Deutsche GefängnisseBayerische Häftlinge hatten Kontakt zu Neonazi-Netzwerk

Auch Häftlinge in Bayern hatten Verbindungen zu dem rechtsradikalen Gefangenen-Netzwerk. Stadelheim soll nicht betroffen sein. Dort sitzt die NSU-Terroristin Zschäpe.


Mehrere Gefangene in Bayern hatten Kontakt zu dem rechtsradikalen Netzwerk in deutschen Gefängnissen. In drei Justizvollzugsanstalten seien entsprechende Hinweise gefunden worden, teilte ein Sprecher des Justizministeriums mit. Nach derzeitigem Erkenntnisstand gebe es aber keine Anhaltspunkte für einen Kontakt des Netzwerks mit der rechtsextremen Terrorzelle Nationalsozialistischer Untergrund (NSU). Die Justizvollzugsanstalt Stadelheim sei nicht betroffen gewesen.

In Stadelheim sitzen die mutmaßliche NSU-Terroristin Beate Zschäpe und der mutmaßliche Helfer Ralf Wohlleben in Untersuchungshaft. In der kommenden Woche beginnt gegen sie der Prozess vor dem Oberlandesgericht München.

Anzeige

Es gilt als erwiesen, dass das Gefangenen-Netzwerk Kontakt zum NSU und zu Zschäpe gesucht hat. Ihr Name wurde bei den Ermittlungen zu der Gefangenen-Organisation auf einer Liste gefunden, hieß es aus hessischen Justizkreisen. Von einer Antwort Zschäpes auf eine mögliche Kontaktaufnahme sei aber nichts bekannt. Sie habe zu dem Zeitpunkt in einer JVA in Köln gesessen.

Gefängnisse dürfen kein Biotop für Rechtsradikale werden

Zuvor hatte das Wiesbadener Justizministerium berichtet, mehrere Häftlinge sollen versucht haben, ein bundesweites Netzwerk in Gefängnissen zu errichten. "Wir wissen, dass rechte Straftäter versuchen, Netzwerke und neue Organisationsstrukturen aus den Vollzugsanstalten heraus aufzubauen", sagte Justizminister Jörg-Uwe Hahn. Die Gefängnisse dürften "keine Biotope für Rechtsradikale" werden. "Wir wollen die Fehler der Sicherheitsbehörden im Zusammenhang mit den Straftaten des NSU nicht im Strafvollzug fortsetzen", sagte Hahn.

Ideologische Schulung war Ziel des Vereins

Ziel des Gefangenen-Netzwerks sei es laut Angaben der Bild gewesen, verurteilten rechtsextremen Straftätern und ihren Angehörigen während und nach der Haft unter anderem finanzielle Hilfe zu gewähren. Zu den Aktivitäten des Vereins gehörten auch die ideologische Schulung der Gefangenen sowie die Verbreitung und Verfestigung rechtsextremen Gedankenguts.

Leserkommentare
  1. das unsere Behörden wohl doch ziemlich lange geschlafen haben.

    Persönlich habe ich solche Reaktionen schon lange erwartet. Nicht jeder sieht im Globalen seine Erfüllung und manche werden das immer Hassen.

    Das sollte man nie unterschätzen.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service