wurden.
    http://www.dailymail.co.u...

    Das wiederum wird nicht erwähnt bzw. wird da nie mal Mitleid ausgesprochen obwohl die Täter natürlich leicht zu ermitteln ist. Der Drohnenpilot schläft bestimmt gut heute in seinem Bettchen. Hat ja auch aus den USA heraus mal vom Sessel aus eine ganze Familie und Freunde ausgelöscht, aber diesen heimtückischen" Angriff lassen die Kanzlerin und Steffen mal unkommentiert.

    Alles nur leere Worthülsen ohne Bedeutung. Nur zum ruhigstellen der Bevölkerung und sonst nichts. Sicherheitslevel, dass Blonde Haar in der Bonnerbombentasche ist ja auch wieder relativ schnell in Vergessenheit geraten. Ich sehe die Hauptschuld bei den Medien. Weil sie mitmachen. Wenn man als renommierter Journalist, der Millionenschwer ist, nicht die Eier hat sich mit anderen renommierten Journalisten mal zusammen zu tun und mal den Sumpf an Heuchelei, Lügen und Korruption auf zu decken ist das einfach nur charkterliches Versagen. Diese Beschreibung passt doch mindestens auf 1000 Publizisten und Journalisten in Deutschland wer macht den mal was ausser Schirrmacher und Prantl?

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    "Wie paradox das heute in Afghanistan 30 Menschen bei einer Hochzeit durch eine Drohne getötet wurden.
    http://www.dailymail.co.u..."

    Achten Sie bitte auf das Datum des von Ihnen verlinkten Artikels...

    • TDU
    • 16. April 2013 14:09 Uhr

    Zit.: Nichts rechtfertige einen "so heimtückischen Angriff auf Menschen, die sich zu einer friedlichen Sportveranstaltung zusammengefunden hatten".

    Bemerken Sie nicht die feine Differenzierung? Und dennoch ist es ein unterschied, ob Menschen ain eim Krige oder

    • TDU
    • 16. April 2013 14:09 Uhr

    Doppelpost. Die Redaktion/se

  2. "Wie paradox das heute in Afghanistan 30 Menschen bei einer Hochzeit durch eine Drohne getötet wurden.
    http://www.dailymail.co.u..."

    Achten Sie bitte auf das Datum des von Ihnen verlinkten Artikels...

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    war beim dailymail auf heute verlinkt. Naja, dann nehmen wir eben dafür Aleppo letzte Woche, oder die hunderte von Bomben und Drohnentoten der letzten Jahre. Sie können natürlich zu Recht darauf hinweisen, dass das Ereignis schon zurückliegt, aber ändert es etwas an meiner Argumentation?

    Wir führen befürworten doch den Drohnenkrieg. Wir als westliche Nationen haben zu der Lage in Afghanistan und Irak massiv beigetragen. Wir haben einen Kapitalismus aufgebaut in dem die Instabilität des Kongo und ganz Afrikas wichtig für die Wirtschaft bei uns ist(Stichwort seltene Erden für Smartphones. Wir füttern unsere Masttiere mit Korn oder vertanken es während überall auf der Welt jeden Tag Kinder verhungern.

    Ich habe den Artikel mit dem falschen Datum benutzt. Danke für ihre Verbesserung aber vielleicht hätten sie ja trotzdem auch inhaltlich auf meinen Post eingehen können. Vielleicht bei nächsten Mal

    • TDU
    • 16. April 2013 14:31 Uhr

    Zit.: "Nichts rechtfertige einen "so heimtückischen Angriff auf Menschen, die sich zu einer friedlichen Sportveranstaltung zusammengefunden hatten"".

    Bemerken Sie nicht die feine Differenzierung? Und dennoch ist es ein Unterschied, ob Menschen in einem Kriege oder nach dem Willen eines oder mehrerer Täter anlasslos in einem nicht kriegerischen Umfeld umgebracht werden.

    Anderenfalss kann man nur ein Verrechnungskonto aufstellen. Um dann ein Gleichgewicht her zustellen, muss man aber alle verbuchen, die bei militanten Aktionen ums Leben gekommen sind. Ohne Schuldzuweisung und Wertung. Das wäre auch nicht schlecht, denn dann würde sich vermutlich herauskritallisieren, dass die einzige Möglichkeit zu Frieden letzlich darin besteht, die militanten Aktionen zu lassen. Das muss dann aber dann für alle gelten ud zwar ohne Ausnahme.

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    aber ich denke dennoch, dass man nicht oft genug auf die Verlogenheit und Inhaltsleere der heutigen Politik schauen. Der Unterschied ist da, für uns als Kommentatoren, aber für die Betroffenen nicht wirklich. Pakistan z.B. ist nicht im Kriegszustand,dennoch muss man in bestimmten Regionen damit rechnen das einfach mal Bomben abgeworfen werden.

    Nur ein paar Stichworte: Double Tap( Nochmal ne Bombe abschmeissen wenn die ersten Helfer kommen. usw.

    Mich stört es einfach ungemein, dass wir uns hier immer als moralisch überlgen darstellen, dabei sind wir es die perfide sind weil wir uns einfach eine Realität zusammenlügen die es nicht gibt. Das die Staatsführer in der Regel am tiefesten dieser Scheinrealität verfallen sind ist richtig bitter.

    Solange nicht der Humanismus sondern der Kapitalismus das Tragende Element der Gesellschaft werden internationale Einsätze auch nie nach moralischen sondern immer nach monetären Kriterien entschieden. Da liegt doch der Hund begraben.

  3. war beim dailymail auf heute verlinkt. Naja, dann nehmen wir eben dafür Aleppo letzte Woche, oder die hunderte von Bomben und Drohnentoten der letzten Jahre. Sie können natürlich zu Recht darauf hinweisen, dass das Ereignis schon zurückliegt, aber ändert es etwas an meiner Argumentation?

    Wir führen befürworten doch den Drohnenkrieg. Wir als westliche Nationen haben zu der Lage in Afghanistan und Irak massiv beigetragen. Wir haben einen Kapitalismus aufgebaut in dem die Instabilität des Kongo und ganz Afrikas wichtig für die Wirtschaft bei uns ist(Stichwort seltene Erden für Smartphones. Wir füttern unsere Masttiere mit Korn oder vertanken es während überall auf der Welt jeden Tag Kinder verhungern.

    Ich habe den Artikel mit dem falschen Datum benutzt. Danke für ihre Verbesserung aber vielleicht hätten sie ja trotzdem auch inhaltlich auf meinen Post eingehen können. Vielleicht bei nächsten Mal

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  • Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel, dpa, rtr, dk
  • Schlagworte Angela Merkel | Bundesregierung | Guido Westerwelle | Anschlag | Außenminister | Bundeskanzler
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