Im US-Bundesstaat Oklahoma verwüstete ein Tornado die Kleinstadt Moore. © Brett Deering/Getty Images

Im Zuge der Rettungsarbeiten nach dem verheerenden Sturm im US-Bundesstaat Oklahoma haben die Behörden die Angaben zur Zahl der Opfer korrigiert. Nach derzeitigem Stand seien 24 Todesopfer zu beklagen, darunter 7 Kinder, sagte eine Sprecherin der Gerichtsmedizin. Zwischenzeitlich hatten die Behörden 91 Todesopfer befürchtet. Unter den Trümmern werden noch weitere Tote vermutet.

Laut neuen offiziellen Angaben hatten Helfer einige Leichen offenbar doppelt gezählt, hieß es. Zudem hätten Bergungstrupps von 40 weiteren Toten gesprochen, die aber noch nicht in die Gerichtsmedizin gebracht worden seien.

Weiterhin hätten unterbrochene Telefonleitungen die Kommunikation erschwert. "Es herrschte viel Chaos", sagte eine Behördenvertreterin. Bis auf drei seien nun alle Leichen identifiziert. 

Der Wirbelsturm war am Montag mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 320 Kilometern pro Stunde über den Ort Moore mit seinen 41.000 Einwohnern gefegt. Er zerstörte auf einer etwa drei Kilometern breiten Schneise den Vorort von Oklahoma City. Schon 1999 hatte ein Tornado Moore schwer getroffen. Autos wurden durch die Luft geschleudert, eine Grundschule brach mitten im Unterricht zusammen. Der Wirbelsturm gehörte zu dem weniger als ein Prozent der Tornados, die eine solche Geschwindigkeit erreichen.

Suche nach Verschütteten

Mit großen Scheinwerfern suchten Rettungskräfte in den Trümmern nach Überlebenden. Der schlammige Boden erschwerte die Bergungsarbeiten: Bulldozer und anderes schweres Gerät blieben stecken. Mit Vorschlaghämmern und anderem Handgerät versuchten Helfer, durch den Schutt zu dringen. "So lange wir hier sind, werden wir die Hoffnung aufrechterhalten, dass wir noch Überlebende finden", sagte eine Polizeisprecherin.  

Ärzte in den Krankenhäusern von Oklahoma City behandelten 240 Verletze, darunter 60 Kinder. Allein im Universitätskrankenhaus wurden 65 Verletzte versorgt, 45 von ihnen Kinder. 

Obama ruft Notstand aus

Präsident Barack Obama rief den Notstand aus und ordnete Hilfe des Bundes an. Vor allem die vielen verängstigten Kinder aus den betroffenen Schulen benötigten Liebe und Aufmerksamkeit, sagte Obama. "Da sind nun leere Flächen, wo einst Wohnzimmer und Schlafzimmer und Klassenzimmer waren. Und wir müssen diese Orte bald wieder mit Liebe und Lachen und Gemeinschaft füllen."

Aus aller Welt trafen Beileidsbekundungen in den USA ein. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundespräsident Joachim Gauck drückten in Schreiben an Obama ihre Bestürzung und Anteilnahme aus.