Korruptionsvorwurf: Spaniens Justiz ermittelt gegen Königstochter
Prinzessin Cristina steht im Verdacht, in eine Korruptionsaffäre verwickelt zu sein. Ihr Ehemann soll Steuergeld in Millionenhöhe veruntreut haben.
© Daniel Aguilar/Files/Reuters

Die spanische Königstochter Cristina
Zum ersten Mal in der Geschichte der spanischen Monarchie ermittelt die Justiz in einem Korruptionsskandal gegen einen direkten Nachkommen des Königs. Ein Ermittlungsrichter in Palma de Mallorca erklärte die Königstochter Cristina offiziell zur Verdächtigen. Die staatliche Nachrichtenagentur Efe berichtete unter Berufung auf Justizkreise, Richter José Castro habe die 47-jährige Prinzessin für den 27. April zu einer Vernehmung vorgeladen.
Der Jurist ermittelt bereits gegen Cristinas Ehemann Iñaki Urdangarín, dem die Unterschlagung in Millionenhöhe zur Last gelegt wird. Cristina von Spanien steht im Verdacht, an den Geschäften ihres Mannes beteiligt gewesen zu sein. Das Königshaus lehnte eine Stellungnahme ab. "Der Palast äußert sich nicht zu Entscheidungen der Justiz", sagte ein Sprecher.
Exhandballprofi Urdangarin hatte als Präsident der gemeinnützigen Stiftung Nóos Millionensummen von den Regionalregierungen der Balearen und von Valencia sowie von anderen Sponsoren erhalten. Mit dem Geld organisierte die Stiftung Sportkongresse und Werbeveranstaltungen. Urdangarin steht im Verdacht, einen Teil des Geldes über Privatfirmen auf eigene Konten abgezweigt zu haben.
Cristina womöglich stärker verwickelt als angenommen
Cristina, die zweitälteste Tochter von König Juan Carlos und Königin Sofía, hatte dem Vorstand von Nóos angehört. Sie war Miteigentümerin einer der in den Skandal verwickelten Firmen. Die Justiz hatte bisher Ermittlungen gegen die Prinzessin abgelehnt, weil sie davon ausgegangen war, dass Cristina an den Geschäften ihres Mannes nicht aktiv beteiligt gewesen sei und nur ihren Namen für die Vorstandsposten hergegeben habe.
Ein früherer Geschäftspartner Urdangarins habe der Justiz jedoch E-Mails vorgelegt, die darauf hindeuteten, dass die Infantin möglicherweise doch in die unternehmerischen Entscheidungen einbezogen wurde, hieß es.







Was bleibt einem anderes übrig, als sich beim Versuch, die Tragweite dieses Skandals auf nationaler Ebene zusammenzufassen, zu folgender Stellungnahme hinreißen zu lassen:
Spaniens obere Zehntausend (d.i. Königshaus, Aristokratie, Politiker und hohe Tiere der Wirtschaft) leben in Prunk und Glanz, schießen fröhlich Elefanten in Botswana für zwei Millionen Euro (Juan Carlos I.) [1] oder trinken Kaffee für 36€ (internes Parteitreffen der PP im Ritz in Madrid) [2]. Die Regierungspartei zweigt mal eben jahrzehntelang Geld für ihre eigenen Bonzen über Schwarzgeldkonten ab [3], hat aber keine Skrupel, der eigenen Bevölkerung die Zukunft zu versauen (Einsparungen in Bildung, Gesundheit, Raub öffentlicher Gelder zugunsten von Banken) und Gegner zu kriminalisieren (ein neues Gesetz sieht vor, dass es in Zukunft Gefängnisstrafe darauf gibt, Abgeordnete für politische Entscheidungen öffentlich zu diffamieren) [4].
Arroganz lässt sich offenbar messen, und zwar in der Distanz zwischen Flughöhe und Boden. Mal gucken, wann der Boden von sich grüßen lässt. Auch für Monarchen und Anhängsel.
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Nachweise:
[1] http://www.zeit.de/2012/3...
[2] http://www.mmadrigal.com/...
[3] http://www.zeit.de/politi...
[4] http://politica.elpais.co...
dies sind doch genau die Abzocker bei den NGO's, gegen die neuerdings die Regierung in Moskau vorgeht. Richtig so, den Brüdern und Schwestern bei all den NGO's muß endlich weltweit und überall auf die Finger geschaut werden. Die greifen sonst auf ewig alles ab, was abzugreifen ist - [...]
Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf eine provozierende Wortwahl. Danke, die Redaktion/sam
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