NSU-ProzessEin wohlfrisierter Nazi

Die Bilder der lächelnden Beate Zschäpe verwirren die Öffentlichkeit. Dass die NSU-Frau ein Mensch ist und kein Monster, ist eine nötige Zumutung für uns. von 

Von den Titelseiten sieht sie uns an, wohlfrisiert: Die NSU-Angeklagte Beate Zschäpe

Von den Titelseiten sieht sie uns an, wohlfrisiert: Die NSU-Angeklagte Beate Zschäpe  |  © ZEIT ONLINE

Dieser Blazer! Diese Bluse, der Modeschmuck, die Schminke! Und, vor allem: dieses Lächeln! Ist es nicht sogar eine Spur arrogant?

Die bemerkenswertesten Erkenntnisse am ersten NSU-Verhandlungstag lieferten zweifellos die Bilder von Beate Zschäpe und die irritierte Reaktion der Öffentlichkeit.

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Von allen Titelseiten blickt sie uns heute an und entspricht nicht dem Bild, das wir uns von ihr gemacht haben. Eine vermeintliche rechtsradikale Mordhelferin im Business-Dress. Ein wohlfrisierter Nazi. "Der Teufel hat sich schick gemacht" titelt die Bild-Zeitung und bringt damit die große Lücke zum Ausdruck: zwischen dem, was wir, und sei es nur unterbewusst, erwartet und für passend gehalten haben, und dem, was wir jetzt tatsächlich sehen.

Kein Hakenkreuz auf der Stirn

Nur eine Hand voll Bilder gab es bis zum gestrigen Prozessauftakt von Beate Zschäpe. Auf fast allen sah sie mindestens streng aus, wenn nicht böse. Nett und sympathisch jedenfalls nicht. Die Haare hatte sie zum Zopf zurückgebunden oder sie hingen ihr fettig ins blasse Gesicht. Die neueren Bilder hatten bereits die strenge Optik von Häftlingsfotos. Die waren den Medien besonders lieb.

Das NSU-Prozess-Blog

Weil der NSU-Prozess einer der bedeutendsten Strafprozesse in der bundesdeutschen Geschichte ist, hat sich die Redaktion von ZEIT ONLINE entschlossen, das Verfahren am Oberlandesgericht München bis zu seinem Ende zu begleiten.

An jedem Wochentag finden Sie in unserem NSU-Prozess-Blog eine Sammlung der wichtigsten deutsch-, türkisch- und englischsprachigen Medienberichte zum NSU-Prozess, soweit diese online verfügbar sind; dazu Verweise auf Blogs, Videos und ausgewählte Tweets, kurze Interviews mit Prozessbeobachtern, Anwälten und Angehörigen der Opfer, Kommentare und Gastbeiträge.

Jeden Prozesstag vermerken wir außerdem mit einem knappen Eintrag, der die Formalia zusammenfasst: Wer war geladen, was wurde verhandelt?

Dabei sind wir auch auf Ihre Hilfe angewiesen: Bitte twittern Sie Quellen-Hinweise, Anmerkungen und Kommentare mit dem Hashtag #nsublog – oder schreiben Sie uns eine Mail an nsublog@zeit.de.
 

Doch Beate Zschäpe hat uns nicht den Gefallen getan, mit einem Hakenkreuz auf der Stirn den Gerichtssaal zu betreten. Wer Monströses macht, darf nicht adrett aussehen, flüsterte uns das Unterbewusstsein zu, das es uns gerne so einfach wie möglich macht. Die Bilder der lächelnden, schicken Angeklagten stoßen uns so vor den Kopf, weil sie uns schlagartig bewusst machen, dass sie kein unmenschliches Monster ist. Sondern ein Mensch.

Die sieht ja aus wie wir!

Die vorherigen Bilder waren bequem für uns Betrachter, weil sie besser zu ihren schrecklichen Taten passten. Wenn das Äußere dem Inneren, den Handlungen einer Person, nichts entgegensetzt, dann haben wir nichts, woran wir uns stören müssen, worüber wir nachdenken müssen. So konnten wir Zschäpe zum Monster machen. Ein Wesen, das uns so fremd ist, dass wir meinen, es nicht mit menschlichen Kategorien verstehen zu können und uns also auch nicht erklären zu müssen.

Deshalb ist unser Schreck über die Bilder der gestylten, schicken Angeklagten der Schreck über unsere eigenen Stereotype. Die sieht ja aus wie wir! Das ist eine Zumutung. Aber es geht nicht anders. Darum ist es keine unverantwortliche Stilisierung, wenn Zschäpe nun die Titelseiten dominiert.

Leserkommentare
  1. ist eine nötige Zumutung für uns?
    ?????

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    • ratxi
    • 07. Mai 2013 20:43 Uhr

    Ja, erst war ich auch verwirrt.
    aber dann wurde mir klar, dass "Zumutung" doch das richtige Wort ist.
    Es ist eine Zumutung dahingehend, dass wir durch Frau Zschäpe´s Äusseres auf uns selbst zurückgeworfen werden; dass wir verstehen können, dass in jedem Schlechten auch das Gute wohnt und in jedem Guten das Schlechte bereits keimt.
    Nein, das wollen wir nicht, damit wollen wir uns nicht auseinandersetzen,
    darum ist es eine "Zumutung".
    Wo ist der Mensch, in dem nicht mehrere Seelen wohnen...

    ... des Bösen eben.

  2. ich hatte eigentlich auch khakifarbende Bluse und schwarzen Faltenrock erwartet. Damit ging sie den Fahnder doch so schnell ins Netz.

    9 Leserempfehlungen
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    nur am Rande und es ist ja auch kein "rundes" Jubiläum, aber heute vor 68 endete der zweite Weltkrieg. Wenn's sonst niemand für erwähnenswert hält...
    http://www.youtube.com/wa...
    C днeм победы!

  3. "Ein wohlfrisierter Nazi"
    -Ganz ehrlich Zeit-Online diese Artikelüberschrift ist eine Zumutung für jeden noch halbwegs klar denkenden Bürger. Ohne die schrecklichen Verbrechen des Nationalsozialistischen Untergrunds, die in Folge massiver Verfehlungen in der Innen- und Sicherheitspolitik erst möglich wurden verhamlosen zu wollen aber diese Berichterstattung ist mir zutiefst zuwider. Dieser ständige, auf "Klicks" fokussierte Sensationsjournalismus hat sich in den letzten Jahren so vehement ausgeweitet, dass mitlerweile selbst Medien wie der Spiegel oder die Zeit betroffen sind. Bitte arbeiten sie an ihrer Form der Informationsverbreitung. Es müssen nicht jeden Tag 10 Beiträge veröffentlicht werden, die über Beate Zschäpes Frisur oder Klamottenstil berichten. Konzentrieren sie sich wieder auf die wirklich wichtigen Fakten und Inhalte, wie die Verstrickung des deutschen Rechtsstaates in diese Mordserie und eventuelle Mittäter etc.

    132 Leserempfehlungen
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    Gibt es den? Wo? Da muss ich hin...

    Es scheint Ihenen entgangen zu sein, dass der Artikel nicht das Aussehen, Kleidung, Auftreten der Angeklagten zum Thema hat, sondern die Berichterstattung darüber. Das ist durchaus legitim und auch von allgemeinem Interesse.

    "Nun schreiben selbst die seriösesten Medien im Brigitte-Stil über Zschäpes Hosenanzug. Das bedeutet keinen Niveauverlust. Die Medien haben sich zu Recht der Macht der Bilder gebeugt."

    Ich habe absichtlich nicht konkreten Bezug zu diesem Artikel genommen, wenngleich dieser in demselben oberflächlichen onlinejournalistischem "Slang" geschrieben ist, wie viele andere.
    Mir ging es vielmehr um die generelle Berichterstattung und die Verantwortung von selbsternannten Qualitätsmedien, sachlich unaufgeregt und vernünftig zu informieren. Selbstverständlich geht ein Niveauverlust einher, wenn man den Kleidungsstil oder das völlig subjektiv empfundene Auftreten einer Person vor Gericht zum Gegenstand eines ganzen Artikels macht.
    Ich halte "Die Zeit" in gedruckter Form immer noch für eine der besten Zeitungen, allerdings stelle ich doch eine krasse Diskrepanz zur Onlineausgabe fest. Natürlich wiegt das Argument stark, dass dieser Online-Content jedem Leser frei und umsonst zugänglich ist. Dies sollte meiner Meinung nach aber kein legitimierender Grund sein, sich dem "Niveau" der Bild anzupassen, um möglichst viele Klicks zu generieren.

    ;)

    • Xarx
    • 07. Mai 2013 23:28 Uhr

    was der Artikel eigentlich behandelt, sondern sind allein auf die provokative Überschrift hereingefallen ohne anscheinend tiefer über den Inhalt nachzudenken.

    Ich kann mich dem Artikel nur anschließen. Wer Personen mit derartigem Hintergrund als pures Monster abstempelt entmenschlicht und verhindert damit jegliche produktive Diskussion über sie, was leider nur zu oft in den Medien geschehen ist. Der Täter wird zum Einzelfall, ein Irrer mit kranken Verstand. Es wird verdrängt, dass solche Menschen nicht als "Monster" geboren werden sondern bestimmte Umstände bzw. ein gewisser Entwicklungsprozess sie zu ihren Handlungen geführt haben. So war Jena in den 90ern eine von Plattenbauten dominierte Stadt mit hoher Perspektivlosigkeit insbesondere für Jugendliche und damit ein äußerst guter Nährboden für Rechtsradikalismus (als Vergleich: sie Mecklenburg-Vorpommern). Und genau darauf macht dieser Artikel letztendlich aufmerksam: die mitunter von den Medien erzeugten Klischees werden durch etwas so banales wie Zschäpes Kleidung zumindest etwas angebrochen. Sie ist nicht wahnsinnig sondern ein Mensch wie jeder andere.
    Dabei möchte ich die Geschehnisse bzw. Taten des NSU keinesfalls herunter spielen und erst Recht nicht die Täter von ihrer Verantwortung freisprechen. Jedoch sollte man sich dessen klar sein, dass eine so einfache Verurteilung wie hier in keinem Falle zielführend ist: nämlich zukünftig derartige Geschehnisse zu verhindern.

    • oh.stv
    • 08. Mai 2013 0:03 Uhr

    sie sprechen mir aus der Seele ...

    • bonner
    • 08. Mai 2013 13:48 Uhr

    .....und wenn es keine Fakten gibt? Vielmehr wenn es keine beweisbaren Fakten gibt?

    Bis jetzt gibt es nur Vermutungen. Deshalb der Prozess, damit endlich Fakten
    auf den Tisch kommen. Falls die Dame weiterhin schweigt, wird es peinlich.

    Bis jetzt ist nur eines sehr deutlich geworden. Die Art, wie die Angeklagte demonstrativ der Presse und vor allen Dingen den türkischen Nebenklägern den Rücken zugewandt hat, zeigt eine unglaubliche Verachtung und Arroganz.... und das war beabsichtigt.

  4. 4. [...]

    Was hat das Aussehen mit den Taten zu tun. Und weil sie eine Frau ist, eine andere Behandlung. Wenn das kein Sexismus ist, dann weiß ich nicht was Sexismus ist.

    Kann man sich nicht auf die Taten der NSU konzentrieren, anstelle auf solche Banalitäten und Äußerlichkeiten.

    Haben Journalisten wirklich so wenig zu schreiben? Wie wäre es mit einer Anfangsanalyse der Verteidigungstrategie der Verteidiger, wie wäre es mit einer Analyse der Strategie der Nebenkläger, und der türkischen Presse.

    Da gibt es doch etwas zu schreiben, oder nicht?

    Bitte achten Sie auf eine sachliche Wortwahl. Danke, die Redaktion/fk.

    75 Leserempfehlungen
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    • vyras
    • 07. Mai 2013 17:42 Uhr

    "Kann man sich nicht auf die Taten der NSU konzentrieren, anstelle auf solche Banalitäten und Äußerlichkeiten."

    Genau gesagt, beschäftigt sich der Artikel ja nicht mit der Bluse von Frau Zschäpe, sondern mit dem merkwürdigen Medienecho, wenn eine Vorstellung die Realität trifft.

    Ich finde es jedoch übertrieben, die Tatsache, dass Frau Zschäpe "ein Mensch ist und kein Monster, ist", hier als bedeutende Erkenntnis, und Überraschung, zu präsentieren. Das war den meisten Nicht-"Bild"-Lesern auch so klar.

    • shtok
    • 07. Mai 2013 17:44 Uhr

    hat man da etwas verpasst, gab es schon rechtskräftige Verurteilungen der Mitglieder der NSU. Wissen sie mehr, erhellen sie die andere Leserschaft oder treten sie mit ihren Beweisen vor. Selbst der Autor bemüht sich schon, nicht mit Tatsachenbehauptungen hinsichtlich der Täterschaft der Morde zu arbeiten.

    @Thema
    Der Artikel zeigt, dass man eigentlich nichts zu sagen hat, daher sollte man erst einmal die ersten Verhandlungstage oder besser Monate (wieviele Tage das auch sein mögen) abwarten, denn sollte DIE WELT wirklich damit http://www.welt.de/politi... wirklich recht behalten, dann dürfte schon für Spannung gesorgt sein.

    Das Auftreten von Frau Z. vermittelt mir als Aussenstehendem den Eindruck, dass sie sich ihrer Sache relativ sicher zu sein scheint und auch ihre Anwälte machen keinen gestresseten Eindruck, wohingegen bei der Nebenklage und auch den Medien die Nerven tlw. schon blank zu liegen scheinen. Über das warum lässt sich aus Mangel an Kenntnissen über vorliegende Beweise nur spekulieren.

    Leider folgt ein Großteil der Presse dem Muster die Personalisierung des "letzten" Mitgliedes der sogenannten " isolierten Terrorzelle" in den Mittelpunkt zu stellen und über ihr "selbstbewusstes" Auftreten und ihre Erscheinung zu schwadronieren. Kaum jemand zweifelt die Sprachregelung vom "Versagen der Dienste" an,niemand scheint sich daran zu stören,wenn zum x-ten mal der Begriff Panne oder Fehler in die Berichterstattung einfließt.Wichtige Fragen zum NSU Komplex werden ignoriert, beiläufig thematisiert oder als Verschwörungstheorie diffamiert.Etwa die, warum ein ehemaliger Mitarbeiter des LfV Baden Württemberg (Günther Stengel) 2003 einen Bericht, in dem der Name Mundlos und eine rechte Terrorgruppe namens NSU Erwähnung fand, vernichten musste, für die Übersendung dieser Informationen an das Bundesamt für Verfassungsschutz vom LfV gerügt wurde und warum ein WDR 5 Beitrag, der dies thematisierte aus fadenscheinigen Gründen kurzfristig abgesetzt wurde:

    https://www.freitag.de/au...

    • baysyx
    • 07. Mai 2013 17:54 Uhr

    Ich kann Ihnen hier inhaltlich nur vollständig zustimmen. Unfassbar, auf welchem journalistischen Niveau ein Großteil der Medien berichtet.

    Dennoch sehe ich es als absolut legitim an, einen Artikel über dieses (absurde, aber auch zu erwartende) Phänomen der medialen Berichterstattung zu publizieren.
    Gerade auch deswegen finde ich die als banal erscheinende Überschrift sogar mehr als passend.

    Lassen wir uns überraschen, welche Ergüsse wir noch über uns ergehen lassen dürfen bei der täglichen Presseschau, bis etwas Relevantes herauskommt.

    Grüße

    ... erst wurde dieser Prozess als Medienereignis "hochgeschrieben" und jetzt fehlt der Stoff zum Berichten. Wenn kein crime, dann eben Sexismus. Das gleiche wurde doch bei Amanda Knox schon vorgemacht.

    Der Kommentar, auf den Sie Bezug nahmen, wurde entfernt. Die Redaktion/fk.

    • AYN
    • 07. Mai 2013 18:52 Uhr

    Dieser Artikel war genau richtig und traf voll ins "Herz" deutscher Verlogenheit.
    Es wird Zeit, dass wir wieder auf den Boden der Tatsachen und der Realität zurückkommen. Aus unserer Mitte waren Menschen zu einer Tat fähig, die wir am liebsten verdrängen möchten (das hat es schon gegeben und wird es immer wieder geben, deshalb ist es auch Sache der Gerichte die Schuld der Angeklagten zweifelsfrei und nach rechtsstaatlichen Regeln zu beweisen, die moralische Verurteilung haben wir ja schon tausendfach hinter uns. Auch das hatten wir schon einmal, millionenfach!

  5. leibhaftig im Gerichtssaal gesehen (ich gebe zu, auch ich war wie wohl die meisten gespannt auf Zschäpes ersten Auftritt vor Gericht). Man kann nun, da dies vorüber ist, insbesondere im Interesse der Opfer nur hoffen, dass sich das Interesse jetzt zunehmend auf die strafrechtliche Aufarbeitung der Sache konzentriert, diese unfassbaren Verbrechen so weit wie möglich aufgeklärt werden und es am Ende ein tat- und schuldangemessenes Urteil gegen die Angeklagten gibt. Das, und genau das, muss dieser Prozess leisten.

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  6. und nun das große Wundern? Sind Sie und Ihre Kollegen wirklich so naiv? Dann kann die lange Berichterstattung zum langen Verfahren ja noch sehr, nun ja, spaßig werden..

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    Die Medien sind das Spiegelbild der Gesellschaft...

    Und es ist ja nicht neu:

    Guckt man sich das Paßfoto von KZ-Arzt Josef Mengele an, würde man nicht auf die Idee kommen, dass er einer der schlimmsten Verbrecher im 2.Weltkrieg war, gemäß dem Fazit:

    Der sieht ja aus wie wir!

    6."6. Das Monster haben die Medien zusammengebaut
    und nun das große Wundern?"

    das stimmt,man konnte überall im TV der Zschäpe ihre Nachbarn sehen,die alle sagten,sie sei eine nette,kluge Person,auch der (nichtdeutsche!!;-) Restaurantbesitzer,bei dem sie immer essen war sprach nur sehr freundlich von ihr.
    man betonte auch ihre Tierliebe und Verantwortung ihren Katzen gegenüber etc Ich glaube man darf gespannt sein,was sich noch herausstellen wird im Verlaufe des Prozesses.

  7. Ich denke es wäre einen Versuch wert.
    Ehrlich gesagt weis ich nicht ob es was nutzen würde aber die Gerichtsberichterstattung nach dem Bierhallenputsch 1923 hat der NSDAP viel geholfen und schlimmstenfalls wird dieser Prozess eher den Tätern als den Opfern helfen, eine Märtyrerin sozusagen.

    Wer geglaubt hat das Beate Zschäpe ein Monster sei hat die Geschichte des 20.Jahrhunderts nicht verstanden.

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    • cm30
    • 07. Mai 2013 19:23 Uhr

    Es ist nicht das Problem, DASS berichtet wird - sondern das WIE! Es werden unsinnige Fakten hervorgezogen und künstliche Probleme erzeugt, von der Sitzplatzvergabe bis zum Lächeln der Angeklagten. Den inhaltlichen Prozess erfährt der Leser nur durch Randnotizen. Was hat die Zeit bisher vom Prozess über die Vergewaltigung in Indien berichtet, nachdem sie tage- und wochenlang alle indischen Männer medial in Sippenhaft nahm? Wenig bis gar nichts. Das ist Sensationsjournalismus pur.

  8. "Dass die NSU-Frau ein Mensch ist und kein Monster, ist eine nötige Zumutung für uns."

    Danke an die Redaktion für diesen mutigen Satz!! Auch wenn ich die verqueren und mörderischen Ansichten von Frau Z. ablehne, ihre Taten grausam finde und hoffe, dass sie ihre gerechte Strafe bekommt, bleibt sie doch ein Mensch. Menschen vollbringen monströse Taten. So zu tun, als ob sie ein "Monster" und "etwas anderes" sei, hieße, die menschliche Natur und die individuelle Entwickling und Sozialisation zu verleugnen. Was ausdrücklich NICHT bedeutet, dass sie unschuldig sei!

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  • Schlagworte Beate Zschäpe | Medien | Berichterstattung | Straftäter
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