Kinder auf Spielplatz in Berlin (Archiv) © Adam Berry/Getty Images

Eine Studie des UN-Kinderhilfswerks unicef hat gezeigt, dass sich die Lebensumstände der Kinder und Jugendlichen in Deutschland verbessert haben. Objektiv betrachtet stehe die junge Generation in Deutschland besser da als noch 2010, heißt es im unicef-Jahresbericht: In Bildung, Gesundheit und Sicherheit, Verhalten und Risiken, Wohnen und Umwelt sowie materiellem Wohlbefinden belegte Deutschland damals Platz acht des Rankings. Diesmal liegt es auf Rang sechs.

Allerdings bewertet jeder siebte Jugendliche seine aktuelle Lebenssituation als mäßig bis negativ. Hier liegt die Bundesrepublik im Vergleich mit 29 anderen Industrienationen auf Platz 22. Vor drei Jahren war es noch Rang 12 von 21 Ländern.

Hier zeigt sich laut der Kinderhilfsorganisation eine breite Kluft, die größer sei als in jedem anderen Industrieland. "Die deutschen Mädchen und Jungen stellen damit sich und ihrer Umgebung ein erschreckendes Zeugnis aus, das uns nachdenklich machen muss", sagte Hans Bertram, Mitglied des Deutschen unicef-Komitees. Die einseitige Konzentration auf Leistung führe dazu, dass sich viele Kinder und Jugendliche ausgeschlossen fühlten.

Auswirkungen in krisengeprägten Ländern Südeuropas

Die besten Lebensbedingungen – auch nach subjektiver Einschätzung der Befragten – haben laut der Studie Kinder in den Niederlanden. Schlusslicht ist Rumänien.

Unicef warnte vor den Folgen staatlicher Sparprogramme auf Kinder und Jugendliche. Kinderarmut sei "nicht unvermeidbar", sagte Bereichsleiter Chris de Neubourg. Griechenland und Italien befänden sich bereits im Schlussdrittel der Rangfolge, obwohl die Basisdaten vor den großen Sparprogramme erfasst wurden. Portugal und Spanien werden in dem unicef-Bericht im Mittelfeld platziert. "Wir blicken mit Sorge darauf, was wir für den nächsten Bericht herausfinden werden", sagte de Neubourg.