SteuerhinterziehungOpposition nutzt Hoeneß-Affäre zu Angriff auf Schwarz-Gelb

Hätte die Regierung ihr Steuerabkommen mit der Schweiz durchgezogen, würden Hinterzieher nie entlarvt, sagt die SPD. Und fordert: Es darf keinen Prominenten-Bonus geben.

Uli Hoeneß

Uli Hoeneß  |  ©Patrick Seeger/dpa

Die Opposition nutzt die Steueraffäre des FC Bayern-Präsidenten Uli Hoeneß für Kritik an der Steuerpolitik der schwarz-gelben Bundesregierung. SPD und Grüne sehen sich bestätigt, dass sie im Bundesrat das geplante Steuerabkommen zwischen Deutschland und der Schweiz zu Recht scheitern ließen.

Denn dann wären "Leute wie Herr Hoeneß zum Sonderrabatt unerkannt davongekommen", sagte NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans. Der SPD-Politiker fährt in Nordrhein-Westfalen ein harte Strategie gegen Steuersünder. Er wurde im Fall Hoeneß auch persönlich: "Mich enttäuscht, dass jemand wie Uli Hoeneß, der Leistung, Disziplin und Geradlinigkeit unerbittlich wie kaum ein anderer fordert, beim Steuerzahlen Anspruch und Wirklichkeit nicht in Übereinstimmung bekommt."

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Auch SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück äußerte sich kritisch. Es sei erstaunlich, dass Hoeneß in Erwartung des Abkommens darauf gehofft habe, in der Anonymität zu bleiben, sagte er der Rheinischen Post. "Steuerhinterziehung ist kein Kavaliersdelikt, sondern kriminell. Für Hoeneß darf es keinen Promi-Bonus geben – aber auch keine Vorverurteilung."

Der Unternehmer und Präsident des Fußballklubs steht unter dem Verdacht der Steuerhinterziehung. Die Staatsanwaltschaft München II ermittelt gegen den 61-jährigen Wurstfabrikanten. Ob Hoeneß straffrei bleiben könne, müsse jetzt von den Ermittlern sauber geprüft werden, sagte der Chef der Deutschen Steuer-Gewerkschaft, Thomas Eigenthaler, der Bild am Sonntag. Auf jeden Fall müsse Hoeneß die vorenthaltenen Steuern plus sechs Prozent Zinsen pro Jahr nachzahlen.

"Mindestens zehn Millionen Euro nicht angegeben"

Der Bayern-Präsident hat angeblich zeitgleich mit einer Selbstanzeige im Januar knapp sechs Millionen Euro an das Finanzamt gezahlt – als Abschlag auf eine vermutlich noch höhere Steuerschuld, berichtete die Zeitung weiter. Daraus sei zu schließen, dass "Hoeneß mindestens zehn Millionen Euro Einnahmen nicht angegeben hat", sagte Eigenthaler.

Hoeneß hatte Anfang des Jahres über seinen Steuerberater eine Selbstanzeige eingereicht, um ein Konto in der Schweiz zu offenbaren. Oberstaatsanwalt Heidenreich sagte dem Focus, Gegenstand des Verfahrens sei die "Prüfung auf Wirksamkeit und Vollständigkeit der Selbstanzeige".

Über die Höhe des in der Schweiz unversteuert deponierten Vermögens äußerten sich weder die Staatsanwaltschaft noch Hoeneß. Die Münchner Abendzeitung berichtete, es gehe "um mehrere hundert Millionen Euro, die Hoeneß in der Schweiz" habe.

Hoeneß im Jahr 2005: "Ich zahle volle Steuern"

Uli Hoeneß ist Gründer des Nürnberger Unternehmens HoWe Wurstwaren, das Discount-Supermärkte in europäischen Ländern und den USA mit Rostbratwürstchen beliefert. In Deutschland ist Aldi Süd der größte Abnehmer. Seit 1985 dürfte der Metzgerssohn und frühere Fußballprofi mit der erfolgreichen Wurstfabrik ein großes Vermögen verdient haben.

Dem Focus zufolge ließen Staatsanwälte im März das private Anwesen von Hoeneß in Rottach-Egern am Tegernsee durchsuchen. Mithilfe einer Selbstanzeige kann ein Steuerbetrüger auf ein deutlich geringeres Strafmaß und niedrigere Nachzahlungen hoffen. Dies setzt aber voraus, dass er zum Zeitpunkt der Selbstanzeige keine Kenntnis von Ermittlungen hatte.

2005 hatte Hoeneß der Bild gesagt: "Ich weiß, dass das doof ist. Aber ich zahle volle Steuern." Als Gastredner bei einer CSU-Vorstandsklausur 2010 behauptete er: "Ich bin kein Besserwisser, sondern ein Bessermacher."

Leserkommentare
  1. Sollte es stimmen, dass Uli Hoeneß hunderte Millionen in der Schweiz gebunkert hat, entsprächen die 5 oder 6 Millionen Nachzahlung nur einem Steuersatz von weniger als 5%.
    Wäre das Steuerabkommen mit der Schweiz schon in Kraft, hätte er zwischen 21 bis 41% Abgaben leisten müssen, also pro hundert Millionen 21 bis 41 Millionen. Somit darf Uli Hoeneß der SPD herzlich dafür danken, dass sie ihm Abermillionen geschenkt hat.

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    • Cob
    • 21. April 2013 15:08 Uhr

    Wenn er tatsächlich hunderte Millionen in der Schweiz deponiert hat, wird er doch nicht mit sechs Millionen Nachzahlung davonkommen? Der Artikel spricht von der Zahlung "als Abschlag auf eine vermutlich noch höhere Steuerschuld", was heißt dass da noch was nachkommen wird, wenn klar ist, wie viel Geld er am Staat vorbeigeschmuggelt hat. Und dann dürfte es zusätzlich noch eine Geldstrafe geben, oder?

    Bei der jetzt gezahlten Summe handelt es sich um einen Abschlag.

    Ihnen ist der Charakter einer "Abschlagszahlung" bekannt?

    Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich und achten Sie auf einen respektvollen Umgangston. Danke, die Redaktion/jk

    Nur nach der der neunen BGH Rechtssprechung heißen 1 Mio. hinterzogene Steuerschuld Freiheitsstrafe.

    Da könnte es jetzt sehr eng werden für Herrn Hoeness.

    Also da kommt es jetzt auf jeden Punkt und jedes Komma an in der Selbstanzeige.

    ... auf hunderte Millionen?

    Der Artikel geht von mindestens 10 Millionen nicht versteuerten Vermögens aus.

    Bei aller Empörung muss man aber schon unterscheiden zwischen der Einlagesumme und den Zinsen.

    Besteuert werden letztere.

    Wenn man beides nicht unterscheiden kann, wirft man mit Traumzahlen um sich, und ist am selber Schuld, wenn ein wirklich krimineller Akt plötzlich als gefühlte Lappalie da steht.

    Es geht bei der Steuer nicht darum, wieviel jemand besitzt, sondern wieviel er Geld er verdient.
    Herr Hoeness hat Geld in die Schweiz geschafft, das ist erstmal nicht verboten, wenn es zu diesem Zeitpunkt versteuert war. Er hat jedoch "versäumt" dem deutschen Fiskus die Zinseinnahmen dieses schweizer Kontos mitzuteilen. Offensichtlich hat er über die Jahre etwa 10Mio Euro an Zinsen erwirtschaftet, und um nur diese geht es jetzt. 5-6Mio sind in diesem Falle also eher 50-60% Steuern, und damit deutlich mehr als er bei Zustandekommen des Steuerabkommens bezahlt hätte...

    man kann das natürlich gleich wieder löschen ,da es unliebsam ist - bei dieser Zeitung .
    ABER : die SZ hat dieses Ding vor der Wahl losgetretten, um der SPD und den Grünen zu nützen. Reiche (nach SPD Definition) werden jetzt sofort kriminalisiert, um den Plänen der Oppossition in die Arme zu spielen.
    Diese will ja unter moralischem VOrwand (Bildungskeul etc) die Staatsfinanzen erhöhen , um ihr Klientel, welches eben häufig aus Staatsbediensteten besteht zu unterstützen. Klare Klientelpoliitk der PArtei und der Zeitung
    Objektiver Journalismus sieht anders aus.

    Genau darum geht es!
    Denn in dem an der SPD gescheiterten Steuerabkommen mit der Schweiz wären die Einlagen je nach Anlagedauer und Summe zwischen 21% und 41% pauschal nachversteuert worden, die Zinserträge mit den in Deutschland gültigen 25%.
    Dass Uli Hoeneß nun mit 5 bis 6 Millionen Euro seine Steuerschuld beglichen hat, liegt an den Verjährungsfristen bei Steuerhinterziehung. Somit sind nur noch die nicht verjährten Steuerschulden relevant.
    Dank der SPD und den Grünen wird auch weiterhin die Verjährung wirken und damit unversteuerte Einlagen vor 2003 steuerfrei und straffrei bleiben

    Also nicht aufregen, wenn es bei den 5 bis 6 Millionen bleibt und Uli auch noch straffrei ausgeht - beschweren sie sich bei der SPD!

    • chodo
    • 21. April 2013 16:38 Uhr

    Wenn alles mit rechten Dingen zu geht (ich hoffe mal nicht, dass im irgendwelche Vögelchen bei der CSU etwas geflötet haben und er mit der Selbstanzeige den Ermittlungen zurvorgekommen ist) dann darf Hoeneß bald im Knast über seine Taten nachdenken. Außerdem wird so publik werden, wie der brave Herr Hoeneß überhaupt an seine Millionen gekommen ist. Das könnte sehr ungemütlich werden, wenn die kolportierte Höhe stimmt. Und nicht zuletzt wird Hoeneß so endlich von seinem hohen moralischen Roß geholt. Mit dem Steuerabkommen hätte Hoeneß auch in 10 Jahren noch den Ehrenmann geben können.

    worauf Hoeneß hoffte, bestand ein Wahlrecht:

    Entweder hätte man vom Abkommen Gebrauch machen können oder man hätte natürlich nach wie vor die gute alte Selbstanzeige machen können.

    Da Hoeneß die Selbstanzeige erst gewählt hat, nachdem das Abkommen gescheitert ist, ist er wohl davon ausgegangen, dass er mit dem Abkommen besser gefahren wäre.

    Es wurde ihm also durch die Oppositionsparteien, die das unsinnige Abkommen scheitern ließen, sicherlich nichts geschenkt.

    Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit handelt es sich bei Ihrem Kommentar um den ersten schriftlich festgehaltenen Beweis für die Theorie,
    dass, bei entsprechender parteipolitischer Ausrichtung,
    "wirklich ALLES steigerungsfähig ist" -
    selbst absolute(!!!) Unkenntnis!

    MfG
    biggerB

    das heißt, die Zinsen auf das Vermögen. Das allerdings für 10 Jahre zzgl. 6% Zinsen (steuerliche Verjährungsfrist). Strafrechtlich beträgt die Verjährungsfrist 5 Jahre; d.h. eine Strafe (Geld oder Gefängnis) gibt es zusätzlich zu der Steuernachzahlung nur für die Hinterziehung der letzten 5 Jahre.
    Für eine wirksame Selbstanzeige darf Herr Hoeneß aber nicht davon ausgegangen sein, dass dem Finanzamt seine Tat bekannt war (z.B. seine Datensätze auf einer CD sind).
    Deshalb vermutlich auch seine Aussage, dass er die Selbstanzeige jetzt wegen des Scheiterns des Steuergesetzes gemacht hat. Wenn er eine Entdeckung befürchtet hätte, wäre die Selbstanzeige nicht mehr wirksam möglich gewesen.

    Wenn niemand weiß wie viel es ist, dann kann man zahlen was man will und ist aus dem Schneider.

    Ich weiß nicht, wie man auf die Idee kommen kann, das Menschen die Jahre, eventuell Jahrzehnte unehrlich waren, unter solchen Bedingungen auf einmal ehrlich werden.

    Dieses Steuerabkommen, war doch regelrecht eine Aufforderung den Betrug noch viel toller zu treiben.

    Bei diesem Kommentar muss man sich fragen, ob das Unwissenheit oder Absicht ist. Natürlich werden in einem solchen Fall _alle_ Steuern nachgefordert plus Verzugszinsen plus Strafzahlungen plus etwaige sonstige Strafen. Hier wird niemandem etwas geschenkt. Im Gegensatz dazu hätte das Steuerabkommen eine wesentliche niedrigere Zahlung bewirkt, z.B. hätte jemand, der vor 2003 unversteuertes Einkommen in die Schweiz geschafft hat und seitdem dort lagert nur 1/3 des Kapitals zu den genannten Sätzen pauschal versteuert. Außerdem wäre er entkriminalisiert worden und vor Strafen sicher gewesen. Es kann nicht im Sinne eines Rechtsstaates sein, dass man sich durch eine pauschale Zahlung freikaufen kann, und das noch durch Zahlung eines niedrigeren Betrags als den, den man sich ergaunert hat. Hier werden etwaige höhere Einnahmen durch geringere Zahlungen vieler über angemessene Zahlungen und das Bestrafen der Erwischten gestellt. Das ist, was Steuerhinterzieher unter Gerechtigkeit verstehen.

  2. Hier passt vieles nicht zusamen.

    Ich fasse zusammen:

    1. Eine Selbstanzeige kommt normalerweise nicht an die Öffentlichkeit. Das ist ein sehr diskreter Vorgang. Dass Hoeneß über seinen Dutzfreund Marktwort vom Focus selbst an die Öffentlichkeit gegangen ist, hat etwas Besonderes zu bedeuten. Allein die Selbstanzeige wäre nicht an die Öffentlichkeit gekommen, so dass Hoeneß damit auch nicht freiwillig seine Reputation vernichtet hätte.

    2. Nach einer Selbstanzeige gibt es für gewöhnlich keine Hausdurchsuchung (wie es sie einigen Medienberichten zu Folge bei Hoeneß gegeben haben soll).

    3. Mehrere hundert Millionen Euro kann Hoeneß normalerweise nicht als
    Spieler, Manager und auch nicht mit der Wurstfabrik verdient haben.

    Sorry, aber das passt alles noch nicht zusammen. Entweder wird derzeit größtenteils die Unwahrheit (im Sinne von "erfunden") berichtet, oder das alles ist erst der Anfang von etwas Größerem.

    Für jeden, der etwas Einblick in die Materie hat, passt das alles nicht zusammen bzw. das alles ist bisher unplausibel und entspricht nicht jahrelang in der Praxis gemachten Erfahrungen.

    Ich würde mir wünschen, wenn unsere Presse vorstehende Punkte einmal aufgreifen würde. Bisher werden von unserer sog. "Qualitätspresse" unisono nur Fragmente berichtet. Villeicht wären die Journalisten gut beraten, sich einmal bei Praxisexperten zu informieren.

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    Das ist jedenfalls in größeren Fällen geboten. Geeignetes und, jedenfalls in größeren, Fällen auch gebotenes Mittel zur Verifizierung ist eine Hausdurchsuchung.

    Ihrer interessanten Zusammenfassung fehlt m.E. die merkwürdige Informationspolitik.

    Stern berichtet über Sport-Konten in der Größenordnung, die jetzt vermutet wird.
    Hoeneß Selbstanzeige im Januar.
    Markwort als Freund sitzt all die Wochen neben Uli. Kriegt nix mit.

    Und nun, im April, rückt der Fokus die Story raus?

    • SdV
    • 21. April 2013 18:32 Uhr

    @ Kritischer_Geist
    Ach wirklich? Dass bei der Hoeneß-Affäre "vieles noch nicht zusammen passt", haben Sie ja messerscharf erkannt. Das dürfte so kurz nach den ersten Meldungen ja wohl auch auf der Hand liegen. Da können nur "Fragmente", Puzzelteile, Mosaiksteine vorliegen.

    Nun lassen Sie mal die Journalisten ihre Arbeit machen. Vielleicht ist's noch nicht aufgefallen, aber wir haben Wochenende - und nein, auch unter der Woche geben Finanzämter nicht einfach so Auskunft, am Sonntag allerdings noch viel weniger. Und für diese Erkenntnis muss man nicht - wie Sie von sich selbst behaupten, ohne uns Leser an Ihrem geheimnisvoll geraunten überlegenen Wissen teilhaben zu lassen - "Einblick in die Materie haben". Nein, für diese Einsicht reicht gesunder Menschenverstand.

    Also immer mit der Ruhe! Schließlich fordern Sie ja Qualität (auch wenn Sie nicht dafür bezahlen wollen, sondern das Resultat dann lieber gratis im Internet lesen). Vertrauen Sie einfach der "Zeit" und anderen Qualitätsmedien.

    Aha - Wie oft wollen Sie diesen Kommentar noch posten? Erst auf WELT ONLINE und schon 2 mal auf ZEIT ONLINE. Irgendwann ist auch mal jut..

  3. Im Magazin "Brand eins": Die Tugenden, die ihm seine Eltern vermittelten? Hoeneß: "Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit, Disziplin."
    http://www.brandeins.de/m...

    Und letzten September erst noch ein Anfall von "aggressiver Projektion" (oder wie nennt man das?) http://www.express.de/pol...

    Was für ein Typ!

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    • SodOmi
    • 21. April 2013 17:28 Uhr
  4. Es wird vielerorts berichtet, dass es sich bei Hoeneß um "mehrere hundert Millionen Euro" Vermögen in der Schweiz handelt sollte.

    Bei allem Respekt vor Hoeneß' Manager-Qualitäten. Diese Summe muss selbst er erst einmal erklären.

    Bekanntlich verdienten die Bundesliga- und Nationalspieler früher nicht so viel. Und wenn man sich überlegt, wieviel der Vermögen der FC Bayern heute hat (m. W. auch mehrere hunderte Millionen), ist das angebliche Vermögen von Hoeneß schon eine ganz große Hausnummer, die er auch nicht als Manager verdient haben kann. Die Würstchenbude mit 45 Mio. € Jahresumsatz wird auch nicht so viel abwerfen.

    Wo kommt das Geld her? Das ist also die viel spannendere Frage!

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    Die einfache Antwort lautet schlichtweg: Das geht niemanden etwas an.
    Sich über das eigene Geld zu sorgen aber auch erfreuen verstehe ich ja. Warum jedoch meint ein großer Teil der Deutschen sich so intensiv in andrer Leute Devisenangelegenheiten einmischen zu müssen ?
    Im Endeffekt genauso kleinkariert wie die biederen Nachbarn die sich über den neuen Benz nebenan aufregen....álà: "Wie kann der sich das leisten!"

    War sicher nicht ganz OK was Hoeness da gemacht hat, na gut, zahlt er das eben nach - fertig. Das macht er mit einem müden Lächeln. Das nächste mal kommt die Kohle eben ein wenig weiter weg, wo sie so schnell keinen Ärger mehr macht.

    Dabei gibt es immer mehrere Lebewesen, die Provision erhalten, aus welchen Gründen auch immer. Es könnte auch einen Kickback geben, so wie es in Deutschland schon länger üblich ist, wenn Hausverwaltung und Wärmehandel den Mieter/Eigentümer abzocken.

    Aber wer in den 80er und 90er Geld hatte und dies gut investiert hat, der konnte ohne Probleme ein großes Vermögen machen.

    Lassen sie ihn doch nur in die erste Ausgabe der Telekomaktien 10 Millionen investiert haben. Von ~28DM auf ~100Euro und da gibt es noch viel mehr Beispiele. Also das er so viel Geld hat, finde ich nicht verwunderlich.

    • thbode
    • 21. April 2013 15:07 Uhr

    - kann man nicht mit den gleichen Maßstäben messen. Es gibt nun mal Leistungsträger, die aufgrund ihrer besonderen Fähigkeiten, ihres Engagements, sozusagen natürlichen Überlegenheit, für uns andere aus der Masse der Mehrheit, Wohlstand und Erfolg erringen. Und damit diese nicht die Motivation verlieren ihre besonderen Fähigkeiten, letztlich zum Allgemeinwohl, einzusetzen, muss man sie pflegen. Wenn der Steuersatz von vornherein in Deutschland für Spitzenleute nur so hoch wäre wie zum Beispiel in der Schweiz wäre Herr Hoeneß ja gar nicht auf die Idee gekommen dort zu investieren! Das hat kürzlich auch eine Abgeordnete der CDU sinngemäß und völlig richtig gesagt. Der beste Weg gegen Steuerhinterziehung ist es diese zunächst für unsere Elite so weit zu senken dass deren natürliches Gerechtigkeitsempfinden damit harmoniert! Und wenn es doch zu Unregelmäßigkeiten kommt sollte man nicht so kleinlich sein. Ein Arbeitnehmer dessen Talent und Energie nie ausreichten um mehr zu schaffen als eine simple Ausbildung, sagen wir mal zum Altenpflegehelfer, und der uns sofort auf der Tasche liegt wenn er seinen Job verliert. muss natürlich seinen Obolus strikt entrichten, um für solche Fälle Vorsorge zu treffen. Mit diesem Maßstab kann man unsere Leistungsträger in Wirtschaft und Management aber doch nicht messen. Das haben führende Kräfte in CDU und vor allem FDP ja auch glücklicherweise immer schon erkannt.

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    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich nur, wenn Sie einen konstruktiven Beitrag zur Diskussion leisten möchten. Danke, die Redaktion/jk

    die Sie geschrieben haben. Man sollte ggf. auch darüber nachdenken, diese "Schönwetterelite" (Georg Schramm) in einer Art Paralleldemokratie über den Steuersatz abstimmen lassen. Vielleicht könnte man auch weitere Sonderrechte überlegen (Elitenfahspur, Elitenwohnzonen, Elitenbahnsteig, Elitenbürgerrechte), die allesamt aus den Steuern der profanen Arbeiter gezahlt werden, die ja letztlich auch nichts weiter sind, als von den Eliten großzügig bemessene Teilhabe für tumbes Volk. Jährlich sollte dann auch ein Musterreicher öffentlich gefeiert werden und ein Musterprolet den Göttern geopfert werden. Dankt den Eliten, denn ohne sie und ihren unerschütterlichen Glauben an Gerechtigkeit wären wir arm und dumm.

    Was würden die Meisten denn als gerecht empfinden? Ich vermute, dieser Wert würde sich asymptotisch gegen 0 annähren.

    Natürlich ist es gut, wenn es Eliten gibt, die die Gesellschaft voranbringen. Nicht außen vor sollte man aber auch lassen, dass ohne manche Institutionen in unserer Gesellschaft diese Eliten es nicht geschafft hätten, zur Elite der Gesellschaft aufzusteigen. Man nutzt die kostenlose Bildung die man selbst und seine Mitarbeiter genießen, man nutzt die Infrastruktur, man profitiert vom Rechtssystem usw. usw. Da der persönliche Erfolg auch auf diesen staatlich subventionierten Institutionen basiert, ist es mehr als gerechtfertigt Erfolgreiche übermäßig an dessen Finanzierung zu beteiligen.

    Ich verstehe Sie so, dass der Staat Schuld hat, wenn jemand seine Steuern hinterziehen muss, also kriminell wird. Das ist echt ein starkes Stück was sie da von sich geben.

    Ich glaube nicht, dass Herr Hoeneß etwas besonderes ist. Wo und Wie soll sich das gezeigt haben. Er beschimpft ja schon mal diverse Leute.

    "letztlich zum Allgemeinwohl, einzusetzen.."

    Wissen Sie Banker haben auch besondere Fähigkeiten wie z.B. die Zinsen zu manipulieren. Da sie aber ja besondere Fähigkeiten haben sollte man Sie schonen, wenn man Sie verfolgt. Sie sind ja die Leistungsträger der Nation und tragen zum Allgemeinwohl und zum Wohlstand bei.

    "dass deren natürliches Gerechtigkeitsempfinden damit harmoniert! "

    Es gibt kein natürliches Gerechtigkeitsempfinden. Denn in einer Situation empfinde ich die Steuerlast gerecht, in der anderen eben als ungerecht. Andere Menschen empfinden vielleicht genau andersherum. Gerechtigkeit ist ein Konstrukt. Wir haben es nicht in den Genen. Es ist Teil der Gewissensbildung.

    " Leistungsträger in Wirtschaft und Management aber doch nicht messen."

    Herr Mehdorn z.B.. Er war ja Leistungsträger der Wirtschaft. Nun hat er der Bahn mit seinem Billiggleisen ein großes Problem hinterlassen. Und dafür sollen wir ihm noch hofieren und chauffieren.

    Nein danke.

    "Der beste Weg gegen Steuerhinterziehung ist es diese zunächst für unsere Elite so weit zu senken dass deren natürliches Gerechtigkeitsempfinden damit harmoniert!"

    Also auf
    0,0 (nullkommanix)!

    Versteh ich da Ihre kleine Satire richtig?
    ...

    Wurstverkäufer gehören heute zur Elite? Reich sein bedeutet Elite? Wer mit einem Fußballverein im Halbfinale eines Turniers steht ist gleich Elite? Was genau gibt er der Gesellschaft? Grund zum Saufen?

    Selten so einen schwachsinnigen und respektlosen Kommentar gelesen. Kann nur von einem Steuerhinterzieher kommen. Diese scheinen heutzutage die besten Ideen zu haben und alles besser zu wissen.

    Wäre fast drauf reingefallen. Chapeau!

    MfG
    biggerB

    "Wenn der Steuersatz von vornherein in Deutschland für Spitzenleute nur so hoch wäre wie zum Beispiel in der Schweiz wäre Herr Hoeneß ja gar nicht auf die Idee gekommen dort zu investieren!"

    Falls ich falsch liege möge man mich korrigieren, aber eine kurze Recherche deutet für mich darauf hin, dass Kapitalerträge in der Schweiz pauschal mit 35% besteuert werden. In Deutschland sind dieses nur 25%. Jenseits der ansonsten geäußerten Meinungen des Autoren basiert sein Beitrag mMn auf falschen Vorannahmen, weswegen er zu falschen Schlüssen kommt.

    Dementsprechend sollten da keine Unterschiede gemacht werden.
    Der kleine Handwerker, der vielleicht mal 40000. Euro
    mit in die Schweiz genommen hat, der hat vielleicht auch seinen Rentenbeitrag nie voll zahlen können und dies als Sicherheit
    für sein Alter benutzt.
    Wer das bekannte Risiko eingeht muss auch für die Folgen
    zahlen.
    Weil Herr Hoeneß ein beliebter Promi ist und der viel Leistung
    erbringt kann man nicht die Gesetze aushebeln.
    Also ihm tun doch die Steuernachzahlungen weniger weh als dem kleinen Handwerker.
    Das große Problem sind aber die Medien, die so einen privaten
    Scheiß verbreiten, was eigentlich nur Sache der Finanz-
    behörden ist. Nach dem Sozialempfinden, wer viel verdient
    beteiligt sich solidar am Steueraufkommen und das ist für
    Spitzenverdiener zu gering. Das ist auch erklärbar.

    Ich bin auch Millionär , und das kommt nur , "weil ich morgens der erste im Büro bin und durch Überstunden"...

    Wer alle Dinge des Gemeinwohl , das in jahrelanger geminschaftlihcer Arbeit aufgebaut wurde ( Infrastruktur usw.) nutzt, wer also hier lebt, der muss auch etwas dafür tun, das es so bleibt.
    Ich dachte, das hätte die "Elite" verstanden?

    Ich möchte nicht wissen, was in dem südlichen Bundesland, was ja immer als Paradebeispiel für SUPER genannt wird, noch alles ergaunert wurde.
    Mir fallen da sehr sehr viele Dinge ein....

    den diese war wirklich gut, ich habe echt für ein paar minuten angenommen sie meinen ihren kommentar ernst und war kurzeitig der gefahr ausgesetzt das ich dumm und einfallslos bin weil ich den beruf des altenpflegers gewählt hatte^^

    jedenfalls von menschen die finanziell in der liga von hönes spielen erwarte ich keine altruismus oder soziales angagement. den das macht auch nicht jeder der an der unteren lohngrenze knabbert. ich erwarte nur das sie wie jeder bürger ihre steuern zahlen.

    und um dies zu gewährleisten brauchen wir mehr transparenz in unserer politik und der finanzwelt und ein einfacherers direkteres steuerwesen. aber vor allem kann es nciht sein das man mit geld geld verdient daher plädiere ich dafür die kapital ertragssteuer massiv zu erhöhen, vieleicht wäre dann ja das geld vorhanden mich und meine kollegen/innen leistungsgerecht zu bezahlen. :-)

    • grrzt
    • 21. April 2013 19:50 Uhr

    Ein Schweizer hc. meldet sich zu Wort. Wieso muss man "besondere Menschen" mit anderen Maßstäber messen. Vor dem Gesetz gibts keine besonderen Menschen. "Natürliche Überlegenheit"? Tz, tz, tz, ich bitte sie: durch was "natürlich" überlegen? Durch ein Übermaß an Gier, durch fehlende Aufrichtigkeit, oder sagen wir mal "dreistes Lügen", und kommen Sie mir nicht, dass der Herr H. seinen (wohl einen kleinen Teil, der ihm nicht wehtut) Reichtum ja auch den Armen und Benachteilgten spendet. Und im Übrigen frage ich mich auch wie man mehrere 100 Mill Euros als Fussball-Manager euinnehemn kann, bei Blatter wäre das was anderes :-) "Ich bin kein Besserwisser, sondern ein Bessermacher" Stimmt nicht. Wenn sich die Vorwürfe bestätigen, dann ist er ein ganz einfacher Lügner.

    • Cob
    • 21. April 2013 15:08 Uhr

    Wenn er tatsächlich hunderte Millionen in der Schweiz deponiert hat, wird er doch nicht mit sechs Millionen Nachzahlung davonkommen? Der Artikel spricht von der Zahlung "als Abschlag auf eine vermutlich noch höhere Steuerschuld", was heißt dass da noch was nachkommen wird, wenn klar ist, wie viel Geld er am Staat vorbeigeschmuggelt hat. Und dann dürfte es zusätzlich noch eine Geldstrafe geben, oder?

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  5. sind doch sehr interessant. Leider steck ich nicht genug in der Rechtslage, um sie (die Aussagen) zu bewerten. Würde mich sehr freuen, wenn Sachkundige diesen Ansatz von St. Expeditus (erster Beitrag) vertiefen und erläutern könnten. Danke.

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    droht bei dieser Größenordnung eine Freiheitsstrafe ohne Bewährung für mehrere Jahre. Diese Strafe wäre bei Inkrafttreten des Steuerabkommens vermieden worden.

    Damit eine Selbstanzeige wirksam wird, ist unter anderem, erforderlich, dass die Steuern nachgezahlt werden. Wahrscheinlich handelt es sich bei den bis 6 Mio lediglich um die Steuern für die noch nicht strafverjährte Zeit. Da die steuerliche Verjährung aber regelmäßig fast das Doppelte beträgt, ist mit einem weiteren Betrag in etwa dieser Höhe zu rechnen. Ferner dürfte es sich um einen besonders schweren Fall mit 10-jähriger Verjährungsfrist handeln, so dass auch aus diesen Gründen das Doppelte fällig werden wird.

    Hinzu kämen für die strafrechtlich noch nicht verjährten Jahre noch ein Zuschlag von 50.000 € je Jahr, also nochmals eine halbe Mio, sofern es sich um eine wirksame Selbstanzeige handeln sollte.

    Hinzu kommen ferner noch 6 % Zinsen je Jahr, was sicher noch etwa 5 Mio ausmachen dürfte.

    Wenn man von etwa 24 Mio Einnahmen ausgeht, die über mindestens 11 Jahre nicht versteuert wurden könnte bei einer angenommenen Verzinsung von 2 % das Kapital um 100 Mio betragen haben, bei einer Verzinsung von 3 % wahrscheinlich um die 70 Mio.

    Ob er beim Steuerabkommen wirklich günstiger gefahren wäre ist, Tatfrage. Um die mögliche Freiheitsstrafe wäre er jedenfalls hinweggekommen.

    • Rend
    • 21. April 2013 15:38 Uhr

    Siehe Beitrag 8 genau unter ihrem

  6. Bei der jetzt gezahlten Summe handelt es sich um einen Abschlag.

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